Programmkino im Mai im theater ensemble

Im Monat Mai zeigt die Initiative Programmkino Würzburg zwei Filme, diesmal — provisorisch wie immer  — im theater ensemble.

Der erste Film “Boxhagener Platz” — schon ziemlich ausverkauft — läuft heute Abend um 20.00 Uhr; der Zweite, “Tanzträume” in Kooperation mit dem Tanzspeicher am 18. Mai 2010 auch um 20.00 Uhr. Kartenpreise immer 4,50 €.

Update: Wegen der großen Nachfrage wird der Film “Boxhagener Platz” am 11. Mai 2010 nochmal gezeigt. (via Twitter)

Update II: Der Film wird doch nicht noch einmal gezeigt. :-/ (via Twitter)

Kulturpendler

Der Samstagabend war in Würzburg ja von zwei Kulturextremen gezeichnet — dem Dencklerblockfest und der langen Kulturspeichernacht.

Die Bulletmonks

Im Dencklerblock in der Zellerau haben wir uns mit Frau Schaaf getroffen und im Laufe des Abends auch noch über Matze und Flocu gestolpert.

Lockerer kann man sich eine Atmosphäre bei einem Fest kaum vorstellen. Die Leute haben sich einfach in den Hof gesetzt, gelegt oder gestellt, Decken, Stühle und Sofas mitgebracht und den verschiedenen Bands gelauscht. Und da war wirklich was geboten. Schwer begeistert war ich von den Bulletmonks, die hart, aber sehr fein abgerockt haben. Aber auch Paper Palace und Styckwaerk waren nicht von schlechten Eltern.

Ein leidiges Thema für mich bei solchen Festen ist die Getränkeauswahl. Bier gab es reichlich — aber damit kann man mich jagen. Wein gab es nicht, so musste ich mich über den Abend mit Jägermeister und Ramazzotti retten. Ein paar wenige nur. 🙂

Den UnterWeitergang des Fests kann man im Dencklerblog nachlesen.

Lange Kulturspeichernacht 2007Um kurz nach 23 Uhr habe ich mich auf die andere Mainseite begeben. Und damit in ein ganz anderes Ambiente. Anlässlich der langen Kulturspeichernacht wurde das Museum in ein wechslendes Farblicht getaucht — sah wirklich schön aus. Im Eingangsbereich erhielt man nach dem schmerzlichen Verlust von satten 9 € ein Armbändchen, mit dem man in den Kulturspeicher, Tanzspeicher und ins Bockshorn durfte. Bis auf einen kurzen Ausflug in den Tanzspeicher bin ich vor allem im Museum geblieben. Doch habe ich mich schon gefragt, warum?
Für die späte Uhrzeit war einfach zu wenig geboten. Der Saxophonspieler zur musikalischen Unterhaltung war nicht schlecht, aber zu so später Stunde einschläfernd.
Vielleicht war es auch nur der Kontrast zum Dencklerblockfest, aber ich fand die Speichernacht etwas langweilig. Da haben auch die Tänzer und Feuerschwinger nicht geholfen.
Entweder sollte die lange Kulturspeichernacht nächstes Jahr wieder früher beginnen, oder es müsste für meinen Geschmack ein fetzigeres Programm mit Wachhaltepotenzial her.


Bilder von der langen Kulturspeichernacht

Das Ding mit Mantelsonntag und Allerheiligen

Nun kommen wieder diese seltsamen Tage in Würzburg. Am Sonntag ist Mantelsonntag, ein Tag, an dem eigentlich die Geschäfte geschlossen hätten, wenn nicht die Bauern einmal im Jahr einen Mantel kaufen wollten. Und am Mittwoch — eigentlich ein Arbeitstag — ist Allerheiligen, ein Feiertag. Und dazwischen ist noch Halloween, mit dem ich ja so gar nichts anfangen kann.

Am Mantelsonntag regen sich manche auf, dass es immer mehr zum Volks- und Straßenfest wird; an Allerheiligen, dass da Tanzverbot ist. Komischerweise regt man sich nur über das Tanzverbot auf, nicht darüber, dass überhaupt ein Feiertag ist. Den nimmt man auch als Atheist gerne mit. Kein Wunder, dass man gerne nach Bayern zieht, mit 12 Feiertagen (in Augsburg sogar 13) ist es Spitzenreiter in Deutschland.

Ich finde das Tanzverbot einerseits nicht weiter tragisch. Es gibt so viele Tage an denen ich zum Tanzen kann, da tun mal ein paar Tage nicht weiter weh. Und mich darüber echauffieren, dass ich damit in meiner Freiheit eingeschränkt werde, kann ich auch nicht so richtig. Denn dann muss ich über Ladenöffnungszeiten jammern — ich darf nicht einkaufen, wenn mir nachts um 3 Uhr danach ist.

Andererseits lässt das Tanzverbot tiefe Einblicke auf das Verständnis des Gesetzgebers für das Tanzen. Denn es ist ja nicht so, dass alle Lokale und Discos geschlossen haben. Es darf nur nicht getanzt werden. Als ob ich durch den Tanz Satanismus bezeugen würde — Hühner schlachten kann ich auch am Feiertag im Keller.

