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Autokino. Foto: Thomas Hawk, Flickr, CC-BY-NC

Popcorn auf dem Armaturenbrett

Autokino kenne ich ja nur aus irgendwelchen amerikanischen Filmen, aber ich war noch nie in einem. Ok, die längste Zeit meines Lebens hatte ich nicht mal ein Auto. Aber selbst wenn ich eines gehabt hätte, es gab gar keine Gelegenheit, ins Autokino zu gehen.

Aber jetzt. Das Open-Air-Kino Festungsflimmern bekommt einen Ableger, das Autoflimmern. Klingt nach kaputten Frontscheinwerfern, aber von 14. bis 19. Oktober 2014 kann man mit dem Auto auf den Dallenberg-Parkplatz fahren — so weit, so gewöhnlich — und dort Filme schauen — so weit, so ungewöhnlich.

Die Filme beginnen um 19.30 Uhr — es wird ja schon sooo früh dunkel –, ab 18 Uhr kann man auf den Parkplatz fahren. Der Eintritt Die Einfahrt kostet 19,90 Euro pro Auto. Auf der Webseite wird zwar empfohlen, aus Gründen des Sicht zu zweit im Auto zu sein, aber ein richtiges Personen-pro-Fahrzeug-Limit gibt es wohl nicht.

Der Ton des Films kommt nicht, wie man es aus alten Filmen kennt, aus kleinen Lautsprechern, die man sich an die Seitenfenster hängt. Im Jahr 2014 geht sowas per UKW über das Autoradio. Etwas unromantisch, aber klingt vermutlich besser.

Welche Filme werden gezeigt?

Ziemlich modernes Zeug also, was ich fast ein wenig schade finde. Ich hätte mir in dem Ambiente auch mal so schöne 50er-Jahre-Schinken von Jack Arnold wie Der Schrecken vom Amazonas gewünscht. Vielleicht eine Anregung für das nächste Jahr.

(Headerbild: Thomas Hawk @ Flickr, CC-BY-NC)

Wo Drachen lachen …

In den letzten Jahren schon fast Tradition geworden, dass Blogger-Stammtischlerin Birgit Süß eben jeden Stammtisch zur Generalprobe der neuen Stücke des Sommertheaters am Schützenhof einlädt. So können die Künstler — Birgit Süß, Heike Mix, Georg Koeniger und Florian Hoffmann  — gleich mal vor einem kleinen Publikum spielen und sich schon mal ein wenig Rückmeldung einholen. Und wir können einen lauschigen Abend mit Picknick und Theater genießen.

DrachengoldDie neue Produktion nennt sich “Drachengold — In den Niederungen der Nibelungen” und basiert ganz grob auf der Nibelungen-Sage, die sie teilweise in ein modernes Würzburg und albernes Mittelalter verlegen und dabei die Stadtpolitik durch den Kakao ziehen. In machen Jahren glitten mir die Stücke etwas zu sehr ins Alberne ab, doch bei Drachengold haben sie für meinen Geschmack eine gute Balance zwischen Albernheiten, Kabarett und Handlung gefunden. Außerdem wurde noch nie so viel beim Sommertheater gesungen. Und wenn ich was zu Kritteln habe, dann ist es, dass die beim Singen immer so viele Silben in die Liedzeilen stopfen müssen — mit ein wenig mehr Zeit beim Texten müssen sich die Sängerzungen nicht ganz so quälen.

DrachengoldDie Generalprobe klappte ganz gut, bloß dauerte das Stück ohne Pause etwa zwei Stunden — die Mädels und Jungs haben danach noch überlegt, ob sie Teile kürzen. Mal sehen ob und wo, ich werde mir die Endfassung auf jeden Fall noch mal anschauen.

Um in den vollen Genuss des Stückes zu kommen, sind Grundkenntnisse in der unterfränkischen Sprache, dem allgemeinen Stadtgeschehen in Würzburg — insbesonders in Sachen Städtebau und Stadtentwicklung –, Grundwissen um die Nibelungen-Sage und in fortgeschrittener Temporalmechanik hilfreich.

Woher das Wort “Drachengold” kommt, wird gegen Ende des Stückes übrigens auch aufgeklärt – lautstark! 🙂

Drachengold wird noch bis zum 17. August 2013 immer von Dienstag bis Samstag gespielt, genaue Termine gibt es auf der Website des Sommertheaters.

