Karten für “Den Diener zweier Herren”

Plakat: Der Diener zweier HerrenDas Sommertheater im Efeuhof des Rathauses in Würzburg geht mit einem neuen Stück weiter. Nach “Bunbury”, das mir sehr gut gefallen hat, bringt das Theater Ensemble nun die Komödie “Der Diener zweier Herren” auf die Bühne, von dem ich noch nicht weiß, wie es mir gefällt, da ich es noch nicht gesehen haben. 😉

Wer herausfinden will, ob es ihr oder ihm gefällt, der oder die hat nun dazu die Chance, zweimal zwei Karten für das Stück zu gewinnen.

Um an die Karten zu kommen, müsst ihr in den Kommentaren je ein Stück angeben, welches das Theater Ensemble in diesem Jahr noch auf der Sommerbühne im Efeuhof oder im Grünen spielt — es sind auch genau zwei. 🙂 Wenn schon jemand das Stück A geantwortet hat, dann nennt ihr Stück B, klar? 🙂 Den Rechtsweg lassen wir links liegen.
Gebe eure richtige Mail-Adresse beim Kommentieren an, ich benachrichtige dann die Gewinner.

Wer die Antworten nicht weiß oder zu spät dran war — “Der Diener zweier Herren” wird noch bis zum 7. September 2013 aufgeführt, immer Mittwoch bis Samstag. Die Karten kosten von Donnerstag bis Samstag regulär 17,50 Euro, ermäßigt 14,50 Euro. Am Mittwoch ist Billigheimertag, da kostet die normale Karte nur 14,50 Euro und ermäßigt geldbeutelfreundliche 8,50 Euro.

Früher Overkill der Wahlplakate

Die Zeit der Wahlplakate beginnt in Würzburg – angeführt von den Grünen – in diesem Jahr recht früh. Vielleicht sogar zu früh.

Wahlplakat von Patrick Friedl vor dem D.O.C.
Wahlplakat von Patrick Friedl vor dem D.O.C.

Noch 57 Tage bis zur Landtagswahl in Bayern und 64 Tage bis zur Bundestagswahl — und es beginnt die Zeit der Wahlplakate-Wälder. Ich war heute morgen beim Kaffeetrinken im D.O.C. umringt von lächelnd auf Papier gebannten Kandidaten der Grünen — allen voran der Würzburger Patrick Friedel. Nichts gegen Patrick, den ich  leibhaftig und mit nur einem Gesicht durchaus gern sehe. Aber wenn er,  kaleidoskopartig um mich versammelt, in meinen Cappuccino starrt … nun ja.

Aber ich fürchte, das ist nur der Beginn. In meiner Zählung vom D.O.C. (11 Plakate der Grünen im Blickfeld) bis zur Haltestelle am Sanderring (etwa 660 Meter) habe ich 39 Plakate der Grünen, acht der CSU, sechs der FDP, vier der ÖDP und eines der SPD gesehen. Die anderen Parteien werden bestimmt in der nächsten Wochen in Sachen Wahlplakaten noch nachziehen — die Grünen hoffentlich nicht mehr. Interessanterweise sind die meisten Plakate in der Augustinerstraße, in der Sanderstraße dünnt es deutlich aus — dafür sind dort mehr von der ÖDP.

In spätestens 67 Tagen ist der Plakate-Spuk vorbei, dann müssen die Dinger laut der “Verordnung der Stadt Würzburg über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung” (PDF) wieder entfernt werden. Die in der Verordnung auch erwähnten acht Wochen, ab denen  die Plakate vor der Wahl überhaupt erst aufgestellt werden dürfen, sind wohl auch mehr ein gut gemeinter Rat als eine Anweisung. Denn die Plakate für die Landtagswahl dürfen danach eigentlich erst morgen — acht Wochen der Wahl = 56 Tage)  und die der Bundestagswahl erst Sonntag in einer Woche aufgestellt werden (ebenfalls acht Wochen vor der Wahl).  Oder gibt es da Sonderregelungen?

Aber wenn ich ehrlich bin — die Dinger werden mir so oder so auf den Sack gehen, da spielt eine Woche mehr oder weniger auch keine Rolle.

Und ob Wahlplakate überhaupt noch eine Rolle für den Wahlkampf spielen, ist eh umstritten. Dazu auch: Interview von Radio Corax mit Prof.  Günther Burkert-Dottolo zum Thema “Wirkung von Wahlplakaten”

Wahlplakate

Bunbury und ich im Efeuhof

Bunbury - Ernst sein ist allesWenn zumindest der Kalender “Sommer” anzeigt, ist es Zeit für Theater im Efeuhof des Würzburger Rathauses — ein schöner und stimmungsvoller Ort für Theater. Auch am Freitagabend war kalendarisch Sommer und zumindest regnete es nicht, darum wagte ich mich spontan zu der Aufführung von “Bunbury – Ernst sein ist alles”, inszeniert vom Theater Ensemble.

