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Wenn nicht mal mehr Blasen hilft

Seit Wochen bin ich Dank Rööö ein sehr glücklicher Besitzer eines Fahrrads. Das Rad ist so schnell ein integraler Bestandteils meines Lebens geworden, dass es am Samstag ein Moment tiefer Trauer und Bestürzung war, als ich es mit einem absolut leeren Hinterreifen an seinem Platz fand. Eine Mund-zu-Mund-Beatmung — metaphorisch — konnte den toten Reifen nicht mir in sein vulkanisiertes Leben zurückholen.

Nach jahrzehntelanger Fahrradabstinez, noch längerer handwerklicher Unfähigkeit und dem Fehlen eines Ersatzschlauchs musste ich am Wochenende resignieren — Radfahren fiel leider aus.

Wenige Stunden später –
Fahrrad repariert und Ralf kann wieder lächeln.

Montagmorgen hat ich dann das humpelnde Rad — nicht metaphorisch — zur Fahrradwerkstadt des Erthal-Sozialwerks in die Sanderstraße geschoben. Da stand ich Montagfrüh, kurz nach 8 Uhr, schon in einer kleinen Schlange. Wochenende sind wohl keine sehr gesunde Zeiten für Fahrräder. Aber es ging recht schnell, bis ich dran kam und ebenso schnell verschwand mein Rad hinten in der Werkstatt. Bis morgen werde die Reparatur dauern, eventuell schon bis heute Nachmittag. Ich werde per Mail benachrichtigt und soll auch meinen Spamordner checken. Guter Hinweis!

Das musste ich gar nicht machen, um 13.55 Uhr trudelte schon die Vollzugsmeldung und eineinhalb Stunden später ich beim Fahrradservice ein.  29,90 Euro kostete mich das Ganze — davon waren aber 12 Euro für das Einstellen der Bremsen, worum ich noch gebeten habe, weil die schleiften und nicht mehr richtig griffen.

Rechnung vom Erthal-Sozialwerk.

Natürlich — selbst reparieren wäre deutlich günstiger gewesen. Aber ich wohne nicht so weit von der Würzburger Innenstadt weg und so hab ich mir die Fummelei mit meinem Halbwissen erspart und dem Erthal-Sozialwerk einen Auftrag und Geld für eine guten Zweck verschafft.

Und das haben sie gut und schnell gemacht! Danke dafür!

 

Zehn Jahre Würzblog

So schnell vergehen zehn Jahre!

Nein, im Ernst, es kommt mir wie eine mittlere Ewigkeit vor, dass ich den ersten Artikel im Würzblog geschrieben habe. Damals konnte ich nicht im Geringsten absehen, was daraus entstehen wird — und wie sich dadurch mein Leben ändern wird.

Ich will gar nicht groß beschreiben, was seit Beginn hier im Blog alles passiert ist — es gibt über 2300 Gelegenheiten, das im Würzblog nachzulesen.

Für mich ist in dieser Zeit viel passiert. Ich durfte unglaublich viele Leute in Würzburg — und ganz woanders — kennenlernen. Manche davon grüßt man nach wie vor auf der Straße, manche sind gute Bekannte geworden und einige sogar sehr gute Freunde.

Es ist ein wenig müßig zu spekulieren, was passiert wäre, wenn ich nicht mit dem Würzblog angefangen hätte. Ziemlich sicher wären Schwesterprojekte wie die Würzmischung, das Radio Würzblog oder das WürzburgWiki nie entstanden. Würde es einen Bloggerstammtisch und die Bloggertreffen in Würzburg geben? Ich weiß es nicht. Aber ich bin froh und dankbar, dass alles so gekommen ist, wie es kam.

