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Schönne Worde III: Mehlaach

Mehlaach - MehlaugeEs gibt Worte, die sind einfach in Vergessenheit geraten. Was schade ist, gerade bei fränkischen Schimpfworten. Lassen wir doch wenigstens eines mal wieder aufleben — das Mehlaach!

Mehlaach, also “Mehlauge”, kann man statt dem Wort “Depp”, vielleicht ist es sogar etwas weniger hart oder böse.  “Ey, du Mehlaach”. Gesprochen wird es mit einem langen A, darum habe ich es mal mit Doppel-A geschrieben.

Versucht es doch mal! Verwendet das Mehlaach in der nächsten Woche fünfmal und berichtet von den Reaktionen! 😀

Und wenn jemand was zu der Herkunft des Wortes sagen kann — immer her damit! 😀

Update: Es kamen noch folgende Varianten von Lesern dazu:

  • Kühaach (in der Rhön)
  • Pflaaameaaach (Fladungener Ecke)
bukowski-abend

Karten für die Bukowski-Performance im Theater Ensemble

bukowski-abendDas Theater Ensemble in Würzburg feiert 2012 sein 20. Jubiläum. Und zum Beginn dieses Jubeljahrs nimmt es sich Charles Bukowskis an, mit einer Mischung aus Schauspiel, Lesung und Konzert  — einer Performance eben. Der amerikanische Schriftsteller und Dichter wurde für seine sehr harte, teilweise aber auch witzige Sprache in seinen Werken berühmt. Er war unangepasst, unbequem und geradeaus, dem Alkohol, Frauen und dem Spiel nicht abgeneigt. Einer von uns eben. Obwohl — vom Glücksspiel halte ich nichts! 😉

“Bach hatte zwanzig Kinder. Tagsüber hat er auf Pferde gewettet, nachts hat er gefickt und am Vormittag gesoffen. Komponiert hat er zwischendurch. …sagte ich als sie von mir wissen wollte wann ich eigentlich meine Gedichte schreibe.”
Charles Bukowski

Am Freitag ist die Premiere der Performance, danach gibt es bis Mitte Februar noch sieben weitere Vorstellungen. Und zu diesen Vorstellungen verlose ich hier zweimal zwei Karten. Einfach in den Kommentaren hier die Antwort auf diese Frage geben, die ersten zwei richtigen Kommentare gewinnen die Karten: Die Karten sind jetzt weg!

Bei einer Lesung Bukowskis 1978 in Hamburg stand ein Kühlschrank auf der Bühne. Womit war diese Kühlschrank gefüllt?

An die Frage eines Rechtswegs sollte niemand auch nur denken, der auf eine Bukowski-Performance will … 😉

Zur Premiere werde ich es leider nicht schaffen, aber ich werde auf jeden Fall mal hingehen. Das könnte genau mein Ding sein! 🙂

Für mehr Integration: Meefränggisch für Debben & Subber-Exberden

Weihnachten steht vor der Tür und so mancher Würzburger fragt sich, was er integrationsunwilligen Freunden schenken kann. Würzburg ist eine Einwanderungsstadt und mangels Sprachtest tummeln sich hier Menschen, die dem Fränkischen kaum Herr sind. Man muss sich ja nur mal beim Bloggerstammtisch umschauen: Da sitzen Allgäuer, Saarländer, Rheinländer, Hessen und Bewohner anderer Erdteile, die dem Gebrauch des “fei” kaum mächtig sind, das Konzept der Konsonantenminimierung nicht verstehen und noch so mittelalterlichem Aberglauben wie einer geordneten Satzstellung anhängen.

Dem Problem haben sich die Asterix-Übersetzer Gunther “Markus” Schunk und Hans-Dieter “Hans-Dieter” Wolf in spielerischer Weise angenommen. Am Dienstag in einer Woche — 30. November 2010 — wird um 17.30 Uhr “Meefränggisch für Debben & Subber-Exberden – kleines Mainfränkisch-Quiz” vorgestellt. In diesem Druckwerk wird der interessierte Leser über 60 Fragen in die Geheimnisse des unterfränkischen Wortschatzes, der Grammatik und Lebensart eingeführt.

