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Fleisch: Das neue Gold?

Da hat die Polizei doch drei Männer in der Nürnberger Straße in Würzburg festgenommen, wie sie bei einer Kontrolle “mehrere Kilogramm Rinderfilet”  in deren “speziell präparierter Kleidung” gefunden haben — offenbar geklaut. (Quelle: Polizeibericht des Präsidiums Unterfranken)

Fleischdiebstahl? Das Zeug ist doch eigentlich eh zu billig! Oder war es wenigstens Bio-Fleisch? Ist das auf dem Schwarzmarkt was wert? Oder war das alles für den Eigenbedarf geklaut, für eine ganz große Grillfete?
Was machen die Dieben dann mit den gestohlenem Fleisch? An Sammler verkaufen? An den Fleischdealer? Wird man jetzt in den Clubs angesprochen, ob man nicht mal wieder einen Leberkäs-Trip einwerfen will oder Lust auf blutjunge Polnische hat?

Übrigens möchte ich auch gern mehr über diese  “speziell präparierte Kleidung” erfahren. Ist da ein Vakuumiergerät ins Futter eingenäht? Kühlakkus in den Seitentaschen?

Und ein Schmankerl aus dem Polizeibericht für den Journalisten Ralf, auch wenn er heute frei hat:

 Im Wagen entdeckten die Beamten eine total gefälschte Versicherungsbescheinigung.

Total gefälscht! Nicht nur ein bisschen oder gar halb gefälscht, wie man das ja sonst so kennt. Nein! TOTAL gefälscht! Die trauen sich was!

Centrale ohne Kasse

Diebe im Café – Wiederholungstäter

Centrale ohne Kasse
Die Welt ist schlecht! Da hat es doch wieder jemand gewagt, in mein Morgen- und Mittagscafé, dem Caffe Centrale in der Bronbachergasse, einzubrechen. Heute Nacht! Diesmal hat sich der Dieb nicht lange aufgehalten, die Kasse, in der nur ein wenig Wechselgeld war, aufzubrechen. Nein, diesmal hat er gleich die ganze Kasse mitgenommen. Reingekommen ist er über das Fenster zum Innenhof, das aber eigentlich gut von der Bronnbachergasse einsehbar ist.

Ich frage mich immer, wieso Leute so ein Risiko wegen ein paar Euro auf sich nehmen? Da haben sie doch mit Flaschenpfand aus Mülleimern mehr Geld verdient. Oder ist es der Nervenkitzel?

Falls also heute Nacht jemand irgendwelche Personen am Fenster des Centrale rummachen hat sehen, dann waren das keine Fensterbauer auf Spätschicht, sondern wohl die Diebe. Meldet euch dann einfach im Centrale oder bei der Polizei.

Und für alle Centralegänger bedeutet das heute, dass sie passend zahlen müssen.

Sperrzone Innenstadt

So langsam kriege ich schon Pickel, wenn ich nur das Wort “Bürgerinitiative” in Würzburg nur höre. Selbst im Winter schießen die wie Pilze aus dem Boden.

Neuester Pilz ist die “Bürgerinitiative Würzburger Altstadt” — BIWA –, die ihre Mitglieder aus Bewohnern und Geschäftsleuten aus der Innenstadt rekrutiert. Sie fühlen sich vom Lärm, Dreck und überhaupt vom ganzen Rummel des Nachts in der Stadt gestört. Das Ganze hat gestern darin gegipfelt, dass sich Vertreter der Stadt, der Polizei und der Gastronomie im Odeon getroffen haben, um zu besprechen, wie man mit den Problemen umgehen soll. Die daraus entstandene Idee geht dahin, dass die Sperrzeiten — also die Zeit, in der ein gastronomischer Betrieb geschlossen sein muss — am Wochenende wie bisher auf 5 Uhr früh bleiben, aber während der Woche auf 1 Uhr verlängert wird. Für Leute wie mich, die es nicht gewohnt sind in Sperrzeiten zu denken, sondern in Öffnungszeiten: Während der Woche darf ein Lokal maximal bis 1 Uhr nachts geöffnet haben, am Wochenende maximal bis 5 Uhr.

Bisher ist das nur eine Diskussionsgrundlage, entschieden ist noch nichts, es kann auch noch ganz anderes kommen — in jede Richtung.

