Gastgeschenke beim Hafensommer.

Einen “heißen Abend” versprach Markus Rill zu Beginn seines Konzerts beim Hafensommer. Er sollte in mehrfacher Weise Recht behalten.

So recht weiß ich auch nicht, was mich gestern Abend geritten hat, spontan zu einem Konzert des Würzburger Hafensommers zu gehen. Es hatte um 19.30 Uhr noch rund 34 Grad Celsius in Würzburg, schon die Fahrt mit dem Rad von der Sanderau zum Alten Hafen hat mich zwei Liter Schweiß gekostet — ein zu hoher Verbrauch auf hundert Kilometer.

Markus Rill auf der Hafensommer-Bühne in Würzburg
Markus Rill auf der Hafensommer-Bühne in Würzburg

Aber ich wollte einfach endlich mal zum Hafensommer. Fünf Abende hatte ich in diesem Jahr dort bereits verpasst, jetzt wollte ich doch mal mindestens ein Konzert mitnehmen. Auf dem Programm stand Markus Rill mit Band und Gästen. Und Markus ist — auf dem Papier noch eine Woche lang — nicht nur Musiker, sondern auch mein Reporter-Kollege bei der Main-Post im Raum Main-Spessart. Natürlich auch ein weiterer Grund für diesen Hafensommer-Abend für mich.

Nicht unbedingt ein drängender Grund war allerdings Markus’ Musik. Er ist definitiv ein guter Musiker, keine Frage, seine Art von Musik ist allerdings nicht so ganz meine Art von Musik. Country-, Folk- oder Americana-Stil kann ich mir schon mal anhören, aber so richtig begeistern tut es mich meist nicht. Vielen geht das aber ganz anders! 🙂

Immer wieder ein ganz besonderes Ambiente: Der Hafensommer Würzburg zwischen schwimmender Bühne auf dem Main und der orangen Welle des Heizkraftwerks.
Immer wieder ein ganz besonderes Ambiente: Der Hafensommer Würzburg zwischen schwimmender Bühne auf dem Main und der orangen Welle des Heizkraftwerks.

Aber es gab keinen wirklichen Grund zu Jammern, für mein Eintrittsgeld bekam ich definitiv einen unterhaltsamen Abend. Als ich an der Kasse dann auch wusste, wie hoch der Eintritt nicht. Denn auf der Hafensommer-Webseite habe ich nicht entdecken können, was eine Karte an der Abendkasse kosten wird. Nur was eine Karte kostet, die ich online kaufen kann. Aber erfahrungsgemäß ist das nicht der Abendkassenpreis, sondern gibt im besten Fall mal einen Größenordnung an. Hilfreich fände ich aber direkt diese Information über die Veranstaltung auf der Webseite zu finden, um zu entscheiden, ob ich mir das Konzert leisten kann oder will. Oder jemand zeigt mir, wo die Info auf der Seite steht. 😉

Ich glaube, dass das Konzert gut besucht war. Das einzuschätzen fiel mir nicht leicht, da sich ein Großteil der Besucher auf der Hafentreppe in dem Schattendreieck der Bühne drängte, die heißen Sonnenplätze blieben anfangs noch eher leer. Es war einfach heiß an diesem Tag.

Getränke holen besser mit Navi.

Aber dafür gibt es ja kalte Getränke. Und eine Einweiserin an den Getränkeständen. Ja, im Ernst. Vor den Getränkeständen wurde durch Kordeln, Pflanzen und Schildern Einbahnstraßen geschaffen, an dessen einen Ende eine junge Frau stand, die mich freundlich anwies, doch rüber an den freien Platz an der Ausschanktheke zu gehen, und nicht zu den schon von anderen Gästen belegten Plätzen. Das habe ich auch irritiert gemacht — das hätte ich ohne hin gemacht. Wie mir später glaubhaft erklärt wurde, können durch das System gerade bei großem Andrang mehr durstige Gäste in kurzer Zeit abgearbeitet werden. Das mag wirklich sein, aber dass man für einen recht simplen Vorgang wie Getränke kaufen so ein Regelwerk und so eine Struktur braucht, macht mich fast schon traurig. Ich bin mir nur sich sicher, wen ich betrauere — diejenigen, die so ein System installieren oder die Gäste, die es nicht schaffen, halbwegs effizient Getränke zu holen und so ein System erst hilfreich machen.

