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Cities of Literature – Ulrike Schäfer liest virtuell für Würzburg

In Rochester im Staate New York in den Vereinigten Staaten wird heute Abend gelesen. Das könnte einem Würzburger im Staate Unterfranken in Deutschland natürlich komplett am Arsch vorbeigehen, wenn nicht

a) Rochester eine Partnerstadt von Würzburg wäre

b) an dem Abend Literatur aus den zwölf Partnerstädten Rochesters gelesen würde

c) die auserwählte Autorin aus Würzburg nicht meine geschätzte Bloggerkollegin Ulrike Schäfer wäre.

d) Ulrike in ihrem Blogbeitrag recht hat mit dem Gedanken, so einen Partnerstadt-Lesung auch mal in Würzburg zu machen.

Ja, Ulrike macht nun auch international Karriere — ich habe es immer geahnt! 🙂 Leider ist sie nicht selbst in den USA, aber dort wird eine Geschichte aus ihrem Erzählband “Nachts, weit von hier” auf Deutsch und Englisch gelesen, der im Sommer erscheinen wird.

Virtuell wird sie dort aber vertreten sein — Youtube macht es möglich! 😉

Wer mehr über Ulrike Schäfer erfahren will: Als sie noch unbekannter war, hat sie ich herabgelassen, Gast bei einem Podcast der Würzmischung zu sein! 😉

Moggadoddes Buch

Gedrucktes ist tot? Scheinbar nicht!

Moggadoddes BuchSchon faszinierend: Da saßen gestern beim Stammtisch im Gehrings 14 gestandene Web 2.0-Freaks, die es zusammen auf über 20 Twitteraccounts und 10 Blogs bringen, mit Facebook, Google+ und Diaspora verheiratet sind und zig Gigabyte an Texten und Bildern im Internet veröffentlicht haben. Doch hatten selbst die eBook-Fanboys fast Pipi in den Augen, als Moggadoddes gesammelten  Blog- und Twitterbeiträgen in Form eines 254-seitigen Buchs auf dem Tisch lagen. Das Blook Zeichen der Weisheit — 140 oder mehr war das Geburtstagsgeschenk des Stammtisch-Verlags an Moggadodde.

Etwas in gedruckter Form in der Hand zu halten, ist nach wie vor etwas Besonderes. Nicht nur, weil es Geld kostete so ein Buch zu drucken und man sich damit noch mal viel genauer überlegt, was als Inhalt reingepackt wird. Die Texte verlieren ihre “digitale Beliebigkeit”, sie sind von der virtuellen in die wirkliche Welt gewandert. Das Buch kann ich anfassen, und darin in einer Weise blättern, wie es kein iPad oder Kindle simulieren kann.

Ich glaube auch, dass diese Faszination nicht nur damit zusammenhängt, mit welchen Medien man aufgewachsen ist. In meiner Kindheit hatte ich noch keinen Computer, das Internet hielt in Deutschland Einzug, als ich schon erwachsen war. Ich bin also vorwiegend mit gedruckten Texten — Bücher, Zeitungen, Zeitschriften — aufgewachsen (Fernsehen hab ich nie sooo viel geschaut). Aber beim Blogger- und Twitterstammtisch waren ja auch deutlich Jüngere anwesend — die der selben Faszination verfallen sind.

Wohlgemerkt — wenn man Scheiße in Buchform presst, wird das kein gutes Buch werden, sondern nur streng riechen. Aber gute Texte in guter Form, das hat schon was.
Und im Fall von Zeichen der Weisheit hat ein mehrköpfiges Redaktionsteam einige Wochen lang Moggadoddes Blog- und Twitterbeiträge  gesichtet (sehr, sehr, sehr viele) und ausgewählt, korrekturgelesen und in Form gebracht. Ein Blog eins zu eins in Buchform gießen wird wohl selten gut gehen.