Natürlich kann man sich lustige Kausalketten herbeispinnen: Ohne das Würzblog hätte vielleicht niemand ein erstes Bloggertreffen in Würzburg veranstaltet. Dann wäre vielleicht auch nie der Bloggerstammtisch daraus einstanden. Dann hätten sich Tandzi und Nils vielleicht nie kennengelernt und Würzburg hätte eine neue Einwohnerin in Form des Krümels weniger. Darf man gar nicht drüber nachdenken! 😉

Selbst beruflich hat sich durch das Bloggen viel bei mir geändert. Ich merkte über die Zeit, wie mir die Schreiberei Spaß macht und wie überraschend groß die Rückmeldungen auf meine Artikel sind — besonders in der Zeit “vor Facebook”. Darum habe ich mich vor gut vier Jahren entschlossen, den Webdesigner-Job an den Nagel zu hängen und Journalist zu werden. Vier Jahre habe ich in der Online-Redaktion der Main-Post gearbeitet und seit diesem Jahr — im hohen Alter — mache ich ein Volontariat, aktuell in der Lokalredaktion in Kitzingen.

Aber das Blogger habe ich auch in der Zeit bei der Main-Post nicht aufgegeben — nur wurden die Umstände schwieriger. Die Zeit dafür ist einfach weniger geworden und nach acht oder mehr Stunden Schreiben oder redaktioneller Arbeit hatte ich abends manchmal keine Lust oder Kraft mehr, für das Würzblog auch noch zu schreiben. Es gab Zeiten, da war ich einfach müde und frustriert, dass ich die Erwartungen an das Blog nicht erfüllen konnte, ich musste mir oft genug selbst klar machen, dass es mir Spaß machen muss — sonst hat das in der Form keine Sinn.

Im Grunde hätte ich nach ein oder zwei Jahren aus dem Würzblog einen Vollzeitjob machen können, das hat sich bis heute kaum geändert. Ich bekommen unheimlich viele Anfragen per Mail oder über die sozialen Medien, dass ich über dieses Thema schreiben oder jede Veranstaltung ankündigen soll. An Arbeit würde es nicht mangeln, aber ich wüsste nicht, wie ich davon leben sollte — zumal Selbstvermarktung nicht gerade meine große Stärke ist! 😉

Das Bloggen halte ich nach wie vor für die Königsdisziplin unter den sozialen Medien. Bloggen ist oft etwas sehr individuelles. Es ist nicht so sehr so ein Einheitsbreit wie bei Facebook und nicht so größenbeschränkt wie bei Twitter — ein Blog kann ein deutliche kreativerer Raum sein als jedes andere Medium. Man hat Freiräume, man kann ausprobieren und neugierig sein — und das sind Dinge, die mir einfach wichtig sind und dich ich mir für das Leben in Würzburg immer gewünscht habe.
Und vor allem ist ein Blog etwas eigenes, oder zumindest kann es das relativ leicht sein. Mein Blog ist auf einem vom mit angemieteten Server. Wenn der Provider dicht macht, ziehe ich mit den Daten einfach um. Bei Facebook & Co wäre einfach alles weg.

Es gibt noch tausend andere Gründe, die für mich für das Bloggen sprechen, aber einer ist der Hauptgrund: Das Würzblog ist ein Teil vor mir geworden (auch wenn ich es ja nicht ganz alleine mache — Rööö ist da auch noch ein wenig im Boot! Danke für deine Unterstützung über all die Jahre! 🙂 ), und auch wenn es mich hin und wieder genervt hat, mit “Hallo Würzblog” begrüßt zu werden — ich heiße Ralf –, so kann ich es verstehen.

Gefreut hat es mich schon, die vielen Blogs, die es alleine in Würzburg gibt, zu verfolgen. Etliche davon gibt es nicht mehr, aber es entstehen immer noch neue — die Blogs sind nicht tot zu kriegen! 🙂

So hoffe ich, dass es das Würzblog in weiteren zehn Jahren immer noch geben wird. Und ich danke euch wirklich von Herzen, dass ihr es lest und hier auch mit diskutiert — oder zumindest euren Senf abgebt! 🙂 MIT EUCH macht das Bloggen deutlich mehr Spaß! 😀

Heute Abend wird im Gehrings in der Neubaustraße ab 18 Uhr bis spät nachts auf den 10. Geblogstag angestoßen — jeder zahlt selbst, ich bin ein armer Volontär! 😉 –, alle Blogger und Würzblog-Leser sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und mitzufeiern! Einen kleinen Film gibt es auch zu sehen (wenn technisch alles hinhaut) und dazu eine Spendenaktion für den Verein “Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff”, dessen Mitglied ich auch bin.

