• Kultur,  Politik

    Das Ziel: Erfolglos und gefördert

    Aha. Wieder was gelernt. Ist eine Veranstaltung, die von der Stadt Würzburg gefördert wird, zu erfolgreich, dann muss man die Fördergelder rückwirkend zurückzahlen. So geschehen mit Christian Ritters Poetry-Slam, der für Highlander-Slam und Frankenslam im Mai und Juni 2010 in der Posthalle die Fördergelder wegen Erfolgs anscheindend zurückzahlen musste. Komisches System. Das ist doch dann keine Förderung, sondern ein Darlehen, dass ab einem gewissen Umsatz zurückgezahlt werden muss. Eine Förderung sollte doch gerade den Erfolgsfall herbeiführen und -sehnen. Sonst sollten Veranstalter lieber ein bisschen weniger Werbung machen und gute Ideen entwickeln, nicht dass man am Ende noch die Förderung verliert.

  • Gastronomie,  Kultur,  Politik

    Pleicher Hof a cappella

    Im Keller des Pleicher Hofs ist ab sofort die Musik aus. Und das Licht auch. Am Sonntag, dem Tag des Nichtraucher-Volksentscheids, kam schon eine Mail vom Pleicher-Chef Ued, der als eine Konsequenz des Rauchverbots in Clubs, dass der Laden dadurch “vermutlich bald wieder in die drohende Insolvenz” geschickt würde. Und am Montag war dann kommentarlos auf der Website zu lesen, dass es ab sofort keine Musikveranstaltungen im Pleicher Hof geben wird. Warum und wieso wurde bei Kalimba und Kampfkoloss gerätselt. Bei Facebook gab es heute kleine Einblicke, port01 zitiert den Pleicher Hof mit den Worten “Ich habe eben vom Ordnungsamt der Stadt Würzburg einen Bescheid erhalten, der uns alle discoähnlichen…

  • Zeuch

    Würzblog-Bilderrätsel #39

    Da steht er nun, der „Glaspalast“ auf dem Unteren Markt, um den es vor seiner Errichtung so viele Diskussionen gab. Der @wue_reporter bzw. die schreibmaschine haben mal ganz tief im Archiv gekramt und den damals für das Volksblatt verfassten Text über die Eröffnung gefunden. Ein kleiner Auszug: Wer bei der offiziellen Einweihung des „Glaspalastes und der neuen Verkaufsstände am Unteren Markt viele kritische Stimmen oder gar Unmutsäußerungen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Gerade mal drei Unzufriedene brachten noch einmal ihre Meinung zu dem im Vorfeld heftig umstrittenen Projekt zum Ausdruck. „Wie häßlich soll Würzburg noch werden?“, fragten sie unter anderem auf Transparenten die Lokalpolitiker. Den Demonstranten wurde jedoch nur wenig Aufmerksamkeit…

  • Events,  Kultur,  Politik

    Buntbund

    Würzburg ist bunt

    Nein, sie kamen nicht nach Würzburg, die Rechten am 1. Mai. Der Naziaufmarsch fand nur in Schweinfurt statt. Dafür waren 5000 Menschen auf der Straße, um für Würzburg ist bunt zu demonstrieren. Keine schlechte Zahl, aber so wirklich umgehauen hat sie mich auch nicht. Bei über 130.000 Einwohnern hätte ich schon mehr erwartet, in Schweinfurt — gut 50.000 Einwohner — waren ca. 8.000 Menschen auf der Straße. Und das, obwohl sich die CSU Schweinfurt — traurig, traurig — offiziell nicht an dem Bündnis Schweinfurt ist bunt und an der Demo beteiligt hat. Und Schweinfurt hatte auch über 800 Rechtsextreme auf der Straße. Hier in Würzburg haben sich die Gegner des…

