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Barcamp für Bauch, Brain und Beziehungen

Erschöpft, aber glücklich und den Kopf voller wilder Ideen hab ich am Samstagabend das Würzburger Barcamp verlassen. Es hat sich gelohnt, dass ich mich früh aufgerafft habe.

Die Session-Tafel war schnell mit diversen Workshops und Vorträgen gefüllt.

Barcamp, das Überraschungs-Ei unter den Veranstaltungen. Die Besucher wissen vorher nicht, welche Themen an diesem Tag in “Sessions” genannten Vorträgen, Workshops oder Fragerunden behandelt werden.

Die Inhalte entstehen erst vor Ort, von den Teilnehmern eingebracht. Das ist nicht für jeden etwas. Für mich schon. Die Inhalte werden dadurch so bunt die Menschen, die beim Barcamp sind. Und ich komme so zu Themen, die ich nicht so auf dem Schirm hatte, in einer großen Breite.

Big Data und gezeichneter Toast

Session zu “Predictive Analytics”.

So weiß ich jetzt ein bisschen mehr über den Umgang mit richtig großen Datenmengen — Big Data — mit dem Hadoop-Framework. Einen guten Rundumschlag zum Thema “Predictive Analytics” habe ich bekommen, also die Vorhersage von Verhalten durch die Analyse von Nutzerdaten — Amazon-Kunden kennen so etwas zum Beispiel. Oder wie schnell und einfach man kleine Projekte mit node.js und MongoDB umsetzen kann, live an einem Beispiel zum Weihnachtswichteln umgesetzt.

Aber es gab auch viele Nicht-Technik-Sessions haben die Barcamp-Besucher angeboten. Überraschend interessant war die Instagram-Fragerunde. Sonja wollte in dieser Fragerunde wissen, wie sie ihren recht neuen Instagram-Account ihres Jonglier-Duos erfolgreicher betreiben kann. Wer ihr Tipps geben konnte und wollte, ging zu dieser Session. Heraus kam ein interessantes Gespräch, in dem nicht nur Sonja etwas mitnehmen konnte, sondern alle anderen Teilnehmer — also auch ich.

Barcamp Würzburg 2017

Ganz weg von der Technik war der Workshop “Draw how to make toast”, also “Zeichne, wie man Toast macht”. Ute Mündlein stellte diese Methode vor, wie man in Gruppen beispielsweise Arbeitsprozesse analysieren kann oder verschiedene Blickwinkel und damit Lösungsansätze von Problemen entwickeln kann. Und unterhaltsam war die Kritzelei dazu auch noch.

Web Week Würzburg, das nächste große Ding

Ute stellte ebenfalls die “Web Week Würzburg” (#WueWW) vor. Bei der soll eine Woche lang in Würzburg viele verschiedene Veranstaltungen zum Thema Internet bzw. Digitalisierung in seiner ganzen Bandbreite stattfinden. Dazu schreibe ich noch einen eigenen Artikel hier im Blog, denn da hab ich auch ein paar Ideen. Noch ist diese Veranstaltung in der Planungsphase und Ideen für Inhalte werden noch gesucht. Aber der Termin steht schon fest: vom 5. bis 12. März 2018 wird die Würzburger Web Week als eigenständiger Teil im Rahmen der Wirtschaftstage sein. Eine Webseite für die Würzburger Webwoche gibt es noch nicht — wie man nicht müde wurde, das Ute ironisch unter die Nase zu reiben 😉 — aber wer schon konkrete Ideen für Veranstaltungen hat, kann sich bei Ute Mündlein melden. So bis Januar 2018 soll das endgültige Programm aber einigermaßen stehen.

Leckeres Essen gibt es auf dem Barcamp Würzburg immer.

Das Barcamp war nicht nur etwas für den Kopf, auch der Bauch wurde verwöhnt. Caterer Nelles hat wirklich feine und teilweise vegane Leckereien aufgetischt, schon allein dieses Essen war die 25 Euro für das Barcamp wert. Die Nudeln mit Rukola  aus dem Parmesanlaib serviert — wundervoll. 🙂

Und als dann doch eine funktionierende Kaffeemaschine aufgetrieben wurde — das mit Kaffee am Morgen ging schon fast aus Tradition schief 😉 –, konnte Tilman Hampel auch sehr guten Espresso und Cappuccino kredenzen.

Klar kann man auf hohem Niveau jammern, dass mit dem Informatik-Gebäude an der Hubland-Uni nicht unbedingt die charmanteste Location für das Barcamp gefunden wurde oder das die Werbung für die Veranstaltung nicht optimal lief.

