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Des Pleichers Ende

Der Pleicher Hof wird zwar noch das Morgengrauen des Jahres 2011 erleben, das Durchwischen nach der Silvesterparty kann man sich dort aber eigentlich sparen — denn alle Etagen des Pleicher Hof machen zu. Endgültig.

Nachdem die Stadt alle Tanzaktivitäten im Keller wegen fehlender Genehmigung untersagt hat, hat sich der Pleicher allein mit dem Kneipenbetrieb nicht halten können. Eine Nutzungsänderung “ist nun daran gescheitert, dass im Bebauungsplan für das Areal, in dem sich der Pleicher Hof befindet, eine Nutzung als Vergnügungsbetrieb explizit ausgeschlossen ist“. Im Dezember können alle Freunde des Pleichers das Defizit minimaler zu trinken.

Zwei tanzbare Sonderveranstaltungen — hoffentlich genehmigt — werden im Dezember 2010 noch im Pleicher Hof stattfinden. Am 23. Dezember 2010 wird es ein Konzert mit Saalschutz & DJ Patex geben, und Silvester kann man ab 23.55 Uhr mit dem Pleicher noch einen Totentanz auf’s Parkett legen. An einigen Dezembertagen wird der Pleicherkeller als Musikbar betrieben — aber ohne Tanz eben.

Ach, ich finde es schon schade um den Pleicher. Ihn gibt es ungefähr genauso lang wie das Würzblog und wurde ebenso mit großen Idealismus und wenig wirtschaftlichen Erfolg betrieben.
Im Pleicher wurde der 1. Geblogstag des Würzblog gefeiert und auch etliche Bloggertreffen und Pl0gbars veranstaltet. Im Pleicher habe ich nachts etliche Male getanzt, habe Konzerte gehört (das Kopfhörerkonzert werde ich so schnell nicht vergessen), habe viele My favourite tracks gehört, eine Filmparty gefeiert und was weiß ich noch gemacht. Und damit ist es dort nun endgültig vorbei. Wieder ein Laden abseits des Mainstreams weg aus der Würzburger Kulturlandschaft. Kampfkoloss ist deswegen auch traurig, ansonsten hält sich die Medienlandschaft in der Stadt seltsam still.

Und obwohl bei der ganzen Genehmigungsaktion von Seiten der Stadt Würzburg vermutlich alles mit juristisch rechten Dingen zuging, so bleibt bei mir doch ein schaler Nachgeschmack und die leise Frage, ob man das alles  nicht hätte auch anders regeln können — wenn man gewollt hätte.

Danke Pleicher Hof, für alles!

Charly Heidenreich

Flammende Rede, leere Geldbeutel und ein Konzert

Charly HeidenreichDas ist Charly Heidenreich. Arg unscharf, zugegebenermaßen. In Wirklichkeit ist er deutlich schärfer und er rödelt sich seit Jahrzehnten(!) in Würzburg den Arsch ab, um originelle und musikalisch anspruchvolle Musik — Art- und Progressiverock — in die Stadt zu holen. Er veranstaltet jedes Jahr das Freakshow-Festival, schleppte ausländische Künstler ins Immerhin, Cairo, Pleicherhof, Posthalle und wer weiß noch wohin.

Tja, da hat er sich ein hehres Lebensziel gesteckt, in einer Stadt wo die Einwohner nicht unbedingt berühmt dafür sind, dass sie ihren Horizont erweitern wollen. Und so musste Charly lernen, dass solche Nischenkonzerte ganz schön an den Geldbeutel gehen. Zwar vermute ich, dass einige Künstler schon eine Charly-Spezialgage verlangen, aber ganz für umsonst wird da auch kaum jemand auftreten.

Aber jetzt hat mich seine letzte Mail erschreckt — beim letzten Panzerballett-Konzert waren nur 28 zahlende Gäste da. Und es war nicht so, dass 972 Gäste kostenlos da waren, insgesamt würde ich die gesamte Zuhörerzahl auf 35 schätzen. Nun habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich Charlys Einladung gefolgt bin und zu den Nichtzahlern gehört habe.
Aber ein wenig erstaunt war ich an dem Abend schon. Klar hat man in den letzten Monaten schon Gelegenheit gehabt, Panzerballett in Würzburg zu hören und exzessive Werbung hat Charly auch nicht gerade betrieben. Aber so wenig Besucher bei einer doch deutschlandweit bekannte Band, die auch schon im Fernsehen war? Und der Eintrittspreis war mit 10 € auch nicht unbedingt hoch, dafür bekommt man woanders nicht mal zwei Cocktails.