  • Events,  Kultur,  Politik

    1. Mai: Würzburg ist bunt

    Die braune Soße hat erfolgreich gegen das Demonstrationsverbot der Stadt Würzburg für den geplanten Aufmarsch am 1. Mai 2010 geklagt, die Beschwerde der Stadt beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München heute wird wohl auch nichts ausrichten. Ob die Rechtsextremen nun in Schweinfurt oder Würzburg — oder beiden Städten — aufmarschieren werden, weiß keiner so genau. So oder so heißt es ein Zeichen setzen — unter dem Motto “Würzburg ist bunt” versammeln sich viele Organisationen und Bürger der Stadt am 1. Mai zu einer Gegendemonstration gegen den Naziaufmarsch. Der bunte Zug startet nach der Auftaktkundgebung um 11.00 Uhr am Hauptbahnhof dann Richtung Marktplatz, wo um 12.30 Uhr die Abschlussveranstaltung stattfinden wird. Ich…

  • Politik,  Wirtschaft

    Elena, die kleine Datenkrake vom Heuchelhof

    Seit vorgestern wohnt ja Elena in Würzburg. Neee, nicht die Elena, die andere. Unsere Elena wohnt bei der Deutschen Rentenversicherung, ich vermute mal in einem Appartement in der Berner Straße 1, Inneneinrichtung und Hausmeister wurden gestellt. Mit vollem Namen heißt sie “Elektronischer Entgeltnachweis” und sie lässt sich schon gerne mal alle “einkommensrelevanten Informationen” von ca. 40 Millionen Arbeitnehmern schicken. Also wer wann wie viel verdient hat zum Beispiel, praktisch, wenn man Arbeitslosengeld oder ähnliches berechnen will. Und weil Elena noch Platz in ihrer Wohnung hat, da hat sich die Regierung gedacht, sie lagern bei ihr im Keller noch gleich weitere Daten ein. Ob der Arbeitnehmer gestreikt hat, wie viel Fehlzeiten er…

  • Politik

    Wem gehört eine Stadt?

    Ein Augsburger Blogger reserviert sich die Domain “augsburgr.de”, fragt sogar bei der Stadt Augsburg nach, ob die was dagegen hat, und erhält von eben dieser Stadt eine Abmahnung, bei der schon die Anwaltkosten sich auf knapp 2.000 € belaufen. Die Aufregung im Netz war groß, die Stadt Augsburg ist (deswegen?) heute zurückgerudert und hat die Abmahnung zurückgenommen — aber sie fühlt sich noch im Recht. Neben dem Image- und PR-Desaster für die Stadt Augsburg, neben dem unsäglichen Abmahnrecht und auch neben jeglichem juristischen Namens- und Markenrecht — was passiert da eigentlich? Hat eine Stadtverwaltung das alleinige Nutzungs- und Vergaberecht am Stadtnamen? Wohlgemerkt, es ging nicht um die Domain “augsburg.de”, da…

  • Kultur,  Politik

    Kuschelrunde

    RIMG0651

    Am Mittwochabend war ich bei der Podiumsdiskussion über die Frage, wie mit den Nachkriegsbauten der 50er und 60er Jahre in Würzburg umgegangen werden soll. Nein, halt — Diskussion hätte ja bedeutet, man wäre sich nicht einig gewesen und hätte Argumente ausgetauscht. Aber so war es nicht. Mit viel Mühe hätte man den Abend “Vier gegen Chrisi” nennen können, denn Denkmalpfleger Fiedler, Chefverschönerer Kummer, Stadtheimatlehrer Steidle und Architektin Scholder waren sich grundsätzlich über die Notwendigkeit der Erhaltung der Nachkriegsbauten einig, einiger “Gegner” war Stadtbaurat Christian Baumgart, der sich allerdings auch recht harmonisch und diplomatisch gab. Ich weiß gar nicht warum man Frau Scholder eingeladen hat, ein Architekt mit einer Weg-mit-dem-alten-Scheiß-Platz-für-was-Modernes-Einstellung hätte…