Biggolo-Bromenade

Die Grünen in Würzburg veranstalten heute, 9. Juni 2011, um 18 Uhr einen Flashmob — mit öffentlicher Ansage — an der Leonhard-Frank-Promenade (das ist das Mainufer gegenüber des Alten Kranen). Weil dort seit letztem Jahr laut Sicherheitssatzung Alkoholverbot herrscht, laut Umwelt- und Kommunalreferent Kleiner aber Liebespaaren ein Piccolo nicht verwehrt werden soll, laden die Grünen viele “Verliebte” — wer keinen Partner dabei hat, kann sich ja ganz spontan vor Ort verlieben — ein, auf der Promenade heute ein kleines Fläschchen zu trinken.

Allerdings Fläschchen mit Wasser statt Sekt, was bei Facebook nachträglich nochmal klargestellt wurde. Damit verliert die ganze Aktion in meinen Augen deutlich an Biss und der Bezug auf Kleiners mündliche Piccolo-Klausel ist auch nicht mehr wirklich da. Irgendwie hat die Grünen da im letzten Moment scheinbar der Mut verlassen.

Mal sehen wie viele da anstoßen werden und womit.

Mach hinne Posthalle

Das Gezerre um die Posthalle nimmt kein Ende. Die Betreiber haben die Auflagen der Stadt zum Brandschutz bisher nicht erfüllt, die Stadt Würzburg genehmigt nun keine Veranstaltungen in der Posthalle mehr, bis die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, vielleicht ist das Ganze auch noch durch den Fall Loveparade Duisburg heißer geworden. Das heißt, in der nächsten Zeit finden dort keine Konzerte statt, zumindest bis Mitte September sind dort alle Veranstaltungen abgesagt oder verlegt worden.

Also Jojo, hau rein oder tritt in die richtigen Hintern, damit das Drama um die Posthalle endlich ein glückliches Ende findet und dort wieder gute Konzerte stattfinden können!

Und noch ein paar Bemerkungen zu der Sache:

Im Mainpost-Artikel wurde Frau Bandak von der städtischen Bauaufsicht mit den Worten zitiert “[…]dass derzeit eine Gefahr für Leib und Leben der Konzertbesucher bestehe”. Nun frage ich mich natürlich, warum die Stadt bei ihrer eigenen Veranstaltung Hafensommer — da war die Posthalle Ausweichspielstätte bei schlechtem Wetter — ihre eigenen Besucher dieser Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt hat?

Hat die Posthalle jetzt schon eine Baugenehmigung bekommen oder nicht? In der Mainpost stand im Artikel sowohl

Anfang Juli bekamen die Betreiber der Posthalle in Würzburg endlich die lang ersehnte Baugenehmigung

als auch

Seit zwei Tagen erst sind die Unterlagen vollständig und die Stadt wird in der Woche die Baugenehmigung erteilen

Ich bin verwirrt und die Mainpost scheinbar auch.

So sieht es in der Posthalle in den nächsten Wochen aus:

Und dann sehen wir mal ob bis dahin alle Sprinkler funktionieren, die Geländer (welche eigentlich?) gesichert sind und Feuerlöscher durch die Halle fahren. Und sehen wir dann auch, welche Sicherheitsbaustellen die Stadt noch aufmacht. Ideen hätte ich da genug.

Wo war Marks Köpfle?

Fast fühlte ich mich wie anno 1525 im Bauernkrieg, als ich am Samstag mit Tausenden von Bauern Besuchern auf die Festung Marienberg gestürmt bin. Das Ziel des Anrennens war kein Fürstbischof, sondern ein Gitarrenkönig — Mark Knopfler, ehemaliger Kopf der Dire Straits — gab im Festungsgraben zu Würzburg ein Open-Air-Konzert.

