Mal die andere Richtung: Abends in der Weinstube Körner

Ich bin ausnahmsweise mal mit dem ÖPNV nicht in die Innenstadt, sondern genauso lang aus der Stadt raus gefahren — und das brachte mir einen sehr schönen Abend in der Weinstube Körner in Randersacker ein.

Gestern Abend habe ich das Verrückte getan — ich bin von der Sanderau mal nicht mit der Straßenbahn in die Stadt gefahren, sondern mit dem Bus aus der Stadt raus, nämlich nach Randersacker. Ja, für mich als eingeschworenes Stadtkind ist das schon eine ganz besondere Sache! 🙂 Die Fahrzeit dorthin ist fast die selbe wie in die Innenstadt — etwa 7 Minuten –, aber trotzdem verschlägt es mich eher selten mal aufs Land.

Weinstube Körner bei Nacht
Weinstube Körner bei Nacht

Komisch eigentlich, denn gestern hatte ich einen sehr schönen Abend in Randersacker. Ich war in der Weinstube Körner, mitten im Ort. Das Wetter war auch am Abend recht angenehm und ich konnte draußen den Blick auf Balthasars Badewanne genießen.

 

Ich hatte bloß etwas die Nachfrage um die Tische draußen unterschätzt — in der Zeit um 19 Uhr sollte man vielleicht doch lieber reservieren. Davor und danach ist doch auch mal ein Tisch auch so frei. Aber ich hatte dann doch Glück — und einen Tisch vor dem Haus.

Und auch das Essen und Trinken konnte ich genießen. Zwei Schoppen Silvaner von den Trockenen Schmitts und zwei Schnäpse aus Mömbris — ist ja auch noch Unterfranken –, und ich war glücklich.

Mehr als glücklich hat mich auch der Bratkartoffelsalat gemacht. Klang beim Lesen der Speisekarte etwa seltsam, ein Salat aus Bratkartoffeln. Aber beim Essen hat er mich völlig überzeugt … sehr lecker.

Bratkartoffelsalat mit Bratwürsten in der Weinstube Körner in Randersacker
Bratkartoffelsalat mit Bratwürsten in der Weinstube Körner in Randersacker

Meine zauberhafte Begleitung hat sich erfolgreich an den Blauen Zipfeln versucht, die gar nicht sehr sauer, sondern angenehm süßlich waren. Und blau. 😉

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Blaue Zipfel

Der Preis für den Abend (Vier Silvaner, vier Schnäpse, zweimal Essen) war der Qualität angemessen, etwa 37 Euro habe ich dort gelassen. Für den sehr freundlichen Service gab es natürlich Trinkgeld! 😉

Wirklich ein sehr angenehmer Abend in der Weinstube Körner, mittlerweile geleitet aus einer Ex-Johanniterbeck-/Ex-Café-zum-schönen-René-Kombination.

Und das Beste war, das der Bus in Randersacker ebenso wie in der Sanderau fast vor der Türe hält. Da hätte ich ja noch einen dritten Silvaner und Schnaps trinken können! 😉

Vielleicht muss ich einfach mal mehr Buslinien stadtauswärts ausprobieren …

Gläser groß und klein
Auch im Dunkeln noch zu finden: Gläser groß und klein

Hans und Ralf in Kitzingens Stadt und Land

Am Mittwoch hat das Würzblog mal wieder das Kitziblog besucht — Ralf traf Hans und die beiden zogen durch die Kitzinger Stadt und das Land.

Abgeerntete Felder
Abgeerntete Felder

Am Mittwoch hat das Würzblog mal wieder das Kitziblog besucht — Ralf traf Hans. Es begann mit einem Roadmovie. Besser gesagt, mit einem Off-Road-Movie. Wir bretterten mit dem Auto über die schlaglöchrigen Feldwege des Kitzinger Lands, rauchten Zigaretten und waren auf der Suche nach einem Blaukrautfeld, das wir fotografieren wollten.