Gitarrist Ferdy Doernberg

Aber mal zur Musik. “Abwechslungsreich” wäre ein sehr passendes Adjektiv für den Konzertabend. Markus Rill trug Stücke seines neuen Albums “Songland” vor und Gäste steuerten eigene Wunschstücke bei, die sie mit Markus und seiner Band auf der schwimmenden Bühne im Main spielten. So kam es zu einem bunten Mischmasch an Musik, umgesetzt von einer wirklich großartigen Band. Mir besonders in Ohr und manchmal auch ins Auge gesprungen ist der Ersatz-Gitarrist Ferdy Doernberg, der spontan für den ursprünglichen Gitarristen eingesprungen ist, und ein meisterhafte — und witzige — Show ablieferte. Aber gut, er hat schließlich auch einen eigenen und recht langen Wikipedia-Eintrag. 🙂

Christoph Lewandowski an der Trompete und Jochen Rothermel an der Posaune

Für fetten Sound sorgten Christoph Lewandowski an der Trompete und Jochen Rothermel an der Posaune, die nicht umsonst mehrere Male am Abend Szenenapplaus bekamen.

Abwechslung brachten die musikalischen Gäste: Peter Wendel von der Black Velvet Band, die Texanerin Elizabeth Lee, die Teil der Band war aber auch eigene Stücke gesungen hat, Stephan Schmitt (auch Teil der Band) mit Conny Morath  (komischerweise nicht auf der Webseite erwähnt) vom Duo famos, Benjamin Haupt von Kleeberg und Duo 10-saitig und die kleine feine Sara Teamusician. Alles Vollblutmusiker und -musikerinnen, die mit ihren Songs aus anderen Stilrichtungen — Markus Rill hat als “Konzertmeister” bestimmt geschaut, das alles am Ende zusammenpasst — das Konzert bereicherten.

Benjamin Haupt als Gastmusiker bei Markus Rill & Band.

Ich hatte schon mit einem guten Konzertabend gerechnet, aber gerade die Gastgeschenke der Musiker habe ihn für mich noch besser gemacht. Nicht falsch verstehen, Markus! 😉 Wobei ich gestehen muss, dass ich in der zweiten Hälfte nicht alle Songs aufmerksam gehört habe, da ich stellenweise heftig geschwätzt habe. Böser, Ralf! 😉

UD2019: Sanfter Rausschmiss aus einem seltsam schönen Festival

Vier Tage Festival gehen auch irgendwann einmal vorbei. Und so hieß es am Sonntag Abschied nehmen vom Umsonst & Draußen 2019 in Würzburg.

Ja, irgendwann endete auch das Umsonst & Draussen 2019. Der Sonntag war für mich recht entspannt. Zum Glück, denn schon die drei Festivaltage davor steckten mir in den Knochen. 😊

Am Nachmittag durfte ich für eine Stunde am Stand des Dachverbands freier Würzburger Kulturträger stehen. Nach ein paar Informationsgesprächen und Umfragen zum Raumbedarf von Kulturschaffenden hatte ich dann kaum noch was zu tun. Auf der Palettenbühne des Immerhin, wenige Meter vor dem Stand, spielte Clitlicker und niemand interessierte sich mehr für Kultur. 😜🤘

Einer der fünf platonischen Körper und meine Beschäftigung am Stand des Dachverbands.

Nein, war schon ok, ich mag die Band ja. Als Beschäftigungstherapie bastelte ich einen regulären Tetraeder aus den Promo-Schreibstiften des Dachverbands, oder wie wir Rollenspieler sagen: einen W4.

Nach der Standbetreuung ging es wirklich schon dem Ende zu. Letztes Konzert auf dem Festival für mich war Keimzeit. Ich muss gestehen, ich habe nichts im Programm darüber gelesen und bin einfach hin, weil es zeitlich gut passte. Auf dem Weg zur Draussen-Bühne grübelte ich darüber nach, woher ich den Bandnamen kenne. Und dann, nach ein paar Stichworten von Freunden, dämmerte es mir wieder: Das “Element of Crime” des Ostens.

