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Jetzt wird’s finnisch — Karten für das Värttina-Konzert zu gewinnen

Und wieder gibt es Karten für den Hafensommer zu gewinnen, ich kann ja bald schon einen Lottoladen aufmachen. 😉 Diesmal sind die Karten nicht vom Hafensommer selbst zum Verrätseln hergegeben wurden, sondern von dem Sponsor des Konzerts, Schopf Computersysteme. “Hey”, werden aufmerksame Leser bemerken, “ist das nicht Werbung im Würzblog?”. Ja, ist es. Aber aus einem ganz bestimmten Grund. Denn Herr Schopf wollte gar nicht unbedingt, dass hier sein Name oder ein Link auf sein Geschäft gesetzt wird. Er wollte einfach nur, dass mehr Besucher zu dem Konzert der Band kommen, die er selbst für sehr gut hält. Das muss belohnt werden und schon aus dem Grund wird der Link gesetzt. 🙂

Um welche Band und welches Konzert geht das Rätsel? Es geht um zwei Karten für das Värttinä-Konzert am nächsten Samstag, 8. August 2009 um 20.30 Uhr. Die Regeln wie gehabt — wer zuerst alle Antworten in einem Kommentar abgibt, der darf sich die Karten bei mir abholen — sie liegen gerade in einem Umschlag neben mir. Rechtsweg … ihr wisst schon.

A) Värttinä ist eine finnische Band. Wie nennen die Finnen selbst ihr Land?

B) Welche bayerische Stadt kommt von der Einwohnerzahl her der finnischen Hauptstadt am nächsten?

C) Wie heißen die Worte “Post”, “Grill” und “Hamster” im Finnischen?

D) Wie heißt die Vorsitzende der Deutsch-Finnischen-Gesellschaft in Würzburg?

Habemus provinciam?

Weißer Rauch stieg gestern aus dem Vogel Convention Center auf — die Würzburg AG hat gestern über den Slogan bzw. die Kampagne für Würzburg abstimmen lassen. 83 Vorschläge, die bei der Online-Plattform Jovoto eingegangen sind standen zur Auswahl, “50 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien” durften darüber abstimmen. Und gewonnen hat … surprise, surprise … das gute, alte und — natürlich völlig zu unrecht — viel verspottete “Provinz auf Weltniveau”.

Was lerne ich daraus?

  1. Wenn ich Slogans für schlecht, unpassend, falsch und abschreckend halte, dann habe ich schlicht und einfach keine Ahnung von Marketing.
  2. Man muss nur die richtigen Leute zur Abstimmung einladen, um ein angenehmes Ergebnis zu bekommen — zum Beispiel nicht mich.

Jetzt muss das Ding noch durch den Stadtrat.

Gegenvorschlag: Wissen, Wein und Weltkultur

Gestern hat die Würzburger Werbeagentur Gerryland der Stadt noch ein Osterei ins Nest gelegt — eine Anzeige in der Mainpost. Mit den Worten “Wir können das Wort Provinz nicht mehr hören” stellt es ihren Gegenentwurf zum Slogan der Würzburg AG vor: Würzburg. Wissen, Wein und WeltkulturKommentarlesern des Würzblogs könnte er bekannt vorkommen .
Klingt in meine Ohren spontan besser, auch wenn ich Alliterationen etwas abgelutscht finde. Aber wenigstens ist Wissen, Wein und Weltkultur etwas, was deutlich spezifischer und klarer für Würzburg ist als “Provinz auf Weltniveau”. Denn mit “Provinz auf Weltniveau” könnte sich wohl jede ähnlich große Stadt wie Würzburg schmücken.

Provinz auf … ach nö, nicht schooon wieder

Als Stadtblogger hat man es nicht leicht. Das Blog wird direkt mit der Stadt in Verbindung gebracht und ich mit dem Blog. So durfte ich mir bei der re:publica in Berlin dazu gratulieren lassen, dass ich endlich mal einen Kaffee auf Weltniveau trinken darf. Oder ich werde mit den Worten “Ah, die Provinz ist endlich in der Weltstadt” begrüßt. Dem unwissenden Gesprächspartner darf ich ernsthaft erklären, dass es in Würzburg UMTS-Empfang gibt.

Ja, der Entwurf des Slogans für Würzburg “Provinz auf Weltniveau” ist schon in Deutschland angekommen, zumindest in der Web2.0-Gesellschaft.  Und ja, man spricht über Würzburg. Aber wohl nicht so, wie es sich die Erfinder vorgestellt haben — zumindest hoffe ich, dass sie das nicht wollten, nämlich Würzburg zu einer Stadt abstempeln, in der man dankbar sein darf, dass man endlich fließend Wasser aus dem Hahn hat.

