Kaffee im Café zum schönen René

Café zum schönen RenéHeute Morgen kam ich kurz nach 10 Uhr auf dem Weg ins Büro am Bahnhof vorbei. Und im Pavillon neben der Kinderbespaßungsstätte sah ich doch tatsächlich Licht — das Café zum schönen René hat nun tatsächlich endgültig eröffnet!

Eröffnet hat der Propeller-Nachfolger schon am letzten Freitag, doch da war ich familiär verhindert. Aber da habe ich scheinbar ein Kommunikationsphänomen verpasst — ohne irgendwie Werbung zu machen, waren allein durch Mund-zu-Mund-Propaganda ungefähr 400 Leute im Laden. Café zum schönen RenéDa werden einige Stühle in Werbeagenturen wackeln. Die Eröffnungstage waren so heftig, dass das Café am Bahnhof gleich mal wieder ein paar Tage “zum Finetuning” geschlossen werden musste. Bis heute.

Aber heute haben sie wirklich aufgemacht, mir wurde die Ehre zuteil, der erste Gast zu sein. Die Frage, ob ich einen Cuba Libre will, habe ich gleich mal ignoriert, dafür war es mir noch eine Stunde zu früh. 😉
Das Café finde ich wirklich gut gelungen. Eine leicht trashig-alternative Wohlfühleinrichtung — nicht so angestrengt wie im Wunschlos Glücklich, sondern eine der entspannten Art. Oma-Zuckerdosen und Blümchen auf den türkisen Tischen, und ich durfte ausnahmsweise die zauberhafte Blumendecke im Damenklo bestaunen. Und geöffnet hat es wirklich jeden Tag außer sonntags vom 10 Uhr früh bis irgendwann nachts.

Schön, dass es die Propeller-Linie mit dem Café zum schönen René weitergeführt worden ist, noch schöner, dass es genau in meiner Einflugschneise liegt (kann auch zum Nachteil werden 😉 ). Und ich hoffe, wünsche und glaube, dass es wieder ein “besonderer Ort” wird, wo Menschen auf eine entspannte Weise zusammenkommen, wie es sonst in Würzburg nicht passiert. Ein Aufwertung des Würzburger Bahnhofsareals ist es allemal.

Update: Um SirBangs Tweet nachzukommen: Die Kaffeemaschine sah nach einer alten La San Marco 85 aus, der Kaffee der rauskam war … ok. Nichts um auf die Kaffeefetischistenknie zu sinken, aber durchaus trinkbar. Und bei einem Preis von 1,80 € für eine Tasse Kaffe ebenfalls ok.

Das Eis der (Sub)Kultur wird dünner

Als damals Anfang der 90er im Zivildienst die Entscheidung anstand, wo ich studieren will, da fiel meine Wahl auf Würzburg. Da haben soziale Kriterien eine Rolle gespielt, da haben Angebote der verschiedenen Hochschulen eine Rolle gespielt, aber auch das kulturelle Leben in der Hochschulstadt. Viele Kinos, viele Bühnen, viele Möglichkeiten. Es gab noch das frisch umgezogene AKW!, das Cairo hieß noch Café, beim U&D gab es noch keine Taschenkontrollen, das Filmwochenende fand noch im Corso statt, es gab noch ein gutes Lokalradio W1 — das alles lockte mich zusätzlich nach Würzburg.

Das hat sich in den letzten Jahren gewandelt und wandelt sich weiter — nicht zum Guten hin. Die meisten Kinos sind gestorben, das letzte Programmkino stirbt Ende des Jahres, weswegen das Internationale Filmwochenende 2010 ausschließlich im sterilen Cinemaxx stattfinden wird.
Das Immerhin, eine kleine aber sehr feine Bühne und Einrichtung, Schauplatz einiger denkwürdiger Bloggertreffen, macht ab November zu und hat nach wie vor keine neue Bleibe gefunden.
Das AKW! hat Insolvenz angemeldet. Ohne nach die Frage nach der Schuld zu stellen hat es ein Loch in die Kultur- und Bühnenlandschaft gerissen.
Die Posthalle gibt es zwar, aber von Seiten der Stadt wird ihr die wirtschaftliche Existenz nicht leicht gemacht. Keine Genehmigung wirtschaftlich lukrativer Discos oder Partys — bis auf obskure Ausnahmen wie den Midlife Club am letzten Wochenende, der wurde komischerweise genehmigt.
Ähnliches Schicksal trifft den Propeller, der als soziokultureller Ausnahmeort ein kurzes, aber erfolgreiches Dasein in der Karmelitenstraße gefristet hat. Auch hier wird den Betreibern eine Neueröffnung von Seiten der Stadt ebenfalls nicht gerade leicht gemacht und ihnen nahe gelegt, der Innenstadt doch fernzubleiben.