Abschlusskonzert des U&D 2019: Keimzeit mit dem Sänger Norbert Leisegang

In wie weit man die Band um Sven Regener mit Keimzeit um den Sänger mit den schönen Namen Norbert Leisegang vergleichen kann oder soll, sei dahingestellt. Sicher war für mich, dass Keimzeit mit einen wunderbaren Ausklang des U&D 2019 beschert hat. Texte mit Tiefe ohne einen runter zu ziehen und tolle Musiker waren für mich ein schöner, sanfter Rausschmeißer.

“Abschlussfeier” im Backstage-Bereich des U&D.

Wenn ich rausgeschmissen worden wäre. Ich habe mich dann noch für ein paar Stunden im Backstagebereich herumgetrieben und gemeinsam mit den vielen Helfern — Danke auch vor mir an der Stelle — auf das Festival angestoßen.

Persönliches Fazit: Schön & Seltsam

Es war für mich ein sehr schönes Umsonst & Draussen, aber auch ein wenig seltsames. Nicht wegen des Wetters. Mit Regen kann ich gut umgehen, das ist nur Wasser, das von oben kommt und irgendwann wieder verdunstet. Ok, manchmal ist es kurzzeitig zu viel Wasser von oben, das verdunstet nicht so schnell. Aber das ist nichts, was mir das Festival versaut, dafür gibt es feste Schuhe und ein Regencape.

Für mich hieß es beim U&D: Reden. Und zwar noch mehr als sonst. Vor allem über meinen beruflichen Umbruch, der sich für mich auch noch komisch anfühlt, und wegen dem ich auch recht erschöpft und unvorbereitet ins Festival gefallen bin. Da kam die Musik etwas zu kurz. Ich glaube, ich habe noch sie so wenig Konzerte auf einem Umsonst & Draussen gehört, wie in diesem Jahr. Und so sehr mich jedes Gespräch gefreut hat, so hätte ich doch auch etwas mehr von der Musik gehabt.

Wobei … so ein richtiger musikalischer Kracher hat mir persönlich in diesem Jahr gefehlt. Kann gut sein, dass ich ihn einfach verpasst habe, da ich recht wenig Konzerte gehört habe. Und die ich gehört habe, waren auch fast alle gut. Aber trotzdem. Ein Konzert, bei dem mir so richtig die Ohren und manchmal auch die Augen schlackerten, das hatte ich in diesem Jahr nicht.

 

#UD2019: Neun Gründe, warum Regen beim U&D toll ist

Regen während des Umsonst & Draussen-Festivals hat viele guten Seiten.

  1. Ich muss nicht lange bei den Getränken und an den Essensständen anstehen. Genaugenommen gar nicht.
  2. Heuschnupfen ist endlich kein Thema mehr
  3. Tolle Sicht bei den Konzert, ich kann locker bis in die erste Reihe vor der Bühne laufen
  4. Mein Weinschorle hält länger und macht nicht so betrunken
  5. Keine harten Schlagschatten auf den Fotos
  6. Die für teuer Geld gekauften Regenumhänge der Landesgartenschau 2018 kommen endlich zum Einsatz
  7. Kinder hüpfen freudig durch die Pfützen. (Ja, leider nur die Kinder)
  8. Meine T-Shirt-Bräune wird nicht noch stärker
  9. Das Gefühl als tapferer und nasser Besucher, heldenhaft den Naturgewalten zu trotzen

Ja, der Samstag war für das Umsonst & Draussen etwas schwierig. So ab halb drei fing es mit dem Regen an und der hat in den kommenden Stunden nur wenig Pausen eingelegt. Etliche Besucher haben dem Wetter getrotzt — ich natürlich auch –, aber die übliche Besucherzahl für den Samstagnachmittag und frühen Abend wurde nicht erreicht. Ich hoffe, dass sich die finanzielle Delle durch den Regen nicht allzu schwer für das Festival auswirken wird.

