Kulturelle Weile auf dem Stadtfest

Die überlaufenen Stellen beim Stadtfest habe ich in diesem Jahr zum großen Teil ausgelassen – und einen wundervollen neuen Platz auf dem Stadtfest für mich gefunden.

Ich weiß gar nicht, wer auf die Idee kam, beim Stadtfest in Würzburg die kulturelle Meile in der Hofstraße zu installieren. Auf jeden Fall war es eine tolle Idee.

Kulturelle Meile in der Hofstraße beim Stadtfest.

Zwar war die kulturelle Meile keine 1,6 Kilometer lang, vielleicht so hundert Meter. Aber trotzdem konnte man auf ihr endlos reisen und dabei nette Leute treffen und gute und originelle Musik hören.

Und dazu hatte man dort in der Hofstraße noch das Weltkulturerbe Residenz und das bisher ausgeschlagene Erbe Mozartgymnasium als Kulisse, was will man mehr. So überlaufen wie der Rest der Stadt war es dort auch nicht, ich denke, viele Besucher hatten diesen neuen Teil des Stadtfests noch gar nicht so auf dem Schirm.

The Echoturn aus Aschaffenburg auf der Palettenbühne des Immerhin im Moz-Hof.

Und so hab ich den größten Teil meines Aufenthalts auf dem Stadtfest freudig auf der kulturellen Meile in der coversongfreien Zone verbracht.

Danke an das Immerhin, die Posthalle, den B-Hof und der WÜRG auf diese wunderschöne Oase. Ich hoffe, dass es die kulturelle Meile auch im nächsten Jahr geben wird.

6,7 Kilomenter später – Der 1. Tag des Filmwochenendes 2012

Gestern begann das 38. Internationale Filmwochenende in Würzburg.20120322_175531 Und ich bin fit! Und werde an diesem Wochenende noch fitter werden. Denn ich war gestern gut zu Fuß unterwegs.

Am späten Nachmittag habe ich mich für das Würzblog akkreditiert. Dazu durfte ich vom Rathaus zum Coworking Space laufen — 1,2 Kilometer unter schönster Frühlingssonne. Leider mit schwerem Rucksack auf dem Rücken (kam von der Arbeit) und einer schweren Jacke über dem Arm (früh war es kalt).

Im Coworking habe ich meinen Presseausweis in Empfang genommen, das Passbild male ich später mit einem Kuli noch rein. Einen doppelten Espresso, ein Brezel und eine Zigarette mit Tilman und Markus später war ich auch schon wieder auf dem Weg ins Central Programmkino — 1,6 Kilometer, natürlich mit Rucksack und Jacke. Zum Corso war es näher.

Leicht durchgeschwitzt kam ich dann zur Eröffnungsveranstaltung im Mozartgymnasium an. Den Film dabei wollte ich gar nicht unbedingt sehen, aber die Eröffnungsreden hören. Und vor allem Leute treffen — das gehört beim Filmwochenende unbedingt dazu. Die soziale Komponente des Festival ist mir mindestens genauso wichtig und lieb wie der cineastische Teil.

Hannes Tietze von der Filminititive hat das Publikum begrüßt, von Seiten der Stadt Würzburg hat Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake gesprochen. Und nicht dass ich etwas gegen Marion als Vertreterin der Stadt habe — aber OB Rosenthal war deswegegen nicht da, weil er lieber zur Zehnjahresfeier des Leporello gegangen ist. Aha. Tolle Prioritätenliste. Hier hat man ein Filmfestival, zu dem sogar Besucher aus ganz Deutschland und Künstler aus der ganzen Welt anreisen, der Oberbürgermeister geht aber lieber zu einer Feier eines Kulturblättchens, auf deren Website unter News im Bereich Literatur Anja Flicker als neue Chefin der Stadtbücherei vorgestellt wird — das ist zweieinhalb Jahre her. Da hätte Herr Rosenthal doch auch noch nach seinen Grußworten im Central hingehen können.

Wie dem auch sei: Nach den Reden hab ich mich nach ein paar Pläuschchen zurück in Richtung Cinemaxx aufgemacht. Ja, der Rucksack war wieder dabei, die Jacke auch, aber angezogen. Also wieder 1,6 Kilometer zurücklaufen.

Dann endlich mal einen Film schauen. Ich hatte mir für den Abend den spanischen Film “Extraterrestre” (Nacho Vigalondo) ausgewählt. Und wurde nicht enttäuscht.