Oder ist die Zeit für so eine Musik abgelaufen? Aber das mag ich nicht glauben. Zwar spielen bei Charly auch schon Bands, die es in den 70ern oder 80ern gab, aber doch auch viele “jüngere” wie z. B. Panzerballett. Und gerade ist die stilistische Bandbreite im Art- und Progressiverock dermaßen groß, da wird ja kein Musikstil als mehr oder weniger spürbarer Einfluss ausgelassen.
Ok, die Musik ist oft nicht so eingängig und tanzbar wie andere Musikrichtungen — Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber sie ist doch immer überraschend und unbewöhnlich, man muss nur mal den Mut haben, seine alten Hörgewohnheiten aufbrechen und sich darauf einzulassen.

Uff, flammende Rede nicht nur für eine Musikrichtung, sondern eine musikalischen Offenheit! 🙂

Heute Abend gibt es wieder Gelegenheit, sich auf Neues einzulassen. Im Cairo spielt um 20.30 Uhr die Band mit dem wunderschönen Namen La Société des Timides à la Parade des Oiseaux (gelobt seit Copy & Paste ;-)), abgekürzt La STPO. Sie  klingen schräg, sind völlig radiountauglich, mischen alles was geht zu einem ungewöhnlichen Musikkonzept  und regen zu solchen Zitaten an: “avantgardistisches postpunkscharmützel mit jazzappeal”. Eintritt kostet 10 €. Tut also Charly und euch selbst einen Gefallen und hört es euch zumindest mal an. 🙂

Mach hinne Posthalle

Das Gezerre um die Posthalle nimmt kein Ende. Die Betreiber haben die Auflagen der Stadt zum Brandschutz bisher nicht erfüllt, die Stadt Würzburg genehmigt nun keine Veranstaltungen in der Posthalle mehr, bis die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, vielleicht ist das Ganze auch noch durch den Fall Loveparade Duisburg heißer geworden. Das heißt, in der nächsten Zeit finden dort keine Konzerte statt, zumindest bis Mitte September sind dort alle Veranstaltungen abgesagt oder verlegt worden.

Also Jojo, hau rein oder tritt in die richtigen Hintern, damit das Drama um die Posthalle endlich ein glückliches Ende findet und dort wieder gute Konzerte stattfinden können!

Und noch ein paar Bemerkungen zu der Sache:

Im Mainpost-Artikel wurde Frau Bandak von der städtischen Bauaufsicht mit den Worten zitiert “[…]dass derzeit eine Gefahr für Leib und Leben der Konzertbesucher bestehe”. Nun frage ich mich natürlich, warum die Stadt bei ihrer eigenen Veranstaltung Hafensommer — da war die Posthalle Ausweichspielstätte bei schlechtem Wetter — ihre eigenen Besucher dieser Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt hat?

Hat die Posthalle jetzt schon eine Baugenehmigung bekommen oder nicht? In der Mainpost stand im Artikel sowohl

Anfang Juli bekamen die Betreiber der Posthalle in Würzburg endlich die lang ersehnte Baugenehmigung

als auch

Seit zwei Tagen erst sind die Unterlagen vollständig und die Stadt wird in der Woche die Baugenehmigung erteilen

Ich bin verwirrt und die Mainpost scheinbar auch.

So sieht es in der Posthalle in den nächsten Wochen aus:

  • Die Killerpilze am 08.09.2010 entfallen eh.
  • 03.09.2010 – Batterie Pusteblume findet heute im Immerhin statt
  • 04.09.2010 – W.W. Festival findet in den Kellerräumen/Immerhin statt
  • 05.09.2010 – Franzi Röchters fleischloser Poetry Slam — so der vollständige Name — findet im Pleicher Hof statt
  • 10.09.2010 – Mad Zeppelin/Eric Rust wird verschoben — Mist!
  • 11.09.2010 – I am Disco Rocker – ohne Liveband May68 – im Immerhin

Und dann sehen wir mal ob bis dahin alle Sprinkler funktionieren, die Geländer (welche eigentlich?) gesichert sind und Feuerlöscher durch die Halle fahren. Und sehen wir dann auch, welche Sicherheitsbaustellen die Stadt noch aufmacht. Ideen hätte ich da genug.

