Schlagwort-Archive: sanderau

Nacht über Sanhattan

So, nach ein paar wirren Tagen nun wieder zurück zum Blog.

Der Sanhattan, SANddorn in der SANderau.
Der SANhattan, SANddorn in der SANderau.

Am vergangenen Samstag war ich mal wieder in der Kellerperle. Zur 1. Sanderauer Kulturnacht. Wohl das Gegenstück zu den Zellerauer Kulturtagen.

Zwar ist die Sanderau nicht das Hipster-Viertel wie die Zellerau, das Rentner- und Studentenviertel hat seit diesem Abend aber ein eigenes Getränk: den Sanhattan, ein Mix aus Sanddorn(likör?), Whiskey und was weiß ich noch. Den fanden nicht alle lecker, aber mir — als Sanderauer — hat er geschmeckt. Nach zwei Gläsern musste ich aber die Segel streichen, das Zeug hat es in sich.

Fünf Jahre Kellerperle wurde mit dieser Kulturnacht auch gefeiert. Nach schwierigen bürokratischen Anfängen ist das “offene, soziokulturelle, unkommerzielle und selbstverwaltete Kulturzentrum” unter der Stadtmensa ein fester Bestandteil der Kulturszene Würzburgs geworden, vielleicht sogar ein wenig der Nachfolger des AKW.

Der Job lässt mir viel zu wenig Zeit, die Kellerperle oft zu besuchen. Obwohl sie fast um die Ecke (oder um drei) von meiner Wohnung liegt. Aber wenn, dann war es immer sehr gemütlich und entspannt — und das mag ich.

Gut aufgelegt hat in der Nacht noch Rolande Garros — so hieß der körperlich sehr engagierte DJ angeblich. Hat einen ziemlich feinen Beat gemixt.

dj-kellerperle

Und dann natürlich Hildegard von Binge Drinking, über deren Bandnamen ein älterer Mann vor der Kellerperlen-Tür fanatisch diskutiert — oder besser gesagt sich aufgeregt. Wie man eine Band nach “Komasaufen” nennen könne, wo doch Millionen von Menschen im Land an Alkoholismus erkrankt sind und dazu noch eine mittelalterliche Mystikerin missbrauchen, und das alles wegen eines billigen Wortwitzes? Das konnte der guten Mann einfach nicht verstehen, darum wollte er auch mit jedem Gast darüber reden.

hildegard-bingedrinking-kellerperle

Rote Schlange im Garten

Da waren beim Nachbarn im Haus ganz schon erstaunt, als sie die Schlange im Vorgarten gefunden haben. Und ich auch, als sie sie mir gezeigt haben.

Eine rote Schlange im Garten
Eine rote Schlange im Garten

Mitten im kleinen Grünstreifen zum Nachbargrundstück saß — oder stand oder lag, was immer die Tiere machen — eine rot-braun-orange gefleckte Schlange. Sehr groß war sie nicht, vielleicht einen halben Meter lang. Und geregt hat sich das Schuppenkriechtier überhaupt nicht.

Vermutlich wird die Schlange irgendwo aus einem Terrarium ausgebüxt ein, so nach einer in Würzburg heimischen Art sah sie nun wirklich nicht aus. Ich tippe auf eine Kornnatter, bin da aber wirklich kein Kenner. Die Nachbarn haben beim Tierheim angerufen, die das Tier abgeholt haben.

Falls also jemand aus der Sanderau eine Schlange vermisst …

Eine rote Schlange im Garten
Eine rote Schlange im Garten

Weg mit dem Weihnachtsbaum, bevor die Luftschlangen fliegen

Heute hab ich in der Sanderau den ersten Weihnachtsbaum aus dem Fenster fliegen sehen — Dreikönig ist schließlich hier der klassische Tag dafür. Es sei denn, man hat soviel Möbel von Ikea daheim, dass man sich nach dem schwedischen Brauchtum richtet.

Und man beachte dabei:

Auch wenn ich mangels Weihnachtsbaum nicht davon betroffen bin, hab ich mal nachgeschaut, wann die nadeligen Dinger in Würzburg von den Stadtreinigern abgeholt werden. Aber nur, wenn sie völlig entschmückt sind — schließlich sollen sie kompostiert werden.