Liebe Innenstadtbewohner, es ist nicht so, dass ich eure Anliegen grundsätzlich nicht verstehen oder sogar teilen würde. Wobei ich — auch wenn sie das nicht hören wollen — den Innenstadtbewohnern eine höhere Schmerzgrenze zumuten möchte. Mich regen selbst an Nicht-Innenstadtbewohner ein paar Sachen auf. Das Scherbenmeer, durch das ich manchmal knöcheltief waten musste, geht mir auch auf den Sack. Aber noch mehr auf den Sack geht mir euer Maßnahmenkatalog.

Es ist ein schwieriges Problem. Würzburgs Innenstadt soll lebendig und attraktiv sein, aber gleichzeitig ein ebenso ruhiges Wohngebiet wie im Frauenland. Ich sag es nur ungern: Das wird schwierig. Die Stadt profitiert letztlich auch vom Nachleben in der Innenstadt, der Begriff “Szenestraße” wird sogar werbetechnisch auf der Webseite des BIWA-Mitgründers Bernd Mars verwendet:

Und neue, vor allem auch junge Leute entdecken das Traditionsgeschäft für Stahlwaren, Sportwaffen, Feuerzeuge und Rasierer in der belebten Szene-Straße.

Hmm, und viele der jungen Leute haben das Traditionsgeschäft nachts um 3 Uhr zum ersten Mal gesehen. Das scheint geschäftlich kein Nachteil zu sein.

Ja, der Lärmpegel nachts in der Stadt hat auch für mich in den letzten Jahren zugenommen. Für mich liegt der Hauptgrund beim hochgelobten Nichtraucherschutz. Man geht gern oder ungern zum Rauchen nach Draußen und behält die Kneipensprechlautstärke bei. Früher blieb man eben in der Kneipe. Nichtraucherschutz gegen Ruhestörungsschutz.

In ihren Hauptforderungen nennt die BIWA den Punkt “Konsequente Präsenz von Ordnungskräften, wie z.B. kommunaler Ordnungsdienst, Bereitschaftspolizei und Polizei”. Ordnungsdienst, ok. Polizei und vor allem Bereitsschaftspolizei? Ich sehe schon Hundertschaften in schusssicheren Westen durch Würzburgs Innenstadt patroullieren und sobald Zimmerlautstärke überschritten wird kommt der Wasserwerfer zum Einsatz?

Die BIWA fordert auch konsequente Umsetzung des Jugendschutzgesetzes, was ja nicht schlimm ist. Aber liebe BIWA: Auch ich bin gerne mal nachts in Würzburg unterwegs und ich die wenigsten — wenn überhaupt — denen ich begegne sind Jugendliche, vielleicht gehe ich da in die falschen Lokale. Die meisten sind Studenten, die in Regelfall über 18 Jahre sind. Und noch schlimmer: Gar nicht mal so wenige sind nicht mal Studenten, sondern einfach Erwachsene, die im Arbeitsleben stehen, so wie ich.   Ja, man kann fast 40 sein und trotzdem ein Nachtschwärmer — und ich bin selten der Älteste. 😉

Und gerade mich als steuerzahlender, arbeitender, reifer und erwachsener Bürger dieser Stadt würde mich eine Begrenzung der Öffnungszeit auf 1 Uhr während der Woche ärgern, aus einem ganz egoistischen Grund: Ich arbeite hin und wieder mal bis spät in der Nacht im Büro. Und ich freue mich schon immer darauf, dann endlich das Büro zu verlassen und irgendwo in der Stadt noch einen Absacker zu trinken — manchmal auch zwei. Und das darf ich dann nicht mehr?
Das heißt, ich muss mir tagsüber eine Flasche Schnaps kaufen, die ich dann auf dem Heimweg trinken darf, flankiert von Männern in Uniform? Und wenn ich einen Platz passiere, an dem Alkoholverbot herrschen wird, muss sich sie verstecken? Nicht dass mich die Videoüberwachung dabei erwischt, die die Daten wahrscheinlich gleich zum Heuchelhof leiten wird.