Wie es weitergeht mit dem Pleicher Hof – ausnahmsweise eine Pressemitteilung

Ich veröffentliche eigentlich nie Pressemitteilungen im Ganzen, selbst Zitat daraus mag ich nicht, lieber schreibe ich selbst etwas. Aber in diesem Fall geht es um den Pleicher Hof, bei dem alle Außenstehenden schon genug Wischiwaschi-Informationen über die “Schließung” des Kellers haben. Darum hier 1:1  Pressemitteilung (ohne Titel und Kontaktdaten) ganz frisch vom Pleicher Hof bzw. dem Chef Udo “Ued” Walter.

Mit Bescheid vom 11.06.2010 hatte die Stadt Würzburg dem Betreiber des
“Pleicher Hof”, Udo Walter den Betrieb einer Diskothek untersagt. Die
Stadtverwaltung ist der Auffassung, dass in den Kellerräumen des “Pleicher
Hof” eine Diskothek betrieben wird, für die keine Genehmigung vorliegt.
Demgegenüber ist Betreiber Udo Walter der Meinung, eine Musikbar zu
unterhalten.

Die Stadt hat in Ihrem Bescheid Auflagen erteilt, die nach Angaben von Herrn
Walter dem “Pleicher Hof” die Existenzgrundlage entziehen. Nach Rechtsanwalt
Armin Beck von der Schweinfurter Kanzlei BBSW Rechtsanwälte geht der
Bescheid der Stadt über das Ziel einen nicht genehmigten Diskothekenbetrieb
zu unterbinden hinaus. Insbesondere die Anordnung “diskothekentypische
Einrichtung (Mischpult, Lautsprecher, Verstärkeranlage, Abspielgeräte und
Lichtorgel) zu entfernen entziehe dem “Pleicher Hof” auch die Möglichkeit
einer Nutzung als Musikbar, welche im Rahmen der Genehmigung läge.

Am 13.07.2010 fand schließlich ein Gespräch zwischen Herrn Walter mit
Rechtsanwalt Beck und Alexander Hoffmann, dem zuständigen Leiter des
Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste statt. Ziel und Ergebnis dieses
Gespräches war nun, so Rechtsanwalt Beck, dass eine Einigung herbeigeführt
werden soll, in der die Stadt die Kriterien für den Betreib des “Pleicher
Hof” so fasst, dass eine Nutzung als Diskothek zwar ausgeschlossen ist,
jedoch der “Pleicher Hof” als Musikbar weiter möglich ist, d.h. Diskjockeys
für musikalische Untermalung des Barbetriebes sorgen und auch gelegentlich
Konzerte veranstaltet werden können.

Herr Walter sorgt ab sofort verstärkt dafür, dass ein Tanzbetrieb im
Pleicher Hof nicht stattfindet. Die bereits durch Möbel verstellte
Tanzfläche wird noch mehr möbliert und so ein tanzen unmöglich gemacht. Die
Lichttechnik wird so weit zurückgebaut, dass kein bewegtes Licht mehr
stattfinden kann, welches zum tanzen animieren würde.

Die musikalische Gestaltung durch DJ’s wird ab Mittwoch den 21. Juli wieder
stattfinden. die Lautstärke der Musik wird weiterhin einem Barbetrieb
angemessen sein. Somit kehrt der wesentliche Bestandteil, ein musikalisches
Unterhaltungsprogramm, in die Bar des Pleicher Hofes zurück.

Herr Walter räumt offen ein, dass in der Vergangenheit immer wieder
Veranstaltungen in der Bar des Pleicher Hofes stattfanden, die
möglicherweise in ihrer Art einem Diskothekenbetrieb gleichgesetzt werden
können. So auch zuletzt am 28.05.2010, wo gemeinsam mit dem AK
Internationales des Sprecherrates der Universität Würzburg eine
Studentenfeier in den Räumen des Pleicher Hofes stattfand. An diesem Tag
wurde durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Würzburg ein
“Tanzbetrieb” in den Kellerräumen des Pleicher Hofes festgestellt, was nach
Ansicht von Herrn Walter schließlich zu letzterem Bescheid und zum
Musikverbot durch die Stadt Würzburg führte.