Blaukraut fanden wir keines, dafür viele abgeerntete Felder. Aber etwas Leben gab es für unsere Linsen doch noch, in Form von Apfelplantagen und Weinbergen.

Äpfel
Äpfel
Trauben
Trauben
Gräser am Landesgartenschaugelände im Kitzingen im Hintergrund.
Gräser am Landesgartenschaugelände mit Kitzingen im Hintergrund.

Nach der anstrengenden Landpartie gönnten wir uns Entspannung in der Stadt Kitzingen. Den ersten Schoppen gab es für uns im Biergarten der Goldenen Gans, nah am Landesgartenschaugelände. Dort sind wir auch noch ein wenig flaniert und haben uns mit unseren Fotoapparaten an der Kitzinger Stadtsilhouette versucht — bei eher mäßigem Licht.

Nachtfalter
Nachtfalter

Zweite Station war der “Nachtfalter” in der Rosengasse. Der Nachfolger unserer Stammkneipe “Kultour” hatte erst vor drei Tagen eröffnet, und so kamen wir in ein recht sympathisches Anfangschaos (“Was kostet der Wein?”). Die neue Besitzerin ist aber sehr bemüht, alles ordentlich zu machen und guten Wein auszusuchen — ich kann empfehlen, den leckeren Blaufränkischen mal zu probieren.

La Dolce Vita
La Dolce Vita

Zu späterer Stunde besuchten wir noch eine liebe Bekannte, die seit Kurzem im “La dolce vita” arbeitet — einem italienischen Restaurant in Kitzingen, von dem ich bis dahin nicht einmal gehört habe. Ich hatte eine typische Pizzeria erwartet und war angenehm überrascht, in einem recht schicken Restaurant zu landen.

Als wir ankamen, machte das Personal allerdings schon Feierabend, aber wir bekamen trotzdem noch einen Nero d’Avola zu trinken und einen Teller mit Antipasti zu essen. Der sah schlicht aus, schmeckte aber ausgesprochen gut.

Antipasti
Antipasti

Nach einem selbstgemachtem Limoncello und einem vorzüglichen Grappa ging es satt und zufrieden mit dem Zug wieder nach Würzburg zurück. Auf jeden muss ich ins La Dolce Vita mal wieder zu einer vernünftigen Uhrzeit gehen, denn ich glaube, das “normale” Essen könnte dort sehr gut sein.

Ach, ich muss doch wieder öfter mal nach Kitzingen fahren. Irgendwie hat es schon was …

Nachgebloggt: Weinfest mit Tanzbein

Ach, fast vergessen: Ich war ja am letzten Wochenende auch wieder auf dem Weinfest in Grombühl — und habe mich zum wiederholten Male in das Fest verliebt. Auf welchem Weinfest in der Stadt wird denn noch spontan vor der Bühne getanzt? Großartig!

Auf der Weinparade am Markplatz war ich noch nicht. Nicht dass ich es boykottieren würde, aber wenn ich es nicht schaffe, mal hinzugehen, dann breche ich auch nicht in Tränen aus. Bei Weinfest am Wagnerplatz wäre das anders gewesen.

Weinfest in Grombühl

 

 

Die Zipfel, die blauen!

Blaue Zipfel – für manche eine Geschlechtskrankheit, für andere ein ganz leckeres fränkisches Essen. Und nicht schwer zu kochen.

Zutaten für Blaue Zipfel
Zutaten für Blaue Zipfel

Bei der Minx-Fashion-Night in der Residenz vor gut einer Woche sagte Schauspielerin Eva Habermann, dass ihr fränkisches Lieblingsessen Blaue Zipfel seien und fügte hinzu:

“Die meisten Leute kennen das nicht und gucken mich verstört an und denken, das ist eine Geschlechtskrankheit” (Quelle: Main-Post)

Gut, wenn man weiß, dass Eva ein in beinahe eine Liebessklavin  transfomierter 200 Kilo-Klops vom Planeten B3K ist und in einer zehn Kilometer langen Libelle ohne Flügel durch das Weltall fliegt, kann man sich die “meisten Leute” schon vorstellen, die das denken.