Woche vom 11. bis 14. Januar 2016

  • Montag, 11.01.2016, im Frauenland
  • Dienstag, 12.01.2016, in der Sanderau und der Altstadt ohne das Mainviertel
  • Mittwoch, 13.01.2016, in Versbach und der Zellerau mit dem Mainviertel
  • Donnerstag, 14.01.2016, Ober- und Unterdürrbach und die Dürrbachau mit Hafen

Woche vom 18. bis 21. Januar 2016

  • Montag, 18.01.2016, im Steinbachtal, am Heuchelhof und in Rottenbauer
  • Dienstag, 19.01.2016, in Heidingsfeld
  • Mittwoch, 20.01.2016, in Grombühl und der Lindleinsmühle
  • Donnerstag, 21.01.2016, in Lengfeld

Via Wuerzburg.de

Heißluftballon fast zum Greifen nah

Heißluftballon über der Sanderau in Würzburg
Heißluftballon über der Sanderau in Würzburg

Ich sitze gerade so gemütlich auf dem Balkon und rauche eine, da höre ich so ein fauchendes Geräusch. Erst hab ich mir nichts dabei gedacht — vielleicht macht in der Nachbarschaft jemanden mit dem Gasbrenner herum, weil er Dachpappe verlegen.

Doch das Geräusch kam immer näher und ich hab gemerkt, dass ich mit dem Gasbrenner gar nicht mal so falsch lag — aber mit der Dachpappe.

Ein Heißluftballon flog — oder fuhr — über die Sanderau und das ganz schön niedrig. Ich schätze mal so 300 Meter über den Dächern, vielleicht auch ein bisschen oder weniger.

Zumindest war der Heißluftballon so nah, dass ich mit meinem nicht allzu starkem Zoomobjektiv fast schon die Fahrgäste erkennen konnte.

Heißluftballon über der Sanderau in Würzburg

Bestimmt ganz schön, so eine Ballonfahrt über Würzburg.

Alles nur heiße Luft!
Alles nur heiße Luft!

Mal die andere Richtung: Abends in der Weinstube Körner

Gestern Abend habe ich das Verrückte getan — ich bin von der Sanderau mal nicht mit der Straßenbahn in die Stadt gefahren, sondern mit dem Bus aus der Stadt raus, nämlich nach Randersacker. Ja, für mich als eingeschworenes Stadtkind ist das schon eine ganz besondere Sache! 🙂 Die Fahrzeit dorthin ist fast die selbe wie in die Innenstadt — etwa 7 Minuten –, aber trotzdem verschlägt es mich eher selten mal aufs Land.

Weinstube Körner bei Nacht
Weinstube Körner bei Nacht

Komisch eigentlich, denn gestern hatte ich einen sehr schönen Abend in Randersacker. Ich war in der Weinstube Körner, mitten im Ort. Das Wetter war auch am Abend recht angenehm und ich konnte draußen den Blick auf Balthasars Badewanne genießen.

 

Ich hatte bloß etwas die Nachfrage um die Tische draußen unterschätzt — in der Zeit um 19 Uhr sollte man vielleicht doch lieber reservieren. Davor und danach ist doch auch mal ein Tisch auch so frei. Aber ich hatte dann doch Glück — und einen Tisch vor dem Haus.

Und auch das Essen und Trinken konnte ich genießen. Zwei Schoppen Silvaner von den Trockenen Schmitts und zwei Schnäpse aus Mömbris — ist ja auch noch Unterfranken –, und ich war glücklich.

Mehr als glücklich hat mich auch der Bratkartoffelsalat gemacht. Klang beim Lesen der Speisekarte etwa seltsam, ein Salat aus Bratkartoffeln. Aber beim Essen hat er mich völlig überzeugt … sehr lecker.

Bratkartoffelsalat mit Bratwürsten in der Weinstube Körner in Randersacker
Bratkartoffelsalat mit Bratwürsten in der Weinstube Körner in Randersacker

Meine zauberhafte Begleitung hat sich erfolgreich an den Blauen Zipfeln versucht, die gar nicht sehr sauer, sondern angenehm süßlich waren. Und blau. 😉

07-DSC06612
Blaue Zipfel

Der Preis für den Abend (Vier Silvaner, vier Schnäpse, zweimal Essen) war der Qualität angemessen, etwa 37 Euro habe ich dort gelassen. Für den sehr freundlichen Service gab es natürlich Trinkgeld! 😉

Wirklich ein sehr angenehmer Abend in der Weinstube Körner, mittlerweile geleitet aus einer Ex-Johanniterbeck-/Ex-Café-zum-schönen-René-Kombination.

