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Frossi und Fussi

Erfurter im WM-FieberAuch außerhalb von Würzburg kann man prima die WM verfolgen. So durfte ich am Samstag das “Finale der Herzen” auf dem Domplatz in Erfurt anschauen.

Auf wenn Erfurt nicht unbedingt der Vorreiter des “Public Viewing” ist, denn in der thüringischen Landeshauptstadt war es das erste Spiel, das man in einer wirklich öffentlichen Umgebung mitverfolgen durfte. Aber besser spät als nie.

Die Stimmung war wirklich gut, ich als Franke im Osten (Frossi) und meine bayerischen Begleitung (Bossi) fühlten uns in der begeisterten Menge wirklich wohl — an diesem Abend waren wir alle “Fussis”. Nach dem tollen Spiel zogen wir noch in das Erfurter Pendant der Sanderstraße und ließen dort unseren WM-Gefühlen freien Lauf. Kollektiver Fußballtaumel, trotz eines 3. Platzes, wer hätte das vor einem Monat gedacht.

Vielen Dank an das unbekannte, neben uns stehende Pärchen, das mir freundlicherweise die Bilder aus Erfurt zur Verfügung gestellt haben. Danke Bretzelwurscht! 🙂

Das Leben vor und nach Italien

19 Uhr! So wie beim Beamten der Kugelschreiber aus der Hand fällt, so fällt bei mir die Maus auf dem infrarot-beleuchteteten Tisch. Zeit für das Halbfinale der Fußball-WM! Auf zum Ort des Geschehen, dem Café Centrale. Nach einem kurzem Zwischenstopp im Pleicherhof und einem weiterem Stopp im sich europäisch gebenden D.O.C. kam ich mit einem Puls von 95 im beliebten italienischen Stehcafé an. Der MP3-Player plärrte mir noch ein aufbauendes “Football’s cominge home” in die Ohren, da betrat ich auch schon meine persönliche Arena des WM-Halbfinales.

Anpfiff! Italien versuchte die erste Halbzeit zu dominieren, was man ihnen aber nicht so richtig abnahm. Deutschland hielt gut dagegen, was mich 3 Liter Schweiß und 2 Spritz kostete. Kurzes Luftholen in der Halbzeit, wobei die fade Würzburger Luft keine wirkliche Erfrischung spendete — auch nicht die 3 Gaulaises in der verdienten Pause!

Zweit Halbzeit! Die Deutschen Elf wird besser, aber leider nicht gut genug. Selbst massiver Nikotin- und Alkoholeinsatz verhelfen den Deutschen nicht zum Sieg. Schade eigentlich — ich trinke und rauche aber trotzdem weiter.
Verlängerung! “Länger ist nicht besser”, so lautet eine alte Männerweisheit, die sich vor allem die deutsche Manschaft zu Herzen nimmt. Sie kämpft mit viel Herz, doch die italienische Nationalelf erlangt in den letzten 3 Minuten das 1:0 und kurz darauf das 2:0! Italien? Ein Pizzalieferant? Sofort schießen einem Geschmackerinnerungen an leckeres Gyros oder asiatische Nudelpfannen durch die Geschmacksknospen. Wer ist Italien? Am vergisst plötzlich die kullinarischen Siege des mediterranen Landes! Wer kennt Tortellini? Was ist Lasagne? Tomaten-Mozzarella? Nie gehört!
Plötzlich erscheint einem ein anti-itlalienisches Askesejahr gar nicht so schlimm!

Italien hat tapfer gekämpft, Deutschland hat tapfer verloren. Grunde genug für einen Besuch in der Sanderstraße — auch wenn man sich über die transalpinen Petzer aufregen könnte. Aber man tut es nicht; man feiert die Niederlage der deutschen Mannschaft so, wie es sich gehört — nämlich so, als hätte vor einem Monat kein Mensch an ein Überleben der Deutschen nach der Vorrunde geglaubt, was ja auch stimmt!

Irgendwann dem deutschen Niederlagentaumel überdrüssig, begebe ich mich Richtung Heimat. Leider an der unteren Augustinerstraße vorbei. Und gleich wurde ich von italienischen Freunden genötigt, einen Prosecco zu trinken. Als guter Verlierer tat ich das auch, aber trotz enorm hoher Promillezahl war ich nicht mehr in der Lage, die italienische Hymne zu singen.

Auf dem erzwungenen Heimweg begleiteten mich die MP3-komprimierten Versionen von Styx’ “Boat on the river” und Ultravox’ “Loves great adventures”, beides Weisheiten für diesen emotionalen Abend.

Zurück bleibt der fade Geschmack von einem Benahe-Sieg, gemischt mit dem kommenden Geschmack von Dolmadakia und Knoblauchkartoffeln — bis wenigstens zur nächsten EM!

Vor dem Viertelfinale

IMG_4342Das Viertelfinale der WM hat ja für eine furiose Party in der Würzbuger Innenstadt geführt. Bis spät in die Nacht war die Sanderstraße gesperrt, Vierröhrenbrunnen und Juliuspromenade waren auch voll feiernder Menschen. Da bin ich gespannt, ob das morgen nach dem Halbfinale noch getoppt werden kann. Denn das wir gewinnen mag ja kaum bezweifelt werden, oder?