Surrogate Parachute im Surrogate Tent der WüRG-Palettenbühne.

Surrogate Parachute war eine der Bands, die gegen den Regen angesungen hat. Die fünf Musiker haben sich von der Palettenbühne der Würzburger Rockgemeinschaft in deren Zelt verzogen, eine kleine, aber sehr tapfere Zahl an Zuschauern hörten ihnen immer nasser zu. Aber der Auftritt, den sie akustisch ablieferten, entschädigte absolut für ein am Körper klebendes Shirt.

The Main Beat auf der Drinnen-Bühne, mit einer jungen Drummerin.

Zu den Gewinnern während des Regens gehörten Bands wie The Main Beat, die im Drinnen-Zelt vor dieser unfassbar schönen Plastikstuhl-Kulisse spielten. Ist sonst der frühe Nachmittag eher eine undankbare Zeit für einen Auftritt, war das trockene Zelt am Samstag dann doch gut gefüllt und die Band spielte vor einem recht großem Publikum.

Kant aus Aschaffenburg auf der U-25-Bühne.

Ein Name, der es auf meinen musikalischen Merkzettel geschafft hat, ist der der Band Kant. Auf der U-25-Bühne spielten die Aschaffenburger vor einer riesigen Pfütze und einem für die Umstände großem Publikum. Das Zusammenspiel der drei Musiker war wirklich toll, das war originelle Rockmusik mit Können und Leidenschaft gespielt. Im Herbst soll eventuell eine EP herauskommen, ich halte Augen und Ohren auf.

Rilan & the Bombardiers auf der Draussen-Bühne.

Abends hörte der Regen dann doch mal auf, und zum Glück kamen dann doch viele Besucher auf die Mainwiesen. Die Besucher tummelten sich dann nicht mehr nur in den Zelten, die Konzerte von Dr. Umwuchts Tanzpalast, Rilan & the Bombardiers und Andreas Kümmert hatten dann auch das Publikum, die sie verdienten.

#UD2019: Freitag frei von Regen und voll der Musik

Bei guten Wetter kann ja jeder U&D machen. Aber da macht es auch am meisten Spaß!

Das Wetter ist für Open-Air-Festival ein zentraler Erfolgsfaktor. Also sollte der zweite Tag des Umsonst & Draussen 2019 ein voller Erfolg gewesen sein, denn das Wetter war beinahe perfekt. Obwohl manchen schon jammerten, dass es nachmittags ein bisschen zu viel Sonne … aber irgendwas ist ja immer. 😉

WhiteTrashVoodoo
auf der Palettenbühne des Immerhin-Stands.

Auch für mich war es ein toller U&D-Freitag. Das Verhältnis von Quatschen und Musikhören ist im Vergleich zum Donnerstag  ein wenig mehr in Richtung Musik gekippt. Trotzdem durfte ich eine Zeit lang ein kleines Kind auf dem Arm schaukeln (Was für ein Taschenofen!) und etliche lang nicht mehr gesehene Freunde umarmen. Davon zwei Wieder-Schwangere — der Freitag stand irgendwie unter dem Thema “Kinder” bei mir. 😉

Die schwedische Band “The Bland” auf der Drinnen-Bühne.

Wie ein Kind gefreut habe ich über die Musik. Bei White Trash Voodoo auf der Palettenbühne (die ist immer eine Reise wert) und Ashes of Sorrow im Zirkuszelt (sehr, sehr laut) habe ich kurz vorbeigeschaut. Länger verweilt bin ich bei dem Auftritt von The Bland im Drinnen-Zelt. Hatte ich gar nicht auf dem Schirm, aber die gute Laune-Musik, die Schweden mit ihren Oberteilen in der gleichen Farbe wie Rööös Shirt (nein nicht schwarz — gelb-orange! 😁), das hat wirklich Spaß gemacht.

Masha Qrella auf der Drinnen-Bühne.

