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Immerhin Wiedereröffnung

Samtanzug im Immerhin

Eigentlich sollte die Wiedereröffnung des Immerhin eine Dreitagesorgie werden, bei dem man auch den “Funktionären” mal zeigen kann, was das Immerhin ist. So war es ein überraschen winterlicher Abend mit Reden, Häppchen und ein wenig Musik.

Immerhin WiedereröffnungKlingt so, als wäre die Eröffnung gestern ein Reinfall gewesen. Nein, das war sie nicht — schon alleine wegen Charly “Dressman” Heidenreichs Samtanzug nicht, der den Abend moderierte (Charly, nicht der Anzug. Glaube ich). Auch wenn von Seiten der evangelischen Kirche und der Stadt Würzburg nicht viele der zusagenden Verantwortlichen gekommen sind — gerade Stadtratsmitglieder waren bis auf einen Hauptamtlichen gar nicht da. Gut, vielleicht gerade weil wenig Offizielle da waren. Und die waren gestern gut gelaunt — das kann auch am reichlichen Sekt und Bier gelegen haben — und haben ihre Reden kurz und knackig gehalten.

Was soll man auch viel sagen, außer “Respekt, Danke & viel Glück”? Der stellvertretende Dekan schenkte Gottes Segen und das Duo Scheller-Schäfer-Blake einen Adsventskalender, Andreas Kümmert hat dann seine rauchige Stimmer erklingen lassen während sich das Volk — und ich — auf die reichlichen Häppchen stürzten. Dann gab es noch eine Versteigerung (Respekt an Eva dafür!) von Immerhin Liebhaberstücken wie Gartenscheren, Diskokugeln, Klotürscheiben, Plakate, Bierflaschen und ähnlichem Kram. Sehr lustig und es kamen sogar ein paar Euro zusammen.

Lieber JMStV, so funktioniert übrigens Jugendschutz im Immerhin — pragmatisch, praktisch, gut:

Immerhin Wiedereröffnung

Ende des Beta-Tests – das Immerhin eröffnet offiziell

Seit August finden im Immerhin, das in den Kellern der Posthalle eine neue Heimat gefunden hat, schon Konzerte und Veranstaltungen statt. Aber offiziell eröffnet hatte es noch gar nicht; ohne es zu wissen haben die meisten Besucher an einem großen Beta-Test teilgenommen.

Der Beta-Test endet heute Abend und die Final Release des Immerhin wird freigeben. Heute wird das Immerhin also ab 19.00 Uhr ganz offiziell und feierlich eröffnet, mit großen Redenschwingern und Pipapo. Musikalisch wird Andreas Kümmert sich um die Eröffnung kümmern und ab 21.00 Uhr kommen Devotionalien aus dem alten Immerhin bei einer Versteigerung unter den Hammer. Danach ist Barbetrieb mit viel Mucke und Quatschen.

Kommet zuhauf und feiert die Eröffnung des Immerhin, kaum ein Laden in Würzburg hat es mehr verdient.

Giulio, Emil & Randy

Der erste Tag — oder mehr die Nacht — des Filmwochenendes liegt hinter mir.

Gestartet bin ich mit dem italienischen Film “Il divo”, der versucht, die Person und die Verstrickungen von Giulio Andreotti, des ehemaligen Ministerpräsidents Italiens, zu beleuchten. Ein gut gemachter Film, aber keine Dokumentation. Starke Bilder und eine noch stärkere Filmmusik. Nur leider bin ich wohl an der Oberfläche des Films geblieben, um ich besser zu verstehen müsste ich schon deutlich größere Kenntnisse der italienischen Politikgeschichte haben. Hab ich aber nicht, da half auch der ausgeteilte, doppelseitige bedruckte DIN-A4-Zettel mit einem Crashkurs nichts. Der Film war mit deutschen Untertiteln, die manchmal etwas zu schnell durchrasten, aber ich konnte folgen. Filmerisch empfehlenswert, inhaltlich nur wirklich empfehlenswert für den, der die italienische Polikszene der 80er- und 90er-Jahre gut kennt. Und für die, die trotzdem reingehen: Auf die Musik des ersten Abspanns warten und sich daran erfreuen! 🙂