ZwiebelnAber ich kann mich Zev Eva nur anschließen — Blaue Zipfel sind schon was leckeres, darum kamen sie am Samstag mal wieder auf den Tisch.

TränenAls erstes heißt es Zwiebeln schneiden. Viele Zwiebeln. Drei große kamen mir unter das Messer, davon eine rote. Von der Farbe Rot bleibt später in der Zwiebel nicht mehr viel übrig, dafür geht das Rot aber etwas in den Sud über und macht ihn etwas hübscher.

Normalerweise macht mir Zwiebelschneiden nicht viel aus, aber diesmal war eine ganz garstige dabei — da sind die Tränen geflossen. Aber als Mann im Jahr 2013 muss man sich seinen Tränen nicht mehr schämen — abwischen, Nase hochziehen und weiter schnippeln!

Dann noch ein paar Karotten in kleine, aber nicht zu kleine Stücke schneiden und die gröbste Arbeit ist schon gemacht.

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Jetzt geht es eigentlich schnell. Den Topf auf den Herd, den Herd einschalten, die Zwiebeln und die Karotten rein und nur leicht anschwitzen. Das Ganze mit etwa einen viertel Liter Weißwein und einem viertel Liter Essig ablöschen und noch mal — sagen wir einen drittel Liter — Wasser dazu. Das genaue Verhältnis der Flüssigkeiten kann man nach eigener Lust und Laune variieren — man kann es weiniger, saurer, kräftiger oder weniger kräftiger machen.

Eine gute Priese Salz und eine ziemlich ordentliche Portion Zucker — wegen der Säure — dazu streuen, Pfeffer — gemahlen oder ganze Körner — dazu. Abrunden kann man den Sud noch mit Lorbeerblättern, einen Hauch Muskat und/oder Gewürznelken (nicht übertreiben).

Zum Schluss kommen die Bratwürste rein und man lässt das alles gut einen halbe Stunde auf kleiner Hitze nur ganz, ganz leicht köcheln. Fertig sind die Blauen Zipfel.  Ob und wie blau die Zipfel Würste werden, hängt von der Art der Würste und vom Säuregehalt des Suds ab. Mehr als eine ganz, ganz zarte bläuliche Färbung konnte ich aber noch nie rausholen.

Blaue Zipfel im Sud

Und meine haben überhaupt nicht nach Geschlechtskrankheit geschmeckt! 🙂

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Weinfest Grombühl – das Vierzigste

Das Weinfest aller Würzburger Weinfeste geht heute los. Nein, ich meine nicht die Weinparade am Marktplatz, die ging außerdem gestern los. Ich meine das Weinfest am Wagnerplatz in Grombühl, das in diesem Jahr zum 40. Mal vom TSV Grombühl ausgerichtet wird und bis Montagabend geht. Ein Weinfest ohne Schickimickis, ohne Schnörksel und Gedönse, wie man in Franken eben Weinfeste feiert: An einen Tisch hocken, mit den Leuten reden, Wein trinken, etwas essen und Musik hören.

Ich freue mich als Vertriebener, wieder mal ins schöne Grombühl zu kommen. Und auch wenn Barbara Stamm Schirmherrin ist, hoffe ich, dass ich bleiben darf und nicht “raus aus Grombühl” muss.
Flyer Weinfest in Grombühl Speise- und Getränkekarte Weinfest in Grombühl

Und es werde Weinfest in Grombühl

Es ist nicht das schönste aller denkbaren Wetter, dass am Wochenende auf Würzburg wartet. Aber es ist gut genug, um mal auf das Grombühler Weinfest am Wagnerplatz zu gehen. Bin gespannt, wie das für mich wird. Das erste Mal seit 12 Jahren gehe ich als Nicht-Grombühler auf das Weinfest — und habe einen enorm weiten Heimweg. 🙂

Was soll ich noch viel vom Weinfest erzählen? Das Würzblog ist voll mit Artikeln dazu! Der Schoppen aus Nordheim kostet 2,90 Euro (und ist damit über ein Euro günstiger als der Wein auf der Weinparade, den ich am Montag getrunken habe und der auch nicht der Knaller war), die Gäste sind originell, die Unterhalter allein und die Bänke aus Holz.