Abends war ich noch bei Masha Qrella, die ich vor 13 Jahren(!) schon mal im Cairo gehört habe. Natürlich habe ich das Konzert von damals nicht mehr präzise im Kopf, aber ich habe nun schon gemerkt, wie sich die Musikerin weiterentwickelt hat, aber doch irgendwie ihr künstlerisches Ding durchgezogen hat.

Mich hat es dann noch später an die Draussen-Bühne gespült und bin nach Mashas Melancholie voll gegen das kraftvolle Hip-Rock von Chef’Special gelaufen. Auch wenn ich nur zwei Songs mitbekommen habe — da haben die Niederländer echt was auf dem U&D vor einer übervollen Draussen-Bühne abgeliefert, ich kam gar nicht nach vorne, um Fotos zu machen.

#UD2019: Der Donnerstag hatte seinen Namen völlig zu recht

Erst dachte ich, mit dem Nachmittagsgewitter habe ich den besten Teil des ersten Tags des Umsonst & Draussens verpasst. Alle erzählten mir davon. Aber spät am Abend war ich dann doch noch voll integriert. Und nass.

Viel Musik habe ich am ersten Tag des Umsonst & Draussen-Festivals nicht gehört. Ich war tagsüber familiär hundert Kilometer weit weg von Würzburg und erst so gegen halb sieben auf dem Gelände an den Mainwiesen. Darum hatte ich auch den ersten spektakulären Teil verpasst: das Gewitter am Nachmittag.

Wie mir mehrfach begeistert erzählt wurde, rollten am Donnerstagnachmittag ein kleines, aber heftiges Unwetter über Würzburg und damit auch über das U&D hinweg. Es soll gehagelt haben, starke Windböen hätten  an den Zelten gezerrt und binnen Minuten sei alles nass gewesen.

Davon war abends nicht mehr viel zu merken. Ok, ein paar mittelgroße Pfützen zierten die Mainwiesen, aber die Helfer hatten gute Arbeit geleistet, den Platz einigermaßen wieder trocken zu bekommen. Die Temperaturen waren in Ordnung, für mich im Shirt und kurzen Hosen absolut auszuhalten, den Pfützen konnte ich locker ausweichen.

Für mich hieß es auf dem Gelände vom ersten Augenblick an: Reden. Weil ich in den vergangenen Jahren oft aus Zeitgründen nicht so am Würzburger Kulturleben teilhaben konnte, wie ich gemocht hätte, war der Festivalabend eine gute Gelegenheit, mit Leuten zu quatschen, ich habe viel Interessantes erfahren und nette Leute mal wiedergesehen.

The Cool Quest am U&D-Donnerstag auf der Draußen-Bühne.

Darum blieb das Musikalische für mich am ersten U&D-Tag sehr auf Sparflamme. Mich hatte es zuerst an die Draussen-Bühne gespült, aber The Cool Quest konnten mich leider so gar nicht halten, das war — wie Hip Hop sehr oft für mich — nicht mein Ding.

Adam Evald im Zirkuszelt.

Interessanter wurde es für mich im Zirkuszelt. Bei Les Berrtas bin ich nur vorbei geschrammt, die waren mir aber gleich zu dunkel. Viel länger bin ich später bei Adam Evald. Der meist ruhige und verschmitzte Schwede saß einfach hinter seinem E-Piano auf der Bühne und machte schöne Musik. Erinnerte mich irgendwie sehr an Owen Pallett, der 2007 auf dem U&D aufgetreten ist, nur eben ohne Geige und Loopstation.

Sons Of The East im Drinnen-Zelt

Bevor Sons Of The East im Drinnen-Zelt aufgetreten sind, wurde bei der Ansage schon vor dem nächsten Gewitter gewarnt, das im Anrollen ist und dass das Konzert abgebrochen werden müsste, falls ein Unwetter droht. Ins rappelvolle Zelt habe ich mich gar nicht gewagt, ich war müde und machte mich schon auf den Heimweg.

