Schlagwort-Archive: mozart areal

Bürgerversammlung im Ratssaal

Am kommenden Dienstag, 23. Februar 2010, findet um 18.30 Uhr mal wieder eine Bürgerversammlung statt. Die Tagesordnungspunkte sind potenziell explosiv:

  1. Interessenskonflikt “Wohnen versus Gastronomie” in der Würzburger Altstadt
  2. Nutzung Mozart-Areal
  3. Entwicklung Straßenbahn Linie 6
  4. Verschiedenes

Gut, bei “Verschiedenes” weiß man nicht, was kommt. Aber die Punkte 1 – 3 versprechen hitzige Debatten, ich empfehle Nacktscanner am Eingang des Würzburger Ratssaals.

Ja, am Eingang des Ratssaals, nicht am Eingang des Mozart-Gymnasiums, wie man vermuten könnte. Denn Stadtrat Michael Gerr hat kritisiert, dass das Mozart-Gymnasium nicht zu alle zugänglich — sprich: nicht barrierefrei — ist, womit er Recht hat. Und eine Bürgerversammlung soll für alle zugänglich sein — womit er auch Recht hat. Und überraschenderweise war die Stadt wirklich spontan und flexibel und hat den Ort der Bürgerversammlung in den Ratssaal verlegt. Vielleicht nimmt das dem Punkt 2 etwas die Emotionen raus.

Mozart-Areal und Linie 6 sind ja schon lange in den Würzburger Charts und man kann die Texte schon mitsingen, aber der Neuzugang  “Wohnen versus Gastronomie in der Würzburger Altstadt” hat seinen ersten großen Live-Auftritt, und das gleich auf Platz 1. Werfen wir ihm Blumen zu …

Moz-Gezicke

Oh, das Gezicke um das Mozartareal. “Erhaltungswürdig” wird es genannt. Diese 50er-Jahre-Barracke, als würde die Stadt nicht in Bauten aus dieser Zeit ersticken, dem Zweiten Weltkrieg sei kein Dank. Also will man die Schule abreißen und etwas Neues an die Stelle bauen. “Mischnutzung”, heißt es. Was soviel bedeutet, dass die Stadt keinen Schimmer hat, was da hin soll.

Meiner Meinung nach spricht nichts dagegen, den Bau so zu lassen, wie er ist. Nur soll man nicht irgendwelche erfundenen ästhetische Gründe bringen. Die Schule ist ein profanes Gebäude seiner Zeit, da hat sich kein Architekt überschlagen. Und das optische Zusammenspiel mit dem Unesco-Weltkulturerbe Residenz ist auch nicht so weit her. Aber nutzen kann man es natürlich weiterhin. Schulklassen, VHS-Kurse, FH-Seminare, Kulturveranstaltungen – warum nicht? Bevor man irgendeinen Neubau hinstellt, ohne sinnvolles städtebauliches Konzept, nur damit was Neues da steht. Das kann es nämlich auch nicht sein.

Falls ein solches Konzept vorliegt, ist es ok. Wenn man weiß, was die Stadt braucht – wirklich braucht – und die Finanzierung für das Areal abgesichert ist; wenn man eine architektonische Einbindung des Neubaus in den Bestand gefunden hat – dann weg mit dem alten Teil.

Überlegte Konzepte statt blinder Aktionismus, das muss die Stadt mal lernen. Keine Angst vor Veränderungen, aber auch kein sinnloses “Nur-damit-irgendwas-gemacht-wird”.

Trashfilmnacht und Filmparty im Mozartgymnasium

Apropos Filmwochenende: Wie Oli schon in einem Kommentar geschrieben hat, findet am 26. Januar 2008 die Trashfilmnacht und die Filmparty nicht im Cairo statt, sondern im ehemaligen Mozartgymnasium. Endlich mal eine sinnvolle Nutzung für das Mozartareal, die Kulturszene sollte das Teil am besten bis auf Weiteres besetzen. 🙂

Der Umzug ist eine weise Entscheidung. Nicht gegen das Cairo, aber in den letzten Jahren war der Andrang einfach zu groß, im letzten Jahr durfte ich die Trashfilme durch die Tür anschauen. Und auch der Filmparty tut eine räumliche Vergrößerung gut, mehr Platz zum Tanzen, mehr Platz für Video-, Film- und Kunstinstallationen, mehr Platz um schräge Filmtypen kennenzulernen. 😉

Die Trashfilmnacht beginnt 26. Januar 2008 um 21.00 Uhr, Einlass ist um 20.00 Uhr. Der Vorverkauf geht ausschließlich über das Corso-Kino in der Kaiserstraße und beginnt am 24. Januar 2008.
Die Filmparty geht um 22.30 Uhr los, vermutlich noch parallel zur Trashfilmnacht und der Eintritt ist frei.

Zeitraffer I

Vor Weihnachten muss ich wirklich mal die Zeit raffen, denn sie läuft mir geschäftlich etwas davon. Aber für einen Kurzrückblick über die letzte Wochen in Würzburg reicht es noch.

Der Stadtrat hat sich endlich entschieden und will das Mozart-Areal dem Erdboden gleich machen. Den umgekehrten Weg ging das neue Polizeigebäude in der Frankfurter Straße, dass in dieser Woche eingeweiht wurde. Der Kreislauf des Lebens.

