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Verlassenes Raucherparadies

Ich bin Raucher. Das ist nichts, worauf ich stolz bin. Und dass man zum Rauchen seit einigen Jahren vor die Tür von Kneipen und Restaurants muss, stört mich auch nicht.

Auch wenn die Front geöffnet ist — ein Dach über dem Kopf machen im Martinz auch im Winter das Rauchen draußen erträglich.

Aber natürlich finde ich es gerade bei dieser Saukälte mal recht angenehm, wenn ich mich meinem Laster hingeben kann, ohne dass mit die Finger anfrieren.
So bin ich vor ein paar Wochen mal zufällig in den Wintergarten des Martinz gestolpert. Die haben da ganz guten Wein — und bei Bedarf auch ein paar Heizstrahler. Und da darf man rauchen. Irre warm ist es bei minus zehn Grad Außentemperatur in Würzburg da auch nicht, aber doch so erträglich, dass man doch ein bis zwei Stunden enspannt dort mit Jacke sitzen, trinken und qualmen kann.

Nun sollte das doch ein Paradies für Raucher in der Winterzeit sein. Aber ich war seit dem ein paarmal Abends zu bester Uhrzeit drin bzw. draußen im Wintergarten — und fast jedesmal waren alle anderen Tische leer. Auch leer von Nichtrauchern.

So ganz verstehe ich das nicht. Weiß niemand der Raucherfraktion, dass man im Wintergarten des Martinz rauchen kann? Oder weiß ich etwas über diesen Ort nicht? Was läuft da schief?

Italienisch Essen im Porta Nova – lecker!

Ich esse gern. Meistens koche ich selbst, in ein Restaurant gehe ich in Würzburg eher selten. Doch vergangene Woche war es wieder mal so weit. Freunde von mir — die Hälfte der Bar D.O.C.-Besitzer, meines Haus-und-Hof-Kaffee-und-Prosecco-Dealers — haben das ehemalige Restaurant “Fischzucht” in Heidingsfeld übernommen und neu eröffnet. Das kannte ich nur vom Vorbeifahren mit der Straßenbahn, zwischen Haltestelle Reuterstraße und Klingenstraße. Da sieht man von der Straße aus gut das Hotel Fischzucht, das es auch nach wie vor noch gibt, mit dem Restaurant aber nur räumlich etwas zu tun hat.

Gaetano, der Chef der Küche.
Gaetano, der gut gelaunte Chef der Küche.

Seit einer Woche heißt das Restaurant dort “Porta Nova” und da gibt es — wie vorher auch schon — italienische Küche. In der steht Und in der steht Gaetano, der Neffe des Besitzers Boris.

Überhaupt ist das Porta Nova zum großen Teil ein Familienunternehmen. Aber das muss nichts Schlechtes sein. Gaetano kann definitiv sehr gut kochen, trotz seines jungen Alters — gelernt ist gelernt.

Boris und Maria im Porta Nova.
Boris und Maria im Porta Nova – und die goldene Espressomaschine als Blickfang.

Ich war am zweiten Tag nach der Eröffnung dort. Noch lief da nicht alles perfekt, die Speisekarte war noch im Beta-Test, das Baustellenschild mit dem Hinweis “lavoro in corso” wies darauf hin. Aber alle waren freundlich und gut gelaunt und — nicht ganz unwichtig — das Essen auf den Tellern war einfach gut. 🙂

Als Vorspeise hatte ich Mariniertes aus dem Meer. Sehr leckerer Schwertfisch, nicht zu dünn geschnitten, Scheiben vom Oktopus und noch zarte Sardinen. Hat großartig geschmeckt.

Marinierter Schwertfisch, Oktopus und Sardinen.
Marinierter Schwertfisch, Oktopus und Sardinen.

Dann die Hauptspeise. Ich wusste, dass Gaetano super Pizza backt, so mit selbstgemachtem Teig. Und da ich schon ein bisschen im Fischmodus war und ich es einfach sehr mag, hab ich mir eine Pizza mit Sardellen — schön salzig — und Kapern bestellt. Toller Teig, schon cross gebacken, aber nicht bretthart. Bloß wie ich beim Fotografieren gemerkt habe — optisch hätte ich Spannenderes bestellen können. 😉 Aber egal, sie hat wunderbar geschmeckt und danach war ich wirklich pappesatt.

Pizza mit Sardellen und Kapern.
Pizza mit Sardellen und Kapern.