Wer einen beliebigen Städtereiseführer durchblättert, der findet dort immer die Rubrik “Nachtleben”. Das Nachtleben ist also ein Kriterium, nach dem Menschen ihren Besuch einer Stadt entscheiden. Das mache ich auch so — wenn ich denn mal Urlaub habe. Wo ist ein origineller Club? Wer spielt ein Konzert auf welcher Bühne? Laufen gute Filme abseits dem, was überall läuft? Was kann ich nachts so alles anstellen in der Stadt? Und da sieht es in Würzburgs Innenstadt, dem Zentrum, immer lauer aus.

Natürlich gibt es noch genug Möglichkeiten zum Weggehen, aber die Lounges (Ich kann das Wort kaum noch schreiben) und Clubs sind halt doch mehr Marke “Kennst du eines, kennst du alle”. Einheitsbrei. Ich finde es nicht schlimm, dass Leute dahin gehen, ich finde nur den allmählichen Mangel an Alternativen schlimm. Und außerdem haben es auch die nicht leicht mit der Stadt muss man fairerweise sagen.

Man kann fast den Eindruck bekommen, als wolle die Stadt Würzburg eine kulturberuhigte Zone im weiteren Innenstadtbereich. Dummerweise ist Kultur oft mit Krach verbunden. Sei es durch die Kultur selbst wie bei Konzerten oder einfach durch die Besucher, die vor der Tür stehen, rauchen, quatschen und trinken. Und das will man meiner Meinung nach nicht. Da beschweren sich die Anwohner. Und da kann ich nur sagen — wenn ich in jeder anderen Stadt in die Innenstadt ziehe, dann ist es dort sonnenklar, dass da spät nachts noch Lärm ist, denn da ist was los. Geh man in Köln in die Innenstadt oder in die Kneipenviertel. Von Berlin mal gar nicht zu reden. Gibt es wirklich Leute die über eine Kneipe ziehen und dann überrascht sind, dass da nachts noch Lärm ist? Aber es toll finden, dass alles so nah in der Innenstadt ist.

Wir wollen eine Großstadt sein? Ein “Oberzentrum”? Wir brauchen kein “Provinz auf Weltniveau” um uns nach Außen lächerlich zu machen, das schaffen wir mit dem derzeitigen Trend an Möglichkeiten der (Sub)Kultur und Nachleben auch so.

Es gäbe noch viel zu dem Thema zu schreiben — ein andermal, jetzt geht es zum Kaffeetrinken. In die Innenstadt.

Der Propeller macht die letzte Umdrehung

Morgen ist es soweit. Am 30. April 2009 geht die Ära Propeller in der Karmelitenstraße zu Ende. Ein Hauch von Großstadt auf Weltniveau, locker, entspannt, ein wenig schräg. Der Propeller kann nicht mal seinen 1. Geburtstag feiern, das Haus, in dem der/die/das Club/Kneipe/Disco/Bar/Ding sich noch bis morgen Nacht befindet, wird abgerissen, ganz oder teilweise.
Keine lustigen Abende mehr, keine unverkrampften Gespräche mit völlig fremden Personen mehr, keine abgefahrene DJs mehr — zumindest nicht dort.

Morgen heißt es also Abschied nehmen. Und das angeblich schon ab 16.00 Uhr. Bis nachts. Oder besser: bis morgens. Kränze dürfen gelegt werden und Grablichter gestellt. Ein Sorgentelefon wird es aber nicht geben, dafür Alkohol zu ertränken derselben.

Aber es Hoffnung auf Auferstehung — wann und wo auch immer.

Weißt du mehr zum Thema "Propeller"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.

Trauerfall IV — Propeller

Gestern war ich noch Mitten im Berliner Flair — und hier in Würzburg geht ein Stück Berliner Flair dem Ende zu.

Es ist ein Gerücht, aber eines von der ganz hartnäckigen Sorte und eines, das ich von vielen verschiedenen Seiten gehört habe — der Propeller in der Karmelitenstraße macht nach diesem April zu. Es war ja bekannt, dass irgendwann mal Schluss sein wird, da das Haus abgerissen werden soll. Aber trotzdem ist es traurig, wenn es dann wirklich so weit ist.

Es bleiben zwei Hoffnungen. Einmal, dass das Gerücht eine gemeine, schamlose und hinterhältige Lüge ist. Allerdings ist das nicht sehr wahrscheinlich. Und dann, dass die Jungs sehr schnell eine neue Location in Würzburg auftun und dort wieder so eine Bar/Club/Kneipe/Disco/Dings starten, die den Begriff Lockerheit neu definiert.