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit — der Eröffnung im Bockshorn. Darauf hatte ich mich schon den ganzen Nachmittag gefreut, denn ich hatte irrsinnig Hunger und beider Eröffnung gibt es immer Sekt und Gebäck für umme. Dabei fand das übliche Meet & Greet statt, unter anderem mit anderen Blogger.
Als das Gebäck alle und die Sektflaschen leer waren, wurde auch wirklich eröffnet. Hannes Tietze von der Filmini sprach fast schon globalpolitische Eröffnungsworte, Georg Rosenthal folgte ihm mit ein paar warmen Worten über das Ehrenamt und die Orgafee Julie Barthel durfte dann den Eröffnungsfilm einläuten.
Gezeigt wurde “Der Freund”, ein Film aus der Schweiz. Der schüchterne und verklemmte Emil lernt die junge Musikerin Larissa kennen. Sie bittet ihn, für ihre Eltern ihren Freunde zu spielen. Dazu kam es aber nicht, man ging seiner Wege und als Emil sich nach ein paar Tage doch Herz fasst und Larissa auf dem Handy anruft ist ihre Mutter am anderen Ende und sagt, dass Larissa gestorben sei. Auf die Frage, ob er ihr Freund sei, sagt er dann unbedarft “Ja” — und die Tragikkomödie nimmt ihren Lauf. Fragen nach Leben und Tod, Liebe, Identität, Sorge werden in dem Film gestreift, mal in tiefem Ernst, mal mit leichter Heiterkeit. Tolle Schauspieler, vor allem Emil wird fein dargestellt.
Mir ging der Film ganz schön an die Substanz, aber dafür kann der Streifen nichts. Manchmal gewinnt einfach der Film.
Da so ziemlich alles an schweizer Dialekten in dem Film vorkommt, ist er mit (schweizer)deutschen Untertiteln. Aber oft — nicht immer — versteht man die Schauspieler auch so ganz gut.
Sehr empfehlenswert.

Wer könnte die Rolle von Randy “The Ram” Robinson, eine gealterten und abgehalfterten Wrestler, besser spielen als Mickey Rourke. Früher fütterte Mickey Blondinen vor Kühlschränken, jetzt lässt sich Mickey Tackerklammern in die Haut jagen und springt von Boxringseilen auf seine Gegner, in “The Wrestler”.
Randy kann nur wreseln und eigentlich will er auch nur das machen. Aber er ist zu alt für die Profiliga, catcht jetzt bei kleinen Events für wenig Geld und arbeit nebenbei ein wenig in einem Supermarkt. Er ist ein netter Typ, er mag Kinder, seine Kollegen respektieren ihn und er hat sogar noch immer Fans. Eigentlich will Randy nur Anerkennung, sei es von den Fans, von seiner heimlichen Liebe, der Stripperin Cassidy oder von seiner Tochter. Die besuchte er aber erst nach Jahren wieder, als ihn ein Herzinfarkt zeigte, dass sein Körper schlapp macht. Und nun ist Randy auf der Suche nach dem Inhalt seines Lebens.
Der Film ist im englischen Original, aber man kommt mit durchschnittlichen Englischkenntnissen gut mit — es wird nicht hochphilosophisch geredet im Wrestlermilieu. Und Mickey Rourke, wie schon gesagt, ist die perfekte Besetzung, man nimmt ihm die Rolle mit den blondierten langen Haaren gut ab. Wer ein bisschen empfindlich ist, was Blut angeht, sollte öfters mal die Hand in Augennähe halten — hier werden Wrestlevarianten gezeigt, die waren mir neu. Mit dem Tacker … tststs. 😉

Und jetzt muss ich langsam mal schauen, wie der heutige Tage ablaufen wird — oder könnte. Ich melde mich wieder. 🙂

CSD 2008 in Würzburg — los geht’s

In diesen Minuten wird der Würzburger CSD 2008 eröffnet, der Kilian im Würzblog-Kopf trägt wieder die Farben des Regenbogens. Also, das heißt, eröffnet wird der CSD im Cineworld in Dettelbach. Aber heute ist eh nur Vorgeplänkel, morgen geht es dann richtig los, am Samstag die Post ab und am Sonntag zu Ende.