Meine zauberhafte Begleitung hat sich für die Linguini mit Muscheln entschieden. Muscheln esse ich seit vielen Jahren kaum noch, ich fand immer, dass diese harten, gummiartigen Klümpchen die Mühe nicht wert waren. Im Porta Nova wurde ich eines Besseren belehrt, das Muschelfleisch, dass ich probieren durfte, war schön zart und lecker. Mit der Tomatensoße schmeckte das wirklich richtig gut.

Linguini mit Muscheln
Linguini mit Muscheln

Nicht bestellt hatte ich die Nachspeise, denn eigentlich war ich satt. Aber wir sollten noch eine Nachspeise probieren, irgendwas mit Pistazien und Feigen. Hammergut, aber glücklicherweise nur ein Gläschen zu zweit.

Nachtisch: Irgendwas mit Pistazien.
Nachtisch: Irgendwas mit Pistazien und Feigen.

Klar bin ich etwas befangen mit meinem Urteil, da ich die Besitzer des Porta Nova gut kenne. Aber trotzdem habe ich ganz normal gezahlt — gut 50 Euro zu zweit inklusive Wein — und fand das Geld wirklich sehr gut angelegt, weitaus besser als bei manchem Durchschnitts-Italiener in Würzburg. Ich kann jedem empfehlen, das Porta Nova auf jeden Fall mal auszuprobieren. 🙂

Simone Hilpert, die glückliche Straßenküchenchefin

Streetfood aus der glücklichen Straßenküche

Noch immer kein optisches Schmuckstück, aber ein enormer Schritt nach Vorne.
Noch immer kein optisches Schmuckstück, aber ein enormer Schritt nach Vorne.

Unsere Innenstadt muss leckerer werden — dafür setzt sich Simone Hilpert nun ein. Sie hat hinter der Marienkapelle in Würzburg ihr Happy Street Kitchen eröffnet. Streetfood für die Würzburger Schleckermäulichen.

Oder besser gesagt, am Freitag, 27. Mai 2016, macht die glückliche Straßenküche auf und bietet hungrigen Menschen während der Woche eine leckere Alternative für die Mittagspause an.

Gesundes Streetfood-Essen auf die Hand

Heute war ich bei der kleinen kulinarischen Vorschau dort. Dort wo vorher ein Asia-Imbiss und davor eine Bratwurstbude war, kann man sich von Montag bis Freitag von 11 Uhr bis 16 Uhr auf die Schnelle bekochen lassen. Es gibt Fleischiges, Vegetarisches und Veganes auf die Hand, selbstgemachte Eistees und Smoothies und Kuchen, alles gesund und frisch zubereitet.

Streetfood: Curry mit Reis und etwas Spinat.
Streetfood: Curry mit Reis und etwas Spinat.

Foodbloggerin und Küchenchefin

Glückliche Simone in der Straßenküche.
Glückliche Simone in der Straßenküche.

Simone ist kulinarisch kein Niemand in Würzburg, man kennt sie als Foodbloggerin von Pi mal Butter (das sie wegen der Geschäftsgründung wohl etwas hat schleifen lassen), als Köchin in der Osteria Trio und von ihren Erfahrungsstreifzügen durch diverse Gastrobetriebe der Region. Jetzt hat sie sich ihren langjährigen Traum erfüllt und ein eigenes kleines Restaurant für die Straße eröffnet. Ganz fertig ist es noch nicht, die Stehtische sind noch provisorisch und auch an die Fassade — die durch die Holzelemente deutlich freundlicher wirkt — muss noch Hand angelegt werden.

Wechselndes Streetfood auf die Hand

Die Essenskarte wird sich immer wieder mal ändern, damit auch die Stammgäste Abwechslung haben, da ist Simone kreativ genug am Kochtopf. Jetzt kann ich nur hoffen, dass viele Leute den Weg hinter die Marienkapelle zur Rückseite des Kaufhofs finden — einen Ort, den man erst mal nicht mit leckerem Essen verbindet — und es sich beim Mittagessen oder Kuchen dort schmecken lassen. Mir hat es heute auf jeden Fall geschmeckt!  Und Frau Sammelhamster sieht es nicht anders. 🙂

Marokko, Marrakesch, Mahlzeit!

Kalter Minztee mit Limette.
Kalter Minztee mit Limette.

Gestern habe ich meine ersten Erfahrungen mit marokkanischer Küche in Würzburg gemacht.

Ich war mit meiner zauberhaften Begleitung zum Essen im “Marrakesch”, einem Restaurant in der Pleichertorstraße beim Maritim-Hotel — da, wo früher mal Sam’s Steakhouse war. Moggadodde war vor ein paar Monaten auch schon mal dort zu Gast.

