Antimaterie, schwarze Löcher und ein Dorf voll Physiker

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft frühlingstagt in Würzburg. Und dabei gibt es eine Vortrag über Schwarze Löcher und anderen kosmischen Kram – interessant auch für die, die nicht Stephen Hawking heißen.

1600 Physiker auf einem Fleck, ein kleines Dorf aus Naturwissenschaftlern? Das kann nur heißen, es ist Oktoberfest in München oder die  Deutsche Physikalische Gesellschaft hat eine ihrer Frühjahrstagungen.

Da sie sich gerade in Würzburg treffen, trifft Letzteres zu. Während dieser Woche diskutieren  der Sektion “Materie und Kosmos” Fachleute an der Uni Würzburg über Fragestellungen zu eben Materie und dem Kosmos.

Und sogar an Nicht-Fachleute wurde gnädigerweise gedacht. Heute am Dienstag, 20. März 2018, hält der Würzburger Astropyhsiker Karl Mannheim einen öffentlichen Vortrag zum Thema “Botschaft aus dem All – Was uns Kosmische Strahlung, Antimaterie und Schwarze Löcher über das Universum verraten”. Los geht es um 19.30 Uhr im Hörsaal 0.004 des Hörsaalzentrums Z6 am Hubland — ich liebe diese genauen Ortsangaben, da ist jeden sofort klar, wo er hin muss.

Nachdem ja alle so viel über den verstorbenen Physiker Stephen Hawking geredet haben, sollte der Vortrag ja brechend voll werden — um mal ansatzweise zu verstehen, wovon Hawking überhaupt geredet hat bzw. reden hat lassen.

Der Vortrag kostet nix, bringt aber bestimmt viel. Und nachdem ich mich nach mehr als 20 Jahren nach meinem Studium bestimmt wieder als Nicht-Fachmann zählen darf, werde ich wohl auch hingehen.

Artikelbild: Der junge Sternhaufen Westerlund 2, aufgenommen im Jahr 2015 vom Hubble Space Teleskop. Foto: NASA, ESA, the Hubble Heritage Team (STScI/AURA), A. Nota (ESA/STScI), and the Westerlund 2 Science Team.

Schifflein wechsel dich: Die Beluga II läuft ein

Das Greenpeace-Schiff "Beluga II" in Greifswald. Foto von Greenpeace Greifswald-Stralsund, CC-BY-NC.
Das Greenpeace-Schiff “Beluga II” in Greifswald.
Foto: Greenpeace Greifswald-Stralsund, CC-BY-NC.

Wieder kommt Bildung auf dem Main daher geschwommen. Am Samstag und Sonntag — 24. und 25. August 2013 — liegt das Greenpeace-Schiff “Beluga II” in Würzburg an.

Auf dem Segelschiff — ein Klipper — gibt es eine Ausstellung über den Zustand der deutschen Buchenwälder.

“Die alten Buchenwälder sind so selten wie der Amazonas.”
Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace (Link)

Herr Salge übertreibt in dem Zitat etwas. Alte Buchenwälder sind hierzulande nicht ganz so selten wie der Amazonas, den Fluss gibt es in Mitteleuropa nämlich gar nicht. Aber trotzdem ist die Buchenwaldfläche in Deutschland unter die 5 Prozent-Hürde gerutscht, sie ist also etwa die FDP in Bayern, obwohl sie vor nicht gar nicht so vielen tausend Jahren die CSU mit über 40 Prozent war. Fünf Buchenwaldgebiete in Deutschland wurden 2011 zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Greenpeace sorgt sich auch um die Buchenbestände im nahen Spessart und hat sich im letzten Jahr dort öfters mit den Bayerischen Staatsforsten angelegt.

Am Freitag kommt die Beluga II in Würzburg an und geht unterhalb der Alten Mainbrücke an der Leonhard-Frank-Promenade vor Anker (nennt man das dann überhaupt so?). Am Samstag und Sonntag kann man dann 11 Uhr bis 13 Uhr und 14.30 Uhr bis 19 Uhr an Bord. In der Main-Post gab es auch einen etwas ausführlicheren Artikel.

Die MS Wissenschaft an der Leonhard-Frank-Promende in Würzburg.
Die MS Wissenschaft an der Leonhard-Frank-Promende in Würzburg.