Ich muss gestehen, dass ich nicht unbedingt ein glühender Verehrer von Mark Knopfler bin. Ich mag einige Lieder aus der 80er-Jahre-Dire-Straits-Ära, aber seinen Solo-Kram, mit der er in die Folk-Country-Sonstwas-Ecke abdriftete, treffen nicht so meinen Geschmack. Aber egal! Die Karten habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und ein Open-Air-Konzert im Festungsgraben habe ich auch noch nie mitgemacht.
Und um gleich ein musikalisches Resümee zu ziehen: Es war ungefähr wie ich erwartet haben. Mark Knopfler ist wirklich ein hervorragender Gitarrist mit einem sofort wiedererkennbaren Sound ein einer souverän ruhigen Spielweise. Für meinen Geschmack waren die Stücke aber großteils zu lahm und klangen Stellenweise wie von der Black Velvet Band, nur mit besseren Musikern ;-).

Konzert Mark Knopfler

So war es musikalisch okaaaaay, hätte ich die Karten von meinem sauer verdienten Geld zahlen müssen, wäre ich wahrscheinlich deutlich enttäuschter gewesen —  oder erst gar nicht hin.  Aber gut, das ist auch Geschmackssache. Ewig dauerte es eh nicht; pünktlich um 20.00 Uhr ging das Konzert los, und kurz vor 22.00 Uhr endet es — auf jeden Fall vor 21.58 Uhr, denn da muss Herr Knopfler ja das Intro zu “Auf ein Wort” auf Bayern 3 spielen.

Ich habe allerdings feststellen müssen, dass der Festungsgraben nicht der ideale Ort für ein großes Open-Air-Konzert ist. Vom Gelände, dass nach hinten leicht ansteigt, ist es eigentlich gut — wenn die Bäume nicht wären. Wer im Gegensatz zu mir auch den Kopf von Mark Knopfler sehen will, der hatte eine recht begrenzte Auswahl an Sitz- oder Stehplätzen, die dichtbelaubten Bäume haben da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Konzert Mark Knopfler

Und gewundert hat mich, dass das Konzert überhaupt im Graben stattfinden darf. Gerade in einer Zeit, wo großen Wert auf Fluchtmöglichkeiten für Besucher geachtet wird. Denn spätestens nach dem Konzert habe ich und alle anderen gemerkt: Die Festung ist eine Festung, dafür gebaut, dass man schwer hineinkommt. Und wo man schwer hineinkommt, kommt man auch schwer hinaus — vor allem 8.000 Leute auf einmal. So war es zwar ganz witzig, wie ein Feuerwehrmann (oder wer immer das war) über ein Megaphon die hinausströmenden Massen zu moderieren und zu lenken. Ich möchte ja nicht wissen was passiert, wenn da mal wirklich eine Panik ausbricht. Gut, wer kühlen Kopf behält rettet sich über den Weg an der oberen Mauer. Aber sonst? Über die Mauer springen? Sind Strickleitern vorbereitet?
Auf jeden Fall hat es gut eine Stunde gedauert, bis wir das Gelände zu das Tor im Gänsemarsch verlassen konnten — und die 80% der Zuschauer, die älter waren als wir, den schlecht beleuchteten Weg zur Zeller Straße begleitet haben.
Gar nicht so leicht.

WueWoWas und PayPal, just good friends?

Wer einen Account bei wuewowas.de und auch einen Account bei PayPal hat, der sollte sicherheitshalber mal bei PayPal reinschauen, ob da keine ungewollten Transaktionen vorhanden sind.
Gernot von WueWeb hat vor ein paar Wochen festgestellt, dass PayPal eine Zahlung von seinem Konto an Gameforge durchführen wollte, die er nicht angewiesen hat. Nachdem er diesen Fall in dem Blogbeitrag dargestellt hat, fanden sich in den Kommentaren auch andere Leidensgenossen. Nach und nach zeigte sich, dass viele aus Würzburg kommen und dann noch, dass sie bei PayPal das selbe Passwort verwenden wie bei wuewowas.de. Es könnte also sein, dass Benutzerdatenbank bei wuewowas.de gehackt wurde und mit diesen Daten über PayPay bei Gameforge eingekauft wurde, das wäre zumindest eine Erklärung,

Das nur als Hinweis, Gernot hält euch bestimmt auf dem Laufenden. Und vielleicht sollte man einfach mal so wieder das PayPal-Passwort ändern, kann nie schaden. Und am besten kein Passwort verwenden, dass woanders in Benutzung ist.

