Meine Stimme im Netz

ON3-Radio — deine Stimme im Netz”, so lautet das Motto des jugendlichen Ablegers des Bayerischen Rundfunks. Und heute wird es wohl auch zutreffen, dass meine Stimme im Radio zu hören ist. Am Freitag hatte ich ein Telefoninterview zum Thema “Stadtblogs”. Für Würzblog-Leser werden da wohl keine Neuigkeiten enthüllt werden, es ging um seit wann und warum ich blogge, über Finanzierung des Blogs und über Freud und Leid bei Stadtbloggen.

Ich weiß leider nicht, wann genau es gesendet werden soll und in welchem Zusammenhang — es wird bestimmt nicht nur um das Würzblog gehen –, wer mag, kann ja mal reinhören.

Literarisches Würzburg

Wird das literarisch in der nächsten Zeit in Würzburg, meine Güte.

Heute Abend veranstaltet der studentische Verlag ab 20.00 Uhr im Standard stellwerck die Prosa- und Lyrikanthologie “Signalstärke: hervorragend” vor, in der 24 Jungautoren Texte beigesteuert haben, für Analphabeten sind auch Zeichnungen im Buch. Die Möglichkeit auf ein Rezensionsexemplar habe ich verspielt, da ich die Stellwerck-Mail erst heute aus dem Spamfilter gerettet habe. Naja, geht am Besten selbst hin und bildet euch ein Urteil.

Morgen, Dienstag, geht es mit den Lesungen weiter. Im Cairo macht die on3-Lesereihe halt. Die gab es vor ein paar Jahren schon mal, da noch unter dem Namen Bavarian Open Word. Auch diesmal wird es eine Mix aus Lesung und Musik geben. Lesen werden zum Thema “Raus hier!” Oliver Berger und Christian Ritter, an der musikalische Umsetzung versuchen sich “Die Türen“. Los geht es um 20.00 Uhr, Eintritt ist frei.

Am 30. Oktober 2009 wir schon wieder im Cairo gelesen. Diesmal trägt Thomas Meinecke Stücke aus seinem neuen Buch “Jungfrau” vor — gerade für Theologen eine Pflichtveranstaltung, denn in dem Buch geht es unter anderem über Hans Urs von Balthasar, nur etwas abgefahrener. Die Karten kosten im Vorverkauf 7 €, an der Abendkasse 8 €. Nach der Lesung legt Herr Meinecke persönlich im Pleicherhof auf.

In der Stadtbücherei Würzburg geben sich beim Literarischen Herbst die Autoren zur Lesung die Klinke in die Hand, bis Ende November gibt es noch acht Lesungen.

Und dann wäre da noch der Hinweis, der mich per E-Mail erreicht hat, dass der “Pop-Autor” Sean Schneider seine Sammlung fantastischer Geschichten namens “Toter Krieger” als kostenlose PDF-Downloads auf seiner Website zur Verfügung stellt. Über die Qualität der Geschichten will und kann ich nicht ernsthaft urteilen (woraus man schon schließen kann, das sie zumindest mich nicht aus den Socken gehebelt haben), aber ein Lektor täte ihm schon mal gut. Urteilt aber selbst.

Also: Lesen und vorlesen lassen.

Update: Nicht vergessen werden sollen natürlich die Lesungen im Luisengarten von Literatur Würzburg Deluxe, auch wenn schon eine ausfällt (11 Freunde) oder ausverkauft ist (Rafik Schami)

Die Inflation des Klatschens

Gestern nachmittag habe ich mich zum Südwild-Bus am Markt begeben, um den Kollegen von LP10 zu lauschen, die dort im Filmbeitrag und Live-Interview vertreten waren. Wer die Sendung verpasst hat — ob daheim oder am Markt –, der kann sie sich auch online anschauen — besonders der witzige Film von und mit LP10 ab Minute 42. 🙂

Erstaunt und angenervt hat mich, dass es bei der Livesendung wirklich einen Claquer bzw. eine Claquese gegeben hat. Immer am Ende eines Filmbeitrags zählte eine Dame des Südwild-Teams einen Countdown, an dessen Ende sie zu klatschten anfing und das Publikum dazu aufforderte. Arghhhhh! So etwas kann ich ja gar nicht leiden. Die Zuschauer sollen applaudieren wenn ihnen danach ist und nicht auf Kommando. Sonst wird damit der Wert des Beifalls auf Null gebracht. Klatschen auf Befehl ist kein Zeichen des Gefallens, sondern nur noch ein zufälliges Aufeinandertreffen von Handinnenflächen. Da kann man ja gleich das Lachen in Sitcom-Manier vom Band einspielen. Und das in einer Sendung, die so locker, flockig, jugendlich sein will.