Der Main bei Würzburg bleibt also weiterhin der ein Fluss des Wissens. Die Beluga II kommt, dabei ist die MS Wissenschaft gerade erst weitergeschippert. Vor ein paar Tagen habe ich da erst die Ausstellung über den demografischen Wandel angeschaut …

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… und mich dabei künstliche gealtert …

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… das Elektrorollstuhlfahren geübt …

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… und Computer erkennen lassen, ob ich umgefallen bin.

Von mir aus könnte das jetzt jede Wochen mit den Ausstellungsschiffen so weitergehen, ich finde das sehr interessant.

Höher, höher

Bilder vom Hochwasser 2013 in Würzburg gibt es zum Beispiel hier.

Tja, meine Schätzung, dass das Januarhochwasser die 6-Meter-Marke nicht erreichen wird, hat sich als falsch herausgestellt. Heute früh, so gegen 8 Uhr, hat der Pegel die 6 Meter überschritten und Würzburg hat die Meldestufe 4 erreicht. Aktuell — 12.30 Uhr — liegt der Pegel bei 6,15 Meter, die Prognose geht von einem Höchstwert so um die 6,30 Meter aus, den der Main heute am Nachmittag oder in der Nacht erreichen soll.

Die neuen Hochwasserschutzwände halten, was man ja erst wirklich weiß, wenn es soweit ist. Und die Alte Mainbrücke ist und war voll mit Fotografen, die das Ereignis auf Silikon Silizium bannen wollen, Schulklassen gehen zum “Public-Flood-Watching”, dass da keiner eine Würschtlesbude errichtet hat, wundert mich eigentlich.

Kitzingen hat es in Sachen Hochwasser schon schlimmer erwischt.

Noch mehr Bilder gibt es im Flickr-Album, aber der Anzahl der Digitalfotografen am Main nach sollte das Netz voll mit Hochwasserbildern sein. 😉

Hochwasser 2011

Hochwasser 2011

Hochwasser 2011

Löwenkopf im Hochwasser

 

Hochwasser 2011

Hochwasser 2011

Hochwasser 2011

Hochwasser 2011

Und sogar ein kleines Video hab ich gedreht und dem Brandung am Mainkai Höhe Alter-Kranen-Biergarten zugeschaut.

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http://www.youtube.com/watch?v=X6BpXRrm6lU

Acqua alta

Bilder vom Hochwasser 2013 in Würzburg gibt es zum Beispiel hier.

Ich wohne wirklich gern in einer Stadt an einem Fluss. An einem richtigen Fluss, mit Schiffen drauf und so. Nicht so

Dass der Fluss nicht immer so will wie die Würzburger es gerne hätten, liegt trotz — oder auch wegen — der Eingriffe der Menschen in der Natur der Sache, also des Flusses. Nach dem Schneefall der letzten Wochen folgt nun eine Änderung des Aggregatzustands — aus festem Schnee und Eis wird Wasser, das in die Flüsse läuft und Hochwasser gibt.

Wobei wir Würzburger uns eigentlich endlich freuen dürfen — wenn in diesem Jahr die Hochwasserschutz-Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden 30 Millionen Euro, davon knapp 9 Millionen von der Stadt, in 1800 Tonnen Stahl verbaut sein. Und da wäre es doch arg schade, wenn es kein Hochwasser mehr gegeben hätte. Aber so haben wir was von dem Geld, die Wände stehen auch schon fast alle, Sandsäcke liegen bereit und Straßen sind gesperrt.

Hochwasser 2011

Gerade eben hat der Pegel die 5,10 Meter knapp überschritten und damit wurde die Meldestufe 3 erreicht. Erwartet werden um die 6 Meter — da könnten die Schutzwände sogar ein wenig nass werden.

Hochwasser 2011

Hochwasser 2011

Eine Karotte für mehr Ökologie


Ein Flash-Mob ist, wenn sich der Mob blitzartig zu einer mehr oder weniger witzigen Aktion trifft. Und ein Carrot-Mob? Möhrenmenschenmassen?

Nein, ein Carrot-Mob ist eine Aktion zugunsten mehr Ökologie in der Wirtschaft. Der Begriff kommt von dem englischen Ausdruck “carrot and stick”, was dem deutschen “Zuckerbrot und Peitsche” entspricht. Und in diesem Fall lässt man mal die Peitsche in Form von Boykotts mal weg und hält der Wirtschaft das Zuckerbrot die Karotte — bei mir daheim heißt das Gelbe Rübe — hin. Und zwar so:

Die Organisatoren des Carrot-Mobs rufen Firmen und Geschäfte auf ein Gebot abzugeben, wieviel Prozent der Einnahmen, die während des Carrot-Mobs verdient werden, sie für nachhaltige ökologische Maßnahmen im Geschäft ausgeben werden. Und dann wird eben für den Carrot-Mob vor Ort geworben und gehofft, dass ganz, ganz viele Menschen dort in der Zeit einkaufen — und Natur und der Laden etwas davon haben.

