Müll und Fahrräder zwischen denn Sitzen

Straba-Müll
Niemand kann behaupten, sie hätten ihren Abfall nicht aufgeräumt. Außerdem gibt es in der Straba viel zu wenig Mülleimer. Und Fahrradwege. Genau: Mülleimer und Fahrwege gibt es in der Straba viel zu wenig. Darum klemmt man den Müll auch zwischen die Sitze. Zum Glück passt da kein Fahrrad durch.

Gibt es närrische Fahrpreise?

Hm. Achtundzwanzig Einzelfahrscheine würden 64,40 Euro kosten. Oder die Narren sind ganz schlau und kaufen fünf Secherkarten für 45 Euro. Vielleicht fahren sie auch nur Kurzstrecke, dann wäre das nur 33,60 Euro. Aber wenn der Würzburger Elferrat oder die Ranzengarde — oder wer immer das sein mag — umsonst Straßenbahn fahren darf, dann erkläre ich den Blogger- und Twitterstammtisch spontan zur Faschingsgilde und fahre auch umsonst. Meinetwegen auch mit einer albernen Uniform.

Bevor die Gemüter zu hoch kochen: Ich habe nicht gesehen, ob sie wirklich in die Straba eingestiegen sind. Es war viel zu kalt, um da fünf Minuten auf die nächste zu warten. Aber die Musikanten haben zumindest den Fahrplan studiert.

Narren an der Haltestelle

Narren an der Haltestelle

Narren an der Haltestelle

Silvesterfahrplan der WVV gesucht?

Weil’s heute ständig hier im Würzblog gesucht wird: Heute in der Silvesternacht kann man in Würzburg zwischen 22.00 Uhr und Sonnenaufgang kostenlos mit den Straßenbahnen und Bussen der WVV fahren. Welche Busse und Strabas wann wohin fahren, kann man im PDF-Fahrplan der WVV nachlesen.

Also: Autos heute Nacht stehen lassen, wenn man Alkohol getrunken hat. Das gilt eigentlich nicht nur Silvester. Besoffen mit dem Auto fahren finde ich dermaßen Scheiße. Außerdem hab ich morgen Dienst, jeder Unfall macht mir nur mehr Arbeit. Und wer will das schon? Ich auf jeden Fall nicht!

Wir mögen keine Veränderungen

Als ich gestern früh an der Haltestelle Arndtstraße stand, da sah der Automat noch ganz anders aus. Über Nacht hat er ein Update erfahren und glänzt als Hightech-Touchscreen-Hochdruck-Geldeinsaug-Fahrkartenautomat. Und prompt durfte ich einer mittelalten Frau helfen, sich eine Secherkarte zu kaufen. “Jetzt ist das schon wieder anders”, sagt sie. Ich merkte an, dass es die alten Automaten doch schon lange gab. “Lange? Das waren doch höchstens 10 Jahre!”

Ok, mein Fehler! Das in Würzburg 10 Jahre ein Wimpernschlag sind und Veränderungen nur in großen geologischen Zeiträumen akzeptiert werden (“Nicht schon wieder eine Eiszeit …”), hatte ich für einen Augenblick verdrängt.

Wobei sich mir trotzdem die Frage stellt, warum die Automaten (oder zumindest der Automat) augetauscht werden? Was haben die für Vorteile — außer für den Automatenhersteller?

ver.di-Warnstreik in Würzburg

Das ist ein Artikel zum ver.di-Warnstreik 2010. Zum Streik 2012 gibt es hier was zu lesen.

Nachdem Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen keinen Meter vorwärts gekommen sind, hat die Gewerkschaft ver.di Warnstreiks angekündigt. Und in Würzburg werden wir das auch spüren. Nein, weniger daran, dass das Bauamt oder die Entwässerungsbetriebe streiken. Am deutlichsten spürbar wird sein, dass morgen, 3. Februar 2010, zwischen 4 Uhr und 10 Uhr früh keine Straßenbahn und Busse (bis auf die Busse der NVG) fahren.

Das hat mir zumindest der nette Mann am Fahrplan-Telefon gesagt. Also nicht dass das am deutlichsten spürbar sein wird, sondern dass da nichts Öffentliches fährt. Und angerufen habe ich, weil ja wie immer nichts auf den WVV-Websiten steht. Und Danke an die WVV-Serviceline, bei der man nach 5 Minuten in der ohrerweichenden Warteschleife von einer Säuselstimme erfährt, dass sie dafür nicht zuständig ist und auch nichts weiß. Nicht zuständig? Mit eurem Motto “Verkehr.Energie.Umwelt”? Hab dann im Betriebshof der Straßenbahn angerufen. Ist zwar keine Hotline, aber da kennt man sich wenigstens aus.

Also morgen früh mit viel Autoverkehr rechnen und am besten laufen oder mit dem Rad fahren. Ab 10 Uhr rollt der ÖPNV wieder, ab 11 Uhr ziehen ver.di-Demonstranten durch die Würzburger Innenstadt, da steht der ÖPNV in der Innenstadt vielleicht wieder, und um 12 Uhr ist eine Kundgebung am Marktplatz. Und dann fahren die Demonstranten mit dem Auto wieder heim. Oder mit dem Bus.