Man muss einfach mal hingehen und sich darauf einlassen! 🙂
TSV Grombuehl_Speisen+Getraenke 2012_Seite_1

TSV Grombuehl_Speisen+Getraenke 2012_Seite_2

Würzburger Grüne Soße

Als gebürtiger Unterfranke kam ich bisher noch nicht in der Genuss der hessischen, kulinarischen Legende namens Frankfurter Grüne Soße. Also wollte ich sie heute mal selbst zubereiten. Aber mit unterfränkischem Einschlag!

Als gebürtiger Unterfranke kam ich bisher noch nicht in der Genuss der hessischen, kulinarischen Legende namens Frankfurter Grüne Soße. Also wollte ich sie heute mal selbst zubereiten.

Die Frankfurter Grüne Soße gibt es eigentlich gar nicht, das heißt, es gibt nicht das Rezept dafür. Wer sich durch das Internet wühlt, wie zig Varianten der Soße finden. Grundprinzip: In der Soße müssen mindestens sieben verschiedene Kräuter verarbeitet werden. Wie genau und womit — das kann ganz unterschiedliche sein.

Als klassische Kräuter werden meist Petersilie, Kerbel, Pimpinelle, Schnittlauch, Borretsch, Kresse und Sauerampfer verwendet. Die bekommt man einzeln in Würzburg gar nicht so leicht, aber glücklicherweise gab es beim Trabold in der Sanderau ein Kräuterpaket zu kaufen.

Würzburger Grüne Soße

Ich habe jetzt nicht nachgezählt, ob es auch wirklich sieben Kräuterarten waren. Und ich muss gestehen, dass ich Borretsch, Sauerampfer oder Pimpinelle nicht wirklich erkennen kann. Aber bald bin ich bei einem Kräuterkochkurs, danach wird sich das hoffentlich ändern.

Die dicken Stengel habe ich entfernt — dann ging das große Hacken los. Und während ich ein Massaker an der glücklichen, grünen Kräuterfamilie anrichtete, köchelten auf dem Herd drei Eier munter vor sich hin, bis sie hart waren. Würzburger Grüne Soße

Dann kam zusammen, was zusammen gehörte: Die gehackten Kräuter in ein Schüssel, dazu einen Becher sauere Sahne. Einen Löffel gekörnten Senf und die fein zerdrückten Eigelbe und das gehackte Eiweiß dazu, Salz und Pfeffer auch.

Damit war das hessische Pflichtprogramm schon erfüllt, aber da fehlte mir noch ein wenig Säure in der Soße. Natürlich hätte ich Zitronensaft oder Essig nehmen können — aber wozu wohne ich mitten in einer Weingegend? Ein guter, guter Schuss Müller-Thurgau machte die Soße geschmeidig und gab ihr noch das gewisse Etwas. Und wenn schon die Bratwurst durch Frankenwein zur Würzburger Bratwurst wird, dann die Grüne Soße durch den Wein zur Würzburger Grünen Soße! 🙂

Nun noch die Soße eine Stunde lang durchziehen lassen und mit Salzkartoffeln essen — arg lecker! 🙂Würzburger Grüne Soße

Auf der nächsten Seite könnt ihr lustig die Kräuter erraten bzw. sie mir verraten! 🙂

Franken als Berliner Tipp

Die jungen Franken sind in Berlin – wenn auch nur als Weintipp im Edeka am Bahnhof Friedrichstraße. Denn mit mir ist auch ein alter Franke in Berlin, aber alte Weine sind ja nicht unbedingt schlechter. 😉