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Aus dem Gestaltungsbergwerk 2016.1

Eigentlich wollte ich am Samstag zur Semesterausstellung der Gestalter, aber die Neugier hat mich auf den Berg zur FH getrieben — und als Belohnung für mich, dass ich meine Steuer so ziemlich fertig gemacht habe.

Rote Blutkörperchen im Herz - dargestellt im virtuellen Raum mit einer 3D-Brille (eine Oculus Rift)
Rote Blutkörperchen im Herz – dargestellt im virtuellen Raum mit einer 3D-Brille (eine Oculus Rift)

Ein sehr inspirierender Besuch, bei dem ich viel gesehen habe. So viel, dass ich kaum darüber schreiben kann — das muss einfach jeder selbst mal anschauen. Nur ein paar wenige Beispiele:

Eine ersten Entwurf einer Augmented-Reality-Schnittstelle für eine bessere Arzt-Patient-Kommunikation hab ich mir zeigen und erklären lassen  — und sie auch ausprobiert.

Über einen Bleistift in einer Musikkassette — Ältere erinnern sich nur zu gut an diese gewohnte Bewegung — habe ich Texte zur Snowden-NSA-Affäre auf einem Bildschirm gesteuert.

Plakate - mit viel Humor und Nachdenklichkeit.
Plakate – mit viel Humor und Nachdenklichkeit.

Auf einem Riesen-Display habe ich mit der Bewegung meiner Hand — über Sensoren — Punktwolken verwirbelt.

Hunderte Fotografien,  und Plakate habe ich angeschaut — und war manchmal tief beeindruckt und fast ein wenig neidisch ob des Könnens.

Eine Studentin hat mir das Konzept eines kind-orientierten und konsum-pädagogischen Supermarkts erklärt — inklusive einer Holzkurbel, mit dem ich auf einem iPad virtuell Mehl mahlen konnte.

Überall in den Gängen und den Zimmern gab es etwas zu sehen, fühlen, blättern und ausprobieren. Mehr als ich aufnehmen konnte. Nach eineinhalb Stunden musste ich wieder gehen, ohne wirklich alles gesehen zu haben.

Wer am Samstag, 6. Februar 2016, Zeit hat, sollte sich die Ausstellung “Bergwerk 2016.1” auf jeden Fall anschauen. Es lohnt sich. Geöffnet ist von 10 Uhr bis 18 Uhr.

Der Werkberg ruft

Bergwerk 2016.1
Bergwerk: Semesesterausstellung  2016.1

Am Freitag und Samstag — 5. und 6. Februar 2016 — zeigen Würzburgs angehende Gestalter auf dem Berg ihre Werke des vergangenen Semesters an der FH Würzburg (ja, ich weiß: an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt).

Ich gehe immer gern zu der Ausstellung der Arbeiten der Studenten und kann jedem nur empfehlen, den Weg ins Bergwerk mal zu wagen. Man fördert da auch mal Braukohle zutage, aber oft ist auch viel Gold und Silber dabei.

Man kann sich auf jeden Fall die Augen rausgucken und vieles entdecken: Illustrationen, Fotografien, Filme, Plakate, Buchcover, Schriftspielereien, interaktive Medien, Grafikdesign und kunstvolles Gebastel.  Einen Überblick über die Semesterausstellung 2016.1 gibt es hier.

Gezeigt werden die Arbeiten in der Fachhochschule am Sanderheinrichsleitenweg zwischen Adami-Bad und Hubland-Uni. Am Freitag kann man zwischen 12 Uhr und 19 Uhr zu Gucken kommen, am Samstag zwischen 10 Uhr und 18 Uhr. Eintritt kostet die Ausstellung keinen.

 

Wintervögel zählen in Würzburg

Der Landesbund für Vogelschutz in Bayern hat wie in jedem Jahr zu der Zählung der Wintervögel im Freistaat aufgerufen, diesmal in der Zeit vom 8. bis 10. Januar 2016. Und diesmal war ich bei dem netten Citizen-Science-Projekt in Würzburg auch mit dabei.

Einen Vogel gesichtet und die Zahl schön auf einen Zettel notiert!
Einen Vogel gesichtet und die Zahl schön auf einen Zettel notiert!

Kaffee in den Thermobecher gefüllt, noch eine Jogginghose über die Jeans gezogen und den Foto klar gemacht — und ab auf den Balkon, Vögel zählen.

Gezählt wird je die maximale Zahl einer Vogelart, die innerhalb einer Stunde zu sehen ist. Und es handelt sich nicht um einen Wettbewerb, wer die meisten Vögel beobachtet hat. Auch wenige — oder gar keine — Vogelsichtungen sind interessant. Um eine möglichst gute Statistik über die Veränderungen der Vogelpopulation in Bayern erstellen zu können, müssen aber auch viele Leute Beobachtungsdaten beim LBV einreichen — geht einfach über ein Formular auf der Webseite.

Das Online-Formular für die Ergebnisse der Zählung.
Das Online-Formular für die Ergebnisse der Zählung.