Spamblüte

Die letzten Wochen und Monate ging es vom Spam-Aufkommen im Würzblog recht ruhig her. 2-3 Spamversuche im Durchschnitt am Tag, das geht völlig ok. Aber jetzt wurde in den letzten 48 Stunden 1640 Mal (!) versucht, das Würzblog zu bespammen. Dank Spam Karma 2, das sogar nur in der Einstellung “nice” (nett) seine Arbeit verrichtet, hat alle Versuche souverän abgewehrt. Mittlerweile ist wieder Ruhe in die Blogschnittstellen eingekehrt. Und ich hoffe, das bleibt so.

Selbst der Spampegel im Kulturspeicher ist wieder angestiegen. Ist die mal wieder eine Spamwelle unterwegs?

Bei der Gelegenheit habe ich es auch mal geschafft, den Spam-Zähler am Ende der Seite korrekt auszugeben.

Zaunfrei und Spaß dabei

Zaunfreie ZoneUnd da soll noch einer behaupten, öffentlicher Protest führt zu nichts. In der gestrigen Sitzung hat der Planungsauschuss des Stadtrats die Empfehlung ausgesprochen, keinen Radweg am Kranenkai zu bauen und — aha! — auch keinen Zaun dort zu bauen. Das schon verzaunte Mauerstück soll wieder entzaunt werden und das Material soll anderweitig verwertet werden (vielleicht ein Zaun auf der Mauer der Festung? ;-)). Die Entscheidung fällt aber erst definitiv am Donnerstag in der Stadtratssitzung. Also Daumen drücken!

In der Sitzung sagte Stadtbaurat Baumgart laut Mainpost

“er habe ‘die klare Erkenntnis gewonnen, dass ein Zaun da nicht vermittelbar ist’ “.

Das klingt fast so, als halte er selbst den Zaun nach wie vor für notwendig, oder?

Wie dem auch sei: die Chancen stehen gut für unseren geliebten Kranenkai in Würzburg. Also schwingt euch wieder auf das Mäuerchen und lasst die Beine baumeln — aber nicht hineinfallen, sonst kommt der Zaun doch noch! 😉

Die Zaunkönigin

Es war einmal eine Königin, die regierte eine kleine Stadt, welche idyllisch an einem Fluss gelegen war. Die Einwohner der Stadt feierten gerne. Sie feierten an jeder Ecke in der Stadt, am Ufer des Flusses, am Marktplatz, auf den Straßen. Wenn sie nicht gerade feierten, ruhten sie sich aus — ebenfalls in der ganzen Stadt. Im Sommer saßen sie am Ufer und ließen sich den leckeren Wein schmecken.