In dem Film geht es um eine Vierecksbeziehung in Madrid. Frau, One-Night-Stand, Freund und verliebter Nachbar. So weit, so normal. Dummerweise hängt im Himmel der Stadt eine fliegende Untertasse und die Straßen sind menschenleer. Und ein absurd-komisches Lügendgespinst nimmt seinen Lauf. Freund denkt,  One-Night-Stand hat nur wegen dem UFO bei Frau Zuflucht gefunden. Nachbar kennt die Wahrheit und reibt sie One-Night-Stand auf Tennisbällen unter die Nase. Freund stürmt Fernsehsender und sprengt Häuser in die Lust. One-Night-Stand macht in einer fahrende Kaffetasse auf Außerirdischer. Großartig! 🙂

Im gesamten Film sind nur fünf Personen vor. Und trotz dem UFO — das nur viermal auschnittweise kurz zu sehen ist — ist Extraterrestre kein Science-Fiction-Film. Das UFO dient nur als Anlass, an dem sich der Wahnsinn entzündet.

Der Streifen wird im spanischen Original gezeigt — ich verstehe kaum ein Wort Spanisch — und mit englischen Untertitel. Das Englisch ist leicht verständlich, nur muss man dran bleiben, da sich die Schauspieler oft recht schnelle Wortgefechte liefern.

Der Film läuft am Samstag um 23.15 Uhr nochmal im Cinemaxx 1.

Extraterrestre – Trailer final HD

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Nach dem Film hab ich mich auf den Heimweg gemacht, mit Rucksack und Jacke, und konnte dann am Sanderring die letzten Meter mit der Straßenbahn fahren. Gesamter Fußweg an dem Tag für das Filmwochenende: 6,7 Kilometer. Uff!

Ich bin für die Wiedereinführung des Shuttle-Service beim FIlmwochenende!

Wir haben unser Programmkino

Gut fünf Tage ist es alt, unser Programmkino Central im ehemaligen Mozartgymnasium. Ja, irgendwie ist es unser Kino, denn schon bei der Eröffnung wurde betont, dass es ohne Bürgerbeteiligung, sei es ehrenamtliche Tätigkeit oder durch die Mitgliedschaft in der Genossenschaft, nicht möglich gewesen wäre. Und das wird auch in Zukunft so bleiben.

Eröffnung Central ProgrammkinoDer Erfolg des Central wird davon abhängen, das Leute ehrenamtlich — also ohne finanziellen Lohn — am Projektor stehen, Karten abreißen, Werbung machen, Filme auswählen und so weiter.  Dass das ein paar Monaten funktionieren wird, da bin ich sicher. Die wahre Kinoleidenschaft der Würzburger Bürger wird sich zeigen, wenn mal ein paar Monaten und Jahre ins Land gegangen sind. Und auf der anderen Seite braucht das Kino genug Filminteressierte, die den Kinosaal einigermaßen füllen — und das sieben Tage die Woche bei mindestens zwei Vorführungen am Tag.

Nicht dass ich pessimistisch bin. Das kann durchaus funktionieren und ich werde mit meinen Besuchen — schon im November stehen mindestens zwei Filme auf meiner Wunschliste — und wenn mal genug Geld in meiner Kasse ist, auch mit einem Genossenschaftsanteil von 100 € mein Scherflein dazu beitragen.

Am Samstag war ich bei den italienischen Filmtagen auch das erste Mal so richtig im Central. Genauer gesagt war ich eine gute halbe Stunde später als gedacht im Central, da sich jemand bei der Berechnung der Filmdauer des Vorfilms etwas vertan hat. Aber ich bin während des Films dann doch wachgeblieben — das gelang nicht jedem in meiner Reihe, wobei die recht harten Sitze mir dabei sehr geholfen haben.

Das Kino an sich hat eine recht angenehm improvisierte Atmosphäre und durch die leichte Schräge im Boden kann man auch ganz gut sehen — wobei ich dank meiner 1,85 Meter da selten Schwierigkeiten habe, eher schon die Leute hinter mir. Ein mir gewohntes Drama bei den Getränken: Es gibt Antialkoholisches und Bier — keinen Wein. Wenn ich in die Genossenschaft eintrete, dann wird das neben weichen Sitzkissen (sind aber soweit ich weiß eh schon geplant) meiner erster Punkt auf der Tagesordnung sein.

