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Weg mit dem Weihnachtsbaum, bevor die Luftschlangen fliegen

Heute hab ich in der Sanderau den ersten Weihnachtsbaum aus dem Fenster fliegen sehen — Dreikönig ist schließlich hier der klassische Tag dafür. Es sei denn, man hat soviel Möbel von Ikea daheim, dass man sich nach dem schwedischen Brauchtum richtet.

Und man beachte dabei:

Auch wenn ich mangels Weihnachtsbaum nicht davon betroffen bin, hab ich mal nachgeschaut, wann die nadeligen Dinger in Würzburg von den Stadtreinigern abgeholt werden. Aber nur, wenn sie völlig entschmückt sind — schließlich sollen sie kompostiert werden.

Woche vom 11. bis 14. Januar 2016

  • Montag, 11.01.2016, im Frauenland
  • Dienstag, 12.01.2016, in der Sanderau und der Altstadt ohne das Mainviertel
  • Mittwoch, 13.01.2016, in Versbach und der Zellerau mit dem Mainviertel
  • Donnerstag, 14.01.2016, Ober- und Unterdürrbach und die Dürrbachau mit Hafen

Woche vom 18. bis 21. Januar 2016

  • Montag, 18.01.2016, im Steinbachtal, am Heuchelhof und in Rottenbauer
  • Dienstag, 19.01.2016, in Heidingsfeld
  • Mittwoch, 20.01.2016, in Grombühl und der Lindleinsmühle
  • Donnerstag, 21.01.2016, in Lengfeld

Via Wuerzburg.de

Trauteschautewemtenauer

Würzburg braucht keine großen Bauwerke wie Hochhäuser oder Bahnhöfe um Bürger in Rage zu bringen, da reicht auch 900 Meter Straße und ein paar Bäume. In der Trautenauer Straße im Frauenland reißen die Wurzeln der Robinen den Asphalt auf, die Stadt will die alten Bäume entfernen, neue Bäume pflanzen, die Straße neu machen und einen Teil der Kosten auf die Hausbesitzer umlegen.

Seit Mitte 2008 diskutieren die Stadt und die Anwohner nun über Lösungen des Problems, in den letzten Monaten von Seiten der Trautenauer deutliche verschärfter, da sie für die Lösungsvariante der Stadt wenig Verständnis haben, denn sie würde die Anwohner zwischen 10.000 € und 20.000 € kosten.

So richtig eskaliert ist die Lage in der letzten Woche. Da “zauberte” in einer Sendung des BR die Stadt Würzburg einen Brief der Anwohner aus dem Hut, in dem diese vorschlugen, die alten Bäume zu fällen und durch neue zu ersetzen — die Lösung also, gegen die sie im Moment vorgehen.
Das “Hervorzaubern” hat beiden Seiten viel Sympathien und Vertrauenspunkte gekostet, als wären geheime Dokumente nach Jahren entdeckt worden, die von beiden Seiten verschwiegen wurden. Die Mainpost jubelte natürlich ob dieser vermeintlichen Sensation. Dabei war Brief wohl schon seit langer Zeit auf der Website der  Interessengemeinschaft
Trautenauer Straße
zu finden. Der letzte Google-Cache der Seite weist das Datum 24. Juli 2010 auf und es spricht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass der Brief lange davor auf dieser Seite zu finden war. Wollte die Stadt ein Kaninchen aus dem Zylinder zaubern, ohne dass es einen Zylinder gab? Anderseits haben die Frauenländler in meinen Augen damit dokumentiert, dass es letztlich nicht um die Bäume oder Umweltschutz, sondern allein um das Geld geht.

Mein Vorschlag für eine geld- und klimafreundliche Lösung: Die Bäume fällen und die Straße komplett asphaltieren und für alle Ewigkeiten versiegeln. Das Kosten am wenigsten und durch den Asphalt — am Besten Rapsasphalt — wird Kohlenstoff dauerhaft gebunden, damit erst gar kein CO2 als Treibhausgas entstehen kann. Man kann dann ja umweltfreundlich mit dem Fahrrad drüberfahren.