Das Blog und der Verein gegen Tay-Sachs und Sandhoff

Wer am Samstag die Main-Post gelesen hat — oder wann auch immer online –, der hat vielleicht die bewegende Geschichte vom kleinen Dario und seinen Eltern gelesen.

Dario ist unheilbar krank, durch einen  Gendefekt funktionieren zwei Enzyme nicht, die für den Stoffwechsel gebracht werden.  Sandhoff, eine höchst seltene Krankheit, was natürlich das Desinteresse der Pharmaindustrie hervorruft und Forschungen an einer Therapie, die den Krankheitsverlauf aufhalten könnte, werden kaum finanziert.

Die Eltern sind Freunde von mir — Dario natürlich auch, der größte Zuproster diesseits des Rio Grande — und seit ein paar Wochen auch Blogger. Denn sie haben vor ein paar Wochen einen gemeinnützigen Verein gegründet — ich war auch mit dabei –, die Selbsthilfegruppe “Hand in Hand gegen Tay-Sachs und Sandhoff“.  Und dazu gibt es eben jetzt ein Blog: http://tay-sachs-sandhoff.de

Willkommen im Kreis der Würzburger Blogger (ich zähle Höchberg mal großzügig dazu), liebe Birgit und lieber Folker! 🙂

Ab in die Feedreader damit … 🙂

 

Des Volkes Zehnt nach Afrika – und lustige Bilder

Schatzkiste mit WappenWährend alles für das Africa Festival spendet, das in diesem Jahr an zu viel Wasser erkrankt ist, haben in Würzburg die Blogger am letzten Donnerstag gesammelt, um ein bisschen mehr Trinkwasser nach Afrika zu bringen — irgendwie erschien das wichtiger.

Viele Untertanen haben da den Weg zum König gefunden, um ihren Zehnt abzugeben — gegen ein Bild mit dem König. Und so darf der König auch verkünden, dass sich Sammelshamsters Tante Schwester Christl sich über 129 Euro für ein Brunnenprojekt in Kenia freuen darf. Und alle, die sich haben ablichten lassen, bald über einen signierte Abzug. Der König dankt, auch dem Rööö fürs Fotografieren!

Wer noch nachspenden will:

Missions-Prokura Tutzing
Kreissparkasse München Starnberg
Kontonummer: 430570986
BLZ: 702 501 50
Betreff: Schwester Christiane, “Brunnen”

Weitere Bilder vom Bloggertreffen und Geblogstag gibt es bei Erwin vom Labyrinthblog.

Das – Ha! – Sommerbloggertreffen in Würzburg mit Medien mal sozial

Der 8. Geblogstag des Würzblog steht an. An dem Tag wird natürlich auf das Blog angestoßen und ich laufe traditionell in albernen Königsklamotten herum. Aber an dem Tag treffen sich aber auch zum 29. Mal die Blogger in und um Würzburg und auch Blog-Leser tauchen da gern mal auf.

Jede und jeder, der oder die ein Blog — groß oder klein — betreibt und aus Würzburg und Umgebung kommt, wird hiermit per königlichem Dekret aufgefordert, sich am 6.6.2013 ab 18.30 Uhr im Gehrings in der Neubaustraße einzufinden und Spaß zu haben! Zuwiderhandlungen werden mit Link-Entzug geahndet! 😉

Zum Programm des Abends: Es gibt keins! Freistil-Quatschen und -Trinken ist angesagt!

Da die Blogs aber zu den Sozialen Medien zählen, gibt es auch einen kleinen sozialen Nebenschauplatz:

Während wir hier fast schon knietief im Wasser stehen und mit unseren schicken Notebooks, Tablets und Handys Spaß haben, sieht das 6238 Kilometer weiter südlich ganz anders aus. Foodbloggerin Sammelhamsters Tante Christiane “Christl”  Spannheimer ist als Missionsbenediktinerin in Kenia und leistet dort Hilfe. Wasserversorgung sicherstellen, medizinische Infrastruktur aufbauen oder Bildung und Technik fördern — das alles kostet Geld, von dem nie genug vorhanden ist, auch wenn Projekte wie der Missiochor oder Linux4Africa ihr unter die Arme greifen. Konkret plant sie gerade ein neues Brunnenprojekt, für das sie Geld und Sponsoren sucht.