Propeller hat morgen zu

Lieber Propeller-Gänger — und das sind wohl einige –, am morgigen Samstag, 17. Januar 2009, hat der Propeller ausnahmsweise geschlossen. Das ist kein Gerücht, sondern ein Fakt. Aber einen Tag Propellerpause wird man schon überleben — irgendwie. Geht ins Cairo auf das Kira-Kira-Konzert. Oder reinigt euer Kaminbesteck.

Björnstar, Bladden und Brobeller

Um die Qual der Wahl an diesem Freitag noch zu verschärfen, darf ein Event natürlich nicht unerwähnt bleiben: Björnstar — der Björnstar, Königtitulator und Sponsor-Leiher der Würzblog-Digitalkamera  — legt im Propeller auf. Um ihn zu zitieren:

freue mich auf euren besuch, launische beschwerden
und untragbare musikwünsche

Kann er haben! 🙂

Falls es wirklich jemanden gibt, der den Propeller in der Karmelitenstraße noch nicht kennt: Ein Synonym für “ich gehe in den Propeller” ist mittlerweile im Freundeskreis “ich gehe nach Berlin”. Der Propeller ist so eine undefinierbare Location, wie man sie nur aus irgendwelchen Berliner Hinterhöfen kennt. Ungestylt gestylt, eigenwillige Getränke (Mexikaner!), eigenwillige DJs mit ebenso eigenwilliger Musik und ein — ebenfalls  — undefinierbares Publikum. Es ist definitiv Geschmackssache, ob man das mag oder nicht, aber er sticht so oder so durch sein ungewöhliches Flair aus der Kneipen- und Clubszene in Würzburger heraus. Ich mag den Propeller und hoffe, dass es ihn noch lange geben wird, wobei die Tage des gesamten Gebäudes ja angeblich schon gezählt sind.

Also, Freitag am 22.00 Uhr in den Propeller und sich von Björnstar “DJ B” Milli Vanilli wünschen. 😉

Hafensommer warm und klassisch

Am Freitagabend begann der 2. Hafensommer in Würzburg. Mit einem eher klassischen Abend. Und mit einem sehr sommerlich warmen Abend. Und mit einem sehr gut besuchten Abend. Wenn’s nix kost’, dann hört der Würzburger sich auch mal seine Philharmoniker an.
Das Bild war schon beeindruckend, die Leute saßen dicht an dicht auf der Hafentreppe, extra Stuhlreihen auf der Plattform bis an die Wand des Heizkraftwerks, nur die Durchgänge blieben frei.

Musikalisch kann ich nicht viel sagen, ich bin da wirklich kein Experte. Es klang für mich sehr gut, die Philharmoniker passte sich auch stark dem gemischten Publikum an und spielte vor allem die klassichen Gassenhauer.

Das Wetter meinte es wirklich gut mit uns, bis spät in die restliche Nacht. Selbst in Berlin vorm Propeller in der Karmelitenstraße war noch gut was los und man konnte den Abend auf dem vorgewärmten Asphalt davor ausklingen lassen.

Wenn zwischen Grombühl und dem Heizkraftwerk nicht ein großer klimatischer Unterschied herrschte, dann hatten die Accordion Tribes gestern weniger Glück. Ich hoffe heute haben die Würzburger Jazzer mehr davon.

Abendgestaltung für Blogverweigerer

Sollte es wirklich Wahnsinnige geben, die das Würzblog lesen und nicht zum Bloggertreffen heute abend gehen wollen, gäbe es ein paar — natürlich im Vergleich sehr lahme — Alternativen der Abendgestaltung in Würzburg.

Im Cairo rockt ab 20.00 Uhr Claus Grabke den Saal auf. Das wäre was für E-Gitarren-Fetischisten wie mich.

Auch das AKW in der Zellerau feiert heute Geburtstag, und zwar den Fünfundzwanzigsten. Glückwunsch! Leider hat sich das Alter auf die Verlinkung der Programmseite ausgewirkt, die schreit nach nach programmtechnischem Viagra — denn da geht nix mehr weiter. Trotzdem: ab 23.00 Uhr steigt die Fete, alle Getränke zum halben Preis. Vielleicht wäre das was als Absacker nach dem der Pleicherhof zu gemacht hat? 😉

Beim Pleicherhof um die Ecke, in der mir nach wie vor fremden Disco “Propeller“, veranstaltet das Stadtmagazin Zuckerkick den “Nachtzirkus” — was immer da passieren mag.

Und um nochmal den Pleicherhof zu erwähnen — dort findet neben dem Bloggertreffen auch noch der Funkhof mit Funk- und Soulmusik ab 22.00 Uhr statt. Und bis 22.30 Uhr kostet es keinen Eintritt. Also zum Bloggertreffen, bis 22.30 Uhr in den Keller springen und sich entscheiden, wie man den Abend lieber verbringen will … 😉