Für eine finanziell rentablen Betrieb ist der Pleicher Hof auch zukünftig
auf besucherstarke Sonderveranstaltungen wie Partys mit Tanzbetrieb und
imagebildende Veranstaltungen wie Konzerte angewiesen. Um solche aber
regelmäßig durchführen zu können, ist eine Konzession als Tanzlokal nötig.
Die Kosten für eine solche Konzessionsänderung, so schätzt Herr Walter,
liegen im mittleren 5-stelligen Bereich. Einen solchen finanziellen Aufwand
kann der Pleicher Hof aber nicht ohne Unterstützung von Außen, z.B. durch
Banken oder Brauerei, stemmen. Daher sind entsprechende Gespräche und
Verhandlungen seitens Herrn Walters mit betreffenden Instanzen vorgesehen,
eine Konzessionsänderung zur Sicherung der Existenz des Pleicher Hofes
angestrebt.

Der Pleicher Hof hofft, seine Existenz weiterhin durch interessante Inhalte,
durch ein abwechslungsreiches Kultur- und Musikprogramm sichern zu können.
Wir hoffen, dass dem Pleicher Hof das Mittel der “Doppeldecker-” und
“Billigsaufabende”, welches so viele Bars und Gaststätten schon für sich
einsetzten, erspart bleibt.

Herr Walter hofft nun, dass der “Pleicher Hof” als Szenetreff, der sich
durch ein vielfältiges kulturelles Angebot jenseits des “Mainstream”
auszeichnet, weiter bestehen und seine Rolle im Würzburger Kulturbetrieb
ausfüllen kann.

Zuletzt bedankt sich Herr Walter bei allen, die sich in den vergangenen
Tagen für ein Weiterbestehen des Pleicher Hofes mit anspruchsvollem
kulturellem und musikalischem Programm eingesetzt haben, ob Personal,
Freund, Gäste und Medienvertreter oder befreundete Musiker und
Kulturveranstalter aus ganz Deutschland.

Quintessenz: Es wird wohl nicht mehr wie bisher weitergehen, aber ein recht beschränkter Musikbar-Betrieb wird es wohl im Keller geben. Und wenn Ued es schafft, eine Konzession als Tanzlokal zu bekommen bzw. das Geld dafür (für einen Umbau?), dann könnte wieder Licht in den Tunnel kommen.

Pleicher Hof a cappella

Im Keller des Pleicher Hofs ist ab sofort die Musik aus. Und das Licht auch.

Am Sonntag, dem Tag des Nichtraucher-Volksentscheids, kam schon eine Mail vom Pleicher-Chef Ued, der als eine Konsequenz des Rauchverbots in Clubs, dass der Laden dadurch “vermutlich bald wieder in die drohende Insolvenz” geschickt würde. Und am Montag war dann kommentarlos auf der Website zu lesen, dass es ab sofort keine Musikveranstaltungen im Pleicher Hof geben wird. Warum und wieso wurde bei Kalimba und Kampfkoloss gerätselt.

Bei Facebook gab es heute kleine Einblicke, port01 zitiert den Pleicher Hof mit den WortenIch habe eben vom Ordnungsamt der Stadt Würzburg einen Bescheid erhalten, der uns alle discoähnlichen Veranstaltungen untersagt und uns zum sofortigen Abbau der Licht und Tontechnik auffordert. Der Einsatz eines sog. Discjockeys ist uns verboten.

Harter Tobak! Ob das Ordnungsamt von sich aus aktiv geworden ist, ob sich das Maritim beschwert hat , ob die BIWA dahintersteckt oder sonst wie  — zumindest hat der Pleicher nun ein immenses Problem! Allein durch das Café wird sich der Pleicher Hof wohl nicht lange finanzieren lassen.  Jetzt kann Ued natürlich Unplugged-Lesungen oder Klöppelkurse im Keller anbieten, aber damit wird wohl auch nicht sehr viel Geld zu machen sein.

Ja, vor dem Pleicher war nachts schon gern mal viel los, da hat die neue und umstrittene Preispolitik auch nicht viel geholfen. Aber wenn ich nachts durch Würzburg laufen und am Odeon, oder öfters, da auf dem Heimweg, am Studio vorbeikomme — da ist auch viel los vor den Discos. Da bin ich aber mal gespannt, wann das Odeon oder das Studio ihre Lautsprecher rausreißen müssen. Wobei, wenn ich ehrlich bin, sehe ich die Gefahr da eher gering. Die können wenigstens sagen, sie haben gutbezahlte Türsteher, die eben vor der Tür stehen. Ob es deswegen leiser ist … ich weiß nicht so recht. Aber so ein kleiner Schuppen wie der Pleicher Hof kann sich eben kaum mal Türsteher leisten — die Mainstream-Disco-Lobby mit dem dicken Geldbeutel wird es also vermutlich noch länger geben.