Nun sprach die Herrscherin eines Tages: “Lasst uns einen Radweg am Fluss entlang bauen. Und damit niemand beim Radfahren in den Fluss fällt, bauen wir auch einen Zaun an das Ufer. Die Sicherheit meiner Untertanen ist mir wichtig!” Ihre Berater stimmten ihr zu, und so wurde der Zaun gebaut.
Und wiederum sprach die Herrscherin: “Es führen viele Radwege durch die Stadt. Auch dort könnte ein Radfahrer auf die Straße fallen und sich verletzen. Lasst uns die ganzen Radwege einzäunen. Die Sicherheit meiner Untertanen ist mir wichtig!” Und so wurden in der ganzen Stadt Zäune zwischen Radweg und Straße gezogen.
Dann sprach die Königin: “Wenn ein Fest auf dem Markt ist, dann könnte es sein, dass jemand in seiner Ausgelassenheit vor dir Straßenbahn fällt. Lasst uns auch dort und überall, wo die Straßenbahn fährt, einen Zaun bauen. Die Sicherheit meiner Untertanen ist mir wichtig!” Und so wurde auch der Marktplatz und die Straßenbahnschienen eingezäunt.
Die Herrscherin sprach wieder: “Meine Untertanen sprechen gerne dem Rebensaft zu. Ich habe Angst, dass sie berauscht auf die Straßen fallen. Lasst an allen Straßen Zäune errichten. Die Sicherheit meiner Untertanen ist mir wichtig!” Und so würden alle Straßen eingezäunt.
Zuletzt sprach die Herrscherin: “Noch immer habe ich Sorgen um die Sicherheit meiner Bürger. Ihnen kann überall etwas passieren. Lasst um jedes Haus, am besten um jede Wohnung, jeden Platz, jeden Baum und jeden Strauch einen Zaun errichten. Die Sicherheit meiner Untertanen ist mir wichtig!” Ihr Berater stimmten auch hier wieder zu und die Zäune wurden aufgestellt.

Nachdem sie all das gesprochen hatte, ging die Königin hinaus auf die Straße, um sich an der nun sicheren Stadt und ihren wohlbehüteten Untertanen zu erfreuen. Doch draußen sah sie nur Zäune. Die Häuser waren kaum zu erkennen, weil so viele Gitter vor ihnen standen, das Grau der Zäune überdeckte die sonst so bunten Farben. Die wenigen Menschen, die noch in den Straßen umhergingen, kamen nur schwer voran, da sie ständig um Zäune herumgehen mussten. Die Untertanen riefen zu der Herrscherin auf der Straße: “Sie nur, was du angerichtet hast. Nichts kann uns nun passieren, aber wir sind eingesperrt. Sicherheit gegen Freiheit, Enge statt Schönheit — das ist kein guter Tausch!”
Da erkannte die Königin, was sie angerichtet hatte und weinte bitterlich. Noch am selben Tag ließ sie die Zäune abreißen und die Stadt fand wieder zu ihrem bunten Treiben zurück. Die Menschen setzten sich wieder an die Ufer des Flusses und entspannten sich bei dem gitterlosen Blick auf den Sonnenuntergang über der Stadt.

Pinkel-Pußkelt

Morgen wird im Stadtrat über die Satzung für Sicherheit und Ordnung abgestimmt. Die Mainpost hat sich einen Punkt herausgegriffen, nämlich das Urinieren an Hauswände und in Büsche. Das wird dann 25 € Strafe kosten. Im Gegenzug hat die Zeitung die öffentlichen Toiletten, die ja dann die einzige Alternative wären, getestet. Mit keinem sehr guten Ergebnis, wen hat’s gewundert. Aber da kam auch heraus, dass die Stadt 158.800 € im Jahr für die öffentlichen Toiletten ausgibt.

Mal ehrlich, die öffentlichen Klos, die ich in Würzburg kenne, sind schon ekelhaft. Da kann ich es keinem verdenken, wenn er schon aus ästhetischen Gründen lieber ins Gebüsch pinkelt. Und wenn die Stadt diese widerwärtigen Bedürfnisanstalten schließen würde (oder als Handyladen, Discountbäcker, etc. vermieten würde), dann könnte sie auf das Bußgeld von 25 € für illegales Urinieren verzichten. Würzburg hätte dann ein Pinkel-Kontingent von 6352 Mal, damit es sich immer noch rechnet. Das muss man dann halt einteilen! 😉
Oder jeder Bürger bekommt für einen Jahresbeitrag von 1,22 € einen Pinkel-Pass, den er dann bei Kontrollen vorzeigen muss. Man sieht, es gibt noch genug andere Wege als ein Bingl-Bußgeld … ähhh … Pinkel-Pußkelt. Oder so.