Ich fürchte, wenn wir gewinnen, wird die Arbeitsmoral am nächsten Tag schwer leiden. Naja, das Bruttosozialprodukt leidet kaum darunter. Was am Mittwochmorgen nicht gearbeitet wird, wird Dienstagnacht an Alkohol umgesetzt, das gleicht sich im Gesamten aus. 😉

Good bye Ghana

IMG_4166Nachdem Ghana gestern gegen Brasilien unglücklich aus der Fußball-WM ausgeschieden ist, machte das Team Würzburg heute nochmal ihre Auswartung. Viele tausend Fans haben sich ab 13.30 Uhr am Unteren Marktplatz eingefunden, um “ihre” Ghanaer zu beglückwünschen und leider auch zu verabschieden.

Die Stimmung war großartig. Die Black Stars wurden gefeiert, als hätten sie den Weltmeistertitel geholt. Und auf der Bühne war fast mehr Presse als Sportler versammelt. Oberbürgermeisterin Pia Beckmann gratulierte den Afrikanern zu ihrem Ergebnis und sprach davon, dass Ghana als Gäste gekommen sind, nun aber als Freunde gehen. Und das sogar in akzeptablem Englisch! Die ghanaische Journalistin wünscht Deutschland, dass es dieses Jahr den Titel holt, denn 2010 würde bei der WM in Südafrika Ghana den Pokal gewinnen. Und der Präsident der ghanaischen Spieler versprach, dass Ghana vor dem Nations Cup 2008 auf jeden Fall ein Freundschaftsspiel in Würzburg machen wird. Gegen wen weiß ich leider nicht – etwas die Würzburger Kickers?

Hier die Bilder des Ghana-Abschied-Flickr-Set.

Aufholjagd

Nun muss ich mal wieder sehen, dass ich das Würzblog auf den aktuellen Stand bringe. In den letzten Tagen und Wochen hat es doch unter meinem desolaten Gesundheitszustand, dem ARG in München und der Arbeit gelitten.

Vergangenheit

  • Ghana hat die Vorrunde der FIFA-WM erfolgreich überstanden. Aber da hat wohl kein Würzburger ernsthaft dran gezweifelt …
  • Die deutsche Nationalmannschaft hat das Achtelfinale erfolgreich überstanden. Auch da hat wohl keiner dran gezweilfet, oder? 😉
    Ich habe den Abend bei Freunden in Höchberg verbracht, mit Grill & Chill. Und so hat jeder auf seine Weise dem grandiosen Spiel der Deutschen beigewohnt.

Gegenwart

Heute beginnt das Weinfest im Hofgarten der Residenz, der sogenannte Hofschoppen. Es ist das Weinfest mit der wohl schönsten Umgebung in Würzburg, aber auch das Weinfest, bei dem traditionell die Wahrscheinlichkeit eines Platzregens am größten ist. Der Hofschoppen endet am Freitag, Zeit genug also um sich mehrmals zu betrinken.

Abwesenheitsnotiz

Seit ein paar Wochen sind wir schon Ghana. Dieses Ghana-Sein verdanken wir unter anderem unserer Oberbürgermeisterin Pia Beckmann. Nun wurde Frau Beckmann aber vorgeworfen, dass sie sich während den ersten Wochen der Gastgeberschaft in Würzburg ziemlich rar gemacht hat — sie war im Urlaub. Und kaum ist sie zurück und hat die siegreiche ghanaische Mannschaft auf dem U & D empfangen, da gibt es schon wieder Stimmen, die sagen, sie picke sich auch nur die Rosinen aus dem WM-Kuchen.

Ok, ich sitze nun nicht gerade in der Pia-Beckmann-Fankurve. Aber die Aufregung um die An- oder Abwesenheit Frau Beckmanns verstehe ich nicht ganz. Sie hat auch als Oberbürgermeisterin das Recht, mal in den Urlaub zu fahren. Und da sie Kinder hat, bieten sich die Pfingstferien natürlich an. Dass andere städtische und staatliche Dienstleister in dieser Zeit Dienst leisten mussten — tja, das ist das Privileg der Chefin. Denn auf die Chefs ist in Spitzenzeiten leichter zu verzichten als auf das “Bodenpersonal”. (Die damit verbundene Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Chefs übergehe ich jetzt einfach ;-))
Und außerdem: seit wann sind die Würzburger so obrigkeitsgeil? Es stört doch sonst auch kaum jemanden, wenn Frau Beckmann nicht erscheint. Hauptsache, “das Volk” ist da. Und “das Volk” war bisher da, völlig unbeeindruckt von Pias Abwesenheit oder Adi Bauers Anwesendheit. Soll die Oberbürgermeisterin vor den Kameras tanzen und sich sonst rar machen. Ghana ist bei uns zu Gast, nicht bei Pia Beckmann.

Umsonst & Ghana

Wahnsinn, da haben es “unsere” Ghanaer doch wirklich geschafft. Der erste Sieg einer afrikanischen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft mit dem bisher schnellsten Tor dieser WM.

Natürlich muss dieser harte Sieg gegen Tschechien gefeiert werden. Und wo könnte man das an diesem Wochenende besser, als auf dem Umsonst & Draussen, wo sich eh halb Würzburg versammelt hat. Die Organisatoren haben das Programm des Festivals umgeschmissen und feiert nun um 16.30 Uhr mit den ruhmreichen Black Stars eine rauschende Party auf dem U & D-Gelände.

Wer der ghanaischen Nationalmannschaft zujubeln will, der sollte am heutigen Sonntag um 16.30 Uhr an der U-Bühne (die an der Friedensbrücke) stehen — oder besser schon vorher kommen, es könnte voll werden.

Und wenn wir Glück haben, dann gratuliert Adolf Bauer den Ghanaern auf Englisch! 🙂

Update: Die Mannschaft trudelt so gegen 17 Uhr ein, siehe auch die Mitteilung bei Würzburg2006.