Inhalte werden sich meiner Meinung nach in Zukunft noch viel mehr ins Netz verlagern, was auch durchaus positiv zu sehen ist — was soll ich als Blogger auch anderes sagen? 😉 Im Netz kann auch viel mehr Leute erreichen und hat ganz andere Möglichkeiten.  Aber wenn man Texte so richtig veredeln und wertig machen will, dann klappt das nach wie vor besser mit einem Buch. Und Moggadoddes Texte waren einfach überfällig, dass man sie in Buchform präsentiert. Jetzt müssen wir sie nur noch zu einer öffentlichen Autorenlesung herumkriegen … 🙂

Übrigens: Die 1. Auflage ist schon vergriffen. Aber wenn es genug Interessenten gibt … wer weiß? 🙂

Update: Hazamel ist auch noch ganz gerührt.

Update 2: Emily hat das Buch bei Papiergeflüster auch schon rezensiert.

Update 3: Und die Autorin selbst kriegt sich nicht mehr ein. 🙂

Update 4: Leseratte und Schatzmeister des Buchs Rööö meldet sich auch zu Wort.

Moggadoddes Buch

Äbbs und Brogrämmli für das U&D

In wenigen Tagen ist Juni, der Monat des Umsonst & Draussen. Und auch da gibt es schon kleine Neuigkeiten der technischen Art, ein kleines virtuelles Helferlein für auf die Mainwiesen beim Festival. Für das iPhone gibt es eine App — ä Brogrämmle — für den U&D-Alltag: Wann spielt wo welche Band und vieles, was auch im Programmheft steht. Sinnloseres Beiwerk, selbst für mich als Allergiker, ist die Pollenflugvorhersage. Hey, Pollenflugbericht? Wetterbericht wäre sinnvoller, wenn’s regnet mache ich mir wenig Sorgen um meinen Histaminspiegel sondern wie ich meinen Wein über den Platz tragen kann ohne dass Schorle daraus wird.

Die App passt auch preislich zum U&D — es ist nämlich kostenlos, ein Geschenk von AppyRoad — beim Lesen merkt der Franke gar nicht den unglaublichen musikalischen Wortwitz im Firmennamen.

Nun gibt es ja solch gescheiterte Existenzen, Untermenschen und technische Randgruppen, die gar kein iPhone haben — ich zum Beispiel –, sondern einfach nur ein Handy im internetfähigen Alter. Diese Menschen 2. Klasse — Nein, seit dem Erscheinen des iPad 3. Klasse! — können wenigstens ein Angebot des Würzblog nutzen.

Nutzer von OpenMicroBlogging-Diensten wie identi.ca, bleeper.de, status.net o.ä. (also Menschen 2a. Klasse bzw. 3a) oder Nutzer von Twitter (2b./3b Klasse) können einem Bot namens udtimer folgen, der so alles 10 Minuten ausspuckt, was in der nächsten halben Stunde auf dem U&D passiert — also welche Band wann wo was spielt und so, inklusive Geolocation der Bühne und Kurzlink auf die jeweilige Seite der U&D-Website.

Wer udtimer abonnieren will:

Welchen udtimer man abonniert ist egal, letztlich wird die Erinnerungsnachricht beim Wuerz-Micro-Blog s.wuerzblog.de erzeugt und sofort nach Twitter weitergeleitet.

Es gibt aber auch nach wie vor das Programmheft. Gedruckt. Auf Papier. Oldschool, aber prima um damit den Weinbecher abzudecken.

Der Alandsgrund-Bürgerentscheid im Netz

Die Diskussion um den Bürgerentscheid für oder gegen den FH-Neubau in der Nähe des Alandsgrunds spitzt sich auch virtuell zu. Im Netz war bisher nur die Website der Bürgerinitiative auf der einen Seite und der eher kritische Artikel hier im Blog auf der anderen Seite. Doch jetzt haben die Befürworter des Neubaus aufgerüstet.  Ganz offiziell nimmt die Fachhochschule selbst dazu Stellung, die IHK warnt vor einer Verhinderung des Baus und die Gestaltungsstudenten haben eine eigene FH-Neubau-Hier-Website aus dem Boden gestampft und mittlerweile sogar fast alle Rechtschreibfehler korrigiert. Auf den Websites der Würzburger Parteien ist übrigens nichts zu finden — wie immer.