Würzburg ist vermessen

Das Ende der Orientierungslosigkeit ist da — Würzburg ist vermessen. In OpenStreetMap sind — soweit man das sagen kann — alle Straßen im Stadtgebiet Würzburg erfasst. Und das sind mal locker über 1000 Straßen, die von vielen Enthusiasten per GPS abgelaufen oder -gefahren wurden. Und so kann es aussehen:

[osm_map lat=”49.789″ long=”9.959″ zoom=”12″ width=”500″ ]

Das OpenStreetMap-Projekt sammelt ja nur Kartendaten, die man kostenlos verwenden und in eigene Anwendungen einbinden kann. Für die Verwendung der Daten gibt es viele Möglichkeiten. So bastelt die Uni Bonn zum Beispiel mit den Daten an dem Routingservice openroutingservice.org, es gibt Karten für Radfahrer und welche für den öffentlichen Nahverkehr. Man sieht, OpenStreetMap ist mehr aus bloß ein paar gezeichnete Straßen. Überall können Metainformationen mitgegeben werden. Hier ist ein Briefkasten mit diesen Leeerungszeiten, das ist eine Einbahnstraße, dort ist eine Kneipe, da ein Zigarettenautomat und so weiter und so fort. Und in diesem Bereich ist nach wie vor sehr viel zu tun. Und jeder kann mitmachen. Ob man das online auf der OpenStreetMap-Seite tut, mit einem externen Editor wie JOSM oder einfach nur unter OpenStreetBugs gefundene Fehler oder mögliche Unstimmigkeiten einträgt — das alles machen die Kartendaten nur besser.

Vorgestern war ich beim OpenStreetMap-Treffen in Würzburg. Nette Leute diese Mapper. Ein wenig verschroben, klar, aber da bin ich von den Bloggertreffen her Schmerz gewohnt. 😉
Wer sich auch nur einfach mal über OpenStreetMap informieren will, der sollte — außer ins OpenStreetMap-Wiki zu schauen — einfach mal zu so einem Treffen gehen, die immer auf der Würzburg-Seite im OSM-Wiki angekündigt werden. Das nächste ist am 4. Juni 2009.
Witzigerweise durfte ich bei dem Treffen an der Pressemitteilung zur abgeschlossenen Erfassung der Würzburger Straßen mitfeilen — und am nächsten Tag durfte ich genau die Pressemitteilung aus dem Postfach des Würzblog-Mailbox fischen. 🙂

Aber nun sollen sie auch genannt werden, die Helden, die Idealisten, die Geschubsten, die GPS-Freaks, Humboldts Erben — die Vermesser Würburgs:

user_7197, John07, uboot, gwww, ciclista, Daniel27, srhgw,  Hantilles, gypakk, dingo2, MysticFire, matmai, KartoGrapHiti, mapper93, evolux, sciuro, makimeki, mawi42, r_kleineisel, MasterMG, binzi, JoachimLusiardi, hwb, Jörg Ostertag, christof, Hobby, hatzfeld, Gluko, bigbug21, HaZe08, thomas1904, owl2211, Stemby, Code, siggi747, rsl, vsandre, mawosch, Andre68, mikes, heko2, manueld, watschel, Deelkar, FK270673, Mykola, Michifrosch, metalhead79, Irrfahrt, cairos, mcgiver, swissoptimist, Pixel83, SlowRider, Seehundeführer, BiIbo, tilman, ulfl, Jufi, ntruchsess, HeikoE, Rotkraut, chrisix, iaby, rrissiek, audifahrer, aipsyol, Joachim Fuchs, FabianL, woodpeck, kfg, FredFerdi, Schorse, rs912, Claudius Henrichs, DaBear, redd, nixgut, Marcus Wolschon, shadow_kini, phreedle, kumakyoo, rsvs, wuerzblog, xylome, ElDiabolo, Nightdive, Mathilda, Schusch, Rosty, michak, PatrickK, BelaGo, streit, hasienda, TobiH, Sponk, wsch, chasu, Maarten Deen, MichaH, Thomas Matern, neufeind, anbr

(Für die OSM-Fetischisten: Natürlich ist die Liste recht willkürlich entstanden. Einfach einen Kartenausschnitt von OSM heruntergeladen, von dem ich glaube, dass es das Stadtgebiet Würzburg abdeckt. Und dann die User aus den Nodes ausgelesen, die Bots rausgeworfen, fertig. Geographisch sicher sehr angreifbar, aber mächtig symbolisch 😉 )

Vorne einsteigen und fair dabei sein?

Seit letztem Freitag heißt es in Würzburg beim Busfahren “Vorne einsteigen und fair dabei sein“. Man kann die Busse also nur noch durch die Tür beim Fahrer betreten und ihm die Fahrkarte zeigen, Eltern mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrer ausgenommen. Straßenbahnen sind von dieser Regelung ausgenommen.
Heute früh am Barbarossaplatz hieß das Motto aber eher “Vorne einsteigen wollen und in einer langen Schlange im Regen dabei sein”, denn bei gut besuchten Buslinien wird die Vordertür schon mal zum Nadelöhr. Ich hoffe, dass die Busfahrer diese Regelung aufweichen — wie die Kleidung der Fahrgäste heute aufgeweicht ist — und wenigstens einen Notstandparagraphen einführen, damit man nicht sinnlos im Regen rumsteht und dem Fahrer nur noch ein Stückchen feuchtes Pappmaché vorzeigen kann.

Die Aktion der WVV dient natürlich nicht dazu, die Fahrgäste zu quälen, sondern um die Schwarzfahrer zu quälen. Aber wer fährt denn schon schwarz? Ich nicht, niemals! Nicht einmal wenn ich nachts zur Haltestellen renne und die Straba gerade wegfahren will. Dann steige ich natürlich nicht ein, denn in der Straba kann ich keinen Fahrschein kaufen und ohne Fahrschein darf ich nicht mitfahren. Da stehe ich doch dankbar eine halbe Stunde rum und warte auf die nächste Bahn (oder den lustigen Nachtbus — nie sieht man mehr von Würzburg), mit einem befriedigtem Lächeln im Gesicht, weil ich die WVV nicht um ihren gerechten Lohn gebracht habe. Sie braucht schließlich ein bisschen Spielgeld.