Das Stück ist eine klassische Verwechlungs- und Verwirrungskomödie aus der Feder von Oscar Wilde. Der grobe Plot: Zwei Männer erschaffen die fiktiven Personen Ernst und Bunbury, um frei und ungebunden das Leben zu genießen. Als sich deren Liebschaften mehr für die Kunstfiguren als für sie selbst interessierten, beginnen die Verwicklungen. Und es geht um den Vornamen “Ernst”, der auf die Frauen im Stück sehr anziehend wirkt. Ich habe mich beim Zuschauen gefragt, wie die Wortspiele um den Namen Ernst im englischen Original wohl lauten? Die Lösung: Im Original heißt das Stück “The Importance of Being Earnest” und kalauert mit der ähnlichen Aussprache des Namens “Ernest” und dem Wort “Earnest” für aufrichtig, ehrlich.

Das Stück lebt allgemein sehr von der ironischen und teilweise sarkastischen Sprachspielerei von Oscar Wilde — die auch in der deutschen Übersetzung –, mit der der Autor die Oberflächlichkeit und Lebensweise der britischen Oberschicht Ende des 19. Jahrhunderts aufs Korn nimmt. Eine Übertragung auf den Anfang des 21. Jahrhunderts fällt im Kopf aber nicht sehr schwer. Und wer unbedingt die Inhalte des Stücks  in die Moderne übertragen will, kann die Probleme mit den Scheinidentitäten — das “Bunburysieren” — als Anspielung auf die Schöpfung von Fakeaccounts in sozialen Medien, um gepflegt die Sau rauszulassen, verstehen. Ist aber eine gewagte These. 😉

Bunbury - Ernst sein ist alles

Ich glaube, das Stück ist nicht leicht für die Schauspieler. Nicht weil komplexe Gefühle dargestellt werden müssen — da ist “Bunbury” doch eher einfach gestrickt –, sondern weil sie den Text recht exakt drauf haben müssen. Oscar Wilde baut akrobatische Wortgefechte auf, die aber auch nur funktionieren, wenn sie genau wiedergegeben werden. Viel Platz für Improvisation bleibt da nicht.

Bunbury - Ernst sein ist allesAber am Freitag,  bei der zweiten Aufführung von “Bunbury”, klappt das ganz gut, offensichtliche Hänger gab es kaum. Michael Wagner brachte die Rolle des Lebemanns Algernon in einer leicht überdrehten Captain-Jack-Sparrow-Art gut rüber, Michael Völkl gab souverän dessen Freund Jack auf dem Weg zur Ernsthaftigkeit/Aufrichtigkeit.
Optisch atemberaubend in ihren eher an die 20er-Jahre erinnernden Kleidern war Kristina Förster, die  glaubwürdig die naiv-pseudo-tiefsinnige Gwendoline gab und sich schön zickig mit ihrer vermeintlichen Rivalin Christina Miceli in der Rolle der Cecily anlegte. Und Franziska Wirths wirkte so blasiert, arrogant und herrisch als Algernons Tante Augusta, dass ich nach der Vorstellung zweimal hinschauen musste, um die nette und sympathische Frau am Getränkestand zu erkennen.

Bunbury - Ernst sein ist allesZu den “kleinen” Rollen. Gisbert von Liebieg spielte seinen Dr. Chasuble viel zu hölzern, glücklicherweise in einer wenig tragenden Rolle.  Und ich möchte Dennis Kappelsberger, der den Butler Lane spielte, endlich mal in einer Rolle sehen, in der er keinen gefühlsarmen und kontrollierten Briten spielt — wie auch schon neulich  in “Zeugin der Anklage”. Nicht dass er das nicht gut kann, im Gegenteil, aber ich möchte einfach mal sehen, was er noch so drauf hat. Tapferkeitspunkte gab es für Co-Regisseurin Karolin Benker, die für die kurz vorher erkrankte Schauspielern der Rolle der Miss Prism einsprang und mit einem Textbuch in der Hand auf die Bühne musste. Das hat sie aber mit großer Würde getan. 🙂

So weit, so schön. Aber ein paar Wermutstropfen gab es doch. Zum einen das Stück selbst. Sehr unterhaltsam, wenn man wie ich Oscar Wildes Sprachakrobatik und -konstruktionen mag. Allerdings zum Schluss recht langatmig. Wenn endlich die meisten Verwirrungen im Stück aufgelöst sind, muss Wilde nochmal eins draufsetzen und nochmal neue Verwandtschaftsverhältnisse schaffen. Für mich hätte das Stück fünf Minuten nach der Pause schon enden können.