Damit Erwin Pelzig nicht der einzige fränkische Filmbeitrag in diesem Jahr bleibt, konnte die Bienenforscher der Uni Würzburg vor dem gerade angelaufenen DreamWorks-Film “Bee Movie” einen Kurzfilm in die Cineplex-Kinos einschleusen. Über Bienen natürlich.

Ein Auto wurde durch ein anderes in den Main katapultiert und säuft langsam ab. Statt den beiden fast ertrinkenden Insassen zu helfen, haben manche nichts besseres zu tun als ein Foto zu knipsen und an die Bild-Zeitung zu schicken. Die Damen haben zum Glück auch so überlebt und wer hat geholfen? Natürlich ein Pfarrer.

Während die Band Paiki:a beim Deutschen Rock- und Poppreis zwei eben solche gewannen, wurde Siemens VDO in Würzburg der Preis für die ungewisseste Zukunft überreicht, und in der Band spielen 1500 Musiker mit.

Von Kompetenz und Transparenz

Tja, jetzt ist es passiert. Die Planung für das Mozart-Areal ist erst einmal gestoppt worden. Die Ausschreibung genügt nicht den Ansprüchen, die in einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf im Juni festgelegt wurden. Die Stadtverwaltung entschuldigt sich nun damit, dass der Beginn des Investorenwettbewerbs vor der Bekanntgabe des Urteils war.

Ok, das muss ich gelten lassen, das war Pech; auch wenn man die juristischen Probleme vielleicht schon hätte ahnen können. Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann ist, dass die Stadt Würzburg bis gestern beteuerte, dass die Ausschreibung rechtens ist, obwohl der halbe Stadtrat seit ein paar Monaten auf die Schwierigkeiten hinweist. Transparenz sieht anders aus. Die Stadtverwaltung hätte ja wenigstens zugegeben können, dass sie einfach nicht wissen, wie die Sache ausgehen wird. Aber mit einer solchen Inbrunst eine heile Welt beschwören, das zeugt weder von Transparenz noch von kommunikativer Kompetenz, sondern nährt einfach die Zweifel an offiziellen Aussagen der Stadt Würzburg.

Jetzt muss die Stadt anwägen, ob sie den Wettbewerb aufhebt und hofft, dass keiner der Investoren Schadensersatz fordert, oder ob sie den Wettbewerb durchzieht und wiederum hofft, dass keiner der Investoren dagegen klagt. So oder so sieht es also aus, als müsste jemand dafür zahlen, und das sind im Zweifelsfall immer die Bürger.

Viel zu weich

Der Vorschlag der Republikaner für das Mozartareal in Würzburg ist laut Mainpost, dort neben einem Studentenwohnheim, einem Lebensmittelmarkt und einer Tiefgarage auch eine “Deutsche Schule” einzurichten, in die “deutsche Schulkinder, wenn sie einer Multikulti-Bildungsblockade entgehen wollen, übertreten [können]”.

Finde ich viel zu weich. Ich bin für eine fränkische Schule. Besser noch — eine unterfränkische Schule. Und wer da nur einmal einen harten Konsonanten ausspricht oder nicht aus dem Stegreif das Sterbejahr der Frankenapostel kennt, der fliegt. Der kann wieder auf eine Schule, wo die ganzen Kinder sind, die nicht unserem Kulturkreis angehören. Also zu den Türken, Italienern, Bayern und Oberfranken. Die bremsen unsere zukünftigen Bocksbeutelbildungsbürger doch nur aus.

Ach ne, das mit den Frankenaposteln geht ja auch nicht, die waren ja selbst keine Franken, nicht einmal Deutsche. Für die wäre auch kein Platz in der Deutschen Schule des Mozartareals. Mozartareal? Mozart? Der war doch Österreicher. Och man …

Betthupferl

Na, da kann ich ja beruhigt ins Bett gehen. Das Parken wird in Würzburg spätestens ab dem 1. Juli 2007 wieder billiger — wenn auch keiner so genau weiß, warum die Parkgebühren eigentlich erhöht wurden und warum sie jetzt wieder billiger werden können. Für das Mozartareal lässt der Stadtrat nun einen Inverstorenwettbewerb steigen und zählt davor noch den Verkehr in diesem Gebiet. Mal sehen, wie entmutigend das Ergebnis wird. Außerdem ziehen wieder die Schweden in das unterfränkische Gebiet. 733 Jahre nach Gustav Adolph wird wohl Ingvar Kamprad mit seiner IKEA-Armee vor den Toren Würzburgs stehen — wenn die fränkischen Feldhamster brav ihre Koffer packen und sich und sich zwangsevakuieren lassen.

Da soll einer sagen, in Würzburg tut sich nichts.

Noch unbenannter Podcast Ausgabe #0

Der Podcast ist jetzt da zu finden, wo er hingehört: bei wuerzmischung.de.

Ein weitere Ausgabe des unbenannten Podcasts über Würzburg, diesmal mit Alex und mir, Frau Schaaf weilt noch im Norden.

Über Namen und Nomen. Gedanken über Würzburg am 16. März 1945. Gedanken über Würzburg nach 1945. Erhaltung ohne Not. Bahnhof und Post. Schlußworte mit Leonhard Frank.

Update 1: Schon wieder Probleme mit dem Inline-Player, das werde ich später noch richten

Update 2: Player-Problem gelöst. Dafür gibt es noch ein paar Links zur Sendung: