Bald Coworking in Würzburg

Nun wird es bald auch Coworking-Plätze in Würzburg geben. Coworking ist quasi das Stundenhotel der Freiberufler. Wer sich kein eigenes Büro leisten kann oder will oder einfach keines braucht, der kann sich in so eine Coworking-Space zeitlich befristet einmieten und die dort vorhandene Infrastruktur nutzen. Das müssen nicht nur Computerarbeiter sein, jede Art von flexibler Arbeit ist dort denkbar, sofern man die Mitarbeiter damit nicht stört — ein Coworking-Schlachter oder eine Coworking-Nutte-Prostituierte ist wohl nur nach Absprache vorstellbar. 😉

In Planung sind in Würzburg im Moment drei Standorte mit insgesamt acht Arbeitsplätzen — aber um die Rahmenbedingungen besser abstecken zu können, werden potenzielle Coworker gebeten, unverbindlich bei der kurzen Umfrage auf coworking-wuerzburg.de mitzumachen.

Ein interessantes Arbeitsmodell, aber leider und zum Glück bin ich schon fest in einer wundervollen Bürogemeinschaft. 🙂

Glaube keiner Umfrage

Die Mainpost zieht hin und wieder mal Umfragen zu Themen durch. Das geht oft ziemlich unter, aber bei so emotionalen Themen wie der “Provinz auf Weltniveau” wird so einer Umfrage schon mal Bedeutung zugerechnet.

Völlig zu unrecht.

Wie sich schon bei der letzten Oberbürgermeisterwahl gezeigt hat, können diese Onlineumfragen, die z. B. die Mainpost veranstaltet, unglaublich leicht manipuliert werden. Der Manipulations-Anfänger verwendet die etwas stupide, aber effektive Methode Abstimmen, Cookie löschen, nochmal abstimmen, ein Abbrechen der DLS/Moden-Verbindung bringt noch Punkte für die B-Note.

Nur unwesentlich schwieriger ist der Weg der faulen Manipulatoren. Wer einen Macrorecorder wie iMacro für Firefox besitzt, der kann sich binnen 30 Sekunden ein Skript zusammenklicken. Das kann man dann laufen lassen und mal zwei Stunden spazieren gehen – schon sind mal hundert oder mehr Stimmen abgegeben wurden, völlig automatisch.

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Mit nur ein wenig mehr krimineller und programmiertechnischer Energie kann man noch ausgefeilter Programme erstellen. Ich will aber auch gar nicht aufrufen, diese Umfragen zu manipulieren, im Gegenteil. Mehr zur Problematik bei Onlinewahlen und -umfragen bei literaturcafe.de.

Aber man muss mit diesem technischen Hintergrund das Ergebnis der Umfrage einschätzen können — es ist nämlich exakt völlig wertlos. Absolut wertlos. Es gibt nicht mal eine Tendenz ab, da man überhaupt nicht weiß, wer sich da mal die Mühe gemacht hat und einen Tag wild rumgeklickt oder ein Script hat laufen lassen. Und ob die Gegenseite nicht das selbe gemacht hat. Also egal wie die Umfrage ausgehen wird, ob Provinz oder nicht — wir wissen nicht mehr als zuvor. Und das Argument “Es wissen ja nicht viele, wie man so eine Umfrage verfälscht” zieht nicht. Ein Manipulator reicht schon, um das Ergebnis in Tonne zu treten.

Warum die Mainpost solche Umfragen in der Form trotz ihrem völligen Mangel an Relevanz durchführt? Seitenaufrufe, ganz einfach. Und die sind Gold wert.

Kleingeld-Umfrage

Würzburger Bloggern hilft man doch als Würzburger Blogger gern. Den meisten zumindest. 😉

Gernot von blog.wueweb.de sitzt gerade an seiner Jungesellenarbeit Bachelorarbeit an der FH Würzburg im Fach Wirtschaftsinformatik. Thema: “Analyse von E-Commerce Geschäftsmodellen mit Content Syndication unter Nutzung von Micropayment- Bezahlprozesse”. Ah ja, klar. Das Thema kann mir aber relativ wurscht sein, denn Gernot will nur das eine von mir: Umfragedaten. 😉

Er braucht Teilnehmer an seiner Umfrage über Micro-Payment (also PayPal und so ein Kram), je mehr desto besser. Das ist schnell passiert, ich habe nicht mal  5 Minuten dafür gebraucht. Man braucht nicht mal eine Mail-Adresse anzugeben — es sei denn, man will einen iPod-Shuffle oder eine von zwei DVDs gewinnen. Hmmm … da ist es natürlich blöd, dass ich darüber blogge, das versaut mir nur meine Chancen. 😉 Naja, er soll mir beim nächsten Bloggertreffen eine Schoppen ausgeben — und jedem anderen Teilnehmer auch. 🙂

OB-Umfrage eingestampft

Heute während des Podcasts mit Herrn Pilz hatten wir es noch davon — die unsägliche Umfrage der Mainpost zur OB-Wahl in Würzburg. Denn die wurde nun eingestampft. Eine weise Entscheidung. Auch wenn sie von Beginn an als “nicht repräsentativ” tituliert wurde, so ist “nicht repräsentativ” ein großer Unterschied zu “unheimlich leicht manipulierbar”. Schon ein technisch unterbelichteter Benutzer konnte einfach mit ein wenig Geduld mehrfach abstimmen. Ein Script zu schreiben, das automatisch für einen Kandidaten abstimmt, war für einen Programmierer auch keine große Herausforderung.

So seien beispielsweise in der Nacht zum Sonntag zwischen 0 und 8 Uhr allein 6000 Klicks für einen Bewerber hinzugekommen. Da könne es nicht mit rechten Dingen zugehen, sagte ein Online-Experte.

Schon die Gesamtzahl von ca. 61000 abgegeben Stimmen hat mich sehr stutzig gemacht, das wäre ja schon im Bereich der Wahlbeteiligung bei einer Kommunalwahl.
Vielleicht hätte die Mainpost die Umfrage nicht auf so große Füße stellen sollen, sondern nur die abstimmen lassen, die ein Benutzerkonto bei Mainpost-Online haben oder — noch sicherer — nur die Online-Abonnenten. So hätte man jeden Nutzer nur einmal seine Stimme abgeben können — die wäre dafür eindeutig. Lieber ein paar hundert oder tausend echte Stimmen als zigtausend undefinierbare Stimmen.

Für die, die der letzte Stand der Umfrage interessiert:

OB Pia Beckmann (CSU, 37 Prozent) liegt vor Matthias Pilz (Grüne, 23 Prozent), Benedikt Kuttenkeuler (Würzburger Liste, 15 Prozent), Georg Rosenthal (SPD, 13 Prozent) und Uwe Dolata (ÖDP, 12 Prozent).

Was immer die Zahlen wert sind …