Bunbury - Ernst sein ist allesEin wenig schmerzt auch der Eintrittspreis. 17,50 Euro sind schon ein Wort, zumindest für meinen Geldbeutel. Klar verstehe ich, dass eine Produktion außerhalb der Heimatbühne etwas aufwändiger und teurer sind, aber ich kann mir vorstellen, dass beim Eintritt bei manchen schon die Schmerzgrenze überschritten wird. Gut, wenn ich ehrlich bin, hätte ich in der selben Zeit zum selben Preis woanders drei Cocktails getrunken, so relativiert es sich also etwas. 😉
Ermäßigt kostet der Eintritt übrigens 14,50 Euro. Günstiger ist es immer am Mittwoch, da kostet die normale Karte 14,50 Euro und die ermäßigte 8,50 Euro — der Tag also für Leute, die auf ihr Geld achten müssen oder wollen. Die Getränkepreise sind im Gegenzug allerdings wieder ganz günstig, 3,50 Euro für einen guten Bürgerspital-Silvaner und 2 Euro für ein Weinschorle.

Schön finde ich bei so kleinen Theaterproduktionen, dass man die Darsteller und Mitarbeiter nach der Vorstellung noch an der Theke treffen und mit ihnen plaudern kann. Macht mir immer Spaß — auch diesmal.

“Bunbury – Ernst sein ist alles” wird noch bis zum 20. Juli 2013 aufgeführt, immer Mittwoch bis Samstag um 20 Uhr — wenn das Wetter passt.

Der Countdown läuft: Eintragen zum Volksbegehren gegen Studiengebühren

Raum 34 im Würzburger Rathaus - das Zimmer der ehemaligen Meldestelle.
Raum 34 im Würzburger Rathaus – das Zimmer der ehemaligen Meldestelle.

Bis Mittwoch kann man sich noch für das Volkbegehren gegen die Studiengebühren in Bayern eintragen — ich war vorhin erst im Würzburger Rathaus. Das ist keine große Sache und dauert nicht lang — gerade mal zwei Minuten musste ich in der Schlange warten und dann ging es auch schnell: Ausweis vorzeigen, den Namen leserlich auf die Liste schreiben und die Unterschrift unleserlich daneben.

Am Dienstag kann man sich von 8 Uhr bis 17 Uhr eintragen, am Mittwoch — dem letzten Tag — sogar von 8 Uhr bis 20 Uhr. Danach wird sich zeigen, ob sich die erforderlichen 10 Prozent Beteiligung erreicht wurden — es sieht nach einer knappen Nummer aus.

Der Raum ist im Rathaus gut ausgeschildert — Raum 34, das ehemalige Einwohnermeldeamt im Erdgeschoss.

2013-01-28 16.02.33Von den sieben Bundesländern, die Studiengebühren eingeführt haben, sind fünf wieder davon abgekommen. Nur noch Niedersachsen und das verhältnismäßig reiche Bayern verlangen von den Studentinnen und Studenten Geld, die Uni Würzburg 500 Euro.

Bildung sollten kein Geld kosten. Öffentliche Schulen kosten keine Schulgebühr, und das ist auch gut so. Und Hochschulen als Fortführung der Schule sollten auch kein Geld kosten. Die Studienzeit ist schon so teuer genug — über die Mietpreise in Würzburg muss man gar nicht reden –, da sollte die Finanzierung der Hochschule das Land tragen. Und im Fall von Bayern ist das im Moment wohl nicht das Problem.

Unter Umständen kann sich auch die Wirtschaft freuen. 500 Euro mehr für jeden Studenten und jede Studentin, um sie auf den Kopf zu hauen. 😉

Stand der Beteiligung, als iframe eingebunden. Quelle: volksbegehren-studiengebuehren.de

Pygmalische Karten

pygmalionPassend zum Thema “Theater”: Das Theater Ensemble hat sich den Sommer über wieder im Efeuhof des Rathauses eingenistet. Gespielt wird bis Anfang September “Pygmalion” von George Bernhard Shaw, die Vorlage zum bekannten Musical “My fair lady”.

Ich habe die Freude und Ehre, zweimal zwei Karten für eine Vorstellung in dieser Woche — auch für die Premiere morgen — zu verlosen.