Siegfried und Alberich - auch bekannt als Fickificki-Zwerg.
Siegfried und Alberich – auch bekannt als Fickificki-Zwerg.
b-hof

20 Jahre B-Hof

Der B-Hof feiert an diesem Wochenende sein 20. Geburtstag und ist damit gerade mal halb so alt wie ich. Die Party dazu läuft heute schon seit 16 Uhr im Bechtolsheimer Innenhof, heute Abend steigen da ab 19 Uhr noch ein paar Open-Air-Konzerte — Hip Hop mit Casper, Maurice und Sicksteez — für 15 Euro an der Abendkasse. Morgen geht es ab 14 Uhr weiter mit 5Bugs, At The Farewell Party, Deathjocks, Limit of Tolerance, Harlekins Traum und Kryptofied — ebenfalls für 15 Euro Eintritt an der Abendkasse.

Danke B-Hof, für die vielen tollen Konzerte wie Perennial Quest (auch für den Massen-Podcast dort), Dead United oder Panzerballett. Und irgendwie auch Danke, dass es bei euch Alkohol nur in Bierform gibt, so erlebe ich alle Konzerte immer völlig nüchtern — auch nicht schlimm.

Weiter so und alles Gute! 🙂

Kino umsonst und szenische Lesung umsonst

Das Wetter scheint sich heute einigermaßen im warmen Bereich zu halten. Da kann man, wenn man will, sich heute Abend in die Zellerau zum Theater Ensemble schwingen und Film gucken. Wie seit einigen Wochen gibt es da “Kino umsonst — Filmraritäten“, wo um 20.30 Uhr ein Überraschungsfilm — Überraschung deswegen, weil aus Copyrightgründen kein Filmtitel beworben werden darf — im Open-Air-Kino auf der Wiese hinter dem Theater. Und das für kein Geld! Schöne Sache. Am nächsten Dienstag gibt es wieder Kino Umsonst, ebenso am nächsten Freitag. Vielleicht auch noch die Freitage danach …

Wer dem Wetter nicht über den Weg traut, der kann trotzdem zum Theater Ensemble — bei schlechtem Wetter wird der Film im Theater vorgeführt — oder um 20.00 Uhr in den Keller des Standard gehen. Dort gibt es ebenfalls kostenlos eine szenische Lesung des Stücks “Engel der Barmherzigkeit — dein heißer Draht zum Tod” der Würzburger Autorin Gabriele Brotzeller. 15 Rollen werden von 13 Lesern … gelesen. Szenisch. Ich hoffe die Bühne ist groß genug dafür. Und hoffentlich lesen sie nicht zu laut, sonst kommt das Ordnungsamt.

ONJ

ONJ war, Fehlfarben, AMEO und [em] werden

So langsam nimmt der Hafensommer für meinen musikalischen Geschmack Fahrt auf. Vorgestern musste das Konzert von ONJ zwar wegen Dauerregens in die Posthalle verlegt werden, aber das tat der Musik keinen Abbruch — es war ein wirklich großartiges Erlebnis.

ONJ
Die Franzosen spielten und interpretierten Songs von Robert Wyatt, dass es nur so eine Freude war. Es war so eine Art inverse Playbackshow, der Gesang wurde eingespielt — teilweise von Meister Wyatt persönlich gesungen — und ONJ instrumentierte live darüber. Manche Zuhörer waren von den Stimmen aus dem Nirgendwo zuerst irritiert, aber das Ganze passte doch zusammen. Hinterlegt wurden die Stücke mit kleinen, extra dafür produzierten Filmchen auf einer Leinwand hinter der Band — wie in den alten 60er- und 70er-Jahren, wo zu Konzerten gern mal farbige Fettflecken mit einem Diaprojektor an die Wand geworfen wurden.

Und so wurde mit Bläsern, Gitarre, Bass, Querflöten, Keyboard, Schlagzeug und Piano (innen — sehr geil — wie außen gespielt) Robert Wyatts musikalisches Erbe zum Besten gebracht. Mal ruhig und melancholisch, mal angedreht und krachend, aber doch immer überraschend und originell. Der Mann war und ist einfach ein hervorragender Jazz-Pop-Rock-Komponist!
Dass die  Franzosen ihre Instrumente auch nicht zum ersten Mal in der Hand hatten, merkte man schon. Sie waren so gut, dass es fast schon wie von CD klang, der Sound in der Posthalle war — zumindest da wo ich saß — auch gut. Ein Konzert, das ich nicht hätte missen wollen.