“Der ideale Zeitvertreib für langweilige Kneipenabende und Fahrten im Würzburger ÖPNV.”

Ab 30. November 2010 wird es das Quiz in allen Würzburger Buchläden für 7,95 € zu kaufen geben.

Übber die Schbraach beim Bloggn, fei!

Nacherd um Achte bin ich eingladen ins Bürcherschbidal, da wo sich die Würzburcher Schbrachrunde — dess is ä regionaler Ablecher von der Gsellschafd für deudsche Schbraach — dreffen duud. Der Schunks Maggus ähh Gunder hab mich gfraachd, ob ich übber die Schbrach beim Bloggnn redd will, weil ich fei so viel Ahnung hab vom Bloggen und von der Schbraach. Da wirds halt drum gehn, ob’s Bloggn ä eichene Sprach hat und wie so die Wechslwirkung zwischen den Blogs und anderen Dexdn ist, also schbrachlich hald. Und Zeuch hald. Geld grich ich wie immer nedd dafür, dafür abber än Schobbn und vielleichd a ä Wurschdebrot.

Komm darf fei jeder, der sich für Schbraach inderessiern duud, des kosded a nix.

Sprachschule beim WFV – Fränkisch für Anfänger

Bald beginnt das Wintersemester und etliche Studenten aus aller Herren Länder ziehen nach Würzburg. Doch nicht jeder Zugezogene kommt mit dem unterfränkischen Dialekt zurecht. Glücklicherweise gibt es so praktische Einrichtungen wie den Regionalfußball.

Vordergründig eine Sportveranstaltung, dient so ein Spiel der Bayernliga doch vor allem der Sprachschulung für Neufranken. In einfachen Lektionen kann man dort die Feinheiten und Besonderheiten der Würzburger Variante des Fränkischen lernen und vor allem den Wortschatz deutlich erweitern.

Die Lektionen des gestrigen Spiels Würzbuger FV gegen den SV Heimstetten:

Lektion 1 — Vokablen

Um einer Person die gefühlte Antipathie zu kommunizieren, gibt es das universell einsetzbare Hauptwort “Rammel”, gesprochen “Ramml”. Mit dem Wort wird eine Vetrauensbasis aufgebaut, deswegen wird es niemals in der Form “Sie Rammel, Sie” verwendet, sondern in der in Franken gern verwendeten Du-Form. Intelektuelle, die mit ihrer popkulturellen Bildung glänzen wollen, formen dieses Schweizer Messer im Fränkischen Sprachwerkzeugkasten zu einem “Du Rambo!” um. Bei der Aussprache ist darauf zu achten, dass die Dezibelzahl des Satzes nicht unter 110 abfällt.

Lektion 2 – Das Geschlecht

Gender-Diskussionen gibt es im katholischen Würzburg kaum. Eine Frau ist eine Frau, ein Mann ist ein Mann. Wir waren gestern Zeuge einer Stegreifprüfung im Fränkischen, wo ein Mann über diese Hürde gestolpert ist. Man muss erwähnen, dass die Prüfungsbedingungen deutlich durch die Tatsache erschwert wurden, dass der Schiedsrichter eine Frau, also eine Schiedsrichterin war und es eine weibliche Linienrichterin und einen männlichen Linienrichter gab. So hat sich der Prüfling die mündliche Note durch den Zuruf “Du blöde Kuh!” an den Linienrichter verdorben, die korrekte Anrede wäre “Sechpfosten, blöder!” gewesen. Durch die neutrale Titulierung der Schiedsrichterin als “gelbe Missgeburt” konnte gerade noch ein Durchfallen bei der Prüfung verhindert werden.

Wer wissen will, was uns sprachlich und sportlich bei gestrigen Spiel sonst noch passiert ist, der sich kann das in der Würzmischung #49 anhören, Gast war WFV-Vorsitzender Georg Rosenthal.