Mach hinne Posthalle

Das Gezerre um die Posthalle nimmt kein Ende. Die Betreiber haben die Auflagen der Stadt zum Brandschutz bisher nicht erfüllt, die Stadt Würzburg genehmigt nun keine Veranstaltungen in der Posthalle mehr, bis die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, vielleicht ist das Ganze auch noch durch den Fall Loveparade Duisburg heißer geworden. Das heißt, in der nächsten Zeit finden dort keine Konzerte statt, zumindest bis Mitte September sind dort alle Veranstaltungen abgesagt oder verlegt worden.

Also Jojo, hau rein oder tritt in die richtigen Hintern, damit das Drama um die Posthalle endlich ein glückliches Ende findet und dort wieder gute Konzerte stattfinden können!

Und noch ein paar Bemerkungen zu der Sache:

Im Mainpost-Artikel wurde Frau Bandak von der städtischen Bauaufsicht mit den Worten zitiert “[…]dass derzeit eine Gefahr für Leib und Leben der Konzertbesucher bestehe”. Nun frage ich mich natürlich, warum die Stadt bei ihrer eigenen Veranstaltung Hafensommer — da war die Posthalle Ausweichspielstätte bei schlechtem Wetter — ihre eigenen Besucher dieser Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt hat?

Hat die Posthalle jetzt schon eine Baugenehmigung bekommen oder nicht? In der Mainpost stand im Artikel sowohl

Anfang Juli bekamen die Betreiber der Posthalle in Würzburg endlich die lang ersehnte Baugenehmigung

als auch

Seit zwei Tagen erst sind die Unterlagen vollständig und die Stadt wird in der Woche die Baugenehmigung erteilen

Ich bin verwirrt und die Mainpost scheinbar auch.

So sieht es in der Posthalle in den nächsten Wochen aus:

Und dann sehen wir mal ob bis dahin alle Sprinkler funktionieren, die Geländer (welche eigentlich?) gesichert sind und Feuerlöscher durch die Halle fahren. Und sehen wir dann auch, welche Sicherheitsbaustellen die Stadt noch aufmacht. Ideen hätte ich da genug.

Wie es weitergeht mit dem Pleicher Hof – ausnahmsweise eine Pressemitteilung

Ich veröffentliche eigentlich nie Pressemitteilungen im Ganzen, selbst Zitat daraus mag ich nicht, lieber schreibe ich selbst etwas. Aber in diesem Fall geht es um den Pleicher Hof, bei dem alle Außenstehenden schon genug Wischiwaschi-Informationen über die “Schließung” des Kellers haben. Darum hier 1:1  Pressemitteilung (ohne Titel und Kontaktdaten) ganz frisch vom Pleicher Hof bzw. dem Chef Udo “Ued” Walter.

Mit Bescheid vom 11.06.2010 hatte die Stadt Würzburg dem Betreiber des
“Pleicher Hof”, Udo Walter den Betrieb einer Diskothek untersagt. Die
Stadtverwaltung ist der Auffassung, dass in den Kellerräumen des “Pleicher
Hof” eine Diskothek betrieben wird, für die keine Genehmigung vorliegt.
Demgegenüber ist Betreiber Udo Walter der Meinung, eine Musikbar zu
unterhalten.

Die Stadt hat in Ihrem Bescheid Auflagen erteilt, die nach Angaben von Herrn
Walter dem “Pleicher Hof” die Existenzgrundlage entziehen. Nach Rechtsanwalt
Armin Beck von der Schweinfurter Kanzlei BBSW Rechtsanwälte geht der
Bescheid der Stadt über das Ziel einen nicht genehmigten Diskothekenbetrieb
zu unterbinden hinaus. Insbesondere die Anordnung “diskothekentypische
Einrichtung (Mischpult, Lautsprecher, Verstärkeranlage, Abspielgeräte und
Lichtorgel) zu entfernen entziehe dem “Pleicher Hof” auch die Möglichkeit
einer Nutzung als Musikbar, welche im Rahmen der Genehmigung läge.