Im Grunde hatte ich einen unglücklichen Tag für einen Besuch im Marrakesch ausgesucht. Fast die ganze Belegschaft war in Aschaffenburg beim Afrika-Karibik-Festival, wo sie einen Stand haben. Darum war der Umfang der Speisekarte extrem reduziert worden und der nette Herr Bedienung war mit einem Hilfskoch und der Chefin alleine da.

Gemischte Vorspeise
Gemischte Vorspeise: Aubergine, Kichererbsen, Gelbe Rüben und Rote Beete.

Aber es gab für mich absolut keinen Grund zu jammern. Ich habe mit eine gemischte kalte Vorspeise bestellt, die auch recht schnell auf dem Tisch stand. Je ein Schüsselchen mit Aubergine, Kichererbsen, Gelbe Rüben und Rote Beete  — und alle hatten mir mit Kräutern, Nüssen und Gewürzen herrlich geschmeckt.

Fruchtige Lamm-Tagine
Fruchtige Lamm-Tagine

Noch köstlicher wurde es bei meiner Hauptspeise. Eine Tagine mit Lammfleisch, Feigen, Aprikosen, Nüssen und Sesam. Wunderbar zart! Nur leider irrsinnig heiß — da bin ich leider aber auch ziemlich empfindlich. 🙂

Ich kann mich Moggadodde in ihrem Urteil nur anschließen: Sehr empfehlenswertes Restaurant, wenn man dem unterfränkischen Bratwurstgaumen mal eine leckere Abwechslung gönnen will. Und das werde ich wieder machen …

Hans und Ralf in Kitzingens Stadt und Land

Abgeerntete Felder
Abgeerntete Felder

Am Mittwoch hat das Würzblog mal wieder das Kitziblog besucht — Ralf traf Hans. Es begann mit einem Roadmovie. Besser gesagt, mit einem Off-Road-Movie. Wir bretterten mit dem Auto über die schlaglöchrigen Feldwege des Kitzinger Lands, rauchten Zigaretten und waren auf der Suche nach einem Blaukrautfeld, das wir fotografieren wollten.

Blaukraut fanden wir keines, dafür viele abgeerntete Felder. Aber etwas Leben gab es für unsere Linsen doch noch, in Form von Apfelplantagen und Weinbergen.

Äpfel
Äpfel
Trauben
Trauben
Gräser am Landesgartenschaugelände im Kitzingen im Hintergrund.
Gräser am Landesgartenschaugelände mit Kitzingen im Hintergrund.

Nach der anstrengenden Landpartie gönnten wir uns Entspannung in der Stadt Kitzingen. Den ersten Schoppen gab es für uns im Biergarten der Goldenen Gans, nah am Landesgartenschaugelände. Dort sind wir auch noch ein wenig flaniert und haben uns mit unseren Fotoapparaten an der Kitzinger Stadtsilhouette versucht — bei eher mäßigem Licht.

Nachtfalter
Nachtfalter

Zweite Station war der “Nachtfalter” in der Rosengasse. Der Nachfolger unserer Stammkneipe “Kultour” hatte erst vor drei Tagen eröffnet, und so kamen wir in ein recht sympathisches Anfangschaos (“Was kostet der Wein?”). Die neue Besitzerin ist aber sehr bemüht, alles ordentlich zu machen und guten Wein auszusuchen — ich kann empfehlen, den leckeren Blaufränkischen mal zu probieren.

La Dolce Vita
La Dolce Vita

Zu späterer Stunde besuchten wir noch eine liebe Bekannte, die seit Kurzem im “La dolce vita” arbeitet — einem italienischen Restaurant in Kitzingen, von dem ich bis dahin nicht einmal gehört habe. Ich hatte eine typische Pizzeria erwartet und war angenehm überrascht, in einem recht schicken Restaurant zu landen.

Als wir ankamen, machte das Personal allerdings schon Feierabend, aber wir bekamen trotzdem noch einen Nero d’Avola zu trinken und einen Teller mit Antipasti zu essen. Der sah schlicht aus, schmeckte aber ausgesprochen gut.

Antipasti
Antipasti

Nach einem selbstgemachtem Limoncello und einem vorzüglichen Grappa ging es satt und zufrieden mit dem Zug wieder nach Würzburg zurück. Auf jeden muss ich ins La Dolce Vita mal wieder zu einer vernünftigen Uhrzeit gehen, denn ich glaube, das “normale” Essen könnte dort sehr gut sein.