Und dann komme auch ich endlich in den Genuss, von einem spektakulären Wetter zu berichten. Zwar hagelte es nicht wie am Nachmittag, aber es regnete aus Kübeln.Binnen Sekunden war ich klitschnass. Von den ganz krassen Regenminuten habe ich gar keine Bilder gemacht. Die Kamera wollte ich dem Wetter nicht aussetzen und das Smartphone … schon mal versucht das Touchdisplay zu bedienen, während sich zwischen einem Finger und dem Gerät der Amazonas hindurchschiebt? Keine Chance! 😀 Und trockenwischen konnte ich es nicht — womit denn, ich war bis auf die Unterhose nass. 🙈 Ob das Festival an diesem Abend abgebrochen wurde? Ich weiß es gar nicht, aber eigentlich war aus auch nur Regen. 😉

Wie eine Springflut spritzten auch die Leute vom U&D-Gelände. Dass ich auf der Friedenbrücke von den vorbeifahrenden Autos mit Wasserfontänen übergossen wurde, merkte ich kaum noch. Und der Frau, die beim Vorbeigehen anmerkte, dass es wohl sinnlos sei, wenn sie mir ihren Regenschirm anböte, musste ich leider zustimmen. Aber was soll’s. Meine Klamotten trocknen wieder. Das U&D-Gelände hoffentlich auch wieder.

Pro-Tipp vom Würzblog für den U&D-Freitag: Masha Qrella (21.30 Uhr, Drinnen-Bühne), 13 Crowes (18.35 Uhr, Draußen-Bühne), Violet Pilot (17.20 Uhr, Drinnen-Bühne), regenfeste Schuhe — man weiß ja nie.

Kein Tennis, aber Musik, Ambiente und ein Glas Wein

So ein Fest im Park des Juliusspitals in Würzburg hat schon was. Musik, Kunst und die Notwendigkeit eines nicht zu kleine Geldbeutels.

Es blieb mancher Wettervorhersage zum Trotz am Sonntag die meiste Zeit doch recht schön in Würzburg. So konnte ich den frühen Nachmittag beim Juliusspital Open verbringen. Das ist kein Tennis-Turnier, wie man vermuten könnte, sondern ein Fest im Park des Juliusspitals — ein Ort, wo es mich sonst selten hin verschlägt.

Ein Knochen?

Im vergangenen Jahr war ich zum erste Mal bei der Veranstaltung, und fand es eigentlich recht nett, das Ambiente ist schon besonders. Tagsüber findet man dort eher älteres Publikum — noch älter als ich 😉 –, abends verjüngt sich das Ganze.

Ich bin ein wenig im Park herumgeschlendert und habe mir die Kunstobjekte angeschaut, habe mit angesehen. was die paar Kunsthandwerker angeboten haben und habe vor allem der Black Velvet Band gelauscht, die ich schon lange nicht mehr gehört habe.

Womit ich etwas Schwierigkeiten habe, sind die Preise. Der Schoppen Wein 5,50 Euro, eine Mettstange 3,50 Euro … da kann man ganz schön Geld lassen. So habe ich mir mit meiner zauberhaften Begleitung einen Schoppen Silvaner und ein Wasser geteilt — Weinschorle wurde nicht ausgeschenkt — und das war es dann. Ich habe kaum Familien mit Kindern da gesehen — vielleicht könnte es daran liegen, denn dann sind die Haare schnell vom Kopf gefressen.

Nicht dass das Bürgerspital keinen guten Wein ausschenken würde, im Gegenteil. Aber 5,50 Euro fühlt sich für mich irgendwie zu teuer an.

Aber ich war ja nicht da, um mich zu betrinken. Einen schönen Nachmittag konnte ich auch so dort verbringen.

10 Jahre “Bodenangst”: Spaceman Spiff verschenkt Download

Zehn Jahres ist es her, dass Hannes Wittmer in Würzburg sein erstes Album herausbrachte. Der Künstler probiert neue Wege aus, als Künstler zu leben. Und da passt es, dass er sein Debüt kostenlos zur Verfügung stellt.