Am 13.07.2010 fand schließlich ein Gespräch zwischen Herrn Walter mit
Rechtsanwalt Beck und Alexander Hoffmann, dem zuständigen Leiter des
Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste statt. Ziel und Ergebnis dieses
Gespräches war nun, so Rechtsanwalt Beck, dass eine Einigung herbeigeführt
werden soll, in der die Stadt die Kriterien für den Betreib des “Pleicher
Hof” so fasst, dass eine Nutzung als Diskothek zwar ausgeschlossen ist,
jedoch der “Pleicher Hof” als Musikbar weiter möglich ist, d.h. Diskjockeys
für musikalische Untermalung des Barbetriebes sorgen und auch gelegentlich
Konzerte veranstaltet werden können.

Herr Walter sorgt ab sofort verstärkt dafür, dass ein Tanzbetrieb im
Pleicher Hof nicht stattfindet. Die bereits durch Möbel verstellte
Tanzfläche wird noch mehr möbliert und so ein tanzen unmöglich gemacht. Die
Lichttechnik wird so weit zurückgebaut, dass kein bewegtes Licht mehr
stattfinden kann, welches zum tanzen animieren würde.

Die musikalische Gestaltung durch DJ’s wird ab Mittwoch den 21. Juli wieder
stattfinden. die Lautstärke der Musik wird weiterhin einem Barbetrieb
angemessen sein. Somit kehrt der wesentliche Bestandteil, ein musikalisches
Unterhaltungsprogramm, in die Bar des Pleicher Hofes zurück.

Herr Walter räumt offen ein, dass in der Vergangenheit immer wieder
Veranstaltungen in der Bar des Pleicher Hofes stattfanden, die
möglicherweise in ihrer Art einem Diskothekenbetrieb gleichgesetzt werden
können. So auch zuletzt am 28.05.2010, wo gemeinsam mit dem AK
Internationales des Sprecherrates der Universität Würzburg eine
Studentenfeier in den Räumen des Pleicher Hofes stattfand. An diesem Tag
wurde durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Stadt Würzburg ein
“Tanzbetrieb” in den Kellerräumen des Pleicher Hofes festgestellt, was nach
Ansicht von Herrn Walter schließlich zu letzterem Bescheid und zum
Musikverbot durch die Stadt Würzburg führte.

Für eine finanziell rentablen Betrieb ist der Pleicher Hof auch zukünftig
auf besucherstarke Sonderveranstaltungen wie Partys mit Tanzbetrieb und
imagebildende Veranstaltungen wie Konzerte angewiesen. Um solche aber
regelmäßig durchführen zu können, ist eine Konzession als Tanzlokal nötig.
Die Kosten für eine solche Konzessionsänderung, so schätzt Herr Walter,
liegen im mittleren 5-stelligen Bereich. Einen solchen finanziellen Aufwand
kann der Pleicher Hof aber nicht ohne Unterstützung von Außen, z.B. durch
Banken oder Brauerei, stemmen. Daher sind entsprechende Gespräche und
Verhandlungen seitens Herrn Walters mit betreffenden Instanzen vorgesehen,
eine Konzessionsänderung zur Sicherung der Existenz des Pleicher Hofes
angestrebt.

Der Pleicher Hof hofft, seine Existenz weiterhin durch interessante Inhalte,
durch ein abwechslungsreiches Kultur- und Musikprogramm sichern zu können.
Wir hoffen, dass dem Pleicher Hof das Mittel der “Doppeldecker-” und
“Billigsaufabende”, welches so viele Bars und Gaststätten schon für sich
einsetzten, erspart bleibt.

Herr Walter hofft nun, dass der “Pleicher Hof” als Szenetreff, der sich
durch ein vielfältiges kulturelles Angebot jenseits des “Mainstream”
auszeichnet, weiter bestehen und seine Rolle im Würzburger Kulturbetrieb
ausfüllen kann.