Also habe ich eine Stunde auf dem Balkon verbracht, einen Podcast ganz leise — um noch Gezwitscher hören zu können — als Unterhaltung im Ohr. Viele Vögel habe ich nicht  erwartet, nachdem unser schöner Garten abgeholzt wurde. Und so war es auch. Ein Amsel hab ich gesehen — die dafür öfter. Und dann doch mal zwei Elstern gleichzeitig. Kurz vor Ablauf der Stunde hat sich dann doch noch ein Vogel vor das Haus verirrt — und ich bin so gut wie sicher, dass es eine Kohlmeise war.

Und meine Zahlen finden sich nun auch in der Statistik über die Wintervögel in Würzburg wieder.

Fertig gezählt. 1 Amsel, 2 Elstern und 1 Kohlmeise in einer Stunde beobachtet.
Fertig gezählt. 1 Amsel, 2 Elstern und 1 Kohlmeise in einer Stunde beobachtet.

Der Verlust des Himmels

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag bin ich unruhig durch den Ringpark in Würzburg gelaufen. Ich war auf der Suche nach einem möglichst dunklen Platz mit Sicht auf den Himmel, denn ich wollte die Perseiden-Sternschnuppen beobachten.

Foto des Sternenhimmels über Würzburg mit 30 Sekunden Belichtung. Links unten sieht man das "W" des Sternbilds Kassiopeia.
Foto des Sternenhimmels über Würzburg mit 30 Sekunden Belichtung. Links unten sieht man das “W” des Sternbilds Kassiopeia.

Es war ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst wenn ich eine Stelle gefunden habe, die nicht direkt neben einer Lampe war, strahlte und streute viel zu viel Licht der Stadt außenrum. Es war nicht so, dass ich gar keine Sternschnuppen gesehen habe, so um die zehn waren es in der Stunde, in der ich im Ringpark dann auf dem Rücken lag. Aber da wäre sicher noch mehr drin gewesen.

Doch innerhalb von Städten und Dörfern in Mitteleuropa kann man eine gute Himmelsbeobachtung wegen der Lichtverschmutzung mittlerweile völlig vergessen. Da ist viel zu viel Licht von Straßenlaternen, Autos, Werbung und Industrie, die Glocke des Lichtsmogs hat einen Durchmesser von vielen Kilometern — und dann kommt schon die nächste Glocke.

Ich kann mich noch daran erinnern, als Jugendlicher bei einem Zeltlager im tiefsten Steigerwald zum ersten mal das Band der Milchstraße gesehen zu haben, ein phantastischer Anblick. Das ist fast 30 Jahre her, ich möchte gar nicht wissen, wie weit ich fahren müsste, um diesen Ausschnitt meiner Heimatgalaxis wieder sehen zu können. In der Stadt Würzburg und in deren Nähe muss ich gar nicht daran denken.

Da muss man schon etwa 100 Kilometer weit fahren — in den Sternenpark Rhön. Im August 2014 wurde der Rhön von der International Dark Sky Association der Titel „Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön“ verliehen. Schön, dass es solche Sternenparks gibt — aber schade, dass man sie braucht.

Wetterstation in Würzburg

Wo die Würzburger Hitze herkommt

Wetterwarte des Deutschen Wetterdiensts in Würzburg mit Messinstrumenten.
Wetterwarte des Deutschen Wetterdiensts in Würzburg mit Messinstrumenten.

Ja, das Wetter! Seit Wochen vermelden alle Wetterberichte für Würzburg Temperaturen, die einem die Tränen in die Augen treibt — wenn noch etwas Flüssigkeit im Körper wäre.

Darum bin ich heute mal zur Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes auf dem Neuberg, um mich zu vergewissern, dass die Meteorologen nicht schon seit Wochen neben dem Temperatursensor ihren Grill aufgebaut haben.

Haben sie aber nicht. Obwohl die Mitarbeiter vielleicht allen Grund für eine Grillfeier hätten. Denn wie auf einem Zettel im Schaukasten der Wetterwarte zu lesen ist, wird ab November 2015 auf Automatikbetrieb umgestellt.Ankündigung Wetterwarte Würzburg
Ich mag mich täuschen, aber es klingt, als ob der Schreiber dieser Ankündigung von der Vorstandsentscheidung etwas angepisst wäre. Vielleicht frage ich mal nach, was sich da ab November konkret ändern wird — und wie das Wetter da wird.

Asteroiden, Bier und Wein

Der Max-Scheer-Hörsaal an der Physik-Fakultät der Uni Würzburg.
Der Max-Scheer-Hörsaal an der Physik-Fakultät der Uni Würzburg.

Am Montag war ich überraschenderweise — ein Termin hat sich verschoben — doch beim Vortrag von Florian Freistetter im Physik-Hörsaal der Uni Würzburg.

In dem Saal hatte ich vor zig Jahren auch meine Physikvorlesungen. Wie lange das schon her ist, wurde mir klar, als ich sah, dass der Saal mittlerweile nach meinen damaligen Professor Max Scheer benannt worden ist.