Südwild ist wieder in Würzburg

Der Südwild-Bus ist in Würzburg

Ja, auch wenn manche meinen, dass der Südwild-Bus das erste Mal in Würzburg ist — sie waren schon mal da.

Diesmal steht der Bus der Jugendsendung (und für jung gebliebene) des Bayerischen Fernsehens am Unteren Markt und darf auch besucht werden. Am Freitag fährt er dann ein paar Meter weiter und parkt auf dem Umsonst & Draussen-Gelände. Jeden Tag wird zwischen 15.00 Uhr und 16.00 Uhr live vom Bus gesendet, wer also mal in die Kamera winken will … 😉 Heute sind Architekten von LP10 mit ihrem Film zu Gast

LP10 goes TV

Das mobile Büro, die zentrale Requisite
Das mobile Büro, die zentrale Requisite

Erst waren sie im Radio, nun kommen sie ins FernsehenLP10, Zusammenschluss von jungen Architekten in Unterfranken. Am kommenden Dienstag, 16. Juni 2009, wird am Nachmittag bei Südwild ein kurzer Dokumentarfilm über LP10 gezeigt — naja, wohl mehr eine Dokusatire. Ab 15.00 Uhr kann man die Darsteller und den Filmemacher live beim Südwild-Bus am Unteren Markt in Würzburg bewundern, sich Autogramme geben lassen und Kinderwünsche äußern. 😉

Ich hatte die Freude und Ehre einen Teil der Dreharbeiten begleiten zu dürfen. Faszinierende Szenen an exotischen Plätzen: der Würzburger Stein, das ehemalige Sudhaus am ehemaligen AKW-Gelände, das Augustinerhochhaus, die Spiegelstraße, der Hotelturm, der Kupsch und ein Baustellenklo in der Zellerau und wilde Autofahrten durch den Alten Hafen.

Ungenutzte Gebäuden wurde endlich ein Sinn und Zweck gegeben -- als Filmkulisse
Ungenutzte Gebäuden wurde endlich ein Sinn und Zweck gegeben — als Filmkulisse

Mit Matthias Braun und Manfred “Chester” Ring agierten zwei überaus vielseitige Schauspieler in der Rolle zweier mobiler Architekten auf der Wanderschaft durch Würzburgs Architektur auf Weltniveau.

Der hochprämierte Dokumentarfilmer Erik Asch, bekannt durch den Film “Der rote Teppich“, hat viele Stunden Film auf Kassetten gebannt und die undankbare Aufgabe übernommen, das alles auf vier Minuten einzudampfen — auf das Ergebnis bin ich selbst gespannt.

Es war für mich schon interessant, mal bei Filmarbeiten dabeizusein und habe unterschätzt, wie anstrengend so etwas sein kann, selbst für mich, der ich — außer Requisisten zu schleppen — nicht wirklich was zu tun hatte.
Tonnenweise Bilder vom Dreh gibt es im 23hq-Album, die kann ich ruhig schon vor dem Ausstrahlung zeigen, da man überhaupt nicht erkennen kann, wie der fertige Kurzfilm mal aussehen wird. 🙂

Kameramann Erik Aschs gewohnte Pose
Kameramann Erik Aschs gewohnte Pose
Gefährliche Dreharbeiten unter Einsatz der persönlichen Freiheit
Gefährliche Dreharbeiten unter Einsatz der persönlichen Freiheit
Erkenntnisse über Geschäftsmodelle und Ernährungsgewohnheiten in Franken
Erkenntnisse über Geschäftsmodelle und Ernährungsgewohnheiten in Franken

Dem U&D in den Topf geguckt

Ihr habt euch sicher schon mal gefragt, wie beim Umsonst und Draussen in Würzburg die Bands, die da auftreten und Musik machen, ausgewählt werden?

Um das rauszukriegen, bin ich mal nach Kist gefahren, das ist so 10 Kilometer von Würzburg weg – unterwegs hab ich noch Michael vom on3radio am Bahnhof eingesammelt, denn der wollte das auch wissen.

Da mitten in Kist steht ein Haus. Da bin ich an die Haustür, da war eine Klingel mit “Umsonst & Draussen e. V.”, hab geklingelt und da hat mit der Steffen aufgemacht. Der Steffen wohnt nicht in dem Haus, aber er ist zur Zeit ganz oft da, denn der Steffen gehört zur Programmgruppe vom Umsonst und Draussen. Und um den Rest dieser Gruppe zu sehen hab ich die Schuhe ausgezogen und bin mit Steffen hoch ins Dachgeschoss.