Zuletzt bedankt sich Herr Walter bei allen, die sich in den vergangenen
Tagen für ein Weiterbestehen des Pleicher Hofes mit anspruchsvollem
kulturellem und musikalischem Programm eingesetzt haben, ob Personal,
Freund, Gäste und Medienvertreter oder befreundete Musiker und
Kulturveranstalter aus ganz Deutschland.

Quintessenz: Es wird wohl nicht mehr wie bisher weitergehen, aber ein recht beschränkter Musikbar-Betrieb wird es wohl im Keller geben. Und wenn Ued es schafft, eine Konzession als Tanzlokal zu bekommen bzw. das Geld dafür (für einen Umbau?), dann könnte wieder Licht in den Tunnel kommen.

Hofgartenweinfest und Rokokobloggen

Heute beginnt das Weinfest im Hofgarten der Residenz, das bis zum Sonntag, 4. Juli 2010 geht. Nach dem Weindorf, das nicht so mein Ding ist, beginnt damit nun auch die Zeit der schönen Weinfeste bei den Weingütern selbst in Würzburg — besser gesagt: begann die Zeit, den in der letzten Woche war schon das Weinfest im Bürgerspital.

Beim Hofschoppen im Hofgarten gibt es in diesem Jahr eine kleine Neuerung. Die Weine sind wie üblich vom Staatlichen Hofkeller, bei dem es sich bewährt hat, die Weine in der Flasche satt die billigen offenen Schoppen zu kaufen. Aber das Essen wird in diesem Jahr von der Residenzgaststätte übernommen, genauer gesagt, von der Residenzgaststätte, dessen neue Pächter das Gebäude gerade noch umbauen. Das wird zwar einerseits eine schwierige Logistik nach sich ziehen, da ja keine Küche oder andere Räume zur Vorbereitung zur Verfügung stehen. Dafür könnte das kulinarische Niveau doch etwas ansteigen — und vielleicht sogar die Schlangen vor den Ständen kleiner werden, weil auch Verkäufer mit Essen durch die Menge ziehen sollen.

Aus meiner ganz eigenen Sicht ist der Hofschoppen und der Umbau der Gaststätten etwas Besonderes. Denn um den Umbau und die anderen Aktivitäten der Residenzgaststätten zu begleiten, wurde ein Blog ins Leben gerufen. Und da bin unter anderem auch ich — technisch und als Co-Autor — beteiligt. Nicht wie hier im Würzblog, für das Residenzgaststtätten-Blog wurde eine Kunstfigur zum Leben erweckt — im wahrsten Sinne des Wortes. Der Rokokoblogger Barthel Michaelis — man kann bei ihm unschwer Namensbestandteile der beiden neuen Betreiber der Residenzgaststätte, Michael Berghammer und Ralf Barthelmes wiedererkennen — geistert durch die Baustelle und das umliegende Würzburg und kommentiert das Ganze aus seiner barokokocken Sicht. Der Geselle twittert übrigens auch! 🙂 Witzige Sache, ich bin selbst gespannt, wie das so laufen wird. Zumindest ist es mein erster geschäftlicher Blogautorenauftrag. 🙂

Damit werde ich wohl sowohl privat als auch beruflich in der Woche öfters im Hofgarten sein — ich hoffe, ich kann die beiden Bereiche nach zwei Schoppen noch auseinanderhalten! 😉

Würzblog-Bilderrätsel #16

Im Würzblog-Bilderrätsel Nummer 16 geht es um Energie und Wärme: Seit dem 11. November 1954 wird im Heizkraftwerk an der Friedensbrücke Strom produziert und mit der gewonnenen Fernwärme die Innenstadt beheizt. Seit einigen Jahren erfolgt die Stromproduktion nicht mehr durch Kohle, sondern mittels zweier moderner und effektiver Gas- und Dampfturbinenanlagen.

Im Jahr 2003 begannen die Umbauarbeiten, in deren Verlauf auch die drei “nur” 70 Meter Schornsteine auf unserem Rätselbild an die Stelle des früheren, erheblich höheren Schornsteins erbaut wurden.