In dieser Woche kann man auch bei Bayern 2 für das Programmkino beim Wettbewerb “miteinander” abstimmen. Trotz meines Gemosers hat sich die Genossenschaft auf die letzten drei Plätze geschoben und wird damit auch einen Geldpreis gewinnen, jetzt ist nur noch die Frage, wie hoch der Geldsegen ausfallen wird. Wer mag, darf hier abstimmen, für welche der drei ehrenamtlichen Initiativen auch immer.

Italienische Filmtage im Central

Heute Abend beginnen die diesjährigen Italienischen Filmtage. Im letzten Jahr fanden sie an einem besonderen Ort statt, nämlich im Corso, das damals seine letzten Tage erlebt hat. In diesem Jahr finden sie im Central Programmkino im ehemaligen Mozartgymnasium statt, das seine ersten Tage — und heute auch seinen ersten Tag — erlebt, und dauern bis zum 10. November 2010.

Ein Großteil der Filme touren schon seit ein paar Monaten mit Cinema! Italia! durch das Land, den Film “La bocca del lupo” wurde vom wufzentrum beigesteuert, “La strada di Levi (Levis Straße) von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, der Sechstünder La meglio gioventù (Die besten Jahre) kam auch noch dazu und wird in zwei Teilen im Central gezeigt — keine ultralange Kinonacht also.

Die Kinokarten kosten regulär 6 €, ermäßigt 5 € und sind jeweils eine halbe Stunde vor Filmbeginn an der Kasse im Central zu bekommen — Vorreservierungen gibt es scheinbar nicht. Alle Filme sind im italienischen Originalton mit deutschen Untertiteln, bis auf “La strada di Levi”, der englische Untertitel hat.

Das Programm gibt es im WürzburgWiki oder auf der Website des Programmkinos.

Central Kinoprogramm Programmkino Lartnec

Jetzt kommt immer mehr Butter bei die Meefischli in Sachen Programmkino. Die Genossenschaft ist gegründet (Anteilspreis 100 €), das Kino wurde auf den Namen “Central” getauft, das Mozartgymnasium als vorläufiger Spielort auch mit der Stimme von Michael Gerr genehmigt und jetzt ist endlich auch das Kinoprogramm für November raus.

Ab 4. November 2010 geht es also wirklich so richtig los. Zwar nicht mit sooo viel verschiedenen Filmen — abseits der italienischen Filmtage sind es acht Filme –, aber wirklich mit jeden Tag mindestens zwei Vorstellungen, um 18.30 Uhr und um 20.30 Uhr. Was die Kinokarte kosten wird, das weiß ich leider nicht, auch die Website des Programmkinos ist noch recht … unergiebig. 😉 Von den Filmen, die im November gezeigt werden, habe ich keine Titel jemals gehört, die sagen mir alle gar nicht — aber das lässt sich ja ganz einfach ändern. 😉

Das Kinoprogramm für November 2010 — und in Zukunft auch für die weiteren Monate — finden sich im WürzburgWiki, wer @wuevent beim Würz-Micro-Blog oder bei Twitter folgt, der wird dann auch immer über das Kinoprogramm am jeweiligen Tag informiert. Oder das PDF, dass ich mühsam abtippen musste, als Download

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Update: Ich habe Mitleid gezeigt und für die armen Steinbachtaler das Original-PDF von 5 MB auf 1,7 MB huntergeschraubt — sieht aber genauso aus. 😉

Bürgerversammlung im Ratssaal

Am kommenden Dienstag, 23. Februar 2010, findet um 18.30 Uhr mal wieder eine Bürgerversammlung statt. Die Tagesordnungspunkte sind potenziell explosiv:

  1. Interessenskonflikt “Wohnen versus Gastronomie” in der Würzburger Altstadt
  2. Nutzung Mozart-Areal
  3. Entwicklung Straßenbahn Linie 6
  4. Verschiedenes

Gut, bei “Verschiedenes” weiß man nicht, was kommt. Aber die Punkte 1 – 3 versprechen hitzige Debatten, ich empfehle Nacktscanner am Eingang des Würzburger Ratssaals.