Das übliche Würzburger hin und her, wo Meinungen und Positionen öfters gewechselt werden als die Socken. Was lernt man wie schon oft daraus: Traue niemals dem Würzburger Rathaus, traue aber genauso wenig Bürgerinitivativen.

segway break

Cooles WVV-One-Man-Cruisen

Die WVV hat neue Dienstfahrzeuge. Nein, keine Autos — Segways! Diese Rollatoren für Junggebliebene oder Unbedingt-jung-bleiben-Wollende. Davon hat sich die WVV drei Stück gekauft. Warum? Laut Mainpost deshalb:

Der WVV-Pressesprecherin Ulrike Stöcker zufolge birgt der Segway-Roller mehrere Vorteile: Zum Fahren gebracht wird er von Batterien, die mit Ökostrom gespeist werden, was ihn besonders umweltfreundlich macht.

Außerdem ist man mit dem Gerät mobiler als mit einem Auto, da oft nur kürzere Wege durch die Stadt nötig sind und es auch nicht allzu schwierig ist, mit der kleinen Maschine einen Parkplatz zu finden.

Umweltfreundlich, schnell durch die Stadt, keine Parkplatzschwierigkeiten — das gab es mit einem Gefährt bisher auch schon und das nennt sich … Fahrrad.

So ein Segway-Teil kosten mal so um die 10.000 €, soweit ich weiß, das macht also um die 30.000 € für den Spaß-Fuhrpark des WVV. Und vor ein paar Wochen wurde der Preis für eine Kurzstrecken-Karte der Straßenbahn von 1,15 € auf 1,20 € erhöht. Die nächsten 600.000 Fahrten gehen also für diese Technophilen-Schubkarren drauf.

“Die WVV will für die umweltschonende Fortbewegungsvariante werben.” Hallo? Das Ding braucht Strom! Und woher kommt der Strom? Von der WVV! Klar, dass die dafür Werbung machen.

Wenn jemand aus Spaß sich so ein Segway zulegen will, ok. Aber wenn ein Versorgungsunternehmen, dass unter anderem für ÖPNV und Energieversorgung in Würzburg zuständig ist, solche Teile für teuer Geld für den innerstädtischen und umweltfreundlichen Minimaldienstverkehr kauft, da darf ich doch schon mal fragen, ob es das wirklich braucht oder ob man einfach nur mal cool sein wollte.

Zahlen nachtragen

Heute bis 19.00 Uhr kann man sich von Würzburg macht Spaß und bringbag.de die Weihnachtseinkäufe nach Hause bringen lassen. WümS hat schon mal Resümee gezogen und die Aktion durch die 1600 Konsumenten, die den Service nutzten, als vollen Erfolg gezählt. Andere Städte haben schon neugierig nachgefragt und auch das Bundesumweltamt ist interessiert, laut Pressemitteilung soll “ein Erfahrungsbericht soll Grundlage für eine Förderzusage werden“.

1600 ausgefahrene Einkaufstüten ist sicher eine beachtliche Zahl, aber hat es sich nun für die Umwelt gelohnt? Wie viele haben nun ihr Auto daheim stehen lassen und sind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV in die Würzburger Innenstadt gekommen? Denn wenn die ganzen Autofahrer sich ihren Krempel auch noch mit einem anderen Auto nachfahren lassen, dann wäre das nicht nur ein Misserfolg — dann sollte man die ganze Aktion so schnell wie möglich stoppen, um die Umwelt nicht noch mehr zu belasten. Und eine Förderung vom Bundesumweltamt kann man sich dann in die Haare schmieren.

Herr WümS, wie schaut’s aus? Zahlen auf den Tisch! Ihr habt doch Zahlen, oder?

Kreuzchen rechts und gut

In der Josefschule in Grombühl war heute morgen schon was los, etliche Wahlwillige waren da, um ihre Stimme für oder gegen den FH-Neubau abzugeben. Deswegen aber auf eine höhere Wahlbeteiligung zu schließen, könnte aber ein Fehler sein, denn wegen der hohen Bäckereiendichte in der Gegend ist das zur Frühstückszeit einfach eine beliebte Wahlzeit.