Nach einer längeren Pause ist die Diskussion um diesen Slogan wieder aufgeflammt. Bei einem Treffen der Insolvenzverwalter-Wirtschaftsschule des BFB-Business-Campus wurde — laut Mainpost — der Spruch abgewatscht. Ex-MDL Manfred Ach gibt an, dass für Wirtschaftsvertreter des Campus “der Slogan inakzeptabel, sogar das Wort geschäftsschädigend sei”. Ob ich die Drohung, einen “Lenkungskreis” unter seiner Moderation einzurichten, die den Prozess steuert, gutheißen soll? Man kann schlimme Dinge immer noch schlimmer machen, zur Not mit Hilfe eines Ausschusses und Politikern.

Die Würzburg AG, die den Slogan als Vorschlag eingebracht hat, reagiert, obwohl sie schon vor langer Zeit erkannt hat, das der Slogan polarisiert, auf die Kritik mit der üblichen Befremdung und setzt auf das Prinzip des kleinsten Übels

Man befinde sich mitten in einem Prozess und sei seitens der Würzburg AG offen für alle Verbesserungsvorschläge, nur „bis heute ist noch nichts besseres gekommen.“ (Mainpost)

Ich muss aber gestehen, ich bin etwas diskussions- und verbesserungsmüde geworden. Ich reagiere auf den Slogan negativ, ich finde mich als Würzburger darin nicht wieder, halte ihn für unpassend und für keine Werbung für die Stadt. Das ist einfach so, ich reflektieren nicht über jede Werbebotschaft, die mir in die Augen knallt. Wenn ich und andere, die den Spruch ähnlich wie ich aufnehmen, dann aber immer hören müssen, dass ich das Konzept nicht verstanden habe oder kenne, der Slogan nur mit den Bildmotiven funktioniert, dass ich mit meiner negativen Deutung des Begriffs “Provinz” allein bin, dass ich Wortchirurgie betreibe — dann habe ich keine große Lust auf eine Diskussion.

Aber kann es mir nicht auch egal sein? Noch ist ja alles im Entwurfsstadium, ob er von der Stadt wirklich übernommen wird, ist noch offen. Und ob es bei diesem Slogan bleiben wird, auch.
Kann man nicht eine völlig offene Lösung anstreben? Soll und muss das über die Stadt und assoziierte Organisationen laufen? Kann und sollte man nicht eine “Open-Source-Lösung” anstreben? Eine Website einrichten, jeder kann Slogans, Logos, Werbebilder, Werbefilme hochladen, man kann sie bewerten, darüber abstimmen und dann kann sich eine — oder sogar mehrere? — Lösung herauskristallisieren. Diese unter einer Creative-Commons-Lizenz, jeder darf sie nutzen oder auch verändern — und fertig ist der Lack. Ja, ich weiß, das hört sich nach einem Web2.0-Ideal an — aber vielleicht lohnt es sich mal, die Idee zu durchdenken.

Ein optischer Vorgeschmack zur Kampagne

Dieter Schneider von Buena la Vista hat mir gerade geschrieben, dass der gestern erwähnte Imagefilm nun online ist. Und es sei vorangestellt: Es ist ein Pilotfilm, also ein Entwurf. Da kann sich noch vieles ändern.

Link: Provinz auf Weltniveau

Ich finde ich optisch gar nicht mal schlecht (fränkisches Lob 😉 ), nur die letzten 8 Sekunden gefallen mir noch nicht so. 😉

Via buenalog.

Will wer Provinz sein? Oder bin ich es schon?

Heute fand der Buisiness Lunch der Würzburg AG in der Autobahnraststätte statt. Da das Thema der Slogan für die Imagekampagne “Würzburg. Provinz auf Weltniveau.” auf der Tagesordnung stand, waren auch Gäste gern gesehen. So habe ich das gehofft, mich aber nochmal heute früh mit einer Mail abgesichert.

Da gab es dann erst mal das Problem, als Nicht-Autofahrer zu einer Autobahnraststätte zu kommen (ohne ewigen Fußmarsch), aber da lohnen sich wieder die Bloggertakte und ich habe mich zusammen mit Jens hinfahren lassen.

Moderiert wurde die Diskussion von Norbert Hufgart, Dieter Schneider stellte den Stand und die Entstehung der geplanten Imagekampgne vor. Das habe ich behalten bzw. kam bei mir so an, Jens, Herr Schneider oder sonstige dabei Anwesenden dürfen mich gerne korrigieren: Mit dem Slogan will man sich von anderen Stadtslogans abheben, bei einem kurzem Test kam kaum jemand auf die aktuellen Slogans von Berlin, München, Frankfurt und Nürnberg. Darum soll ein provokanter und polarisierender Spruch her, der auch ohne großen finanziellen Marketingaufwand Werbung für Würzburg machen soll. Herr Schneider findet den Begriff “Provinz” eher positiv besetzt und ist etwas enttäuscht, dass bisher vorwiegend kritische Stimmen zu der Kampagne zu hören waren und sich nur wenige Gehör verschaffen konnten, die ihr positiv gegenüberstehen. Es sei aber auch oft so, dass leichter geschimpft als gelobt wird und die Kritiker oft lauter schreien. Auch können manche mit der “Provinz” leben, aber nicht mit dem “Weltniveau”. Es wurde noch ein Imagefilm gezeigt, bei dem man die Residenz (Weltkulturerbe), Thomas Lurz beim Schwimmen (Weltmeister) und anderes aus Würzburg auf Weltniveau sieht. Ende des Films — “Würzburg. Provinz auf Weltniveau”.