Die Blogosphäre kommt zu dem Thema langsam in Schwung. Immer mehr Studenten der FH melden sich zu Wort und geben ihren Unmut gegen den Bürgerentscheid und ihr Ja zum Standort Alandsgrund kund, auch Videobotschaften des FH-Dekans sind schon im Netz festgehalten worden. Sogar bei Dr. “Loveparade” Mottes Blog ist ein Beitrag zum Bürgerentscheid zu finden.

Der Widerstand gegen den Entscheid formiert sich im Netz also — und wie ich immer mehr finde, zu Recht.

Virtuelle Bibliothekare treffen sich

Seit gestern tagen Bibliothekare in Würzburg. Aber es geht nicht um verstaubte, alte Wälzer sondern um das Internet, denn in der Uni am Sanderring findet die INETBIB-Tagung statt, Internet in Bibliotheken.

So mancher Blogger ist auch da, Twitter-Enthusiasten sind sowieso immer mit dem Hashtag #inetbib2008 dabei und vielleicht schaue ich auch mal hin, wenn es die Arbeit erlaubt.

Highnoon der Virtuellen Stadtbücherei Würzburg

Die Stadtbücherei Würzburg hat in den letzten Jahren ja ruhmreiche Preise eingeheimst. Da ist dann natürlich kein Stillstand angesagt, sondern Innovationen gefragt. Und so eine wird es morgen geben: die virtuelle Stadtbücherei in Würzburg.

Ab morgen um 12 Uhr mittags kann jeder, der einen gültigen Büchereiausweis hat, Bücher und andere Medien über das Internet ausleihen. Und zwar so richtig virtuell. Die Bücher landen als PDF auf der heimischen Festplatte, die Audiodateien (Musik und Hörbücher) als WMA und die Filme als WMV.
“Toll”, wird da mancher Jäger und Sammler sagen, “da kann ich mit ja meine eigene Bibliothek auf der Festplatte einrichten”. Ähhh … nein. Die virtuelle Bibliothek funktionert fast genauso wie die reelle.

Kurz zusammengefasst: Jedes Medium gibt es nur in begrenzter Anzahl, normalerweise einmal. Genau wie in echt. Und wenn ich mir das Medium digital ausleihe, dann ist es in der Leihzeit für andere nicht auszuleihen. Und die Medien haben auch eine Leihfrist, je nach Medium ein Tag bis zu 14 Tage. Nach Anlauf der Leihfrist löscht sich da Medium auf der Platte nicht von selbst, aber es kann nicht mehr verwendet werden. Technischerseits sind alle Medien mit einem DRM versehen, diese digitale Rechteverwaltung kümmert sich darum und versucht einem Missbrauch vorzubeugen.

Ich hatte die Möglichkeit, die Virtuelle Stadtbücherei schon vorab mal zu testen. Alle Angaben in diesem Artikel beziehen sich auch den Stand 30. Mai 2007 um 16.30 Uhr. Das Ganze ist ein Pilotprojekt, da kann sich also noch einiges ändern.

Erst mal zu den positiven Seiten. Es ist ein schöner Service. Ich kann mir mitten in der Nacht den neuen Spiegel virtuell ausleihen und lesen. Schnell noch Urlaubslektüre für den Spontantrip? Kein Problem. Genauso wie ein Hörbuch für die nächste Zugfahrt nach Berlin. Für Stöberaktionen steht mir die echte Bibliothek im Falkenhaus ja nach wie vor noch zur Verfügung. Und — ein wichtiger Punkt für Leute wie mich — ich kann die Abgabefrist der virtuell ausgeliehenen Bücher nicht versäumen. Das DRM sperrt die Datei am Abgabetag und das Buch wird in der virtuellen Bücherei wieder als ausleihbar gekennzeichnet. Das spart mir Geld (das dann allerdings der Stadtbücherei fehlt) und kostet mich keinen Pfennig Cent mehr.

Nachteile und Kritikpunkte gibt es natürlich auch.