Konkretes Beispiel anhand des Carrot-Mobs, der morgen, 6. Dezember 2010, von 17.00 Uhr bis 20.00 Uhr in der Buchhandlung Neuer Weg in der Sanderstraße stattfindet.

Die Organisatoren des Carrot-Mobs haben über Facebook und StudiVZ aangekündigt, dass sie in Würzburg einen Carrot-Mob veranstalten wollen, zu dem sie ganz viele konsumfreudige Leute einladen. Nun konnten Würzburger Firmen sagen, wieviel Prozenz sie geben wollen. Der Neue Weg hat 40% geboten und den Zuschlag erhalten. Von den morgigen Einnahmen zwischen 17 und 20 Uhr soll der Neue Weg also 40% für ökologische Maßnahmen im Laden ausgeben.
Einzige Komplikation beim Neuen Weg: Aus mir unverständlichen Gründen — irgendwas mit Buchpreisbindung — gehen in die Rechnung morgen nur Artikel ein, die keine Bücher sind, also Kalender, Spiele, Hörbücher, etc. Emily? Erklärung?

So habe ich das Ganze zumindest verstanden. Wobei ich noch Fragen habe. Welche Geschäfte wurden in Würzburg angefragt? Um welche ökologischen Maßnahmen geht es? Fenster abdichten? Pullis, Schals und Mützen für die Mitarbeiter und Heizung ausbauen? Wer achtet darauf, dass der Anteil des Carrot-Ertrags korrekt ausgegeben wird? Aus meiner Sicht ist das alles noch etwas wenig transparent — vielleicht habe ich die Informationen nur nicht gefunden, vermutlich steht alles bei StudiVZ. 😉

Im Grunde eine unterstützenswerte Aktion, die mal positiv an das Thema Wirtschaft und Ökologie rangeht.Ein bisschen unglücklich ist, dass der 1.. Carrot-Mob in Würzburg in einer Buchhandlung stattfindet, wo man das nicht — im Sinne des Carrot-Mob — kaufen kann, was es dort am meisten gibt:: Bücher. Macht es gleich etwas komplizierter. Aber mal sehen wie es funktioniert und ankommt. Ich werde vermutlich nicht hingehen können, da die Aktion zeitlich parallel zu meine Nebenberuf als Nikolaus läuft.

Hier noch eine animierte Erklärung eines Carrot-Mobs, via hier:

[vimeo]http://vimeo.com/2913530[/vimeo]

Infoabend und Entscheidung

Gestern war ich bei der Informationsveranstaltung der Stadt Würzburg über den FH-Neubau. Ich hatte mir mehr Besuchern gerechnet, vor allem hatte ich aber mit mehr Besuchern gerechnet, die gegen das Ratsbegehren sind, sprich mit der Bürgerinitiative. Aber von denen war scheinbar keiner da oder haben sich zumindest nicht getraut, im Frageteil etwas von sich zu geben.

Die “Experten” auf dem Podium erläuterten sehr sachlich die Notwendigkeit und Verträglichkeit des Neubaus am Sanderheinrichsleitenweg. Herr Rosenthal betrieb keine Angstkampagne, sondern gab seine Einschätzung zum Thema ab: Wenn die FH nicht neben dem Alandsgrund bauen kann geht Würzburg nicht unter — aber es wird ein schwerer Schlag für den Bildungsstandort und eventuell auch für den Wirtschaftsstandort Würzburg sein. Das Geld des Freistaats ist zweckgebunden für eine Erweiterung der FH da, eine Erweiterung, die bis 2012 fertiggestellt sein muss. Wenn der Freistaat die Fertigstellung gefährdet sieht, dann wird er das Geld in andere FH-Städte investieren, die diese Sicherheit bieten. Diese Gefahr besteht zumindest. Und diese Gefahr durch einen Wechsel des Bauplatzes heraufzubeschwören, ist ein Spiel mit dem Feuer.