Netzwerke vernetzen

Die Barcamp-Organisatoren Ute Mündlein und Markus Sommer

Aber im Grunde war das egal. Die Stimmung war gut, ich habe etliche Leute wiedergesehen und neue interessante Menschen kennengelernt. Und es war interessant, was sich doch in und um Würzburg alles in dem enorm großen Bereich “Internet” so tut. Programmierer, Marketing-Mitarbeiter, Netzwerk-Experten, diverse Berater, Blogger, Designer, Drohnen-Flieger, Video- und Streaming-Experten, Social-Media-Fachleute, Netzpolitik-Aktivisten, und was weiß ich noch, trafen aufeinander und tauchten auch mal in fremde Welten ein. Die verschiedenen Netzwerke vernetzen sich. Ich finde das sehr befruchtend und mein Horizont — und mein Bauch — erweiterte sich.

Meinen Dank vor allem an Ute Mündlein und Markus Sommer, die das Barcamp organisiert haben. Ich freue mich schon auf das nächste Barcamp und gelobe, dann auch im Vorfeld hier im Blog besser und mehr Werbung dafür zu machen. Denn mehr Besucher hat das Barcamp auf jeden Fall verdient; ich kann die Veranstaltung mit sehr gutem Gewissen jedem empfehlen, der sich auf das Format einlassen kann.

Update: Zum Barcamp Würzburg sagte auch Sven Becker in seinem Podcast und Rolf schrieb in seinem Blog etwas dazu.

Aus dem Gestaltungsbergwerk 2016.1

Eigentlich wollte ich am Samstag zur Semesterausstellung der Gestalter, aber die Neugier hat mich auf den Berg zur FH getrieben — und als Belohnung für mich, dass ich meine Steuer so ziemlich fertig gemacht habe.

Rote Blutkörperchen im Herz - dargestellt im virtuellen Raum mit einer 3D-Brille (eine Oculus Rift)
Rote Blutkörperchen im Herz – dargestellt im virtuellen Raum mit einer 3D-Brille (eine Oculus Rift)

Ein sehr inspirierender Besuch, bei dem ich viel gesehen habe. So viel, dass ich kaum darüber schreiben kann — das muss einfach jeder selbst mal anschauen. Nur ein paar wenige Beispiele:

Eine ersten Entwurf einer Augmented-Reality-Schnittstelle für eine bessere Arzt-Patient-Kommunikation hab ich mir zeigen und erklären lassen  — und sie auch ausprobiert.

Über einen Bleistift in einer Musikkassette — Ältere erinnern sich nur zu gut an diese gewohnte Bewegung — habe ich Texte zur Snowden-NSA-Affäre auf einem Bildschirm gesteuert.

Plakate - mit viel Humor und Nachdenklichkeit.
Plakate – mit viel Humor und Nachdenklichkeit.

Auf einem Riesen-Display habe ich mit der Bewegung meiner Hand — über Sensoren — Punktwolken verwirbelt.

Hunderte Fotografien,  und Plakate habe ich angeschaut — und war manchmal tief beeindruckt und fast ein wenig neidisch ob des Könnens.

Eine Studentin hat mir das Konzept eines kind-orientierten und konsum-pädagogischen Supermarkts erklärt — inklusive einer Holzkurbel, mit dem ich auf einem iPad virtuell Mehl mahlen konnte.

Überall in den Gängen und den Zimmern gab es etwas zu sehen, fühlen, blättern und ausprobieren. Mehr als ich aufnehmen konnte. Nach eineinhalb Stunden musste ich wieder gehen, ohne wirklich alles gesehen zu haben.

Wer am Samstag, 6. Februar 2016, Zeit hat, sollte sich die Ausstellung “Bergwerk 2016.1” auf jeden Fall anschauen. Es lohnt sich. Geöffnet ist von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Der Werkberg ruft

Bergwerk 2016.1
Bergwerk: Semesesterausstellung  2016.1

Am Freitag und Samstag — 5. und 6. Februar 2016 — zeigen Würzburgs angehende Gestalter auf dem Berg ihre Werke des vergangenen Semesters an der FH Würzburg (ja, ich weiß: an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt).

Ich gehe immer gern zu der Ausstellung der Arbeiten der Studenten und kann jedem nur empfehlen, den Weg ins Bergwerk mal zu wagen. Man fördert da auch mal Braukohle zutage, aber oft ist auch viel Gold und Silber dabei.

Man kann sich auf jeden Fall die Augen rausgucken und vieles entdecken: Illustrationen, Fotografien, Filme, Plakate, Buchcover, Schriftspielereien, interaktive Medien, Grafikdesign und kunstvolles Gebastel.  Einen Überblick über die Semesterausstellung 2016.1 gibt es hier.