Ach, ich muss doch wieder öfter mal nach Kitzingen fahren. Irgendwie hat es schon was …

Mal wieder im Ararat gewesen

Als ich das letzte Mal im “Ararat” essen war, habe ich noch studiert, in einer einstelligen Semesterzahl. Und fand es, soweit ich weiß, richtig gut. Aber ich muss gestehen, dass ich wirklich kein Kenner der türkischen Küche bin. Beim monatlichen Genusstreffen der Foodblogger rund um Würzburg durfte ich das Essen im Ararat mal wieder probieren — und war eher enttäuscht.

Mehr im Kochdepp: http://kochdepp.de/2014/07/26/genusstreffen-im-juli/

Bürgerherz zur Abendstund

Gestern kamen zu sehr später Abendstunde Hungergefühle in mir auf. Also bin ich mal ins “Burgerheart“, dem halben Nachfolger des “Lammbock” und Urenkel des Café Victoria.

Burger "Matterhorn" im Burgerheart
Burger “Matterhorn” im Burgerheart

Mein Burger war recht gut, ich hatte die “Matterhorn”-Variante gewählt, bei der noch ein Rösti zwischen die Brötchenhälften gelegt wurde. Mein zauberhafte Begleitung hat sich standesgemäß einen “Mädchenburger” bestellt, irgendwas mit Nüssen und Feigensenf.  Es schmeckt alles recht frisch, was ich bei einem Preis von 6,90 Euro aber auch erwartet habe.

Nicht erwartet hatte ich, dass ich in einem Burgerrestaurant — selbst in Würzburg — schon um 21.45 Uhr bangen muss, ob ich noch etwas zu essen bekomme und die Bedienung deswegen mit der Küchencrew feilschen muss. Es war um die Uhrzeit aber wirklich schon recht wenig im Burgerheart los — Rushhour soll ja in den frühen Abendstunden sein –, ob das an anderen Tagen anders läuft, weiß ich zumindest nicht.

Fischimbissschiff Krebs

Schifffisch

Fischimbiss Krebs - MeefischliWürzburg liegt am Main. Etwa 600 Badewannen an Wasser rauschen pro Sekunde am Pegel Würzburg im Durchschnitt vorbei. Aber irgendwie rauscht der Fluss auch am Leben in Würzburg vorbei, wirklich intensiv nutzt man den Main nicht. Was passiert groß auf dem Wasser, abgesehen vom Güterverkehr? Da dümpelt eine Disco auf dem Main und ein chinesisches Restaurant.

Seit 2011 gibt es eine unglaublich nahe liegende Neuheit — den schwimmenden Fischimbiss Krebs. Ich habe im letzten Jahr wenige Tage vor der Winterpause einen Besuch geschafft, dafür war ich in diesem Jahr schon zweimal dort. Denn dort gibt es mein seit erst wenigen Jahren liebstes Würzburger Fischgericht: Meefischli! Die frittierten Lauben und Rotaugen haben es mit angetan. Die Fische werden nicht mehr  in solchen Mengen gefangen wie früher, da sowohl das Angebot — beide Arten werden aber als kaum gefährdet gesehen — als auch die Nachfrage nachgelassen hat. Man muss jetzt ja nicht Tonnen davon essen.
Fischimbiss Krebs - MeefischleNeben den Meefischli gibt es auch Fish & Chips — Seelachs & Kartoffeln, frittiert — und diverse Fischbrötchen mit unfränkischen Fischen. Die Möblierung ist schlicht: grüne Plastikgartenstühle mit grün-braunen Plastikgartentischen. Aber das reicht. Da sitzt man dann auf dem ehemaligen Kontrollboot der TU München, das die neuen Besitzer vor dem Abwracken gerettet haben, lässt sich die Flussbrise um die Nase wehen, lauscht dem Rauschen der Staustufe und isst leckeren Fisch. Tolle Sache!

Perfekt wäre es natürlich, gerade in den Abendstunden, wenn man dazu noch einen Schoppen trinken könnte. Mööööp! Geht nicht. Keine Schanklizenz! Es fehlt nämlich an Toiletten. Und da ist die Stadt gnadenlos. Auch der pragmatische Ansatz, dass die öffentlichen Toiletten unter dem Alten Kranen ja in Spuck- bzw. Pinkelweite sind, zählt da nicht. Ohne Klos nix los!

Also: Lecker Essen von netten Leuten auf einem knuffigen Schiff auf einem feuchten Fluss. Leider noch viel zu unbekannt.

Weißt du mehr zum Thema "Fischimbiss_am_Alten_Kranen"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.

Fischimbissschiff Krebs