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WürVar: Gratulation und strümpfiges Ende

Ja, jetzt hat das WürVar wirklich Geschichte geschrieben. Die Nonstop-Varieté-Show hat ihr Ziel heute Nacht erreicht — über 100 Stunden lang standen ständig  Künstler auf der Bühne im Kulturkeller des Bürgerbräugeländes, der Weltrekord-Titel wandert — wenn er anerkannt wird — nach Würzburg.

Andy Sauerwein, am zweiten oder dritten Tag.

Super, dass so viele Künstler mit zwei bis zehn Minuten an der Show teilgenommen haben.

Aber der eigentliche Respekt gehört bei mir dem WürVar-Team, das nicht nur die sechs Tage im Dauereinsatz war, sondern schon noch die Tage davor und bestimmt auch noch ein paar Tage danach. Hut ab und schlaft euch jetzt aus!

Eigentlich sollte das WürVar am Sonntag noch auslaufen, von 8 Uhr bis 14 Uhr war noch ein festes Programm geplant. Und da wäre ich auch gerne dazugekommen, das wäre das einzige Mal gewesen, dass ich das WürVar länger als nur ein paar Minuten hätte besuchen können.

Doch als ich so um 10 Uhr in den Livestream schaute, was dort gerade so passiert, waren nur leere Stühle und vor allem eine leere Bühne zu sehen.  Also auf die Webseite geschaut und dann auf die Facebook-Seite.  Nichts zu lesen, dass irgendwas abgesagt worden wäre. Mehr Klarheit brachte ein Beitrag auf der Facebook-Seite der  Band Singvøgel, die eben bei diesem musikalischen Frühschoppen hätten auftreten sollen und wollen.

Tja, wir sind nun leider doch nicht Würvar. :-/Nachdem wir gestern zum Füllen der drohenden nächtlichen Programm-Lücke…

Posted by Singvøgel on Samstag, 25. November 2017

Dass die Musiker nun angepisst sind, kann ich völlig verstehen. Ebenso wie ich verstehen kann, dass das WürVar-Team vielleicht nach dieser Mammutaufgabe völlig platt ist. Das hätte aber allen im Vorfeld klar sein sollen.

Und auch wenn der musikalische Frühschoppen dann vielleicht nicht mehr zu dem Rekordversuch gezählt hätte, wäre es doch ein schöner Abschluss des WürVar gewesen. Doch sang- und klanglos nichts zu machen, fand ich nicht so nett.  Oder zumindest im Programm darauf hinweise, dass der Sonntagsprogramm nach den 100 Stunden nur stattfindet, wenn die Kräfte noch reichen. Aber so ist es — bei allem Respekt vor der und aller Freude über die Leistung — etwas strümpfig geendet.

Klettergarten Augustinerhochhaus, auch nachts geöffnet

AugustinierstraßeAugustinierstraße

War es die Kletterabteilung des Verschönerungsvereins, die eine Besetzung plante? Oder Mitglieder des Stadtrats bei einer Vor-Ort-Besichtigung? Oder wollte nur jemand nachmessen? Sicher ist nur, das heute Nacht jemand auf auf dem Hochhaus in der Augustinerstraße war und nicht wirklich wieder herunter konnte. Oder wollte. Die Frage nach Wollen oder Können nahm ihnen dann die Polizei und Feuerwerh ab.

Wer und warum — das kriegen wir auch noch raus.

Danke an Martin für die Bilder, dem die ganze Aktion den Schlaf gekostet hat.

Psst, Abschlussveranstaltung beim Hafensommer. Aber leise.

Heute endet der Hafensommer. Leise natürlich, wir wollen ja die geplagten Anwohner nicht stören. Am Eingang also bitte die Filzpantoffeln anziehen. Jaune Toujours werden sich Kissen in die Blechblasinstrumente, die mongolischen Egschiglen summen ihren Kehlkopfgesang nur mehrstimmig vor sich hin, Nagelritz wird seine Ringelnatz-Interpretationen per Stille Post weitergeben, Carlos Cortizos Tänzer trippeln auf Eierkartons zu gedachter Musik, Die Dozenten schnippen ihren Swingmelodien und Tanguda wird die Abschlussshow nicht mit viel Feuer und Pyro zelebrieren, sondern lieber Wattebällchen in die Luft werfen.

Und bloß nicht die Nachbarn stören. Sonst beschweren die sich wieder. Da beschneidet man doch lieber Würzburgs Kultur, damit drei Leute bei offenem Fenster schlafen können.