Technisches

Als virtueller Nutzer sollte man technisch schon nicht allzu weit hintendran sein. Die Spiegel-Ausgabe als PDF braucht schon 24 MB, die erst mal übertragen werden wollen. Filme haben gern mal ein paar hundert Megabyte. Mit dem Modem oder per ISDN sind solche Größen nicht unbedingt spaßig, ein Breitbandanschluss ist sehr ratsam.
Zum Lesen der PDFs braucht man mindestens die Version 7 des Acrobat Readers. Leider sind alle eBooks, die ich bisher virtuell ausgeliehen habe, als ETDs vorhanden. Diese kann ich bei mir zwar im Acrobat Reader 8 öffnen, aber er zeigt sie nicht mehr an. Stattdessen leitet er mich zur Seite der Adobe Digital Editions, einer Flash-basierten Software, die das eBook dann herunterlädt und anzeigt. Da kann ich meinen Traum abschminken, mit meinem Taschencomputer (PDA) am Strand zu liegen und den Roman als PDF zu lesen.

Ähnlich unglücklich ist es mit Musik und Videos. Die liegen alle im WMA- bzw. WMV-Format vor. Mein Windows Media Player auf meinem letzten Windows-Arbeitsplatz könnte das abspielen. Mein MP3-Player für unterwegs auch, aber die vielen, vielen iPods leider nicht. Und auch nicht mein Linux-Rechner daheim. Das DRM schränkt die praktischen Nutzungsmöglichkeiten doch schon recht stark ein.

Angebot

Noch ist das Angebot der Virtuellen Stadtbücherei recht dünn. Knapp 10.000 Medien sind zur Zeit auszuleihen, davon besteht die eine Hälfte fast nur aus Schulliteratur und die andere Hälfte fast nur aus klassischer Musik. Das liegt nicht mal unbedingt nur an der Bücherei, viele Verlage sperren sich noch gegen das Anbieten in digitaler Form. Und die Bücherei muss übrigens auch die Online-Ausgaben bezahlen, die meist mindestens genauso teuer sind wie ihre Offline-Pendants.

System

Im Prinzip ist das System der virtuellen Ausleihe ganz praktikabel. Doch es birgt auch ein paar Tücken in sich. So ist es recht leicht, beliebte Bücher auszuleihen ohne sie lesen zu wollen. Einfach so aus Spaß, damit andere es nicht lesen können. Zwar soll es eine Beschränkung der Anzahl der jeweils ausleih- und vorbestellbaren Titel geben, aber wenn sich genug Idioten zusammenfinden, kann man da auch ganz schön Sand ins Ausleihgetriebe streuen.

Blöd ist auch, dass ich Medien nicht schon vor Ablauf der Leihfrist wieder abgeben kann. Wenn ich ein Buch nur mal zum kurzen Nachblättern ausleihe, ist es 7 Tage gesperrt, auch wenn ich es nach 1 Stunde noch nicht mehr brauche. Da braucht man also keine Hoffnungen haben, dass ein sehnlichst erwartetes Buch schon vorher wieder zurück kommt.

Fazit

Noch ist es zu früh um ein wirkliches Urteil über die Virtuelle Stadtbücherei zu fällen. Sie befindet sich noch in der Entwicklung und es wird noch immer an allen Ecken und Enden gefeilt, sei es an der Benutzeroberfläche oder am Inhalt. Manche technischen Probleme sind auch nicht so einfach für die Stadtbücherei bzw. ihrer Partnerfirma diviBib selbst zu lösen, sondern liegen auch in anderen Händen, wie z. B. die praktischen Probleme mit der digitalen Rechteverwaltung. Auch das Angebot wird wohl erst nach und nach wachsen.
Am besten den Mitarbeitern der Stadtbücherei fleißig Rückmeldung geben — virtuell oder von Angesicht zu Angesicht.

Aber es ist ja nicht so, dass einem hier das Geld aus der Tasche gezogen wird, die Nutzung ist für Besitzer des Büchereiausweises kostenfrei. Und wer nicht sein Buch nicht am Bildschirm lesen will — das will ich auch nicht immer –, der kann ja nach wie vor ins Falkenhaus und dort seine Bücher ausleihen. Und auch hoffentlich wieder zurück bringen — das gilt vor allem für mich!