Die Wahl selbst ging schnell. Zwei Kreuzchen auf der rechten Seite — fertig. Das “Nein” zur Bürgerinitiative habe ich mir geschenkt, ich wollte den Buntstift nicht unnötig abnutzen, der Umwelt zuliebe.

Bis 18.00 Uhr können die Würzburger noch ihre Stimme abgeben. Und dann werden wir sehen, wie und wo es mit der Stadt weitergehen wird.

Vielleicht wird es heute noch einen Live-Bericht von der Auszählung geben, mal sehen.

Infoabend und Entscheidung

Gestern war ich bei der Informationsveranstaltung der Stadt Würzburg über den FH-Neubau. Ich hatte mir mehr Besuchern gerechnet, vor allem hatte ich aber mit mehr Besuchern gerechnet, die gegen das Ratsbegehren sind, sprich mit der Bürgerinitiative. Aber von denen war scheinbar keiner da oder haben sich zumindest nicht getraut, im Frageteil etwas von sich zu geben.

Die “Experten” auf dem Podium erläuterten sehr sachlich die Notwendigkeit und Verträglichkeit des Neubaus am Sanderheinrichsleitenweg. Herr Rosenthal betrieb keine Angstkampagne, sondern gab seine Einschätzung zum Thema ab: Wenn die FH nicht neben dem Alandsgrund bauen kann geht Würzburg nicht unter — aber es wird ein schwerer Schlag für den Bildungsstandort und eventuell auch für den Wirtschaftsstandort Würzburg sein. Das Geld des Freistaats ist zweckgebunden für eine Erweiterung der FH da, eine Erweiterung, die bis 2012 fertiggestellt sein muss. Wenn der Freistaat die Fertigstellung gefährdet sieht, dann wird er das Geld in andere FH-Städte investieren, die diese Sicherheit bieten. Diese Gefahr besteht zumindest. Und diese Gefahr durch einen Wechsel des Bauplatzes heraufzubeschwören, ist ein Spiel mit dem Feuer.

Der FH-Präsident klärte auch gleich, dass sie nicht vorhaben, nach Schweinfurt zu gehen. Wenn nicht gebaut wird, wird nicht gebaut, und die zusätzlichen Studenten im Jahr 2011/12 können halt nicht in Würzburg studieren. Herr Baumgart ging kurz auf die Historie des Baugebiets ein, welches nicht der Alandsgrund ist. Den Alandsgrund kann man zwar vom geplanten FH-Gelände aus sehen, ist aber etliche hundert Meter davon entfernt. Gebaut werden soll am Sanderheinrichsleitenweg, neben dem Alandsgrund. Und da auch nur auf einem — im Vergleich zu Gesamtfläche — kleinen Teil. Bevor die FH dort bauen wollte, gab es einen Bebauungsplan, bei dem fast das ganze Areal als Kleingartensiedlung geplant war. Das wäre Flächenversiegelung in einem weitaus größeren Maßstab gewesen. Und als Sohn von langjährigen Kleingärtnern weiß ich, das Kleingärtnern durchauch das Gegenteil von Naturschutz sein kann. Aber in den ca. 20 Jahren, in denen es diesen Plan gab, meldete sich keine Bürgerinitiative zu Wort, oder?

Der Umweltreferent freut sich über die 20000 m² Ausgleichflächen, mit der er seinen Traum von einem Grüngürtel von den Leighton Barracks bin in den Alandsgrund hinein verwirklichen kann und die WVV sieht keine großen Probleme mit dem ÖPNV-Transport der Studis, noch weniger wenn die Strabalinie 6 gebaut werden sollte.

Die Fragerunde danach fiel eigentlich flach, mangels Fragen. Aber viel Neues wurde ja auch nicht geboten und das Publikum bestand aus gefühlten 100% FH-Neubau-Befürwortern. Wie schon erwähnt, ich verstehe nicht, warum die Bürgerinitiative nicht anwesend war und die Gelegenheit genutzt hat, mit ihren Argumenten das Podium zu zerfetzen — oder es wenigstens zu versuchen.