Heute und morgen geht es auch gut an der Hafentreppe — Wetter sieht gut aus — weiter. Heute Abend spielt, leider ohne meine Unterstützung, Fehlfarben, die nicht totzukriegende, in keine Schublade richtig passende Rockband. Morgen gibt es mit dem Doppelkonzert  Andromeda Mega Express Orchester und [em] Wollny/Kruse/Schaefer mal wieder die Möglichkeit, den privaten musikalischen Horizont zu erweitern — was ich auch machen werde! 🙂

Und wieder Karten für das Volk: “Es war die Lerche” im Efeuhof

Die Losbude bleibt im Würzblog geöffnet. Kommen Sie her, treten Sie näher …!

Heute Abend findet die Premiere des Stücks “Es war die Lerche” im Efeuhof des Rathauses statt. Ja, heute. Eigentlich sollte sie gestern schon stattfinden, aber .. naja … das Wetter, ihr wisst schon. Das Theater Ensemble hat mir zweimal zwei Karten für die heutige Premierenvorstellung zur Verlosung überlassen.

Die Komödie von Ephraim Kishon ist angelehnt an Shakespeares “Romeo & Julia” und spinnt ironisch den Faden des Liebespaares weiter. Was wäre, wenn die beiden nicht gestorben wären? Dröger Ehealltag, Familienprobleme und ein herumgeisternder Willy Shakespeare plagen das ehemals größte Liebespaar der Literatur.

Um die beiden Doppelkarten für heute abend zu gewinnen muss man die Lösung folgende Frage als Kommentar abgeben:

Welche Filme von Ephraim Kishon wurden in welchem Jahr für den Oscar nominiert?

Wenn das Wetter meinem Husten angemessen ist werde ich auch zur Premiere gehen. Mein erster Theaterbesuch — also so richtig Theater — seit Jahren. Wer das Stück sehen will, aber die Karten nicht gewinnt oder heute keine Zeit hat: Es läuft noch bis zum 11. September 2010, es gibt also Möglichkeiten genug.

Update: Die 2×2 Quizkarten sind schon weg, aber Markus vom Theater Ensemble bietet im Kommentar noch eine Möglichkeit an an Freikarten zu kommen. Einfach ausprobieren! 🙂

ONJ spielt Robert Wyatt – und Karten gibt es auch zu gewinnen

Wenn man Open-Air-Veranstaltungen Open-Air veranstaltet, dann ist das im Moment kein Spaß. Nachdem wochenlang die Sonne unbarmherzig das Land niedergefackelt hat, ist es im Moment schon ein Glücksspiel, ob man mal einen Tag ohne Regen erleben darf. Harte Zeiten also für die Franken-Wings am Schützenhof — die ich gestern dick eingepackt mit Rööö angeschaut habe –, die Sommerbühne des Theater Ensembles und auch für den Würzburger Hafensommer.

Speziell für morgen hoffe ich aber, dass es abends nicht regnen wird, oder zumindest so wenig, dass das Konzert am Hafensommer stattfinden wird. Denn wenn ich mit meinem Kopf nicht zufällig in eine Häckselmaschine gerate will ich — Husten hin, Grippe her —  das Konzert vom L’Orchestre National de Jazz hören.

ONJ wird Songs von Robert Wyatt spielen und interpretieren. Who the fuck is Robert Wyatt? Ende der 60er gab es in der  Londoner Psychedelic-Rock-Szene zwei bestimmende Bands: Pink Floyd und Soft Machine.Wyatt war der Schlagzeuger von Soft Machine und im Gegensatz zum Genesis-Schlagzeuger bewies er auch nach seinem Ausstieg, dass er ein beeindruckend kreativer und origineller Musiker ist, selbst ein Sturz aus dem 3. Stock, der ihn seit 1973 an den Rollstuhl fesselt, hielt ihn nicht davon ab, mit vielen bekannten Musiker großartige Musikstücke einzuspielen und zu arrangieren.

Was den Punkt “Absolutes Highlight des Hafensommers” angeht, waren sich in den letzten Jahren der Programmmacher des Hafensommers und ich nie ganz einig. In diesem Jahr schon — das Konzert morgen ist eines! 🙂

Und so ist es mir eine besondere Freude, dreimal zwei Karten für das ONJ-Around-Robert-Wyatt-Konzert morgen zu verlosen. Dafür muss man nur eine Frage beantworten:

Wann — Tag, Monat, Jahr — spielte Soft Machine das erste Mal im legendären UFO-Club in London?