Kurz bei der langen Nacht

Die lange Nacht im KulturspeicherLang war sie für mich nicht, die Kulturspeichernacht. Aber dunkel war’s, das ist ja schon mal was.

Der Speicher war schick angeleuchtet, die Besucher schick gekleidet (eine der wenigen Ausnahmen tippt gerade diesen Text) und der Eintrittspreis schick bei 9 €. Nach dem Kartenkauf habe ich mich als braver Blogger auch noch als braver Fotograf registrieren lassen. Warum man sich da in eine Liste eintragen soll, wenn man ein bisschen knipsen will (ohne Blitz und Stativ laut Vorschrift), ist mir nicht ganz klar. Mit meiner Sauklaue kann man den Eintrag eh nicht lesen und selbst wenn — was hat der Kulturspeicher davon? Komisches System.

Wein in HumpenIch bekam zu der Karte auch noch ein grünes Bändchen um den Arm geklebt, damit ich alle Räume des Kulturspeichergeländes besuchen darf — und um mein Handgelenk schmerzhaft von vielen Haaren zu befreien. Für den im Eintrittspreis inbegriffenen Federweißen zur Begrüßung wurde gleich mal ein Edding-Strich auf das Bändchen geschmiert, das hatte schon ein bisschen Bierdeckel-Feeling. Sehr seltsam war, dass der Federweiße in Weingläsern ausgeschenkt wurde, der Wein hingegen in diesen unzerstörbaren Weindorfhumpen mit Henkel. Provokante Kunst aus dem Hause Lumen?

Hermann de Vries (der in der Mitte)Ach ja, Kunst gab es auch. Reichlich. So erzählte Hermann de Vries ein wenig über manche Exponate seines “Taschengewitters”. Ein sehr zurückhaltender Mann mit weißen Nikolausbart, aber doch kraftvoll und sehr sympathisch, was noch durch seinen Rudi Carell-Dialekt verstärkt wurde.
Auf dem Vorplatz führten Magnus Kuhn und Helmut Nennmann eine Performance zum Thema “Freie Sicht” auf. Doch der Humor, der nicht mal bei der Jahreversammlung der Grauen Panther für Lacher sorgen würde, war nicht so meiner – wie man vermutlich merkt. Aber wie so oft dürfen die unverstandenen Künstler mir Ignoranz, Oberflächlichkeit und Unwissen vorwerfen.

Dancing in the darkGetanzt wurde recht fleißig. Der Tanzspeicher zeigte Ausschnitte aus seinen aktuellen Programmen und die “Jugendgruppe des Tanzspeichers” schienen im Dauereinsatz zu sein. Auf dem Vorplatz und auf der schummrig-schönen probenBühne zeigten sie einfach nur nette Tänze aber auch recht anspruchsvolle Choreographien. Nett!

IMG_8551Sehr beeindruckend war die Tanzskulptur von Susanne Kirchner. Vor Skulpturen von Emy Roeder nahm sie deren Wirkung auf und tanzte sie — völlig ohne Musik. Durchaus erotisch schuf sie mit ihrem Körper und ihren Bewegung eine Projektion der Dynamik und Tiefe der sie umgebenden Kunst im Raum — und wurde dadurch eine ganz eigene Kunst im Raum.
Es ist schwer zu erklären, was da wirlich passierte, ohne in Kunstphrasen abzudriften. Man musste es erleben.

Die Nacht endete für mich dann schon, auch wenn der Kulturspeicher noch bis 1 Uhr geöffnet hat. Aber das Wochenende wird hart genug — und ich nicht jünger! 😉

Das Flickr-Set ist hier.

Des Nachts im Kulturspeicher

Jetzt rollt der Zug im Alten Hafen aber an. Kaum wurde das Heizkraftwerk eingeweiht, legt der Kulturspeicher am 5. Oktober mit der jährlichen Langen Kulturspeichernacht nach.

Gut, so richtig lang ist die Nacht nicht; von 19 Uhr bis 1 Uhr werden die “Bewohner” des Kulturspeichers Programm machen. Im Bockshorn gibt es Kabarett mit Queens of Spleens und Philipp Weber, im Museum ein Künstlergespräch mit Hermann de Vries, Führungen durch die “Gruppe Zero” und “Taschengewitter”, der BBK zeigt eine Performance mit Helmut Nennmann und Magnus Kuhn, der auch aus seinem Buch vorliest. Und der Tanzspeicher tanzt, was sonst. Essen und Trinken gibt es vom Lumen. Natürlich findet noch mehr in dieser Nacht statt, weitere Informationen (nicht so viel) findet man auf der Webseite der Langen Kulturspeichernacht.

Ach ja, liebe Macher des Flyers dieser Veranstaltung: “außerdem” und “heißt” schreibt man mit “ß”. Und die inkonsequente Groß- und Kleinschreibung hefte ich einfach mal unter Kunst ab …