Gezeigt werden die Arbeiten in der Fachhochschule am Sanderheinrichsleitenweg zwischen Adami-Bad und Hubland-Uni. Am Freitag kann man zwischen 12 Uhr und 19 Uhr zu Gucken kommen, am Samstag zwischen 10 Uhr und 18 Uhr. Eintritt kostet die Ausstellung keinen.

 

Der Verlust des Himmels

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bin ich unruhig durch den Ringpark in Würzburg gelaufen. Ich war auf der Suche nach einem möglichst dunklen Platz mit Sicht auf den Himmel, denn ich wollte die Perseiden-Sternschnuppen beobachten.

Foto des Sternenhimmels über Würzburg mit 30 Sekunden Belichtung. Links unten sieht man das "W" des Sternbilds Kassiopeia.
Foto des Sternenhimmels über Würzburg mit 30 Sekunden Belichtung. Links unten sieht man das “W” des Sternbilds Kassiopeia.

Es war ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst wenn ich eine Stelle gefunden habe, die nicht direkt neben einer Lampe war, strahlte und streute viel zu viel Licht der Stadt außenrum. Es war nicht so, dass ich gar keine Sternschnuppen gesehen habe, so um die zehn waren es in der Stunde, in der ich im Ringpark dann auf dem Rücken lag. Aber da wäre sicher noch mehr drin gewesen.

Doch innerhalb von Städten und Dörfern in Mitteleuropa kann man eine gute Himmelsbeobachtung wegen der Lichtverschmutzung mittlerweile völlig vergessen. Da ist viel zu viel Licht von Straßenlaternen, Autos, Werbung und Industrie, die Glocke des Lichtsmogs hat einen Durchmesser von vielen Kilometern — und dann kommt schon die nächste Glocke.

Ich kann mich noch daran erinnern, als Jugendlicher bei einem Zeltlager im tiefsten Steigerwald zum ersten mal das Band der Milchstraße gesehen zu haben, ein phantastischer Anblick. Das ist fast 30 Jahre her, ich möchte gar nicht wissen, wie weit ich fahren müsste, um diesen Ausschnitt meiner Heimatgalaxis wieder sehen zu können. In der Stadt Würzburg und in deren Nähe muss ich gar nicht daran denken.

Da muss man schon etwa 100 Kilometer weit fahren — in den Sternenpark Rhön. Im August 2014 wurde der Rhön von der International Dark Sky Association der Titel „Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön“ verliehen. Schön, dass es solche Sternenparks gibt — aber schade, dass man sie braucht.

Asteroiden, Bier und Wein

Der Max-Scheer-Hörsaal an der Physik-Fakultät der Uni Würzburg.
Der Max-Scheer-Hörsaal an der Physik-Fakultät der Uni Würzburg.

Am Montag war ich überraschenderweise — ein Termin hat sich verschoben — doch beim Vortrag von Florian Freistetter im Physik-Hörsaal der Uni Würzburg.

In dem Saal hatte ich vor zig Jahren auch meine Physikvorlesungen. Wie lange das schon her ist, wurde mir klar, als ich sah, dass der Saal mittlerweile nach meinen damaligen Professor Max Scheer benannt worden ist.

Florian Freistetter an der Uni Würzburg
Florian Freistetter an der Uni Würzburg

Aber an diesem Abend gehörte der Hörsaal dem Wissenschaftsautor, Blogger und Podcaster Florian Freistetter, der den gut 60 Zuhörern klar machte, dass Asteroiden zwar auf jeden Fall eine Gefahr für die Erde sind, aber dass der Weg der Menschheit in die Zukunft über die Asteroiden gehen muss.

Danach wollte ich mit Florian eigentlich noch einen kurzen Podcast machen, aber dann ging es mit der Fachschaft Physik, die ihn eingeladen hatten, erst mal ins Juliusspital — tja, die Studenten von heute — und danach noch ins Red Lion (sehr zur Freude von Nicht-Wein-Trinker Florian). Für mich war der Abend eine kleine Zeitreise, mal zu hören was die Physikstudenten heutzutage so treiben war schon interessant. Und so haben sich Florian, die Studis und ich völlig verquatscht, so dass es keinen Podcast gibt. Macht nix, ich hatte einen schönen Abend und Florian zwei Bier geflattert.

Und eine Widmung in sein Buch! 🙂

Widmung von Florian in mein Exemplar von "Der Komet im Cocktailglas"
Widmung von Florian in mein Exemplar von “Der Komet im Cocktailglas”

Ich habe mir auch gleich nochmal 50 Folgen des Sternengeschichten-Podcasts von Florian heruntergeladen.