Das mal als das Wichtigste in aller Kürze — ich habe bestimmt etwas vergessen.

Dann ging es zur Diskussion und es zeigte sich, dass der Slogan überwiegend positiv aufgenommen wurde. Mit der “Provinz” als Gegensatz zu “Weltniveau” zu werben fanden die wenigsten problematisch. Als Abschluss wurde eine Testabstimmung gemacht, bei der mal sich melden konnte, ob man sich diesen Slogan und das Konzept auf die Fahnen schreiben würden. Fast alle waren dafür, wenig haben sich enthalten und nur einer — ich — war dagegen.

Warum ich immer noch dagegen bin? Aus mehreren Gründen. Mit dem Begriff “Weltniveau” kann ich leben. Vielleicht ist er ein bisschen geklotzt, aber ok, das ist Werbung. Ich finde der Begriff “Provinz” trifft nicht für mein gefühltes Würzburg-Bild zu. Ganz sicher ist Würzburg keine pulsierende Metropole. Aber Provinz? Das ist für mich irgendwo auf dem flachen Land, wo es das Highlight des Jahres ist, wenn mal ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor durch die Hauptstraße fährt. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mir dieser Einschätzung alleine stehe. Provinz ist für mich eindeutig negativ besetzt, ich kann es leider nicht ändern. Und ich weiß auch nicht, wie Leute von Außerhalb zum einen Würzburg und zu anderen den Begriff Provinz wahrnehmen. Das ist das Problem, wenn man solche Paradoxa als Werbespruch verwendet — ich weiß nicht, zu welcher Seite es kippt.

Sicher darf man sich nicht ausschließlich auf den Slogan versteifen, er wird ja von anderen Werbemaßnahmen begleitet. So sah der Film, der gezeigt wurde, ganz gut aus, soweit ich das bei den eher schlechten Lichtverhältnissen sagen kann. Aber trotzdem bleibt dann doch der Spruch mit der Provinz und dem Weltniveau im Kopf haften. Das kann gut sein, kann aber auch ganz schlecht sein.

Die Würzburg AG wird die Kampgne auf jeden Fall weiter verfolgen, es soll auch geklärt werden, wie der Begriff “Provinz” bei den Würzburgern verankert ist. Dafür gibt es auf der Website der Würzburg AG ein Formular, in der man ihr seine Assoziation diesem Begriff mitteilen kann. Sie will auch gegebenfalls Bewusstsein schaffen für die positiven Seiten des Begriffs “Provinz”. Im Kopf schoss mir böserweise gleichzeitig der Begriff “Gehirnwäsche” durch den Kopf, was ich aber sofort bereut habe. 😉
Bestimmt kann man dem Slogan Positives abgewinnen, wenn man ihn ellenlang erklärt und sagt “Eigentlich habe wir mit der Provinz ja dieses und jenes gemeint und nicht das und das”. So kann man auch jeden Witz erklären, das macht ihn aber nicht unbedingt lustig.

So, wieder gemeckert, ohne ein Lösung anbieten zu können. Diese Blogger aber auch immer … 😉

Ich danke Jens (sein Beitrag zur heutigen Diskussion) nochmal für die Organisation der Fahrgelegenheit nach oben und den Damen und Herrn von CTW für die Fahrgelegenheit nach unten. 🙂

Update: Mehr zu Thema gibt es auch bei Thomas und bei lp10.

Rastplatzdiskussion

Über den Slogan “Würzburg. Provinz auf Weltniveau” wurde hier im Blog und in anderen schon viel diskutiert. Und nun kann man auch mal live darüber reden. Vielleicht. Denn morgen findet scheinbar ein Diskussion statt, von der ich nur bei einem Kommentar bei Jens und in einer Xing-Gruppe gelesen habe, aber leider noch nichts “Offizielles”. Demnach findet am Dienstag, 18. November 2008, um 11.45 Uhr in der Autobahnraststätte Würzburg-Nord (hier) eine Diskussionsrunde der Würzburg AG statt. Ob die jetzt öffentlich ist oder nicht, weiß ich nicht.

Update: Laut einer Mail von Dieter Schneider von Buena la Vista:

“Wer will soll, kann, darf kommen!”. Der Vortrag findet im Rahmen des monatlichen Businesslunchs der Würzburg AG statt. Der findet immer dort oben statt, weil Herr Berghammer freundlicherweise die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

Ah, jetzt wird alles klar. 🙂

Der Ort macht es einem natürlich nicht unbedingt leicht teilzunehmen, zumindest mir als Nicht-Autofahrer. Mal sehen ob ich mir die Zeit aus den Rippen leiern kann, mit einer Straßenbahn-Fußweg-Kombination auf gut Glück mal hinzugehen. Aber wer eh dort gerade beim Tanken ist, kann ja vorbeischauen.