Und das Beste war, das der Bus in Randersacker ebenso wie in der Sanderau fast vor der Türe hält. Da hätte ich ja noch einen dritten Silvaner und Schnaps trinken können! 😉

Vielleicht muss ich einfach mal mehr Buslinien stadtauswärts ausprobieren …

Gläser groß und klein
Auch im Dunkeln noch zu finden: Gläser groß und klein

Urban Gardening: Tomatenzeit

Tomatenpflanzen auf dem Balkon
Tomatenpflanzen auf dem Balkon

Beim Urban Gardening auf meinem Balkon in der Sanderau beginnt nun die Endphase für dieses Jahr: Die Tomatenernte geht los.

Die drei verschiedenen Tomatensorten sind sogar einigermaßen gleichzeitig rot bzw. orange geworden. Aber nicht alle an jedem Stock, da hängen immer noch genug unreife Tomaten rum, in den nächsten Wochen wird es also Nachschub geben.

Und dann wurden die Tomaten probiert …

Fest und innen doch noch ein wenig grün - das ist König Humpert.
Fest und innen doch noch ein wenig grün – das ist König Humpert.
Orange und leicht süßlich - eine Sorte, deren Namen ich leider nicht weiß.
Orange und leicht süßlich – eine Sorte, deren Namen ich leider nicht weiß.  Auriga Orange.
Klein, fein und gerne am Ende mal brau - die Andenhörnchen.
Klein, fein und gerne am Ende mal brau – die Andenhörnchen.

Jede Tomatensorte schmeckte nach Tomate — und doch jede anders. Was sie verbindet …

... alle Tomaten waren lecker! :-)
… alle Tomaten waren lecker! 🙂

Ich darf bloß nicht vergessen, von den letzten Tomaten ein paar aufzuheben, um daraus Samen für das nächste Jahr aufzuheben — schließlich habe ich samenfeste, nicht-hybride Pflanzen! 🙂

Blind

Am 6. Juni war Sehbehindertentag. Das Berufsförderungswerk Würzburg, das Blindeninstitut und der Bayerischer Blinden- und Sehbehindertenbund haben in Würzburg an diesem Tag Stadtratsmitglieder und Presse eingeladen, mal auszuprobieren, wie man sich als Blinder oder Sehbehinderter in der Stadt zurechtfindet.

Und da es in Würzburg — schon alleine durch das BFW und dem Blindi — doch einige Blinde und Sehbehinderte auf der Straße unterwegs sind, ist es mal ganz gut, sich in deren Lage zu versetzen.

Udo Feldinger und Robert Scheller üben mit dem Blindenstock.
Udo Feldinger und Robert Scheller üben mit dem Blindenstock.

Sozialreferent Robert Scheller und SPD-Stadtrat Udo Feldinger waren früh da — später habe ich noch Raimund Binder von der ÖDP gesehen — und ließen sich von Mobilitätstrainern den Umgang mit dem Blindenstock erklären. und liefen mit Brillen, die Blindheit oder starke Sehbehinderungen simulierten, durch sie Würzburger Innenstadt. Erklärt wurde auch die Navigation durch Apps wie Blindsquare auf dem Smartphone, das Daten aus Foursquare und Open Street Map zieht und dem sehbehinderten Benutzer Orientierungspunkte über Sprachausgabe liefert — “Marktplatz in 50 Meter”, “Dom in 30 Metern”, … .

Langstock: Zeigefinger ausgestreckt an die flache Seite des Griffs
Langstock: Zeigefinger ausgestreckt an die flache Seite des Griffs

Später durfte ich auch selbst mal ran. Schnelleinführung Blindenstock, auch Langstock genannt: Zeigefinger auf die flache Seite des Griffs, Stab in Schrittfrequenz auf dem Boden nach links und rechts auf dem Handgelenk pendeln lassen.

Dazu bekam ich eine sogenannte RP-Brille, die mein Sehfeld komplett schwarz macht — bis auf ein kleines Loch vor meinem linken Auge. Damit wird wird Retinitis pigmentosa simuliert, eine Degeneration der Netzhaut, bei der sich das Sehfeld des Betroffenen immer weiter einengt, bis eben nur noch ein kleiner Fleck übrig bleibt, mit dem er mehr oder weniger scharf sehen kann. Prima, dachte ich, dann wird das ja gar nicht so schwer, ich sehe ja noch was.