Dort lief Musik und fünf Männer saßen mit Notebooks rum. Und wer waren die Fünf?


Das ist der Ralf. Und der Ralf wohnt auch wirklich hier, denn das Dachgeschoss gehört zu seinem Haus. Der Ralf ist schon von Anfang an beim Umsonst und Draussen dabei.


Das ist der Ingolf. Der Ingolf ist selbst Musiker, der kennt sich mit Bands also aus, auch weil er im Vorstand vom Musikbahnhof98 e.V. ist, auch wenn die jetzt aus dem Zeller Bahnhof ausziehen müssen.


Der mit den langen Haaren, der heißt Christian. Der Christian ist zum ersten Mal in der Programmgruppe dabei, er kennt sich aber schon lange mit Musik aus. Besonders, wenn da viele E-Gitarren mitspielen, den der Christian mag harte Rockmusik und ist deswegen auch im Vorstand von der WüRG.


Und der mit dem verschmitzen Lächeln, das ist der Björn. Kann sein dass es so grinst, weil das seine Kamera ist, mit der ich knipse. Der Björn ist auch das erst Mal dabei, kennt sich aber in der ganzen Musikszene aus und hat auch schon viele Konzerte mitveranstaltet.


Und das ist der Steffen. Den kenne ich nicht nur vom Cairo, der hat mir auch die Türe hier aufgemacht.

Und der Steffen schaut so müde aus, weil die Fünf schon seit gestern Musik hören, was ganz schön anstrengend ist. Musik hören ist anstrengend? Klingt komisch, ist aber so.

Denn die Programmgruppe muss über 900 CDs anhören. Von manchen nur mal eine halbe Minute, von anderen aber auch viel mehr. Und die machen das, damit sie wissen, welche Bands dieses Jahr bei Umsonst und Draussen auftreten dürfen. Jede Band, die dort auf der Bühne stehen will schickt eine Demo-CD an den U&D-Verein. Und weil das U&D so bekannt ist, schicken auch viele Musiker ihre Demos ein, jedes Jahr werden es mehr.

Und wie funktioniert das nun genau? Nun, der Ralf teil vorher die CDs ein in CDs von Musikern aus Deutschland, Musikern aus dem Ausland und Musikern aus der Region Unterfranken. Das macht er, damit das Programm auch von der Herkunft der Bands abwechslungsreich wird. Die Würzburger Bands müssen sich bei der Auswahl also nicht mit ausländischen Bands messen lassen.


Und dann stellt der Ralf die Kisten mit den CDs ins Zimmer, greift rein und holt eine CD raus, sagt wie die Band heißt, legt sie in den CD-Player und spielt eines der Lieder an. Währenddessen beugen sich die anderen über ihre Notebooks und versuchen schnell etwas über die Band herauszukriegen. Ralf spielt dabei noch mal schnell ein oder zwei andere Lieder an, man tauscht die gefundenen Informationen aus und sagt dann auch schon, ob man diese Musiker in die engere Wahl aufnimmt oder nicht.

Das klingt leicht, ist es aber nicht. Denn die Buben suchen ja nicht die Musik aus, die ihnen gefällt, sondern die passend für das Fesitval ist. Und es kann ganz schön anstrengend sein, über Folkbands objektiv abzustimmen, wenn keiner im Zimmer Folk mag. Oder im Landkreis. Oder auf diesem Planeten.

Und wenn ein der Fünf eine Band unbedingt auf dem Umsonst und Draussen haben will? Dann kann er seinen Joker ausspielen. Dann hebt der Ralf die CD auf und später am Abend reden sie nochmal über die Band und der Jokersetzer muss versuchen, die anderen zu überzeugen.

Um ein wenig den persönlichen Geschmack einbringen zu können, hat jeder einen Joker, mit dem man eine Band, die eigentlich abgelehnt wurde, später am Tag nochmal zur Diskussion.

Ingolf an der Apfelmaschine

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Wenn man ein paar hundert Lieder am Tag hört, dann hinterlässt das schon sein Spuren. Da müssen die Jungs viel gesunde Sachen essen, damit sie das Demohören überstehen. Aber einen Apfel kann man so oder so essen, wie uns Ingolf in dem Video zeigt.

Die Fünf sind heute noch am Hören, da werden die letzten Entscheidungen fallen. Was genau rauskam und welche Bands wir beim U&D 2009 hören können? Das sage ich euch nach der nächsten Maus bald.

Viele Bilder vom Besuch beim Demohören gibt es im Bilderalbum

Weißt du mehr zum Thema "Umsonst und Draussen"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.

Vier Worte gehen wandern

Bekommt man für Überschriften auch Tantiemen? 😉

Und hier das Original. 😀