Zumindest ist nun eine kleine — ob man sie “alternativ” nennen will muss jeder selbst entscheiden — Disco und ein Konzertsaal lahm gelegt — und eventuell sogar zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Ob durch die Verschärfung des Nichtraucherschutzes oder das Oberwasser, das die BIWA nun haben wird, weitere folgen werden, das werden wir sehen, mit der Disco Fantastique musste ja kürzlich auch eine Veranstaltung auf Zimmersuche gehen.

Die Innenstadt mag nun vielleicht ein bisschen leiser sein, aber dem Image- und Wirtschaftsfaktor Kultur- und Nachleben hat diese Aktion auch einen Schlag versetzt.

Vielleicht werden ja noch ein paar Hintergründe dieser Ordnungsmaßnahme ans Licht kommen. Bis dahin: Bleibt abends daheim, setzt die Kopfhörer auf und tanzt zu naturtrüben Apfelsaftschorle und Salzstängchen. Aber nicht so laut schlürfen und knuspern!

Hoffest im Cairo mit Crumbs, Kaktussen, Bratze, Ira Atari & Rampue und I Heart Sharks. Uff!

Verdammte Hacke, die Zeit vergeht viel zu schnell. Nur noch 10 Tage, dann beginnt das Hoffest im Cairo — und ich habe noch immer keine Karten für die Crumbs & Kaktussen am 30. April 2010 besorgt. Ich habe leider schon die Show im Neunerplatz verpasst, da will ich mir den traditionellen Cairo-Hoffest-Auftritt mit den Kaktussen auf keinen Fall entgehen lassen.

Wer immer noch keinen Schimmer hat, von dem ich Rede: Die Crumbs sind ein Improtheater-Duo aus Kanada — hervorragende Schauspieler und vor allem wahnsinnig witzig! Empfehlenswert auch für Impro-Neulinge und Kaum-Englisch-Versteher.

Wo ich danach in den Mai tanze, das werde ich noch sehen. Vorschläge?

Musikalisch geht es auch am nächsten Tag gut weiter. Am 1. Mai spielen Bratze, Ira Atari & Rampue und I Heart Sharks mit anschließender Zündfunk-Party im Pleicher Hof.

Auf schönes Wetter und wenig Ascheregen ist zu hoffen, denn dann ist es im Innenhof vom Cairo wirklich schön. Für schlechtes Wetter gibt es Notfallpläne, lest sie euch auf den entsprechenden Seiten vom Cairo schon mal genau durch. Denn das ist wie mit dem Regenschirm — nimmt man einen mit, dann regnet es nicht.

Karten im Vorverkauf gibt es im Jugendkulturhaus Cairo oder im H2O in der Karmelitenstraße, für die Konzerte gibt es online Karten über KommKüssen auf Amiando.

Wir sehen uns beim Hoffest! 🙂

5 Jahre Pleicher Hof und ein bisschen leiser – vor der Tür

2005 hat der Pleicher-Hof eröffnet, im selben Jahr wie das Würzblog. Und ich darf dem Pleicher-Hof und ganz besonders Ued für viele Bloggertreffen, pl0gbars, Konzerte, My favourite tracks, Discos, Partys und endlos versackte Stunden danken. Viel Erfolg für die Zukunft!

Der Pleicher feiert das Jubiläum natürlich auch ordentlich. Von heute bis zum Samstag wird es Lesung, Konzerte bzw Discos geben. Besonders reizt mich das Robocop Kraus-Konzert morgen abend, das dann in die INDIE*HZ-Disco übergeht. Mal sehen.

Neu und etwas umstritten ist die neue Eintrittspreis- und Einlasspolitik des Pleicher-Hofs. Die Grundidee ist vielleicht gar nicht schlecht: Um Vorglüher und Vor-dem-Pleicher-Lärmer abzustrafen und Lärm auf der Straße möglichst zu vermeiden, werden zu später Stunde höhere Eintrittspreise verlangt, wochenends sogar gestaffelt. Damit will man Gäste möglichst früh an und in den Pleicher binden. In der letzten Stunde —  wann immer die genau sein wird — gibt es grundsätzlich keinen Einlass mehr. Wer vor dem Haus mitgebrachte Getränke trinkt, muss mit einem Haus- und Platzverbot rechnen. Bei Konzerten und Sonderveranstaltungen gelten aber gesonderte Regelungen.