Unsere Frage, heute wieder für Mathematiker: Wie hoch war der Turm des Heizkraftwerks, als statt Dampfwolken noch Kohle-Abgase vor den Weinbergen zu sehen waren? Die Quersumme der Zahl weist auf den Buchstaben hin, der in der Lösung an 31. Stelle zu finden ist.

Frankenhalle voran

Harmonisch war es gestern beim “KulturRaum Frankenhalle”. Ich habe jetzt gar nicht viel Zeit zum Schreiben, da ja gleich schon die Anschlussveranstaltung “Programmkino” beginnt. Darum nur ein paar Stichpunkte, die mir zum gestrigen Abend einfallen.

  • Es war ganz gut besucht, so um die 100 Leute werden schon im Bockshorn gewesen sein. Sehr bunt gemischt, von jung bis alt war alles vertreten.
  • Der Umbau der Frankenhalle für die Zwischennutzung der Theatersanierung und für die anschließende Nutzung als “Kulturhalle” hat bei der Stadt eine sehr hohe Priorität, das Areal “Alter Hafen” soll weiter kulturell erschlossen werden. Man muss aber die erforderlichen 9,5 Millionen Euro irgendwie zusammenbekommen.
  • Das Mainfrankentheater könnte nicht spontan umziehen, es braucht 1,5 – 2 Jahr Vorlaufzeit für Verträge, Logistik, Organisation, etc.
  • Laut Stadtkämmerer könnte es — wenn alles hinhaut und Fördermittel rechtzeitig und ausreichend zu Verfügung stehen und die Pläne fertig sind — schon diesen Herbst mit dem Umbau losgehen. Das Theater könnte dann in der Spielzeit 2012/13 in der Frankenhalle, zwei Jahre später könnte die Sanierung des Theaters beendet sein und die Frankenhalle einer allgemeinen kulturellen Nutzung zur Verfügung stehen. Könnte.
  • Die Frankenhalle als Kulturhalle soll eine Bürgerstiftung (vermutlich bis dahin die 150. Stiftung in der Statd) betreiben. Die Stiftung soll wirtschaftlich arbeiten und muss den Spagat zwischen Kultur und Kommerz halten können.
  • Der Vorbau an der Veitshöchheimer Straße wird wohl abgerissen werden und an der Stelle ein neues Gebäude errichtet werden. In dem Bau könnte das Bürger-Programmkino seinen Platz finden.
  • Auch der Stall wird — das ist der hintere Teil der Frankenhalle — wird wohl abgerissen werden, da er zu marode und nicht erhaltenswert ist.
  • Da die Frankenhalle im Wohngebiet steht, wird es wohl keine Punk-Konzerte dort geben oder andere laute Veranstaltungen. Kommt aber auch auf die Schalldämmung des fertigen Gebäudes an. Sie wird also keine Konkurrenz zur nahen Posthalle sein — sofern es diese bis dahin überhaupt noch gibt.
  • Die Theaterleute sehen die Spielzeit in der Frankenhalle eher als künstlerische Herausvorderung, gerade dass die Bühne von drei Seiten von Zuschauern umgeben sein wird. Zeit für Theater wie Shakespeares Zeiten.
  • Die Idee, zwischen Kulturspeicher und Frankenhalle einen durchgehenden Platz zu schaffen und die Veitshöchheimer Straße in dem Bereich in einen Tunnel zu verlegen, ist reizvoll, aber das werden im besten Fall unsere Kindeskinder erleben.

Schauen wir wie es weitergeht, denn es geht wohl weiter. Es ist zumindest gut zu wissen, dass ich vor zwei Wochen nicht umsonst aus der Frankenhalle ausgezogen bin.

Umbaupause

In den nächsten Tagen — geplant bis Mittwoch zum Bloggertreffen — wird am Würzblog schwer gebastelt. Einige Sachen werden nicht richtig oder gar nicht funktionieren, die Seite selbst wird eventuell schwer bis gar nicht lesbar sein. Aber keine Bange — alles wird gut. 🙂