Florian Freistetter an der Uni Würzburg
Florian Freistetter an der Uni Würzburg

Aber an diesem Abend gehörte der Hörsaal dem Wissenschaftsautor, Blogger und Podcaster Florian Freistetter, der den gut 60 Zuhörern klar machte, dass Asteroiden zwar auf jeden Fall eine Gefahr für die Erde sind, aber dass der Weg der Menschheit in die Zukunft über die Asteroiden gehen muss.

Danach wollte ich mit Florian eigentlich noch einen kurzen Podcast machen, aber dann ging es mit der Fachschaft Physik, die ihn eingeladen hatten, erst mal ins Juliusspital — tja, die Studenten von heute — und danach noch ins Red Lion (sehr zur Freude von Nicht-Wein-Trinker Florian). Für mich war der Abend eine kleine Zeitreise, mal zu hören was die Physikstudenten heutzutage so treiben war schon interessant. Und so haben sich Florian, die Studis und ich völlig verquatscht, so dass es keinen Podcast gibt. Macht nix, ich hatte einen schönen Abend und Florian zwei Bier geflattert.

Und eine Widmung in sein Buch! 🙂

Widmung von Florian in mein Exemplar von "Der Komet im Cocktailglas"
Widmung von Florian in mein Exemplar von “Der Komet im Cocktailglas”

Ich habe mir auch gleich nochmal 50 Folgen des Sternengeschichten-Podcasts von Florian heruntergeladen.

Asteroiden, Weltraumlifte und die Zukunft der Menschheit

Hält einen Vortrag an der Uni Würzburg: Florian Freistetter
Wissenschaftsautor,  -blogger und -podcaster Florian Freistetter
(Foto: CC-BY-SA 3.0, Simon Kumm/Susanne Schlie)

Ich mache nicht nur selbst gerne Podcasts. Wenn ich Zug, Straßenbahn — oder jetzt auch vorübergehend mit meinem Auto — fahre, dann höre ich auch sehr gerne welche. So zum Beispiel WRINT Wissenschaft mit Holgi Klein und Florian Freistetter.

In der letzten Folge WR 435 erzählte Florian nebenbei, wo er demnächst Vorträge halten wird. Und ließ er so nebenbei das Wort “Würzburg” fallen. Also habe ich gleich mal gegoogelt und tatsächlich — im Rahmen des Physikalisches Kolloquiums an der Uni Würzburg findet am 15. Juni 2015 ein Sonderkolloquium von Florian Freistetter statt, mit dem Titel “Asteroiden, Weltraumlift und Warp-Antrieb: Wieso die Zukunft der Menschheit in den Sternen liegt.”

Ich auf der Uni-Webseite nichts gelesen, dass es nicht öffentlich ist — also hin! 🙂

Wer von Florian Freistetter noch nichts gehört hat: Florian ist Astronom und mit Astrodicticum Simplex wohl einer der bekanntesten Wissenschaftsblogger in Deutschland und auch Autor von etlichen populärwissenschaftlichen Büchern — “Der Komet im Cocktailglas” könnte man von ihm kennen.

Also vormerken: 15. Juni 2015 um 17.15 Uhr im Hörsaal P des Physikalischen Instituts auf dem Hubland Campus Süd der Universität Würzburg.

(Headerbild: NASA, Public Domain)

Pflanzen anguggen im Botanischer Garten

Unter Dunklen Wolken: Botanischer Garten in Würzburg
Unter dunklen Wolken: Botanischer Garten in Würzburg

Ach, Karfreitag. Die Geschäfte haben zu, es herrscht Tanzverbot in Bayern, im Fernsehen laufen Monumentalschinken. Ein Tag, den man also guten Gewissens auf dem Sofa verbringen könnte.

Hab ich aber nicht. Ich habe mich mal aufgerafft und nach bestimmt über zehn Jahren den Botanischen Garten in Würzburg besucht. Denn der hat auch an Feiertagen geöffnet — und kostet nicht einmal Eintritt.

Ich bin ja bestimmt kein Pflanzenkenner, ich kann kaum Primeln von Tulpen unterscheiden (in der essbaren Botanik sieht es da etwas besser bei mir aus 😉 ), aber die Vielfältigkeit in Form, Farbe und Struktur bei Pflanzen begeistert mich schon — gerade wenn man sie sich aus nähster Nähe anschaut oder fotografiert.

Flechten in Gelb
Flechten in Gelb

Wer es ganz nah mag, den könnte es interessieren, das im Botanischen Garten bis zum 11. Mai 2014 eine Ausstellung mit dem Namen “Die Ästhetik des Verborgenen” stattfindet, wo kolorierte Aufnahmen von Pflanzenteilen durch ein Rasterelektronenmikroskop zu sehen sind.

Auch wenn noch nicht so viele Pflanzen geblüht haben, was es doch ein schöner und interessanter Besuch im Botanischen Garten.  Vielleicht muss ich das in ein paar Wochen noch mal machen um zu sehen, wie sich die Pflanzenwelt in der Zeit verändert.