Und nun geht es los. Was ist heute Abend im Pleicher? Ist da eine Sonderveranstaltung? Zählt Plattenauflegen als Konzert? Hab ich für die Uhrzeit genug Geld dabei? Ist morgen Feiertag? Wann ist die letzte Stunde, sprich: Komm ich überhaupt noch rein? Wenn ich 5 Minuten vor einer vollen Stunde in einer langen Schlage stehe, was zahle ich dann? Wird es mittwochs und donnerstags kurz vor 1 Uhr zur Panik vor der Kasse kommen, es geht schließlich um 5 €?

Für alle, die schlecht im Kopfrechnen sind oder zu betrunken auf dem Weg zum Pleicher-Hof dazu, hier eine kleine Tabelle der Eintrittspreis für die normalen Abende:

Mittwoch/Donnerstag Freitag/Samstag/Vor Feiertagen
bis 23 Uhr frei frei
23 – 0 Uhr frei 2 €
0 – 1 Uhr frei 3 €
1 – 2 Uhr 5 € 4 €
2 – 3 Uhr 5 € 5 €
3 – 5 Uhr 5 € 6 €
letzte Stunde kein Einlass kein Einlass

Und Dank auch an Kalimba Gossip, dessen Beitrag mich heute daran erinnert hat, meinen Beitrag endlich mal fertig zu schreiben. 😉

Dicker Dienstag

Naja, besinnlich geht die Adventszeit hier in Würzburg nicht unbedingt los. Gerade morgen könnte ich mich beim Abendprogramm wieder mal zerreißen. Was steht denn für den morgigen Dienstag auf der Liste?

Die Dezemberausgabe von my favourite tracks. Dennis Schütze hat diesmal einen Mann zur Musiktalkshow eingeladen, den viele vielleicht nicht namentlich kennen, aber ohne den viele kulturellen Veranstaltungen in Würzburg gar nicht stattfinden würden — Peter Grethler von der Distelhäuser Brauerei, die Sponsor von diversen Kulturförderpreisen, von Events wie dem Hafensommer und einigem mehr ist. Leute, die Geld für eine Veranstaltung wollen, sollten morgen, 1. Dezember 2009,  vielleicht mal ab 20.00 Uhr in den Keller des Pleicherhofs schauen und ein sympathisches Gesicht aufsetzten, vielleicht bringt es ja was. Dennis hat mir schon den Hidden Track verraten, also die Aktion, die der Gast immer nach dem Talkshow-Teil veranstaltet. Für mich ist sie überhaupt nichts, für viele andere könnte sie aber ein Genuss werden.

Weniger für die Kulturliebhaber als für Leute die Webseiten entwickeln ist eine Veranstaltung der PHP User Group Würzburg zum Thema “Barrierefreiheit im Internet in Theorie und Praxis”. Wie surfen Blinde und Sehbehinderte im Internet. Was geht gut, was geht schlecht, was könnte besser sein, wie sollte es sein? Der Vortrag/Workshop findet morgen ab 19.30 Uhr in den Räumen der Frankfurter Fünf statt, in der Frankfurter Straße 5, das ist rechts neben Herrn Rossis Wohnzimmer. Die Anmeldefrist ist eigentlich schon abgelaufen, aber man kann ja in den Kommentaren mal nachfragen, ob noch was geht. Da ich an der Grundidee des Abends nicht ganz unschuldig bin, werde ich zumindest mal vorbeischauen.

Nur vorbeischauen werde ich deswegen, da ich eigentlich am Abend in die Posthalle will. Dort gibt Wishbone Ash ein Konzert, besser gesagt: Teile von Wishbone Ash, darum heißt es jetzt eigentlich Martin Turner’s Wishbone Ash. Bin gespannt, wie es ist die über 30 Jahre alten Songs mal live zu hören, im zweiten Teil des Konzerts soll das komplette Argus-Album gespielt werden. Könnte wirklich gut werden, aber bei so alten Bands ist ein Restrisiko an Peinlichkeit nie auszuschließen. Ich bin aber optimistisch! 🙂