Wie die Zeit vergeht. Vor genau zehn Jahren brachte Hannes Wittmer, der damals noch unter dem Künstlernamen Spaceman Spiff auftrat, sein erstes Album “Bodenangst” heraus. Hannes wohnte damals noch in Würzburg, hatte die ersten CDs selbst gebrannt und das Cover ausgedruckt. Das Album war schnell eingespielt, wie er sich erinnnert:

“Die 11 Lieder hatte ich kurz zuvor, allein mit meiner Gitarre, bei einer Demo-Session im Tonstudio Würzburg quasi am Stück eingespielt.” — Hannes Wittmer

Hannes zog nach Hamburg, machte weiter erfolgreich Musik, zuletzt unter seinem echten Namen.  Und geht bei der Vermarktung seiner Musik neue Wege. Sein jüngstes Album “Das große Spektakel” gibt es “weder auf Spotify, iTunes und co, noch auf CD oder sonst irgendwo im Handel“. Hannes stellt das komplette Album als Download auf seiner Webseite kostenlos zur Verfügung. Er hofft, dass er als Künstler durch Spenden unterstützt wird.  Ist Spenden das richtige Wort dafür? Klingt irgendwie komisch.

In dem Blogbeitrag zum Album und ein paar dort verlinkten Beiträgen versucht er zu erklären, warum er das macht. Wobei er gesteht, dass er da noch kein zu Ende gedachtes Konzept hat.

“Ich befinde mich auf einer Forschungsreise und freue mich, wenn Ihr Lust habt mich ein Stück zu begleiten.” — Hannes Wittmer

Und so ist es fast nur konsequent, wenn Hannes auch “Bodenangst” zum Zehnjährigen den Freunden seiner Musik schenkt. Aber auch für das Geschenk darf man sich in Worten und bestimmt auch finanziell bedanken. 😉

Danke dafür Hannes! 🙂 (Auch wenn ich das Album schon auf CD besitze 😉 )

Wer Hannes Wittmer live sehen will: Am 9. Februar 2019 spielt er in seiner alten Heimat Würzburg im Cairo. Kein fester Eintritt, sondern ein Zahl-was-du-willst-Konzert. Natürlich.

 

Carolina Eyck am Theremin – und zwar in Würzburg

Für Freunde und Spieler des Theremins wie mich wird der kommende Sonntag sein, als kämen die Rolling Stones (an dieser Stelle eine beliebig andere legendäre Band oder Künstler einsetzen) nach Würzburg. Carolina Eyck gibt am 11. November 2018 um 18 Uhr ein Konzert im Spitäle.

Gesprächskonzert mit Carolina Eyck

Carolina Eyck spielt am 11. November 2018 im Spitäle in Würzburg. Foto: Ananda Costa

Das Theremin ist eines der ältesten elektronischen Musikinstrumente, und Carolina Eyck daran eine der jüngsten Superstars. Sie hat es mit sieben Jahren quasi innerhalb der Blutlinie des Erfinders Leon Theremin gelernt, jettet jetzt durch die Welt als Theremin-Spielerin. Klassik, Pop, Experimental, Solo, Orchestral — sie zieht mit dem berührungslosen Teil so ziemlich alles durch und scheut sich nicht, moderne Möglichkeiten wie Loop-Stations oder Effektgeräte zu benutzen.

Für mich als demütigen, ewigen Theremin-Anfänger ist das Konzert eigentlich eine Pflichtveranstaltung, nur leider muss ich am Sonntag arbeiten. Und 18 Uhr wird eine ganz knappe Nummer für mich, aber ich werde es versuchen. Die Karten kosten 20 Euro regulär bzw. 12 Euro ermäßigt und können telefonisch reserviert werden.

Angekündigt ist es als “Gesprächskonzert”, was genau das sein soll, weiß ich auch nicht. Irgendjemand wird dabei wohl auch etwas reden. 😉

Passend zum 90. Geburtstag des Filmkomponisten Ennio Morricones am Tag vor Carolinas Konzert in Würzburg hier ein Video von ihrer Interpretation des Stücks “The Ecstasy of Gold” aus dem Film “The Good, the Bad and the Ugly” (Zwei glorreiche Halunken) für Theremin, Stimme und Loopstation. Vielleicht spielt sie es ja am Sonntag, würde sich ja anbieten.

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Auch sehr nett: Ihr Cover von Kate Bushs “Babooshka”

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Header-Bild: Christian Hüller