Julia Kuhles von Bayerischen Rundfunk mit einer Simulationsbrille.
Julia Kuhles von Bayerischen Rundfunk mit einer Simulationsbrille.

Klar hab ich mit der Brille noch etwas sehen können, aber das räumliche Orientierungsvermögen wurde bei mir völlig außer Kraft gesetzt. Ich bin mit dem Stock an einem Schild hängengeblieben, von dem ich mir mit meinem kleinen Sehrest sicher war, dass er einige Meter rechts von mir stünde und ich locker daran vorbei käme. Also müssen die anderen Sinne verstärkt genutzt werden.

Der Stock gibt mir Informationen über Hindernisse und die Beschaffenheit des Bodens. Eingangsbereiche von Geschäften haben gerne mal eine andere Oberfläche. Einfahrten kann man an einer veränderten Akustik erkennen. Den Blumenladen in der Plattnerstraße durfte ich erriechen, da er auch erst mal außerhalb meines Sichtfelds war.  Und Kopfsteinpflaster habe ich in den zehn Minuten, in denen ich mit dem Blindenstock unterwegs war, hassen gelernt, da das Stockende herumspringt und mir — zumindest als Neuling am Langstock — keine brauchbaren Informationen gibt.

Stehen statt Gehen: So die Information der falsch verlegten Platten an der Adalbero-Kirche in der Sanderau.
Stehen statt Gehen: So die Information der falsch verlegten Platten an der Adalbero-Kirche in der Sanderau. Von der Laterne ganz zu schweigen.

Praktisch sind die Blindenleitsysteme an manchen Stellen. In den Boden eingelassene Rillensteine weisen längs den Rillen entlang den Weg z. B. zu einer Haltestelle oder. Sind die Rillen quer zur Laufrichtung, dann bedeutet das Halt. Sinnvolle Orientierungsmöglichkeiten für Blinde und Sehbehinderte in der Stadt.

Wenn man sie richtig installiert.

Weniger clever wurde das Blindenleitsystem in der Sanderau an der Adalbero-Kirche verlegt.  Die Idee, auf den Zebrastreifen hinzuweisen und den Blinden zum Verkehrsüberweg durch eben solche Längsrillen zu führen, ist ja gut. Blöderweise wurden alle Platten um 90 Grad gedreht verlegt und — um den Ganzen noch die Krone aufzusetzen — eine Laterne mitten auf das Blindenleitsystem gestellt. Schlimmer geht es kaum.

Weiter bin ich dann noch in die Graf-zu-Bentheim-Schule in der Herzogenstraße.  Dort gehen sehbehinderte Kinder und Jugendliche zur Schule, der Unterrichtsraum ausgestattet mit einem digitalen Smartboard — auf dem man prima vergrößert schreiben und zeichnen kann — und für manche Schüler noch einen extra Monitor am Tisch, mit dem sie den Inhalt des Smartboards noch mal vergrößern und den Kontrast verändern können.

Mal wirklich nützlich: Ein Smartboard bei sehbehinderten Schülern.
Mal wirklich nützlich: Ein Smartboard bei sehbehinderten Schülern.

Den Beitrag des Bayerischen Rundfunks zum Sehbehindertentag kann man hier ansehen.

P.S: Gut, ich gebe zu, die Aussicht auf Käsefüße haben mich auch in die Schule gelockt.  😉

Lecker: Die Käsefüße in der Graf-von-Bentheim-Schule.
Lecker: Die Käsefüße in der Graf-von-Bentheim-Schule.

Kunst am Straßenrand leicht gemacht

Heute im Schnellkurs “Metallskulpturen für Fortgeschritten”: Wie baslte ich eine Figur aus einem Zaun.

Dazu nehme man eine einen gut angehangenen Lkw und eine große Portion Straßenbahn. Man stelle den Laster ungewürzt  neben den Zaun an die Straße und lasse die Straßenbahn fast ungebremst dagegen fahren. Der Lkw wird einen Satz zur Seite machen und — Voilà! — den Zaun in ein formschönes Muster pressen. Auf Wunsch könnte man noch Passanten an die Straße stellen, um dem Ganzen noch etwas Farbe zu verleihen — davon wurde in dem Beispiel aber abgesehen.

Das Kunstwerkt ist auf noch unbestimmte Zeit in der Friedrich-Spee-Straße in der Sanderau zu bewundern, die Ausstellung ist ganztätig geöffnet.

Das ausführliche Rezept gibt es bei der Main-Post zu lesen.

Zaun Zaun Zaun