Nachts auf dem Balkon

Es war eine wunderschöne Mondfinsternis 2019. Außer dass es arschkalt war, das Haus gegenüber störte irgendwann und dass das Ende in Wolken unterging. Aber sonst: wunderschön, auch auf meinem Balkon in Würzburg.

Vier Uhr Weckerbimmeln, Aufstehen, Wasserkocher an, ins Bad tappen, Klo & Co, in die Küche tappen, Tee aufbrühen, ins Wohnzimmer tappen, Foto und Stativ packen und raus auf den Balkon. KALT! WACH! MOND!

Der Mond am 21. Januar 2019 über Würzburg.

Nacht der Mondfinsternis 2019. Eine sehr klare Nacht zu Anfang. Und der Mond stand sogar so hoch, dass ich ihn vom Balkon aus einigermaßen zu sehen und fotografieren konnte. Einen Haken gab es allerdings doch: Minus vier Grad Celsius meldete die Wetter-App für Würzburg in dieser Nacht, gefühlte sieben Grad minus. Das zeigte die App auch noch fast drei Stunden später an, als ich wieder in die Wohnung bin — obwohl ich die App nicht brauchte, es heißt ja nicht umsonst “gefühlte” Temperatur. 😉 Aber ich war dick eingepackt mit mehreren Pullovern, Jacke, Schal, Mütze und Handschuhe, dazu noch heißen Tee, da konnte ich ja nicht frieren. Naja, irgendwann schon mal.

Irgendwann stört das Haus gegenüber doch, besonders wenn der Nachbar vergessen hat, das Licht auszuschalten.

So gegen halb sieben kamen leider Wolken auf, der Mond befand sich noch in der Totalität, war also düsterrotes Licht getaucht. Und er schon schon recht niedrig am Horizont. Ich musste meine Platz von der linken Seite des Balkons auf die rechte wechseln, damit ich den roten Erdtrabanten noch durch eine Häuserlücke sehen konnte. Wäre er doch weiter gesunken UND sichtbar geblieben, hätte das bestimmt schöne Bilder gegeben. Aber die Wolkendecke blieb dann wirklich dicht. Zum um heiß zu duschen! 😁

Zum Schuss halfen nur noch Langzeitbelichtungen und hohe ISO-Werte an der Kamera, um den Mond überhaupt noch zu sehen. Und kurz darauf nicht mal mehr das.
Er ist schon eine Schönheit, unser Mond. Egal in welcher Farbe.

Wo die Mondfinsternis gucken?

Wenn es geht, schaue ich immer Mondfinsternisse ab. Das möchte ich auch am Montag. Nur wo kann ich das am besten in Würzburg?

Welcher Tag könnte für eine totale Mondfinsternis passender sein als ein Montag. Und welche Uhrzeit unpassender, als von halb vier in der Früh bis kurz vor neun Uhr. Wobei der für mich interessanteste Teil, der Ein- und Austritt in in den Kernschatten der Erde, zwischen halb fünf und kurz vor acht Uhr.

Ich habe trotzdem vor, mir die Mondfinsternis anzuschauen, ich nehme dieses Naturschauspiel immer mit, wenn es möglich ist.

Mondfinsternis am 28.9.2015, beobachtet och ohne Haus vorm Balkon.

Zu sehen ist die Mondfinsternis im Westen bis Nordwesten. Mein Balkon in der Sanderau weist nach Westen, da konnte ich 2015 schon einmal sehr schön eine Mondfinsternis anschauen. Allerdings hab ich auch inzwischen direkt ein Haus hingebaut bekommen, ich bin mir nicht sicher, ob ich so viel von der Verfinsterung sehen werde, sie findet ohnehin in einem recht flachen Winkel statt.

Diverse Pläne habe ich mir schon überlegt. Was immer geht: Wenn es nicht zu bedeckt, ist, öffnet um 4.30 Uhr die Sternwarte Würzburg an der Johannes-Kepler-Schule oben auf der Keesburg. Dicke Kleidung anziehen, denn die Kuppel wird ja auf sein!  🙂 Ich weiß nur nicht, wie voll es dort sein wird, ob ich da meinen Foto aufbauen kann, und so weiter. Aber eine Option wäre es schon mal.

Wo könnten noch gute Orte in Würzburg sein, um eine gute Sicht auf den Mond zu haben? Genau weiß ich es nicht. Toll wäre natürlich der Aussichtsturm auf der Frankenwarte, wo es aber bestimmt so richtig arschkalt sein wird. Aber der Turm ist laut WürzburgWiki nachts nicht geöffnet. Mist. Allerdings müsste man auf dem Nikolausberg doch auch so in Richtung (Nord)Westen schauen können, Richtung  Höchberg.

Der rote Blutmond von September 2015.
Der Blutmond von September 2015.

Aber wir haben ja noch mehr Hügel, so ist es ja nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass zumindest für kurze Zeit der Blick auf den Blutmond vom Maschikuliturm an den Weinbergen entlang reizvoll sein könnte, und auf dem Festungsberg in Richtung Westen sollte es doch auch gehen. Auch auf der anderen Seite des Würzburger Kessels, am Hubland oder oben am Alandsgrund könnte man einen guten Blick haben.

Das blöde ist nur — ich weiß nicht, wo man die Mondfinsternis in Würzburg am besten sehen kann. Und selbst wenn man die Ein- und Austrittszeit in den Kernschatten mitrechnet, hat man nur gut drei Stunden Zeit bis die Sonne aufgeht. Klar kann man da viele Beobachtungsorte in Würzburg mit dem Auto abfahren (früh ist ja noch nicht viel Verkehr), aber ich will ja vor allem Gucken und nicht rumkurven. 🙂

Habt ihr Tipps für mich? Wo könnte ich die Mondfinsternis in Würzburg anschauen?

Die Mondfinsternis 2015 – doch wach gewesen

Ich habe in meinem Leben schon ein paar totale Mondfinsternisse gesehen und wollte eigentlich bei diesem mediengehypten Blutmond im Bett bleiben. Aber die astronomische Begeisterung siegte doch wieder.

Ich habe in meinem Leben schon ein paar totale Mondfinsternisse gesehen und wollte eigentlich bei diesem mediengehypten Blutmond im Bett bleiben. Aber die astronomische Begeisterung siegte doch wieder — außerdem hab ich diesmal ein Gerät, das ich mit gutem Willen ein Fotoapparat nennen darf.

Mondfinsternis 28.9.2015
Mondfinsternis 28.9.2015

Es war nicht leicht, mit meinem Teleobjektiv halbwegs vernünftige Bilder der Mondfinsternis zu bekommen. Das der Mond ein Supervollmond war, hat kaum geholfen, die paar Prozent größer als sonst hat man wenig gemerkt. Mehr geholfen haben ein Stativ, eine WiFi-Steuerung der Kamera und eine Schachtel Zigaretten. Dann hieß es die Nacht über mit Belichtungszeit, ISO und Autofokus herumspielen, bis ein paar brauchbare Bilder im Kasten waren. Aber da ist noch gaaanz viel Luft nach oben.

Die nächste totale Mondfinsternis in Mitteleuropa ist 2018. Bis dahin muss eine gescheite Kamera her! 🙂

So sah der Mond also über Würzburg durch das Objektiv meiner Kamera aus: