Schlagwort-Archive: wallfahrt

Wallfahrer, Zwiebeln … und Regen?

2015-08-24 08.55.26Was ist in Würzburg in jedem Jahr am 24. August? Genau, Zwiebelkirchweih. Die Kreuzbergwallfahrer kehren heim und werden in der Semmelstraße begrüßt. Und dann wird gefeiert — allerdings kaum mit den Wallfahrern, die sind zu platt.

So gegen halb drei laufen die Wallfahrer durch die Semmelstraße und mit etwas Glück schaffen sie da noch ohne nass zu werden. Denn der Wetterbericht für Würzburg sieht ab Nachmittag nicht so toll aus. Regen und vielleicht sogar Gewitter sind gemeldet.

Da kann man nur hoffen, dass die Wallfahrer genug gebetet haben und Petrus Gnade mit einem meteorologischen Wunder walten lässt.

Zwiebeltreter

Na, vielleicht gibt es ja doch eine Chance, die Kreuzbergwallfahrer heute noch in der Semmelstraße zu begrüßen, ohne dass man schrumplige Finger vom vielen Regen bekommt. So gegen 14 Uhr laufen sie heute — immer am 24. August — nach vier Tagen frommen Wanderns in Würzburg ein. In der Semmelstraße werden sie traditionell mit Blumensträußen begrüßt, danach beginnt die sogenannte Zwiebelkircheweih, wo es Zwiebelblootz und auch mit etwas Glück den ersten Federweißen gibt — und mittlerweile auch das gesamte andere kulinarische Festles-Angebot .

“Danach” ist deswegen wichtig, weil die Zwiebelkirchweih schließlich zur Begrüßung der Wallfahrer gemacht ist, und man sollte soviel Anstand haben auf den Grund für das Fest zu warten. Gesoffen und gefressen werden kann noch den ganzen Tag — wenn nicht einem Gevatter Regen nicht wieder in den Nacken springt.

Viele Pilger, viele Besucher, wenig Federweißer

Sie sind wieder zurück, die Kreuzbergwallfahrer. Heute kurz nach halb drei zogen sie singend durch die Semmelstraße. Die volle Semmelstraße. Das war schon ein ungewöhliches Bild für den Beginn der Zwiebelkirchweih, denn in den letzten Jahren fand die sie immer an Werktagen statt, wo um die Mittagszeit eher nicht so viel Leute Zeit haben, die Wallfahrer zu begrüßen.

Ja, die Zwiebelkirchweih wird gefeiert, um die Wallfahrer zu begrüßen. Darum waren Alex und ich etwas enttäuscht, dass, als wir uns um 14 Uhr in der Semmelstraße getroffen haben, dort schon viele fleißig am Essen und Trinken waren. Wir haben aber tapfer bis nach dem Durchmarsch der Pilger gewartet, uns dann aber sofort auf den Federweißen gestürzt.

Viel zum Stürzen gab es aber leider nicht, denn es gab nur einen einzigen Stand mit Federweißen (zumindest haben wir keinen weiteren gefunden). Ein Stand. Entweder ist die Weinlese in diesem Jahr recht spät oder die Tradition, dass es bei der Zwiebelkirchweih den ersten Federweißen im Jahr gibt, stirbt langsam aus. Nun ja, der Federweiße, den wir dann getrunken haben, war Bio, aus Nordheim und schon mächtig in der Wirkung. So mächtig, dass ich abends gar nicht mehr nochmal in die Semmelstraße ging, weil ich auf dem Sofa eingeschlafen bin.

In der Pilgerschar habe ich kaum bekannte Gesichter entdeckt, selbst Pia Beckmann nicht. Dafür lief mir Blogger und FDP-Landtagskandidat Jens Brand vor die Linse, mit farblich passenden Sträußchen und Regenjacke. Was mir sonst vor die Linse lief, ist im 23hq-Album zu sehen.

Sie sind mal kurz weg

Heute früh sind die Wallfahrer der Bruderschaft zum Heiligen Kreuz Richtung Kreuzberg aufgebrochen. Und so gegen 14.30 Uhr ziehen sie am kommenden Freitag, 24. August 2007, durch das Willkommensspalier in der Semmelstraße. Und darauf freuen sich die Würzburger besonders, denn das heißt dort: Zwiebelkirchweih, Zwiebelblootz und vielleicht den ersten Federweißen. Auch für Nichtkatholiken.