Darum gibt es beim Bloggertreffen, wie vor zwei Jahren schon, eine Spenden-Fotoaktion “Königs-Bilder für Kenia-Brunnen“. Jeder darf gegen eine Geldspende in beliebiger Höhe von sich ein Bild mit mir im Königs-Outfit machen lassen. Das Geld geht dann an “Tante Christl”, die, wie wenig es auch sein mag, es sicher für ihre Arbeit brauchen kann. Veröffentlicht werden die Bilder dann im Würzblog — und wenn mehr als 100 Euro zusammen kommen, dann gibt es schöne Abzüge, die die Spender bekommen. Die zahle ich natürlich aus eigener Tasche. Und ein dezenter Wink mit dem Zaunpfahl an die Blogger, die in jedem Jahr das königliche Outfit erweitern — des Königs Schatzkammer könnte in diesem Jahr gebaut werden …  und gleich ausgeraubt! 🙂

Letzte Worte zum Bloggertreffen:

Wie immer darf jeder sein Kommen oder Fernbleiben in der Kommentaren ankündigen — darf, nicht muss. Spontanität in jede Richtung ist erlaubt. Bei Facebook oder Google+ geht es natürlich im Notfall auch! 😉

Es kommen

Es kommen vielleicht

Es kommen nicht

 

Headerbild von Rööö

Highway to help

Bon’s Benefiz Balls

Highway to help

Unter dem genialen Motto “Highway to help” gibt Bon’s Balls am 23. Dezember 2011 in der Posthalle ein Benefiz-Konzert.  Die AC/DC-Coverband spielt zugusten der Weihnacht für Alleinstehende, bei der der CVJM Würzburg in jedem Jahr Alleinstehende und Obdachlose zu einem Weihnachtsfest einlädt.

Unterstützt wird Bon’s Balls von den Rockerkollegen von Way to Bodhi. Die Karten kosten im Vorverkauf 12 Euro und man kann sie im H2O in der Karmelitenstraße oder in der Pinoccio-Sportsbar in der Bahnhofstraße kaufen. An der Abenkasse muss man 14 Euro löhnen. Und bei einem Konzert für einen guten Zweck wird wohl hoffentlich keiner herumnölen, dass das zu teuer ist.

die AC/DC-Coverband

Soziales, Netzwerke und Soziale Netzwerke

Heute findet um 18.30 Uhr die erste Socialbar in Würzburg statt. Nein, das ist keine Kneipe für Hartz-IV-Empfänger, sondern ein Treffen von Menschen, die im weitesten Sinne “im Sozialen” tätig sind und denen, die im weitesten Sinne “im Netz” tätig sind — also Netzaktivisten, engagierte Bürger, Hauptamtliche in sozialen Einrichtungen oder einfach Neugierige. Es geht um Austausch, Ideen, Kennenlernen — all das, was bei solchen XYZ-Bars halt üblich ist.

Getroffen wird sich heute, 9. November 2010, um 18.30 Uhr im Internetcafe “Von Senioren für Senioren” am Ludwigkai 12, das ist im Caritas Seniorenzentrum St. Thekla, nach dem Eingang gleich ein paar Meter links in einem Räumchen.

Tilman

Schmales Öffnungsfenster

TilmanNa, das sind ja mal saublöde Öffnungszeiten für mich, um das Restaurant zu testen. Das Tilman am Ulmer Hof hat nach langer Umbauzeit jetzt geöffnet. Dort kochen und bedienen Jugendliche, die nach eher missglückten beruflichen Karrieren dort nochmal eine Lehre beginnen. Gute Sache also.

So gesehen … vielleicht sollte ich wirklich lieber noch ein paar Monate mit einem Essen dort warten … 😉 Oder doch mal etwas zu Mittag essen. Oder bis zum Urlaub warten, aber da will ich ja … aber das werdet ihr bald lesen … 😉

Weißt du mehr zum Thema "Tilman"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.

Tilman