Ne BIWA, ich glaube mit euren Forderungen schießt ihr über das Ziel hinaus. Man soll schon etwas tun, um die “Zustände” in der Innenstadt für die Anwohner erträglicher zu machen. Die Gastronomen sollen sich was überlegen, was sie gegen den Lärm machen können, manchmal kann ein “Hey, jetzt plärrt mal net so rum” von der richtigen Person schon Wunder wirken — hab ich schon erlebt. Mit dem Dreck wird es schon schwieriger, in einigen Lokalitäten darf man ja schon keine Gläser mit nach draußen nehmen. Das Problem sind die Glasimporteure, die mit einem oder mehreren Sixpacks auf den Straßen unterwegs sind, die sie von daheim mitgebracht oder nachts im Straßenverkauf erworben haben. Warum es so cool ist, die Flaschen zu zertrümmern, hat sich mir bis heute nicht erschlossen, aber das ist ein Problemfeld, an dem vielleicht Psychotherapeuten arbeiten müssen. Der Ordnungsdienst könnte da natürlich eingreifen, aber wer zahlt denn die zusätzlichen Nachtschichten?

Nein, ich bin deutlich gegen eine Verlängerung der Sperrzeiten. Damit brächte man Würzburg mal wieder noch näher an die Provinz.

Mittlerweile wurde auch das Blog “Sperrstunde” eingerichtet, hier soll laufend über den Stand der Dinge berichtet werden. Auf Facebook gibt es auch eine Gruppe dazu.

Klettergarten Augustinerhochhaus, auch nachts geöffnet

AugustinierstraßeAugustinierstraße

War es die Kletterabteilung des Verschönerungsvereins, die eine Besetzung plante? Oder Mitglieder des Stadtrats bei einer Vor-Ort-Besichtigung? Oder wollte nur jemand nachmessen? Sicher ist nur, das heute Nacht jemand auf auf dem Hochhaus in der Augustinerstraße war und nicht wirklich wieder herunter konnte. Oder wollte. Die Frage nach Wollen oder Können nahm ihnen dann die Polizei und Feuerwerh ab.

Wer und warum — das kriegen wir auch noch raus.

Danke an Martin für die Bilder, dem die ganze Aktion den Schlaf gekostet hat.

Fränkische Kriminacht im BR

Nachdem die Pingbacks (ok, einer) und die E-Mails (ok, eine, Danke Katrin!) zu Thema hereinprasseln, muss ich wohl doch was schreiben.

Ob es daran liegt, dass Bayern einen fränkischen Minnisterpräsidenten hat? Zumindest rückt Franken wieder mehr in den Fokus in Bayern, und sei es nur für eine Nacht. Eine Mordnacht.

Das Bayerische Fernsehen zeigt am morgigen Samstagabend drei Krimis in Folge, die in Franken spielen. Der Polizeiruf 110 ergeht zweimal im mittelfränkischen Nürnberg, aber die Primetime 20.15 Uhr gehört uns Unterfranken in Würzburg.

Im Spielfilm “Freiwild. Ein Würzburg-Krimi” ermittelt Thomas Schmauser (kein Wikipedia-Eintrag? Tststs) als fränkischer Kriminalhauptkommissar Peter Haller in Würzburg. Ob die Rolle als die von Markus Söder geforderte Wiedergutmachung gelten kann, wird sich zeigen.

Vorabkritiken gibt es hier, hier und hier. Ob ich mir den Heimatkrimi anschauen werden, weiß ich nicht, ich bin weder ein großer Fernseh- noch Krimifan. Und wie Würzburg aussieht, weiß ich auch so.

Der Letzte der OB-Kandidaten in der Würzmischung

Uwe Dolata heißt er, lacht gerne und ist Oberbürgermeisterkandidat für die ödp in Würzburg. Und er saß heute Nachmittag zwischen AlGore und mir auf dem Sofa im Büro und hat eine gute Stunde mit uns geplaudert. Das bedeutet?

Genau, die Würzmischung #20 ist da mit Herrn Dolata als Gast.

Und damit haben wir alle Kandidaten in der Würzmischung gehabt.

Bloß nicht

Der Appell des Polizeipräsidiums Unterfranken zur Faschingszeit lautet:

Nach Alkoholgenuss Hände weg vom Steuer. Entweder trinken oder fahren, beides zusammen geht nicht!

Dem muss ich frei nach Dieter Nuhr energisch widersprechen: nach Alkoholgenuss bloß nicht Hände weg vom Steuer. Wenn ich schon besoffen Auto fahre, da lass ich doch nicht noch das Lenkrad los.

Also lieber auf das Würzblog hören und nach Alkoholgenuss überhaupt kein Auto fahren. Nie mehr.