Der Christopher Street Day müsste in diesem Jahr eigentlich eine Siegesfeier sein. Denn seit kurzem steht der Trausaal auch homosexuellen Paaren offen, damit auch sie in den Genuss der geschmacklosen Tapete kommen dürfen. Gleiches Recht für allle. Das Thema Trausaalöffnung war zumindest der Dauerbrenner der vergangenen CSDs in Würzburg. Genau wie die hartnäckige Weigerung des Stadtoberhaupts Pia Beckmann, Schirmherrin der Veranstaltung zu sein. Aber auch das hat sich ja geändert, El Chefe persönlich wird morgen um 19.30 Uhr die politische Eröffnung … eröffnen und Adelheid Rupp wird weiterreden. Der gemütliche Teil danach findet im Zaubergarten statt und geht in die csd.volution im Zauberberg über.

Der Samstag ist für’s Volk. Ab 14.00 Uhr geht das CSD Straßenfest los. Zum Glück und leider auf der Alten Mainbrücke. Zum Glück, weil es dort einfach schön ist. Leider, weil es da einfach eng ist und eine Menge Menschen — und Touristen — laufen darauf hin und her. Da eine Bühne, Infostände, Bänke und feierlustige Homo- und Heterosexuelle — ich könnte mir vorstellen, dass das ganz schön eng und ungemütlich werden kann. Eigentlich wollten die Veranstalter auf den Unteren Markt, aber da ist die Weinparade.In dem Zusammenhang ein kurzes Zitat aus einer Pressemitteilung:

Die Stadtverwaltung räumte uns gegenüber Kommunikationsdefizite im Rahmen der Vergabe des Standorts Unterer Markt ein. Wir nehmen dies zur Kenntnis und hoffen für die zukünftigen Jahre auf eine kooperativere Art der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.

Das klngt mir fast danach, als hätten die Weinfest-Wirte nachträglich den Vorrang erhalten. Hm.

Egal. Kein CSD ohne Demo. Und die zieht — Autofahrer aufgepasst — ab 15.00 Uhr durch Karmelitenstraße, Juliuspromenade, Schönbornstraße, Domstraße und endet wieder am Vierröhrenbrunnen mit der Abschlusskundgebung, bei der Volker Beck, Jens Brandt, Aron Schuster, Marco Schneider und Wolfgang Ziller sprechen werden — und teilweise ganz nebenbei Stimmen für die Landtagswahl sammeln wollen. Auf der Mainbrücke gibt es auch Musik, reichlich Musik. Die beiden Topacts — im Sinne der Bekanntheit, nicht unbedingt im Sinne meines musikalischen Geschmacks — sind Room2012 (Oh Gott, Autogrammstunde um 11.00 Uhr im MDonalds!) , die Gewinner der letzten Popklone- Popstars-Staffel, und Steffi List, die bei Stefan Raabs Dingsbums den 3. Platz machte und mit mir die Geburtsstadt teilt. Naja, es gbt ja zum Glück reichlich Alkohol. Um 21.00 Uhr ist Aids-Gedenkminute und ab 22.00 Uhr verlagert sich die Party ins plan.b in die Mainaustraße.

Sonntags ist nur noch Stadtführung und Proseccoexpress (mit Voranmeldung) angesagt — und früh ins Bett gehen.

Frau Schwan in Worten und Gesten

Gesine Schwan redete recht energisch mit vielen Gesten über “Demokratie und Bildung” und neben ihr stand eine Gebärdendolmetscherin — was ich übrigens sehr positiv finde –, die den anwesenden Gehörlosen übersetzte. Teilweise sah es aber so aus, als würden die beiden Damen für den Fall üben, dass Synchrongestikulieren mal olympisch werden sollte. 😉

Mehr kann und will ich jetzt gar nicht schreiben, ich habe schreiende Kopfschmerzen — was nicht an Frau Schwans Rede liegt. 😉