Zum Gewinnen einfach eine der beiden Fragen in den Kommentaren beantworten:

  • Welcher antike Dichter lieferte wiederum die Vorlage zum Shaws Pygmalion?
  • In welchem Jahr war die Uraufführung von Shaws “Pygmalion” auf deutsch

Den Rechtsweg könnt ihr vergessen.

Sinnlose Kritzeleien

War es ein Protestspruch? Oder hat nur jemand seine gerade gekaute Schulkreide ausprobiert? Ein Spruch, der zum Nachdenken anregte – ungefähr 2 Sekunden lang.

Rathaus-Graffiti

Tja, was wäre dann los? Dazu müsste der geneigte Leser aber auch wissen, was hier los ist. Und wo “hier” ist. Ist “hier” das Rathaus in Würzburg, wo der Spruch mit blauer Kreide an die Wand gekritzelt war? Protestsprüche machen wenig Sinn, wenn keiner weiß, worum es geht. Und was bedeutet das Wort “istsis” überhaupt?

Vielleicht war er deswegen zwei Stunden später schon wieder von der Wand gespült.

50 Jahre, 50 Flaggen. Na und?

So, wenigstens hier sind die 50 türkischen Flaggen als Hinweis auf 50 Jahre Gastarbeiter aus der Türkei. Und? Ist das so schlimm? Das Würzblog wird deswegen trotzdem nach wie vor in Deutsch geschrieben und mein Dönerkonsum wird weiterhin bei ungefähr zwei pro Jahr bleiben (die müssen allerdings sein). Alles nicht so schlimm.

Meine Herrn, wenn das 2013 beim Jubiläum der Deutsch-Französischen-Freundschaft wieder so ein Geschiss in Würzburg gibt …

 

Trauteschautewemtenauer

Würzburg braucht keine großen Bauwerke wie Hochhäuser oder Bahnhöfe um Bürger in Rage zu bringen, da reicht auch 900 Meter Straße und ein paar Bäume. In der Trautenauer Straße im Frauenland reißen die Wurzeln der Robinen den Asphalt auf, die Stadt will die alten Bäume entfernen, neue Bäume pflanzen, die Straße neu machen und einen Teil der Kosten auf die Hausbesitzer umlegen.

Seit Mitte 2008 diskutieren die Stadt und die Anwohner nun über Lösungen des Problems, in den letzten Monaten von Seiten der Trautenauer deutliche verschärfter, da sie für die Lösungsvariante der Stadt wenig Verständnis haben, denn sie würde die Anwohner zwischen 10.000 € und 20.000 € kosten.

So richtig eskaliert ist die Lage in der letzten Woche. Da “zauberte” in einer Sendung des BR die Stadt Würzburg einen Brief der Anwohner aus dem Hut, in dem diese vorschlugen, die alten Bäume zu fällen und durch neue zu ersetzen — die Lösung also, gegen die sie im Moment vorgehen.
Das “Hervorzaubern” hat beiden Seiten viel Sympathien und Vertrauenspunkte gekostet, als wären geheime Dokumente nach Jahren entdeckt worden, die von beiden Seiten verschwiegen wurden. Die Mainpost jubelte natürlich ob dieser vermeintlichen Sensation. Dabei war Brief wohl schon seit langer Zeit auf der Website der  Interessengemeinschaft
Trautenauer Straße
zu finden. Der letzte Google-Cache der Seite weist das Datum 24. Juli 2010 auf und es spricht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Brief lange davor auf dieser Seite zu finden war. Wollte die Stadt ein Kaninchen aus dem Zylinder zaubern, ohne dass es einen Zylinder gab? Anderseits haben die Frauenländler in meinen Augen damit dokumentiert, dass es letztlich nicht um die Bäume oder Umweltschutz, sondern allein um das Geld geht.

Mein Vorschlag für eine geld- und klimafreundliche Lösung: Die Bäume fällen und die Straße komplett asphaltieren und für alle Ewigkeiten versiegeln. Das Kosten am wenigsten und durch den Asphalt — am Besten Rapsasphalt — wird Kohlenstoff dauerhaft gebunden, damit erst gar kein CO2 als Treibhausgas entstehen kann. Man kann dann ja umweltfreundlich mit dem Fahrrad drüberfahren.

Das übliche Würzburger hin und her, wo Meinungen und Positionen öfters gewechselt werden als die Socken. Was lernt man wie schon oft daraus: Traue niemals dem Würzburger Rathaus, traue aber genauso wenig Bürgerinitivativen.