Der FH-Präsident klärte auch gleich, dass sie nicht vorhaben, nach Schweinfurt zu gehen. Wenn nicht gebaut wird, wird nicht gebaut, und die zusätzlichen Studenten im Jahr 2011/12 können halt nicht in Würzburg studieren. Herr Baumgart ging kurz auf die Historie des Baugebiets ein, welches nicht der Alandsgrund ist. Den Alandsgrund kann man zwar vom geplanten FH-Gelände aus sehen, ist aber etliche hundert Meter davon entfernt. Gebaut werden soll am Sanderheinrichsleitenweg, neben dem Alandsgrund. Und da auch nur auf einem — im Vergleich zu Gesamtfläche — kleinen Teil. Bevor die FH dort bauen wollte, gab es einen Bebauungsplan, bei dem fast das ganze Areal als Kleingartensiedlung geplant war. Das wäre Flächenversiegelung in einem weitaus größeren Maßstab gewesen. Und als Sohn von langjährigen Kleingärtnern weiß ich, das Kleingärtnern durchauch das Gegenteil von Naturschutz sein kann. Aber in den ca. 20 Jahren, in denen es diesen Plan gab, meldete sich keine Bürgerinitiative zu Wort, oder?

Der Umweltreferent freut sich über die 20000 m² Ausgleichflächen, mit der er seinen Traum von einem Grüngürtel von den Leighton Barracks bin in den Alandsgrund hinein verwirklichen kann und die WVV sieht keine großen Probleme mit dem ÖPNV-Transport der Studis, noch weniger wenn die Strabalinie 6 gebaut werden sollte.

Die Fragerunde danach fiel eigentlich flach, mangels Fragen. Aber viel Neues wurde ja auch nicht geboten und das Publikum bestand aus gefühlten 100% FH-Neubau-Befürwortern. Wie schon erwähnt, ich verstehe nicht, warum die Bürgerinitiative nicht anwesend war und die Gelegenheit genutzt hat, mit ihren Argumenten das Podium zu zerfetzen — oder es wenigstens zu versuchen.

Natürlich kann man nun behaupten, dass alles, was die Herren am Tisch gesagt haben, einfach nicht wahr ist. Doch frage ich mich bei solchen Vorwürfen auch immer, was sie davon hätten? Denkt sich Herr Rosenthal “Hoffentlich klappt das mit dem Neubau, denn sonst müsste ich etwas andere planen und das ist mit zu anstrengend. So kann ich jeden Nachmittag frei machen, denn es ist ja alles schon geplant.”?

Ich bin mir über die verschiedenen Motivationen der Bürgerinitiative nicht ganz im klaren. Zum einen gibt es wohl die Ökologen, die ich noch am ehesten verstehe. Aber der ökologische Schaden ist in meinen Augen zu verschmerzen und die 20000 m² Biotope nicht zu verachten. Dann gibt es noch die Städteplaner, die sagen, warum auf den Acker wenn auf den Leightons Platz wird. Aber die Leightons werden auch so voll, dann wird vielleicht die Uni irgendwann an den SHL-Weg bauen. Weiter gibt es noch die Anwohner, denen ich sage: Pech, aber so schlimm wird es nicht werden, da sind am Tag 450 Studenten unterweges, am Hubland nebenan sind es viel, viel mehr. Und dann gibt es noch diejenigen, die dagegen sind, weil die Stadt dafür ist. Und mit denen habe ich gar kein Verständnis.

Also, für mich ist der Hammer gefallen. Ich bin für das Ratsbegehren, Punkt.

Ä weng rumschlabb am Alandsgrund

Ein herrlicher Sommertag ist heute in Würzburg, genau richtig, um am späten Nachmittag ein wenig spazieren zu gehen. Warum nicht am Alandsgrund?
Der städtische Umweltreferent Wolfgang Kleiner lädt um 17.00 Uhr zu einer Wanderung zwischen Alandsgrund und Sanderheinrichsleitenweg ein, um dabei die geplanten Naturschutzmaßnahmen vorzustellen, die durchgeführt werden, wenn der FH-Neubau wie geplant in der Ecke entstehen sollte.Vielleicht kann man es sich dann eher vorstellen, wie und wo die 20.000 m² Grünfläche entstehen sollen und welcher Teil den Baggern zum opfer fallen wird.

Treffpunkt ist um 17.00 Uhr am Beginn des Alandsgrundwegs beim Uni-Sportzentrum am Hubland.