Asteroiden, Weltraumlifte und die Zukunft der Menschheit

Hält einen Vortrag an der Uni Würzburg: Florian Freistetter
Wissenschaftsautor,  -blogger und -podcaster Florian Freistetter
(Foto: CC-BY-SA 3.0, Simon Kumm/Susanne Schlie)

Ich mache nicht nur selbst gerne Podcasts. Wenn ich Zug, Straßenbahn — oder jetzt auch vorübergehend mit meinem Auto — fahre, dann höre ich auch sehr gerne welche. So zum Beispiel WRINT Wissenschaft mit Holgi Klein und Florian Freistetter.

In der letzten Folge WR 435 erzählte Florian nebenbei, wo er demnächst Vorträge halten wird. Und ließ er so nebenbei das Wort “Würzburg” fallen. Also habe ich gleich mal gegoogelt und tatsächlich — im Rahmen des Physikalisches Kolloquiums an der Uni Würzburg findet am 15. Juni 2015 ein Sonderkolloquium von Florian Freistetter statt, mit dem Titel “Asteroiden, Weltraumlift und Warp-Antrieb: Wieso die Zukunft der Menschheit in den Sternen liegt.”

Ich auf der Uni-Webseite nichts gelesen, dass es nicht öffentlich ist — also hin! 🙂

Wer von Florian Freistetter noch nichts gehört hat: Florian ist Astronom und mit Astrodicticum Simplex wohl einer der bekanntesten Wissenschaftsblogger in Deutschland und auch Autor von etlichen populärwissenschaftlichen Büchern — “Der Komet im Cocktailglas” könnte man von ihm kennen.

Also vormerken: 15. Juni 2015 um 17.15 Uhr im Hörsaal P des Physikalischen Instituts auf dem Hubland Campus Süd der Universität Würzburg.

(Headerbild: NASA, Public Domain)

WürzburgWiki erreicht die 10 000

Unglaublich! Irre! Wahnsinn!

10 000 Artikel im WürzburgWiki! Zehntausend Beiträge, die das Wissen über Würzburg und Umgebung sammeln, frei und zugänglich für alle! 104 große und kleine Themen — und doch gibt es noch so viel zu schreiben.

Danke an den harten WürzburgWiki-Kern und auch an allen Gelegenheits- und Eintagsfliegen-Autoren.  Und ich bin froh, dass ich das Projekt damals gestartet habe. Aber noch viel mehr freue ich mich, was der Verein daraus gemacht hat.

Wer den gemeinnützigen WürzburgWiki-Verein unterstützen will, der kann das gerne machen. Wie steht auf der Spendenseite!

Ach ja, welcher ist der 10 000. Artikel? Der über das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz in Würzburg.

P.S.  Das WürzburgWiki sucht Bilder von den ehemaligen  Vogelvolieren im Ringpark. Falls jemand welche hat: Mail ans Würzblog oder gleich – –  angemeldet – –  ins WürzburgWiki hochladen.

Pflanzen anguggen im Botanischer Garten

Unter Dunklen Wolken: Botanischer Garten in Würzburg
Unter dunklen Wolken: Botanischer Garten in Würzburg

Ach, Karfreitag. Die Geschäfte haben zu, es herrscht Tanzverbot in Bayern, im Fernsehen laufen Monumentalschinken. Ein Tag, den man also guten Gewissens auf dem Sofa verbringen könnte.

Hab ich aber nicht. Ich habe mich mal aufgerafft und nach bestimmt über zehn Jahren den Botanischen Garten in Würzburg besucht. Denn der hat auch an Feiertagen geöffnet — und kostet nicht einmal Eintritt.

Ich bin ja bestimmt kein Pflanzenkenner, ich kann kaum Primeln von Tulpen unterscheiden (in der essbaren Botanik sieht es da etwas besser bei mir aus 😉 ), aber die Vielfältigkeit in Form, Farbe und Struktur bei Pflanzen begeistert mich schon — gerade wenn man sie sich aus nähster Nähe anschaut oder fotografiert.

Flechten in Gelb
Flechten in Gelb

Wer es ganz nah mag, den könnte es interessieren, das im Botanischen Garten bis zum 11. Mai 2014 eine Ausstellung mit dem Namen “Die Ästhetik des Verborgenen” stattfindet, wo kolorierte Aufnahmen von Pflanzenteilen durch ein Rasterelektronenmikroskop zu sehen sind.

Auch wenn noch nicht so viele Pflanzen geblüht haben, was es doch ein schöner und interessanter Besuch im Botanischen Garten.  Vielleicht muss ich das in ein paar Wochen noch mal machen um zu sehen, wie sich die Pflanzenwelt in der Zeit verändert.