Montag ist Kinotag bei René

Auch woanders wird in Sachen Programmkino nicht lange gefackelt — im Café zum schönen René wird nun an jedem Montag ab 19.30 Uhr ein Film gezeigt. Codename: Panoptikum.
Welcher Film? Keine Ahnung, da ist wohl alles drin, die Jungs machen das schon. Ob alle Zuschauer drin sein werden, das wird sich zeigen, denn auf der Facebook-Veranstaltungsseite gibt es schon 26 bestätigte Gäste. Wenn da alle an einem Tag kommen, könnte es ein wenig eng werden. Aber egal, das Café hat zwei große Glasfronten und es wird draußen langsam wärmer.

Programmkino: Vom Unkonkreten zum Konkreten

Ich dachte mir schon, dass zur Infoveranstaltung um ein mögliches Programmkino in Würzburg am Dienstagabend viele Interessierte kommen würden. Aber dass dann doch sooo viele kommen würden, dass selbst die Stehplätze im Luisengarten knapp wurden, das hätte ich nicht gedacht. Die Hütte war voll, so um die 300 Leute werden da gewesen sein.

Für alle die nicht dort waren und sich für das Thema Programmkino in Würzburg interessieren: Ihr habt nichts verpasst. Nicht dass es ein uninteressanter Abend war. Aber es ist nicht konkret passiert. An Eckdaten gab es auch nur die bekannten Punkte: Es soll eine Genossenschaft oder ein Verein für den Betrieb eines Programmkinos gegründet werden (der Rechtsanwalt auf dem Podium sprach sich eher für die Genossenschaft aus), das Kulturreferat der Stadt wird die initiative und dann die Genossenschaft nach Möglichkeit unterstützen, es wird für das Programmkino kein neuer Födertopf aufgemacht werden. In den nächsten Monaten gibt es schon Filme im Chambinzky und an eventuell anderen Orten. Nach einer vorübergehenden-dauerhaften Ortslösung wird gesucht, Ideen dazu sind gerne gehört. Kulturreferent Al Ghusain hat glaube ich dreimal die dann umgebaute Frankenhalle als endgültigen Ort des Programmkinos ins Rennen geworfen — mal sehen, ob das auch so kommt.

Alles Dinge, die einem schon vom Lesen des Flyers bekannt waren. Trotzdem interessant war der Abend durch Friedrich Erbacher. Der kommt aus Aalen und ist Vorstand einer Genossenschaft, die eben ein Programmkino, das Kino am Kocher, in der Stadt vor drei Jahren eröffnet haben — und es läuft immer noch. Sie haben mit wenig finanzieller Förderung ein kleines Kino mit 70 Plätzen gebaut bzw. umgebaut und darin eine kleine Kneipe verpachtet. Herrn Erbachers Vortrag hat motiviert, ein Programmkino in Würzburg auf die Beine zu stellen; er hat aber auch gleichzeitig die Grenzen gezeigt. Man braucht viele Leute, die Genossenschaftsmitglied sind, damit die Grundfinanzierung vorhanden ist, man braucht aber fast noch dringender dauerhaft Leute, die ehrenamtlich am Kinobetrieb mitarbeiten. Und: Auch das Programmkino muss sich rechnen; experimentelle Filme zu zeigen, die kaum jemand sehen will, muss man sich finanziell genau überlegen.

Und wie ich mich so im Saal umgeschaut habe, kam mir noch ein mögliches Problem in den Sinn: Die Interessen in Bezug auf das Kino und besonders auf die Filmauswahl werden sehr unterschiedlich sein. Mainstreamfernes Unterhaltungskino, sozialkritische Problemfilme, attac-taugliche Antiglobalisierungsstreifen, Fremdsprachenkino für Fortgeschrittene, hochchiffrierte Essayfilme und viele andere Arten von Filmen werden wohl von verschiedenen Gruppen und Cliquen erwarten und gefordert werden. Die Programmgruppe des potenziellen Kinos bzw. der Vorstand der Genossenschaft wird aufpassen müssen, sich nicht vereinnahmen zu lassen und — zwangsweise — auch wirtschaftlichen Aspekten die Filmwahl überlassen müssen. Im Kino am Kocher gilt für exotische Filmewünsche das Prinzip “Mach den Saal voll, dann zeigen wir den Film”. Trotzdem wird man auf eine ausgewogene Filmauswahl großen Wert legen müssen, um den kulturellen Frieden zu wahren, sofern das überhaupt möglich ist.

Der Abend war also keine Gründerversammlung, wie auf dem Flyer zu lesen war, sondern eine Infoveranstaltung. Und eine Rekrutierungsveranstaltung. Denn die Initiative, so unkonkret sie auch noch ist, braucht Leute, die für sie etwas tun oder tun werden. Öffentlichkeitsarbeiter, Organisatoren, kleine und große Technik, Filmkenner, Mundpropagandisten, Ideengeber, Raumsucher, etc. pp. Interessenten können ihre Kontaktdaten über ein Formular an das Kulturreferat schicken, über die Website programmkino-wuerzburg.de sollte auch ein Austausch erfolgen, aber da ist leider noch recht wenig Inhalt drauf, geschweige denn eine Kontaktmöglichkeit. Vielleicht sollte ich mit gutem Beispiel vorangehen und mich als Webmaster der Seite anbieten. Hab ja sonst nix zu tun! 😉

Frankenhalle voran

Harmonisch war es gestern beim “KulturRaum Frankenhalle”. Ich habe jetzt gar nicht viel Zeit zum Schreiben, da ja gleich schon die Anschlussveranstaltung “Programmkino” beginnt. Darum nur ein paar Stichpunkte, die mir zum gestrigen Abend einfallen.