Die ersten drei, die die Frage richtig beantwortet haben, bekommen die Karten. Bitte eine gültige Mailadresse angeben, ich sag den Gewinnern dann, wie und wo ihr an die jeweils zwei Karten kommt.

Alle anderen müssen an der Abendkasse 19 € bzw. 16 € dafür berappen, aber das dürfte es auch wert sein.

Wir sehen uns morgen … 🙂

Konzert Mark Knopfler

Wo war Marks Köpfle?

Fast fühlte ich mich wie anno 1525 im Bauernkrieg, als ich am Samstag mit Tausenden von Bauern Besuchern auf die Festung Marienberg gestürmt bin. Das Ziel des Anrennens war kein Fürstbischof, sondern ein Gitarrenkönig — Mark Knopfler, ehemaliger Kopf der Dire Straits — gab im Festungsgraben zu Würzburg ein Open-Air-Konzert.

Ich muss gestehen, dass ich nicht unbedingt ein glühender Verehrer von Mark Knopfler bin. Ich mag einige Lieder aus der 80er-Jahre-Dire-Straits-Ära, aber seinen Solo-Kram, mit der er in die Folk-Country-Sonstwas-Ecke abdriftete, treffen nicht so meinen Geschmack. Aber egal! Die Karten habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und ein Open-Air-Konzert im Festungsgraben habe ich auch noch nie mitgemacht.
Und um gleich ein musikalisches Resümee zu ziehen: Es war ungefähr wie ich erwartet haben. Mark Knopfler ist wirklich ein hervorragender Gitarrist mit einem sofort wiedererkennbaren Sound ein einer souverän ruhigen Spielweise. Für meinen Geschmack waren die Stücke aber großteils zu lahm und klangen Stellenweise wie von der Black Velvet Band, nur mit besseren Musikern ;-).

Konzert Mark Knopfler

So war es musikalisch okaaaaay, hätte ich die Karten von meinem sauer verdienten Geld zahlen müssen, wäre ich wahrscheinlich deutlich enttäuschter gewesen —  oder erst gar nicht hin.  Aber gut, das ist auch Geschmackssache. Ewig dauerte es eh nicht; pünktlich um 20.00 Uhr ging das Konzert los, und kurz vor 22.00 Uhr endet es — auf jeden Fall vor 21.58 Uhr, denn da muss Herr Knopfler ja das Intro zu “Auf ein Wort” auf Bayern 3 spielen.

Ich habe allerdings feststellen müssen, dass der Festungsgraben nicht der ideale Ort für ein großes Open-Air-Konzert ist. Vom Gelände, dass nach hinten leicht ansteigt, ist es eigentlich gut — wenn die Bäume nicht wären. Wer im Gegensatz zu mir auch den Kopf von Mark Knopfler sehen will, der hatte eine recht begrenzte Auswahl an Sitz- oder Stehplätzen, die dichtbelaubten Bäume haben da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Konzert Mark Knopfler

Und gewundert hat mich, dass das Konzert überhaupt im Graben stattfinden darf. Gerade in einer Zeit, wo großen Wert auf Fluchtmöglichkeiten für Besucher geachtet wird. Denn spätestens nach dem Konzert habe ich und alle anderen gemerkt: Die Festung ist eine Festung, dafür gebaut, dass man schwer hineinkommt. Und wo man schwer hineinkommt, kommt man auch schwer hinaus — vor allem 8.000 Leute auf einmal. So war es zwar ganz witzig, wie ein Feuerwehrmann (oder wer immer das war) über ein Megaphon die hinausströmenden Massen zu moderieren und zu lenken. Ich möchte ja nicht wissen was passiert, wenn da mal wirklich eine Panik ausbricht. Gut, wer kühlen Kopf behält rettet sich über den Weg an der oberen Mauer. Aber sonst? Über die Mauer springen? Sind Strickleitern vorbereitet?
Auf jeden Fall hat es gut eine Stunde gedauert, bis wir das Gelände zu das Tor im Gänsemarsch verlassen konnten — und die 80% der Zuschauer, die älter waren als wir, den schlecht beleuchteten Weg zur Zeller Straße begleitet haben.
Gar nicht so leicht.