Natürlich kann man nun behaupten, dass alles, was die Herren am Tisch gesagt haben, einfach nicht wahr ist. Doch frage ich mich bei solchen Vorwürfen auch immer, was sie davon hätten? Denkt sich Herr Rosenthal “Hoffentlich klappt das mit dem Neubau, denn sonst müsste ich etwas andere planen und das ist mit zu anstrengend. So kann ich jeden Nachmittag frei machen, denn es ist ja alles schon geplant.”?

Ich bin mir über die verschiedenen Motivationen der Bürgerinitiative nicht ganz im klaren. Zum einen gibt es wohl die Ökologen, die ich noch am ehesten verstehe. Aber der ökologische Schaden ist in meinen Augen zu verschmerzen und die 20000 m² Biotope nicht zu verachten. Dann gibt es noch die Städteplaner, die sagen, warum auf den Acker wenn auf den Leightons Platz wird. Aber die Leightons werden auch so voll, dann wird vielleicht die Uni irgendwann an den SHL-Weg bauen. Weiter gibt es noch die Anwohner, denen ich sage: Pech, aber so schlimm wird es nicht werden, da sind am Tag 450 Studenten unterweges, am Hubland nebenan sind es viel, viel mehr. Und dann gibt es noch diejenigen, die dagegen sind, weil die Stadt dafür ist. Und mit denen habe ich gar kein Verständnis.

Also, für mich ist der Hammer gefallen. Ich bin für das Ratsbegehren, Punkt.

Ä weng rumschlabb am Alandsgrund

Ein herrlicher Sommertag ist heute in Würzburg, genau richtig, um am späten Nachmittag ein wenig spazieren zu gehen. Warum nicht am Alandsgrund?
Der städtische Umweltreferent Wolfgang Kleiner lädt um 17.00 Uhr zu einer Wanderung zwischen Alandsgrund und Sanderheinrichsleitenweg ein, um dabei die geplanten Naturschutzmaßnahmen vorzustellen, die durchgeführt werden, wenn der FH-Neubau wie geplant in der Ecke entstehen sollte.Vielleicht kann man es sich dann eher vorstellen, wie und wo die 20.000 m² Grünfläche entstehen sollen und welcher Teil den Baggern zum opfer fallen wird.

Treffpunkt ist um 17.00 Uhr am Beginn des Alandsgrundwegs beim Uni-Sportzentrum am Hubland.

Aktionsvormittag “Klimawandel jetzt!”

Heute bekommt man wirklich den Föhn in Würzburg. Ist das warm — und windig. Definitiv kein Wetter zum Glühweintrinken, da bekommt man eher Lust auf einen kalten Cocktail. Und der Gedanke an eine weiße Weihnacht kommt mir schon absurd vor.

Liegt es am Klimawandel? Gibt es den Klimawandel wirklich? Wenn ja, ist er ein von Menschen gemachtes Problem? Das ist mir fast schon egal, denn Klimaschutz ist so oder so keine schlechte Sache.

Am Samstag, 8. Dezember 2007, findet in der Würzburger Innenstadt und in anderen deutschen Städten der Aktionstag “Klimaschutz jetzt!” statt. Ok, Aktionstag ist dafür etwas übertrieben, denn bisher habe ich nur von einer Demonstration und einer Kundgebung am Vormittag gelesen. Die Veranstaltung wird von den Grünen, dem Bund Naturschutz, dem Bundesverband Windenergie e.V., Ökopax e.V, dem Solarenergie-Förderverein und dem Bergwaldprojekt e.V. (da kann in Unterfranken wohl nur der Weinbergwald gemeint sein ;-)) durchgeführt.

Der Demonstrationszug beginnt um 10.30 Uhr am Bahnhofsplatz und zieht dann umweltbewusst zu Fuß durch die Innenstadt. Um 11.30 Uhr endet die Demo mit einer Kundgebung am Barbarossaplatz. Redner wird Hans-Josef Fell sein, Sprecher für Energie und Technologie der Grünen — und mein ehemaliger Physik- und Sportlehrer. Vielleicht sollte ich für eventuelle Zwischenrufe erst mal mein Zeugnis aus dieser Schulzeit anschauen. 😉