  • Es war ganz gut besucht, so um die 100 Leute werden schon im Bockshorn gewesen sein. Sehr bunt gemischt, von jung bis alt war alles vertreten.
  • Der Umbau der Frankenhalle für die Zwischennutzung der Theatersanierung und für die anschließende Nutzung als “Kulturhalle” hat bei der Stadt eine sehr hohe Priorität, das Areal “Alter Hafen” soll weiter kulturell erschlossen werden. Man muss aber die erforderlichen 9,5 Millionen Euro irgendwie zusammenbekommen.
  • Das Mainfrankentheater könnte nicht spontan umziehen, es braucht 1,5 – 2 Jahr Vorlaufzeit für Verträge, Logistik, Organisation, etc.
  • Laut Stadtkämmerer könnte es — wenn alles hinhaut und Fördermittel rechtzeitig und ausreichend zu Verfügung stehen und die Pläne fertig sind — schon diesen Herbst mit dem Umbau losgehen. Das Theater könnte dann in der Spielzeit 2012/13 in der Frankenhalle, zwei Jahre später könnte die Sanierung des Theaters beendet sein und die Frankenhalle einer allgemeinen kulturellen Nutzung zur Verfügung stehen. Könnte.
  • Die Frankenhalle als Kulturhalle soll eine Bürgerstiftung (vermutlich bis dahin die 150. Stiftung in der Statd) betreiben. Die Stiftung soll wirtschaftlich arbeiten und muss den Spagat zwischen Kultur und Kommerz halten können.
  • Der Vorbau an der Veitshöchheimer Straße wird wohl abgerissen werden und an der Stelle ein neues Gebäude errichtet werden. In dem Bau könnte das Bürger-Programmkino seinen Platz finden.
  • Auch der Stall wird — das ist der hintere Teil der Frankenhalle — wird wohl abgerissen werden, da er zu marode und nicht erhaltenswert ist.
  • Da die Frankenhalle im Wohngebiet steht, wird es wohl keine Punk-Konzerte dort geben oder andere laute Veranstaltungen. Kommt aber auch auf die Schalldämmung des fertigen Gebäudes an. Sie wird also keine Konkurrenz zur nahen Posthalle sein — sofern es diese bis dahin überhaupt noch gibt.
  • Die Theaterleute sehen die Spielzeit in der Frankenhalle eher als künstlerische Herausvorderung, gerade dass die Bühne von drei Seiten von Zuschauern umgeben sein wird. Zeit für Theater wie Shakespeares Zeiten.
  • Die Idee, zwischen Kulturspeicher und Frankenhalle einen durchgehenden Platz zu schaffen und die Veitshöchheimer Straße in dem Bereich in einen Tunnel zu verlegen, ist reizvoll, aber das werden im besten Fall unsere Kindeskinder erleben.

Schauen wir wie es weitergeht, denn es geht wohl weiter. Es ist zumindest gut zu wissen, dass ich vor zwei Wochen nicht umsonst aus der Frankenhalle ausgezogen bin.

Wir basteln ein Programmkino

Die Zeit des Filmwochenendes in Würzburg ist auch die Zeit, in der viele Würzburger den Wert eines Programmkinos in der Stadt wieder- oder neuentdecken. Nur haben wir seit einem Monat kein Programmkino mehr in der Stadt. Es ist aber nicht so, dass sich in der Richtung gar nichts tun würde. Vom Fachbereich Kultur wird eine “Initiative zur Gründung eines innerstädtischen Programmkinos in Würzburg” unterstützt, die sich die dem Thema annehmen soll.

Zielsetzung der Initiative ist es, wenigstens ein kleines Programmkino zu schaffen. Dazu soll ein Verein oder eine Genossenschaft gegründet werden, die dieses Kino trägt und betreibt. Erst mal provisorisch an wechselnden Orten, später dauerhaft, eventuell in der Frankenhalle. Noch steckt die Initiative in den Kinderschuhen, wie, ob und was konkret passieren wird oder kann, das wird die Zeit weisen. Und es wird sich dadurch auch herausstellen, wie groß der Wunsch nach einem Programmkino in Würzburg wirklich ist, denn nur mit Lippenbekenntnissen wird man sowas nicht auf die Beine stellen können.

Wer Interesse hat, irgendwie an einem neuen Programmkino in Würzburg mitzuwirken, der kann am 9. Februar 2010 um 19.30 Uhr zu der Vorbereitungsversammlung in den Saalbau Luisengarten kommen.

Es gibt auch schon drei Termine für Filmvorführungen, die alle im Theater Chambinzky stattfinden. Am 2. März 2010 wird um 20.00 Uhr der Film “Die Anwälte — eine deutsche Geschichte” gezeigt, am 9. März 2010 um 19.00 Uhr “Das weiße Band — eine deutsche Kindergeschichte”  und am 23. März 2010 um 20.00 Uhr die nicht-deutsche Geschichte “Dolpo Tulku — Heimkehr in den Himalaya“. Der Eintritt kostet jeweils 4,50 €.

Update: Endlich gibt es dazu auch etwas Offizielles im Netz.