Ja, am Eingang des Ratssaals, nicht am Eingang des Mozart-Gymnasiums, wie man vermuten könnte. Denn Stadtrat Michael Gerr hat kritisiert, dass das Mozart-Gymnasium nicht zu alle zugänglich — sprich: nicht barrierefrei — ist, womit er Recht hat. Und eine Bürgerversammlung soll für alle zugänglich sein — womit er auch Recht hat. Und überraschenderweise war die Stadt wirklich spontan und flexibel und hat den Ort der Bürgerversammlung in den Ratssaal verlegt. Vielleicht nimmt das dem Punkt 2 etwas die Emotionen raus.

Mozart-Areal und Linie 6 sind ja schon lange in den Würzburger Charts und man kann die Texte schon mitsingen, aber der Neuzugang  “Wohnen versus Gastronomie in der Würzburger Altstadt” hat seinen ersten großen Live-Auftritt, und das gleich auf Platz 1. Werfen wir ihm Blumen zu …

Moz-Gezicke

Oh, das Gezicke um das Mozartareal. “Erhaltungswürdig” wird es genannt. Diese 50er-Jahre-Barracke, als würde die Stadt nicht in Bauten aus dieser Zeit ersticken, dem Zweiten Weltkrieg sei kein Dank. Also will man die Schule abreißen und etwas Neues an die Stelle bauen. “Mischnutzung”, heißt es. Was soviel bedeutet, dass die Stadt keinen Schimmer hat, was da hin soll.

Meiner Meinung nach spricht nichts dagegen, den Bau so zu lassen, wie er ist. Nur soll man nicht irgendwelche erfundenen ästhetische Gründe bringen. Die Schule ist ein profanes Gebäude seiner Zeit, da hat sich kein Architekt überschlagen. Und das optische Zusammenspiel mit dem Unesco-Weltkulturerbe Residenz ist auch nicht so weit her. Aber nutzen kann man es natürlich weiterhin. Schulklassen, VHS-Kurse, FH-Seminare, Kulturveranstaltungen – warum nicht? Bevor man irgendeinen Neubau hinstellt, ohne sinnvolles städtebauliches Konzept, nur damit was Neues da steht. Das kann es nämlich auch nicht sein.

Falls ein solches Konzept vorliegt, ist es ok. Wenn man weiß, was die Stadt braucht – wirklich braucht – und die Finanzierung für das Areal abgesichert ist; wenn man eine architektonische Einbindung des Neubaus in den Bestand gefunden hat – dann weg mit dem alten Teil.

Überlegte Konzepte statt blinder Aktionismus, das muss die Stadt mal lernen. Keine Angst vor Veränderungen, aber auch kein sinnloses “Nur-damit-irgendwas-gemacht-wird”.

Filmwochenende, vorbei

Die Augen sind schon wieder rund, das Filmwochenende ist vorbei. Wie immer kann ich nur jedem sagen, der nicht hin ist — selbst schuld. Denn es war wieder für jeden Geschmack etwas dabei. Das Problem war nur — wie immer, das gebe ich zu — vorher zu wissen, welche Filme einem gefallen. Aber irgendwie macht das auch den Reiz des Filmfests aus.

Neu war in diesem Jahr, dass die Trashfilmnacht und die Filmparty im Mozartgymnasium stattfanden. Zur Trashfilmnacht kann ich kaum etwas sagen. Ich war zwar, leicht verspätet da, bin dann aber dummerweise nochmal raus zum Wein holen und zum Rauchen und habe dann so viele nette bekannte und unbekannte Leute getroffen, dass ich gar nicht mehr rein bin. Naja, passiert, ich will nicht jammern. 😉
Die Filmparty war gut. Aber nicht sehr gut. Irgendwie kam das Flair in den Hallen des Gymnasiums bei mir nicht so richtig an. Die Leute haben sich zu sehr verteilt und es sah mir einfach ein bisschen zu sehr nach Schulhaus aus. Da hat das Cairo, so klein es auch ist, mehr Dichte und Atmosphäre (zumindest von den schwitzenden Leuten) gehabt. Aber auch auf der Party war es einfach schön viele Bekannte zu treffen. Man hat sich über die gesehenen Filme ausgetauscht (“Was, den fandest du toll? Ich nicht.”), über Kultur oder Blödsinn gequatscht, später am Abend immer mehr über beides. Sogar ein paar Blogger haben mal vorbeigeschaut.

Wie auch immer, ich freue mich schon auf’s nächste Jahr. 🙂